In den Schluchten des Tessin
Eine reizvolle Alternative zum Baden im See bieten die Täler des Locarnese, wo die Maggia und die Verzasca mit erfrischenden Badebecken einladen. Wagemutige stürzen sich an einigen Stellen sogar von den Felsen ins Nass.
Über sieben Seen blicken ...
Der Monte Mottarone ist der Hausberg von Stresa. Der Gipfel in 1491 m Höhe ist auf schöner, allerdings kostenpflichtiger Straße oder bequem mit Seilbahn/Sessellift zu erreichen. Bei klarer Sicht ist der Ausflug ein Muss.
In den wilden Bergen
Monteviasco hat kaum mehr als zehn Einwohner und liegt abgeschieden im Hinterland des nördlichen Nordufers. Bis vor Kurzem konnte man es mit einer Seilbahn erreichen. Nun wurde sie stillgelegt und man muss 1400 Stufen erklimmen. Die wenigen Einwohner werden derzeit von Militär und Freiwilligen versorgt.
Auf schmaler Straße zum Bergsee
Der Stausee Lago d’Elio liegt über dem italienischen Ostufer und ist ein populäres Wander- und Ausflugsziel. Es gibt ein Picknickgelände, man kann den See zu Fuß umrunden und sogar oben übernachten.
Die Kaschmirzypresse im See
Auf der ruhigen Isola Madre in der Seemitte beeindruckt neben dem Borromäer-Palast vor allem der herrliche botanische Garten, in dem auch viele buntschillernde Vögel leben. 200 Jahre alt ist Europas größte Kaschmirzypresse, die ebenfalls auf der Insel steht.
Die „letzte Wildnis Italiens“
So wird das Val Grande genannt, ein großes, unwegsames Berggebiet oberhalb von Verbania, das im letzten Krieg ein Rückzugsgebiet für Partisanen war und auch heute nur zu Fuß erforscht werden kann.
Lagoni di Mercurago
Der Naturpark mit zahlreichen Spazierwegen liegt am Südende des Lago.
„Montorfano Bianco“
Weithin sichtbar zeigen sich die aufgerissenen Flanken des Mont’Orfano in der Seemitte, der seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Granitabbaugebieten Italiens gehört. Auf Kanälen wurde das wertvolle Baumaterial, darunter der weiße Granit „Montorfano Bianco“, bis nach Mailand verschifft.
Sandstrände und Badebuchten
Sandige Strände sind an den oberitalienischen Seen eher rar - am Lago Maggiore gibt es sie bei Cannobio, Feriolo und Cerro. Die schönsten Buchten liegen am Ostufer bei Castelveccana
Wasser-, Land- und Luftsport
Baden und Aktiv-Urlaub
Müßiggang ist schön, aber manchmal verlangt der Körper mehr. Der Lago Maggiore ist ein vielseitiges Revier für den Aktiv-Urlaub. Man kann sich heute im Wasser austoben und morgen auf einer Gebirgswanderung ins Schwitzen kommen.
Wappnen Sie sich gegen Stechmücken, die sich in der Dämmerung und vor Sommergewittern am Wasser tummeln - einschlägige Mittel finden Sie in den Supermärkten, z. B. das hervorragende „Anti-Insect“ der schweizerischen Migros oder das effektive „Anti Brumm“, das man auch in Deutschland erhält.
Sportliche Vielfalt
Die Palette an sportlichen Möglichkeiten ist um den Lago Maggiore breit gefächert: vom Tauchen bis zum Paragliding, vom Klettern bis zum Schwingen des Golfschlägers, von der gemütlichen Fahrradtour bis zum kräftezehrenden Mountainbiking in den Bergen.
Im und auf dem Wasser
Baden: Vom Juni bis in den Oktober hinein liegt die Wassertemperatur im Lago Maggiore bei freundlichen 20 bis 23 °C. Obwohl Privatgrundstücke hier und dort den Einstieg ins Wasser erschweren, gibt es vielerorts hübsche Badeplätze.
Die meisten Strände bestehen aus Kies, Sandstrände liegen im italienischen Teil des Lago z. B. bei Cannobio und Fondotoce (Westufer), bei Germignaga und Cerro (Ostufer) sowie am südlichen Seeende um Dormelletto. Dahinter erstrecken sich oft Wiesen mit schattigen Bäumen, sodass man den sommerlichen Temperaturen nicht so extrem ausgeliefert ist wie etwa am Meer.
Auf der Tessiner Seite haben Locarno, Ascona und Brissago jeweils einen Lido mit guter Infrastruktur.
Eine erfrischende Alternative zum Schwimmen im See ist ein Bad im kühlen Fluss. Im Hinterland von Locarno bilden die Maggia und die Verzasca Badebecken und bei Cannobio am Westufer gibt es reizvolle Badestellen bei Traffiume. Doch Vorsicht beim Flussbad: Unterschätzen Sie nicht die Kraft des wilden Wassers. Es kommt immer wieder zu tödlichen Badeunfällen.
Tauchen: Bei Cannobio werden Tauchgänge in der Schlucht Orrido di Sant’Anna unternommen. Im Tessin sieht man ambitionierte Taucher in der Verzasca unterhalb von Lavertezzo, die Strömung dort ist allerdings gefährlich stark.
Windsurfen: Von Mai bis September sind die Windverhältnisse am Lago Maggiore ausgesprochen stabil, vor allem in der nördlichen Seehälfte. Dort bringt morgens die Tramontana frischen Wind aus den Bergen, und nachmittags bläst die Inverna von der Poebene zum See herauf. Surfbretter werden in zahlreichen Badeorten verliehen.
Segeln: In Verbania am Westufer hat der „Circolo Velico Canottieri Intra“ ( www.cvci.it) seinen Standort, in Cerro am Ostufer arbeitet die renommierte Segelschule „Centro Vela“ ( www.centrovela.it) und auch auf Tessiner Seite gibt es mehrere Segelschulen (z. B. www.asconautica.ch).
Kanufahren: Bei Kanuten ist vor allem die Verzasca beliebt, im oberen Teil relativ harmlos, im unteren nur für sehr geübte Fahrer empfohlen.
Über Berg und Tal
Wandern: Zahlreiche Wege durchziehen die seenahe Bergwelt. Auf der Schweizer Seite geben praktisch an jeder Gabelung gelbe Schilder Hinweise, auf der italienischen Seite ist die Markierung oft mangelhaft. Im Anhang dieses Buchs finden Sie einen kleinen Wanderführer mit zwölf detailliert beschriebenen Routen beiderseits des Sees.
Radfahren/Mountainbiking: Am See selbst herrscht leider viel motorisierter Verkehr, Radwege sind Mangelware. Anders im Hinterland, dort sind Mountainbike- und Radwege markiert, z. B. im Naturpark Lagoni di Mercurago bei Arona und am Lago di Varese mit einem Radweg um den gesamten See. Rasante Schussfahrten bietet der Monte Mottarone hinter Stresa. Auf der Tessiner Seite haben die Radler im unteren Teil des Maggiatals eine eigene Spur.
Klettern: Beliebt ist der steilwandige Granitberg Mont’Orfano am Westufer des Lago di Mergozzo. Ein gut ausgestatteter Klettergarten findet sich bei Maccagno am Ostufer.
Bungee-Jumping: Seit James Bond 1995 im Verzascatal von der Staumauer des Lago di Vogorno gesprungen ist, hat er zahlreiche Nachahmer gefunden. Falls Sie der 220-m-Sturz reizt: Profis garantieren, dass sie ihn heil überstehen, sofern sie ein bestimmtes Gewicht nicht überschreiten und auch nicht herzkrank sind.
Golf: Rund um den See werden zahlreiche Greens unterhalten, in der Regel 18 Loch.
Hoch in den Lüften
Deltafliegen/Paragliding: Nicht so schnell wie ein Fallschirmsprung, dafür lässt sich die Landschaft in Ruhe aus der Perspektive des Adlers betrachten. Beliebte Startpunkte sind der Monte Lema an der Grenze zwischen der Lombardei und dem Tessin sowie der Monte Sasso del Ferro oberhalb von Laveno am Ostufer.
Familienurlaub
Lago Maggiore mit Kindern
Es gibt so einiges, was sich am Lago anstellen lässt - falls die Sprösslinge tatsächlich einmal vom Baden im See oder Swimmingpool genug haben und auch mit den neuen Freunden vom Nachbarbungalow nicht so recht spielen wollen.
Im kleinen Ort Belgirate sitzt eine große fette Kröte am Seeufer. Wer findet sie?
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