„Und so was erscheint vor dem Marienaltar!“ stammelte sie, während sie die Riegel vorschob. „Die anderen taugen auch nicht viel mehr, das weiß ich schon. Liederliche Frauenzimmer alle, die heute abend mit ihren Laubbündeln bloß gekommen sind, um zu lachen und sich beim Nachhausegehen von den Burschen küssen zu lassen! Morgen wird sich nicht eine hierherbemühen; der Herr Pfarrer wird seine Ave-Marias ganz allein aufsagen können . . . Man wird nur noch die Weibsbilder zu sehen bekommen, die ein Stelldichein verabredet haben.“
Sie stieß an die Stühle, stellte sie wieder an ihren Platz und sah nach, bevor sie zum Schlafen hinaufging, ob nichts Verdächtiges herumlag. Sie las im Beichtstuhl eine Handvoll Apfelschalen auf, die sie hinter den Hauptaltar warf. Sie fand außerdem ein Stück Band, das von einer Haube abgerissen war, mit einer Strähne schwarzer Haare, woraus sie ein kleines Knäuel machte, um später eine Untersuchung anzustellen. Soweit schien ihr die Kirche in bester Ordnung. Die Ewige Lampe hatte Öl für die Nacht, die Fliesen im Chor brauchten bis zum Sonnabend nicht aufgewischt zu werden.
„Es ist fast zehn Uhr, Herr Pfarrer“, sagte sie zu dem noch immer knienden Priester gewandt. „Sie täten gut daran, hinaufzugehen.“
Er antwortete nicht, er neigte nur sanft das Haupt.
„Gut, ich weiß, was das heißen soll“, fuhr die Teuse fort. „In einer Stunde wird er noch da auf den Steinen knien und sich Bauchweh holen . . . Ich gehe, weil ich ihn doch nur störe. Na wennschon, das hat sowieso keinen Sinn und Verstand: Mittag essen, wenn die anderen zu Abend essen, zu Bett gehen, wenn die Hühner aufstehen! – Ich störe Sie, nicht wahr, Herr Pfarrer? Guten Abend. Sie sind wirklich nicht vernünftig, gehen Sie mir doch!“
Und sie entschloß sich, fortzugehen; aber sie kam zurück, eine der beiden Lampen auszulöschen, wobei sie murmelte, so spät zu beten sei „Tod für das Öl“. Schließlich ging sie wirklich, nachdem sie mit ihrem Ärmel die Decke des Hauptaltars abgewischt hatte, die ihr grau von Staub zu sein schien.
Die Augen erhoben, die Arme an die Brust gepreßt, blieb Abbé Mouret allein.
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