Anne Marie Løn - Tanz der Zwerge

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Tyge Willhof-Holm, zwergwüchsiger Nachkomme eines von Enteignung bedrohten Erbhofbesitzers, erfüllt als Friedhofmusiker zwar nicht die hohen Erwartungen seines ehrgeizigen Vaters, findet aber im Unterschied zu seinen sieben hübschen Schwestern Erfüllung in der Liebe.
Während einer Trauerfeier erblickt Tyge in einem Spiegel ein Frauengesicht, anmutig und seltsam vertraut. Er ist hingerissen, und in den nächsten Wochen unternimmt er alles, um die Unbekannte aufzuspüren. Gleichzeitig setzt der Gefühlsaufruhr in ihm immer neue Kindheitserinnerungen frei – an das Paradies von Willhofsgave in der dänischen Provinz, an Vidde, die Kinderfrau und heimliche Herrscherin auf dem elterlichen Erbhof, aber auch an die sonderbare Bindungslosigkeit seiner sieben hübschen Schwestern. Unversehens rührt Tyge an alte Familiengeheimnisse …
Aus der ironisch gebrochenen Sicht des lebensklugen Zwerges porträtiert dieser vielschichtige Künstler- und Familienroman die dänische Gesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts.
AUTORENPORTRÄT
Die dänische Schriftstellerin Anne Marie Løn veröffentlichte Romane, Kinderbücher, Erzählungen und Gedichte. Der Roman «Tanz der Zwerge» wurde in Dänemark mit vier Preisen ausgezeichnet.
REZENSIONEN
"Anne Marie Løn zeigt mit ihrem Roman, dass sie das große Format in sich hat."
– Jens Kistrup, Berlingske Tidende

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Mehr Worte haben wir bei dieser Gelegenheit nicht gewechselt. Während meine Mutter sich wieder fasste, fiel mein Blick auf ihre Fotografien meiner Schwestern und meines ungewöhnlich hübschen Bruders, der ihr so ähnlich sieht, dass man ihn glatt für eine jüngere Ausgabe ihrer selbst halten könnte, wenn er sich den Schnurrbart abrasieren und eine Perücke aufsetzen würde. In den Schreibtischschubladen bewahrt sie auch viele Bilder von mir auf, doch an der Wand bin ich nur auf einem Familienfoto vertreten, das von ihrer silbernen Hochzeit stammt. In einem weißen Kleidchen mit zungenförmigem Kragen stehe ich, sechs Jahre alt, ganz dicht bei ihr. Mein Haarschopf reicht ihr gerade bis an die Hüfte.

Meine Eitelkeit beschränkt sich für gewöhnlich auf Äußerlichkeiten; von der Eitelkeit des Herzens werde ich selten geplagt, obwohl ich in gewissen Momenten auch dafür empfänglich bin, so wie in diesem Fall. Deshalb ging ich vom Zimmer meiner Mutter sofort hinunter zu unserem alten Kindermädchen Vidde, um einmal mehr zu hören, wie sie ihre Freude und ihren Stolz über mich zum Ausdruck brachte.

«Du wirst noch Domorganist, so wie Weyse», sagte sie mit strahlendem Gesicht, nachdem sie weit genug über ihre erste Begeisterung hinweggekommen war, um zu erkennen, dass es, offen gesagt, bedeutendere Organistenstellen gab als die bei der Friedhofsverwaltung.

5

Gibt es ein Paradies auf Erden, dann ist es Willhofsgave, mein Geburtsort. Einen so intensiven Vogelgesang im Mai, wie ich ihn auf dem Westfriedhof erlebe, kenne ich sonst nur von zu Hause. Zur Zeit denke ich täglich daran. Unabhängig davon, ob es feucht oder kalt ist, wie im Moment, singen die Vögel zuverlässig, sobald die entsprechenden Lichtverhältnisse eingetreten sind.

Nachdem der letzte blumengeschmückte Sarg hinausgetragen worden war, zog ich mich so weit auf die Orgelbank zurück, bis die Füße das Pedal nicht mehr erreichten, und starrte gedankenverloren in den leeren Spiegel.

Plötzlich stieg der Gesang der Vögel, der durch das offene Portal drang, zu mir herauf und erreichte mich mit einem Duft nach grüner Kühle und süßen Lilien, erweckte meine Sinne und meine Entschlusskraft.

Rasch zog ich meine Musizierschuhe aus – eine Sonderanfertigung meines orthopädischen Schusters mit einem eingebauten, fünf Zentimeter hohen Absatz und glatten Ledersohlen, die über das Pedal gleiten können –, sprang in meine Straßenschuhe und holte am Eingang den Küster ein, um mich nach dem Namen des Verstorbenen vom vorletzten Begräbnis zu erkundigen.

Das Verwaltungsbüro des Friedhofs suche ich nur auf, wenn ich meinen Lohn abhole. Alle praktischen Dinge werden von Angestellten in den kleinen Büros der einzelnen Kapellen erledigt. Für gewöhnlich erhalten die Organisten einen Zettel mit der Uhrzeit und den Nummern der Lieder, womit sich die Begräbnisse für mich auf eine Zahlenreihe und eine unendliche Wiederholung derselben zwanzig bis dreißig Lieder reduzieren. Eine äußerst bescheidene Aufgabe, könnte man meinen, sofern man nicht die Herausforderung annimmt, das Arrangement zu verändern, Variationen einzuflechten und so aus dem musikalischen Vortrag etwas Besonderes zu machen. Raum dafür gibt es reichlich, die meisten Begräbnislieder kennt man auswendig.

Als ich den Namen des Küsters ein zweites Mal rief, blieb er stehen. Ich stand so dicht vor ihm, dass er einen Schritt zurücktreten musste, um mich besser sehen zu können. Für einen Augenblick begegneten sich sein träger und mein strahlender Blick. Die Leute haben oft von vornherein keine Lust, mit mir zu sprechen. Sie müssen sich ausschließlich an meine Worte halten, weil sie meinem Gesicht, dessen Züge ihnen fremd sind, nichts entnehmen können.

«Daran erinnere ich mich nicht. Die Unterlagen habe ich im Büro abgeliefert.»

Ich konnte unschwer erkennen, dass ich durch meinen Eifer seine Neugierde geweckt hatte, also verhielt ich mich abwartend, bis er nachfragte:

«Ist irgendwas Besonderes, Herr Willhof-Holm?»

Ich wurde von einer plötzlichen Verlegenheit überrumpelt, die es mir unmöglich machte, auch nur ein Wort hervorzubringen, bevor er bereitwillig fortfuhr:

«Ich kann mich bis morgen danach erkundigen.»

«Das wäre sehr freundlich von Ihnen. Unter den Trauergästen befand sich ein Bekannter von mir, womöglich ein entfernter Verwandter, wenn Sie verstehen, was ich meine.»

Mit einer leichten Verbeugung und nochmaligem Dank verließ ich ihn.

Ich spürte, dass seine Augen mir folgten, während ich mich entfernte. Er blieb lange am Portal stehen. Meinen leicht watschelnden Gang sind sie gewohnt, und besonders o-beinig bin ich für einen Zwerg auch nicht – er machte sich wohl eher Gedanken darüber, dass ich offensichtlich so weit verzweigte Bekanntschaften und entfernte Verwandte besaß, dass ich nicht einmal mit Sicherheit wusste, ob sie an einem Begräbnis in meiner Kapelle teilnahmen.

Ich frage mich, ob mein heutiges Erlebnis stark genug ist, um eine Reise nach Jütland zu überstehen. Ich hoffe, der Küster nimmt meine Worte ernst und wird mir morgen den Namen mitteilen.

In der nächsten Woche, vielleicht schon am Sonntag, werde ich zur goldenen Hochzeit meiner Eltern nach Hause fahren. Im Moment bin ich über den Anblick im Spiegel noch so aus dem Häuschen, dass mich nichts davon abhalten könnte, die Frau, deren Profil sich mir so tief eingeprägt hat, zu besuchen. Hätte ich nur den geringsten Fingerzeig, würde ich ihm unverzüglich folgen.

Wie lange wird das Feuer brennen? Ich bin selten so empfänglich für Gefühlserschütterungen, weiß aber, dass die Dinge, die mit der größten Leichtigkeit zu einem kommen, auch mit der größten Leichtigkeit wieder verschwinden.

6

Ein Meter und sechsunddreißig Zentimeter sind keine Kleinigkeit für einen Zwerg. Um korrekt zu sein, messe ich – von Zoll umgerechnet – 1,35980 Meter.

Das metrische System bescherte mir eine neue Zahl für meine Größe. Ich hatte es offen gestanden schon aufgegeben, als ich 18 Jahre alt war und die zweite Klasse eines Kopenhagener Gymnasiums besuchte. Natürlich war es lächerlich, und so sprach ich mit niemandem darüber.

Der kleinste Mensch, der je gemessen wurde, war die Holländerin Paulina Muster. Sie war 61 Zentimeter groß, also keineswegs von meinem Schlag. Sie war eine so genannte Liliputanerin, das heißt, die Proportionen stimmten, außerdem muss sie ziemlich hübsch gewesen sein.

Hierzulande war Fräulein Catarina Stöber die Kleinste, die sich je hat blicken lassen. Sie maß fünf Quarter, also 78 Zentimeter, und wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts gegen Bezahlung zur Schau gestellt. Sie war aber kein richtiger Zwerg. Ich habe einen Kupferstich von ihr gesehen – den harmonischen Größenverhältnissen zum Trotz eine wirklich unschöne Abnormität. Für deren Anblick hätte ich kein Geld bezahlt.

Ein drolliger Herr, der sich mit dem Namen Labri vorstellte und als Gauklerkönig bezeichnete, hat mich einmal auf der Fähre über den Kleinen Belt angesprochen und gefragt, ob ich an einer Zusammenarbeit interessiert wäre.

«Ich studiere Musikwissenschaft», erwiderte ich und stellte mich vor: «Tyge Willhof-Holm.»

«Musikwissenschaft, intelligent ... umso besser», triumphierte der zufriedene Schausteller.

Meine Hand legte sich automatisch auf die mitgebrachte Reiselektüre, die vor mir auf dem Tisch lag: die Partitur zu Ludolf Nielsens Orchesterphantasie Echo und Narzissos , die gerade herausgekommen war. Der Komponist hatte mir früher Violinunterricht erteilt und mir soeben ein Exemplar seines Opus 40 zugeschickt.

Das sonderbare Individuum studierte dreist meine Hand auf der Partitur und fixierte meine kurzen Finger, während es sich unaufgefordert auf die Bank mir direkt gegenüber setzte. Ich spürte, dass er sich förmlich den Kopf zerbrach. Irgendwas schien für ihn nicht zusammenzupassen. Dann ging ihm offenbar ein Licht auf, und er begann unmittelbar, die Verkäuflichkeit des Objekts zu testen, das er soeben entdeckt hatte.

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