Karin Waldl - Worte verletzen ... und Schweigen tötet

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Eine gehetzte Bestie wird mit blutverschmierten Fingern im Wald gestellt. Ihre traurige Geschichte ist die unfassbare Wahrheit einer jungen Frau, die vom bemitleidenswerten Opfer zum verhassten Täter wird.Emilia Klein sitzt verurteilt im Gefängnis. Sie ist einer der schwerwiegenden Fälle, denn die Psychologin Frau Dr. Gabriel kommt bei ihr keinen Schritt weiter. Die Schwerverbrecherin bereut ihre Tat nicht und flüchtet sich in ihre erdachten Fantasiewelten, die sie in spannenden Erzählungen für sich selbst aufschreibt, in der kalten Einsamkeit ihrer Zelle, nicht für die Außenwelt bestimmt denn es geht um Kindesmissbrauch und brutale Vergewaltigung.

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„Gut, dann versuchen wir es anders. Was wissen Sie denn noch über sich?“, fragte sie weiter.

Es war immer dieselbe Leier. „Ich bin 20 Jahre alt“, kam es wie aus der Pistole geschossen. Sinnlose, oberflächliche Informationen waren mittlerweile mein Spezialgebiet.

„Das ist gut. Welche Informationen haben Sie noch über sich selbst?“, ließ Frau Dr. Gabriel trotzdem nicht locker.

„Ich sitze seit zwei Jahren im Gefängnis, im Hochsicherheitstrakt für Schwerverbrecher“, erzählte ich weiter und bemühte mich, möglichst ausdruckslos zu wirken.

„Wissen Sie auch, warum Sie hier sind?“, waren die nächsten, voraussehbaren Worte der Psychologin.

„Natürlich weiß ich, warum ich nicht da draußen in Freiheit bin, aber darüber werde ich mit Ihnen bestimmt nicht sprechen, weil Sie mich nicht verstehen würden. Niemand würde verstehen, was meine Wahrheit ist“, sprach ich trotzig, es ödete mich an, immer dieselben Gespräche zu führen.

„Ihnen ist bewusst, dass Sie hier niemals rauskommen werden, wenn wir das Geschehene nicht gemeinsam aufarbeiten?“, ließ sie zum gefühlten tausendsten Mal nicht locker.

„Das ist mir egal“, motzte ich unhöflich zurück, auch das war nicht neu.

Die Ärztin seufzte, sie war mit ihrem Latein offensichtlich am Ende. „Und wir sind wieder am Anfang, immer das gleiche Spiel. Wir befinden uns in derselben Schleife. Emilia, steigen Sie doch einmal aus dem Kreislauf aus. Sie haben recht, bei dem, was Sie getan haben, werde ich niemals ganz verstehen, was einen zu dieser grausamen Tat bewegt. Aber ich bin dazu da, um es zu versuchen und Ihnen zu helfen, dass so etwas nie wieder vorkommt. Ich glaube, Sie leugnen deshalb Ihren Nachnamen und Ihre Vergangenheit, um die damit verbundenen Erinnerungen endgültig zu begraben. Könnte ich damit recht haben?“, donnerte mir die Psychologin die Worte regelrecht ins Gesicht.

Sie hatte heute eindeutig nicht ihren besten Tag, ich hatte sie noch nie so ungeduldig erlebt. Ich hoffte schon, dass ich es doch geschafft hatte, dass sie das Handtuch warf und mich als hoffnungslosen Fall abstempelte. Dann war ich zwar für immer eingesperrt, hatte aber endlich meine Ruhe. Warum ließen sie mich nicht einfach in Frieden? Hier drinnen war ich für niemanden eine Gefahr, also, was sollte das Theater?

So zuckte ich als Antwort mit den Achseln, wahrscheinlich hatte sie sogar recht mit dem, was sie sagte, aber sie sollte doch glauben, was sie glauben wollte. Was würde das schon ändern?

„Ich gebe wieder einmal auf für heute. Ich will und kann Sie natürlich zu nichts zwingen. Es ist Ihre Zukunft, Sie wählen, wie diese aussehen soll. Aber eine Frage habe ich heute doch noch. Bereuen Sie Ihre Tat?“, sagte sie seufzend. Sie sah mich heute so enttäuscht an, dass ich das erste Mal Mitleid mit ihr hatte.

Ich wollte schon mit meiner üblichen Ignoranz antworten, aber ich konnte diesen Blick nicht ertragen. Was war auf einmal los mit mir? Gerade vergönnte ich ihr noch meinen kleinen Triumph, indem ich ihr nichts von mir preisgab. Aber ihre Augen verrieten so eindeutig ihre Traurigkeit. Ich wusste nur zu gut, dass ich meine gesamte Kindheit und Jugendzeit auch denselben trostlosen Gesichtsausdruck gehabt hatte, wenn ich nicht verstanden hatte, was los war, und nach Erklärungen lechzte. Es war die Hölle auf Erden, in den entscheidenden Momenten angeschwiegen zu werden und keine Ahnung zu haben, was das Leben mit einem vorhatte.

Oh mein Gott, mir wurde gerade bewusst, ich war nicht anders geworden. Ich wollte niemals so sein, aber ich hatte es nicht verhindert. Seit zwei Jahren schwieg ich und kein Ton kam über meine Lippen. Ich sah in den Augen der Psychologin das Kind, das ich einst war, das einsam im finsteren Nebel der Unwissenheit gelassen wurde. Ich begann, zu weinen, die Tränen flossen, ohne dass ich es wollte. Ich biss mir auf die Zunge, weil ich diesen törichten Gefühlsausbruch nicht verhindert hatte. Wut kochte in mir hoch. Ich rang mich zu meiner eigenen Überraschung und gegen jede Vernunft zu einer Antwort durch und schrie lautstark: „Nein, ich bereue nichts. Ich streite meine Tat nicht ab und behaupte, dass ich unschuldig bin, wie es die meisten Insassen hier tun. Denn ich stehe dazu, was ich verbrochen habe. Ich fühlte mich innerlich niemals so frei, bereue es keine Sekunde. Auch ist mir der Preis, den ich dafür zahle, nicht zu hoch, denn alles ist besser als das, was ich durchmachen musste, nicht mehr ertragen zu müssen. Verstehen Sie, was ich meine?“

Frau Dr. Gabriel schluckte sichtlich einen Kloß hinunter und nickte. Damit hatte sie nicht gerechnet, nicht, nachdem ich so lange geschwiegen hatte. Nervös kramte sie ihre Sachen zusammen und verabschiedete sich mit einer unprofessionellen Ausrede. Ich blickte ihr kopfschüttelnd nach. „So eine gestörte Alte“, dachte ich bei mir selbst.

Nein, es war schon richtig, sich auf nichts einzulassen. Das Leben hatte mich gelehrt, dass man sich nur auf sich selbst verlassen konnte, jeder war sich selbst der Nächste.

So ein kurzer Moment der Schwäche wie gerade bei dieser abgedrehten Psychologin würde mir nicht mehr passieren. Sie redete seit zwei Jahren auf mich ein, dass ich reden sollte, und dann erzählte ich etwas, gab ihr eine Antwort und sie war einfach weg. Ich war ihr genauso egal wie allen anderen Menschen auf dieser beschissenen Welt. Das war mal wieder die eindeutige Bestätigung dafür, dass das Alleinsein die einzige Lebensweise war, die ich mir für mein Leben vorstellen konnte. Deshalb war das Leben in der Gefängniszelle gar nicht so schlecht, da hatte ich wenigstens meine Ruhe. Dort konnte ich ungestört meine Geschichten schreiben, konnte in meiner Fantasie leben, die ich mir selbst zurechtlegte. Ich erfand leidenschaftlich gerne neue Welten, aber nur für mich allein. Früher zeigte ich diese Geschichten her, bekam aber nur Probleme damit. Die Menschen hassten mich schon immer, nannten mich böse. Aber das war mir trotzdem tausendmal lieber, als nicht zu verstehen, was mein Gegenüber dachte. Da war ich ein gebranntes Kind. Ich verzweifelte, wenn man mich im Dunklen ließ. Deshalb vertraute ich niemandem und wollte auch keinem Menschen begegnen. Denn: Worte verletzen ... und Schweigen tötet.

*

Kapitel 2

Schweißgebadet wachte ich auf, mein Pyjama klebte nass auf meinem überhitzten Körper. Ich schlug die Decke zurück, damit ich wieder das Gefühl hatte, richtig durchatmen zu können. Ich hatte schlecht geträumt, aber ausnahmsweise hatten mich nicht meine eigenen Dämonen verfolgt. Ich versuchte, alles der Reihe nach zu ordnen, was da in meiner Fantasie vor sich gegangen war, so durcheinander war ich. Es kam mir vor, als wäre ich gerade aus einer anderen Realität aufgewacht. Ich erinnerte mich an jedes Detail meines Traumes. Ich träumte von einer Frau, die im Mittelalter als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden war. Es wirkte so erschreckend echt, dass ich fast meinte, wirklich dabei gewesen zu sein.

Mein Blick fiel auf den Roman mit dem scharlachroten Einband, den ich gerade las und der auf dem Nachttisch lag. Ich musste grinsen bei dem Anblick, denn er handelte von der irren Verfolgung einer vermeintlichen Magierin durch die Kirche im düsteren und trostlosen Mittelalter. Das Buch trug den einfachen Titel Zorn des Feuers. Mehr an Erklärung brauchte ich für mich selbst nicht, warum meine Fantasie im Schlaf mit mir durchgegangen war. Wie immer waren in meinem Kopf weitere gesponnene Geschichten über das entstanden, was ich gerade las. Es gab ein unaufhaltsames Eigenleben in meiner Fantasie, die scheinbar grenzenlos war. Diese Geschichten hatten aber etwas Gutes: Sie konnte mir keiner nehmen, denn meine Gedanken waren immer noch frei.

Ich hatte den inneren Drang, meinen Traum von gerade eben aufzuschreiben. Ich griff zu meinem Papier und den Stiften, die ich immer parat hatte für Situationen wie diese.

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