Mieste Hotopp-Riecke - Auf dem Lande alles dicht?

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Leerstand, Landflucht, Demografischer Wandel, Demokratieferne, Kultur-Peripherie. Sind dies die einzigen Schlagwörter, die die Situation in ländlichen Räumen markieren können? Vor welchen Herausforderungen stehen Kultur, Kunst und Jugendarbeit abseits der Metropolregionen Deutschlands: Ist auf dem Lande wirklich alles dicht? In dieser Sammlung versuchen Expert*innen aus kultureller Bildung, Kunst und Wissenschaft,
aber auch Protagonist*innen der kulturellen Leerstandsfüllung, Rückblicke, Analysen und Ausblicke zu geben. Das Projekt «Dehnungsfuge» der Landesvereinigung kulturelle Kinderund Jugendbildung Sachsen-Anhalt resümiert fünf Jahre in vier Bundesländern und lud Fachleute und Engagierte der Zivilgesellschaft ein zu einer Bestandsaufnahme.

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Heimat ist ja ein ideologisch sehr aufgeladener Begriff Ich persönlich - фото 8

„Heimat“ ist ja ein ideologisch sehr aufgeladener Begriff …

Ich persönlich kann mit dem Konstrukt „Heimat“ nichts anfangen. Vielleicht, weil ich nicht in einem Dorf aufgewachsen bin. Und es nervt mich, wenn einem heute ständig so Patrioten einreden wollen, das sei „unnormal“. Man MUSS doch seine Heimat lieben! Nein, muss ich nicht! Ich muss auch nicht an irgendeinen Gott glauben, um glücklich zu sein.

Jeder soll glauben, an was er will. An Gott, Hitler, die freie Marktwirtschaft oder die SPD – Meinungsfreiheit bedeutet in einer Demokratie, dass jeder Mensch das Recht hat, an wirklich ALLES zu glauben und das auch zu sagen. Dummheit ist nicht grundgesetzwidrig. Ich bin ganz prinzipiell gegen jede Art von Meinungszensur. Meinungsfreiheit bedeutet aber auch, dass mich niemand zwingen darf, irgendeinen Glauben und irgendeine angebliche „Wahrheit“ zu übernehmen und danach zu leben. Wer eine Meinung hat, muss auch aushalten, dass andere eine andere Meinung haben. Das nennt sich Demokratie und Meinungsfreiheit. Und damit haben erstaunlich viele dieser „Patrioten“ offenbar ein Problem, sobald ihnen jemand widerspricht. Sie kennen meist nur eine „Wahrheit“ – die ihre.

„Patriotismus“ ist ein ideologisch aufgeladener Begriff. Die Grenzen zu Nationalismus und Rassismus sind hier fließend. Dann ist Heimat plötzlich nicht mehr der Ort, an dem sich alle wohlfühlen dürfen, sondern nur noch Heimat für die Weißen, für die Deutschen, für die, die seit Generationen dort leben und sich allen Traditionen unkritisch anpassen. Wenn sich heutzutage jemand selbst als „Patriot“ bezeichnet, sollten alle Warnblinklichter angehen. Um „Heimatliebe“ geht es da in der Regel nicht.

Was ich allerdings erst in den letzten Jahren begriffen habe, vor allem bei einer großen Frei.Wild-Fanstudie, die ich durchgeführt habe, mit über 4.000 beteiligten Fans, ist, dass es auch eine Heimatliebe gibt, die nicht rechtsaußen angesiedelt ist, nicht national, sondern regional. Viele Menschen, die nicht nationalistisch, rassistisch oder sonst wie ausgrenzend denken, haben trotzdem ein großes Bedürfnis nach einer regionalen Identität, nicht unbedingt mit ganz Deutschland, sondern mit der Region, in der sie leben oder aus der sie stammen. Das ist fast überall auf der Welt ja was ganz Selbstverständliches, aber eben nicht in Deutschland aufgrund unserer Verantwortung für eines der scheußlichsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Aber ich glaube, dass uns Älteren nichts anderes übrigbleibt, als zu akzeptieren, dass Jüngere nicht nur die Nazi-Zeit im Blick haben, sondern auch den gewaltigen Demokratisierungs- und Zivilisierungsprozess, den Deutschland vor allem seit den 1970er Jahren durchlaufen hat. Stolz auf Deutschland zu sein bedeutet für diese dann eben, stolz darauf zu sein, dass Deutschland kein Nazi-Land mehr ist, sondern ein relativ weltoffenes Land mit einem recht hohen Grad an Umweltbewusstsein, mit vielen Gruppen, die sich zum Beispiel für Menschenrechte, für Geflüchtete und andere Minderheiten, für sexuelle Gleichberechtigung usw. engagieren.

In der Renaissance des HeimatBegriffs und des Regionalpatriotismus liegt - фото 9

In der Renaissance des „Heimat“-Begriffs und des „Regionalpatriotismus“ liegt also sowohl eine Chance, lokales und regionales Engagement zu fördern, als auch ein Risiko der Ausgrenzung alles „Fremden“. Die entscheidende Frage ist also: Wer definiert das neue deutsche WIR, wer gehört dazu, wer darf dazugehören? Jugendkulturen sind andererseits schon immer internationale Bastarde ohne feste Heimat. Szene-Aktivist*innen haben in der Regel mehr Freund*innen in der ganzen Welt als im eigenen Dorf. Wenn diese reizvollen Widersprüche aufeinanderprallen oder auch gemeinsam etwas entwickeln, könnten daraus spannende Prozesse und Projekte entstehen.

Das Netz verbindet Jugendliche heute weltweit. Wie haben Internet und soziale Medien die Jugendkultur und die Jugendarbeit verändert?

Natürlich haben Social Media, das Internet und Smartphones unser aller Leben radikal verändert und damit auch die Jugendarbeit. Früher musste man konkrete Orte wie Jugendzentren aufsuchen, um seine Freunde zu treffen. Heute kann man sich online verabreden und sich dann irgendwo treffen. Das heißt auch: Jugendliche sind heute schwerer greifbar, wenn sie nicht mehr ins Jugendzentrum kommen. Aber die neuen Technologien haben auch positive Auswirkungen, denn das Internet ist trotz aller Facebook-Trollgruppen ein inklusives Medium, das wesentlich dazu beigetragen hat, den Informationsvorsprung der Großstadt gegenüber dem Dorf und der Kleinstadt zu verringern. Wenn sich ein Jugendlicher in einem kleinen Dorf leidenschaftlich für eine Jugendkultur oder für eine bestimmte Musikrichtung interessiert, hätte er früher keine Ansprechpartner*innen gehabt und keine Gleichgesinnten gefunden; heute aber kann er durch das Internet teilhaben an einer weltweiten Jugendkultur und bekommt alle Informationen über seine Szene genauso schnell wie die Szene-Angehörigen in Berlin.

Das heißt, die Kommunikation und Mobilität unter Jugendlichen hat zugenommen?

Erwachsene meinen oft, dass die Jugendlichen sich digital isolieren und sich nicht mehr austauschen wie früher. Dabei kommunizieren Jugendliche im Internet sehr viel und tauschen sich über alle möglichen Themen aus, sprechen vielleicht sogar freier als früher. Die Jugendarbeit nutzt deshalb inzwischen Online-Tools sehr erfolgreich für Beratungsangebote, etwa zu den Themen Schulden oder Sexualität. Und das Internet ermöglicht den Jugendlichen, sich zu gruppieren und zu organisieren. Ein aktuelles Beispiel ist die Fridays-for-Future-Bewegung. Im Internet finden spannende Diskussionen statt und bei allen Nachteilen sind Social Media trotzdem auch eine Riesenchance für die öffentlichkeitswirksame Kommunikation.

Social Media sind also auch eine Chance für die Jugendarbeit, um die Jugendlichen zu erreichen?

Soziale Medien sind ganz sicher eine Chance und ein Muss für die Jugendarbeit. Wer Jugendliche erreichen will, muss auf diesen Kanälen präsent sein. Die sozialen Medien sind ein zentraler Bereich jugendlicher Lebenswelten. Die Jugendarbeit muss wissen, wo Jugendliche sich bewegen, wie sie sich bewegen und welche Themen sie interessieren. Vieles davon passiert eben über Social Media, und wenn ich da selber nicht präsent bin, entgeht mir ein großer Lebensbereich der jungen Leute. In spätestens zwanzig Jahren wird ein Jugendarbeiter, der sich den Social Media verweigert, berufsunfähig sein.

Welche Bedeutung für die Persönlichkeitsbildung hat nach Ihrer Erfahrung die aktive Beteiligung von Jugendlichen an jugendkulturellen Aktivitäten?

Wie heißt es so schön: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Je jünger Menschen ihre Kreativität ausleben und nicht nur zu konsumtrotteligen Couchpotatoes verkommen wie die Mehrheit der Bevölkerung, unabhängig vom Alter, je eher sie lernen und Spaß und Sinn dabei erleben, sich persönlich zu engagieren, desto nachhaltiger bleibt das. Und Jugendkulturen sind eben vor allem Orte des kreativen Engagements, Kompetenztrainings in Teamfähigkeit und Orte des Self-Empowerments, vor allem für Mädchen (die nach wie vor viel mehr Widerstände überwinden müssen, um überhaupt in einer Jugendkultur sein zu dürfen) und anderenorts diskriminierte oder marginalisierte Jugendliche.

Wie hat sich die Jugendkultur verändert?

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