Mieste Hotopp-Riecke - Auf dem Lande alles dicht?

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Leerstand, Landflucht, Demografischer Wandel, Demokratieferne, Kultur-Peripherie. Sind dies die einzigen Schlagwörter, die die Situation in ländlichen Räumen markieren können? Vor welchen Herausforderungen stehen Kultur, Kunst und Jugendarbeit abseits der Metropolregionen Deutschlands: Ist auf dem Lande wirklich alles dicht? In dieser Sammlung versuchen Expert*innen aus kultureller Bildung, Kunst und Wissenschaft,
aber auch Protagonist*innen der kulturellen Leerstandsfüllung, Rückblicke, Analysen und Ausblicke zu geben. Das Projekt «Dehnungsfuge» der Landesvereinigung kulturelle Kinderund Jugendbildung Sachsen-Anhalt resümiert fünf Jahre in vier Bundesländern und lud Fachleute und Engagierte der Zivilgesellschaft ein zu einer Bestandsaufnahme.

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Unsere Gesellschaft ist immer mehr auf Leistung fixiert und die zentrale Maßgabe an Jugendliche lautet: Pass dich an, sei unauffällig, produziere und konsumiere. In der neoliberalen Gesellschaft zählt nur das, was einen materiellen Wert hat. Dann darf man sich auch nicht wundern, wenn Jugendliche sich dem anpassen. Die große Mehrheit der Jugendlichen heute ist so brav, unauffällig, leistungsorientiert und extrem karrierefixiert, wie die Erwachsenen sie haben wollten. Rebellion ist nicht ihr Ding. Auf die Frage: „Was möchtest du bei der Erziehung anders machen als deine Eltern bei dir?“ antworten neun von zehn Jugendlichen: Nichts.

Gibt es bei all den vermeintlich absoluten Aussagen über „die Jugend“ überhaupt eine, die für Sie von zeitloser Richtigkeit ist?

Ja: Jede Gesellschaft hat die Jugend, die sie verdient.

Will heißen?

So hält die Jugend der Gesellschaft immer einen Spiegel vor. Jede Tendenz innerhalb der Jugend ist eine Reaktion auf die Gesamtstimmung, wobei die Jugend immer nur einen Schritt den Alten voraus ist .

Jugendliche leben nicht in einem Vakuum, sondern in einer Welt, deren Regeln und Rahmenbedingungen von Erwachsenen bestimmt werden. Jugendliche werden in der Regel nicht gefragt, ob ihnen diese Welt gefällt, ob sie vielleicht eine andere Schule hätten, eine andere Politik, andere Lebensziele. Sie dürfen in keinem Bereich ihres Lebens diejenigen wählen, die für sie entscheiden. Ihnen bleibt nichts weiter übrig, als sich den Erwachsenen so gut wie möglich anzupassen. Deshalb sind Jugendliche ihren eigenen Eltern sehr viel ähnlicher, als sie es glauben. So hält die Jugend der Gesellschaft immer einen Spiegel vor. Jede Tendenz innerhalb der Jugend ist eine Reaktion auf die Gesamtstimmung, wobei die Jugend immer nur einen Schritt den Alten voraus ist. Zum Beispiel in den 1950ern: Die Elterngeneration eiferte immer noch dem militärischen Landser nach. Die Jugend aber kaut Kaugummi, liebt Jeans statt Uniformen, hört Rocken Roll oder den verpönten Jazz – sie ermöglicht die Amerikanisierung und damit die Umwandlung einer Diktatur in eine kapitalistische Waren- und Konsumgesellschaft, zumindest im Westen. Oder die späten 1970er Jahre: Politisch herrscht immer noch – oder wieder nach dem kurzen Aufbegehren der 68er und dem politischen Aufbruch mit Willy Brandt – Restauration. Die Zivilgesellschaft erwacht, aber die in der Nazi-Zeit sozialisierte Generation der inzwischen alten weißen Männer regiert weiterhin das Land. Aber einiges ist faul im Staate. Die RAF erschüttert das System. Und zum ersten Mal herrscht wieder Massenarbeitslosigkeit. Die geschniegelte Oberfläche führt zu popkulturellen Massen-Erscheinungen wie ABBA, gutlaunigem Lala. Aber aus dem Untergrund formt sich eine Erscheinung, die der Gesellschaft vor Augen hält, wie kaputt sie tatsächlich wirkt: Punk. Die Rohheit, das bewusst Unästhetische, das Fratzenhafte – es reflektiert den Zustand des Landes wie eine Karikatur: zwar provokativ überzeichnend, aber doch im Kern treffend.

Oder die 1980er: Im Lande Kohls macht sich Stillstand breit. Nichts bewegt sich. Wartezeit. Und wenn irgendwelche Probleme auftauchen, ist es immer gleich die Apokalypse, die sich da anzubahnen scheint: der atomare Supergau, die totale Klimakatastrophe, Aids, das Sterben der Tierarten. Die Schwere, Ernsthaftigkeit erfasst auch die Jugend, die in dieser Zeit sehr stark politisiert ist, demonstrieren geht wie lange nicht mehr. Aber was hört die Masse? ZDF-Hitparade und Neue Deutsche Welle. „Ich will Spaß, ich will Spaß.“ Schluss mit der sorgenvollen Schwere. Ein Reflex, ein Protest. Wie Popart.

Die 1990er: Die Gesellschaft ist ja so modern, Tabus gib?s kaum noch. „Wir können über alles reden“ – und tun das auch unentwegt, aufgeklärt, vermeintlich aufklärerisch. Und dann kommt Techno, redet eben gar nicht mehr. Elektronisch treibende Rhythmik, zappelnde Körper, lächelnde Gesichter, und inmitten der ganzen Probleme nach der Wiedervereinigung – Arbeitslosigkeit, Aufkeimen der rechten Szene – gilt für die Techno-Jugend nur noch diese eine Botschaft: Lasst uns zusammen feiern, in Frieden, wir gehören doch alle zusammen.

Und heute wirbt eine Bausparkasse mit einem herrlich ironischen Spot: Lena und ihr Vater sitzen vor ihrem Wohnwagen inmitten einer alternativen Wagenburg. Lena: „Ich kenn da ein Mädchen aus meiner Klasse, und der Vater von der, der hat ein eigenes Haus, wo jeder sein eigenes Zimmer hat? „Das sind doch Spießer“, antwortet der 40-jährige Vater. Lena hakt nach: „Und der Bernd hat eine Wohnung auf dem Dach, von wo aus man die ganze Stadt sehen kann.“ Der Vater mürrisch: „Auch Spießer.“ Darauf Lena: „Papa, wenn ich groß bin, dann will ich auch mal Spießer werden.“ Da vollzieht sich offenbar ein Mentalitätswechsel hin zu konservativen Werten. Die Soziolog*innen jedenfalls warnen schon, dass die derzeit stattfindende Anpassung der Jugend an die Lebensrealitäten und damit das fehlende Revoluzzertum zu einem Versiegen erneuernder Ideen führen könnte, die die früher aufrührerische Jugend doch immer mit sich gebracht habe.

Sie meinen diese ergrauten oder Midlifecrisisgeschüttelten Herren die sich - фото 7

Sie meinen diese ergrauten oder Midlifecrisis-geschüttelten Herren, die sich abstrampeln, staatliche Fördergelder für inhaltlich sinnlose Projekte zu bekommen und bei Demonstrationen und anderen zivilgesellschaftlichen Protestaktionen meist fehlen, um anschließend die Jugendlichen zu kritisieren, dass sie sich nicht genug engagieren? Diese Werbung richtet sich natürlich nicht an die Jugendlichen selbst, sondern an die Eltern, die ja den Bausparvertrag für ihre Kinder abschließen sollen und ihren eigenen Anti-Spießer-Faktor meist gnadenlos überschätzen, weil sie sich in ihr eigenes jugendlich-rebellisches Selbstbild verliebt haben, obwohl dies mit der Realität nichts mehr zu tun hat. Die Jugend hat sich im Grunde immer nach einem Idyll gesehnt. Nehmen Sie die Hippies: Was gibt es denn Idyllischeres als deren Vorstellung von einem Leben in Frieden und Harmonie im Einklang mit der Natur, womöglich noch als Selbstversorger? Dass das klassische Familienmodell wieder mehr Konjunktur hat, liegt nicht zuletzt daran, dass sehr viele in anderen Lebensbereichen das nicht mehr erleben: Idyllisches Familiendasein als Rückzugsort gegenüber den Zumutungen und Unsicherheiten der Welt draußen. Eigentlich für ehemalige DDR-Bürger*innen nichts Neues, nur jetzt bundesweit.

Also stimmt es doch: Die Jugend wird konservativer, versprüht weniger umstürzlerischen Geist, ist unpolitischer?

Im wirklichen Leben gingen damals nur 3 bis 5 % der Studierenden demonstrierend auf die Straße, weniger als davor und weniger als heute .

Zunächst einmal: Wenn wir mal zum Vergleich die berühmten „Achtundsechziger“ des Westens nehmen, die nachfolgenden Generationen bis heute als leuchtendes Vorbild vorgehalten werden: Scheinbar eine ganze Generation auf den Barrikaden, politisiert und engagiert, Aktivisten einer politischen, sexuellen und kulturellen Revolution. Im wirklichen Leben gingen damals nur 3 bis 5 % der Studierenden demonstrierend auf die Straße, weniger als davor und weniger als heute. Die beliebtesten Musiker dieser Zeit bei Jugendlichen waren laut den Verkaufscharts auch nicht Jimmy Hendrix, Grateful Dead oder die Doors, sondern Heintje und Roy Black. Die positive Nachricht: Wenige engagierte Menschen können viel erreichen, Minderheiten können die ganze Gesellschaft verändern, wenn sie den Zeitgeist treffen. Und: Schon in den vergangenen Jahrzehnten hatten wir vor allem durch 9/11, den ersten Golfkrieg und die rechtsextreme Gewalt Millionen Jugendlicher demonstrierend auf den Straßen – so viele wie nie zuvor. Schüler*innen und Studierende haben gemeinsam Universitäten besetzt, um auf die miserable Bildungspolitik hinzuweisen. Nur: Das alles hat die Erwachsenengesellschaft nicht interessiert. Sie war nicht bereit für Änderungen – schon gar nicht, wenn diese von jungen Leuten gefordert wurden. Das hat sich erst mit den Fridays for Future geändert.

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