Aino Trosell - Eine grenzenlose Liebe

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Dies ist ein beindruckender Roman, in dem Aino Trosell das Schicksal ihrer Vorfahren aus der Sicht der Frauen erzählt. Eben war ihre eigene Tochter noch ein Kind und schon ist sie Erwachsen. Ihr steht die Welt offen. Doch ihren Vorfahren erging es anders. So zum Beispiel der Großmutter von Aino Trosell, welche sich als Magd bis zur Selbstverleugnung unterordnen musste. Oder Trosells Mutter, die einen Mann heiratete, den sie nicht liebte.Eine Familiengeschichte voll mit bewegender Frauenleben.Die schwedische Schriftstellerin Aino Trosell (geb. 1949) hat seit 1978 mehr als 15 Bücher in verschieden Genres geschrieben. Wohl am bekanntesten ist sie wegen ihrer Kriminalreihe um Siv Dahlin, welche sich immer und immer wieder in unbequeme Situationen um Verbrechen verwickelt.In ihren Romanen stellt Aino Trosell auf gesellschaftskritischer Weise die soziale Realität dar.Im Jahr 2000 hat sie mit ihrem Roman «Solange das Herz noch schlägt» den schwedischen Krimipreis gewonnen."Ein Buch, das man durchfliegt, um dann wieder an den Anfang zurückzukehren und es Seite für Seite aufs Neue zu genießen." – Smålandsposten"Es gibt Bücher, und es gibt Leseerlebnisse. EINE GRENZENLOSE LIEBE ist letzteres." – Folksbladet Norrköping-

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Ja, Edit war Dienstmagd in Idbäck, und nun sollte offenbar eine weitere Magd exportiert werden. Malung war besser als Sysslebäck, das besser als Trysil war.

Ein Atelierfoto zeigt meine Mutter, drei Jahre alt, sie steht neben ihrer sitzenden Großmutter, der Mutter ihres Vaters. Die Großmutter hält Mamas Hand mit festem Griff. Das kleine Mädchen hat ganz liebe Augen, der Blick der Großmutter ist hart und unergründlich. Dieser Griff, dieser feste Griff über die Generationen. An diesem Bild von Großmutter Ingegerd ist etwas Erschreckendes – ihr Regiment im ehelichen Bett.

Mamas Hochzeitsfoto von 1941 – wie konnte ich eine so hübsche Mutter haben? Wir sind uns überhaupt nicht ähnlich, sie war dunkel und wunderschön, hatte ein aristokratisches Profil und prachtvolles Haar.

Auf dem letzten Foto von ihr ist sie vielleicht fünfundvierzig Jahre alt, aber wirkt bedeutend älter, eher wie fünfundfünfzig oder sechzig, obwohl sie das nie werden sollte.

Zu guter Letzt schließlich das Nachlassverzeichnis: 54 Kronen auf einem Postsparbuch und mehr als viertausend Kronen private Schulden, darüber hinaus noch unbezahlte Rechnungen. Sie dreht sich im Grabe um, weil ich das jetzt schreibe.

Hier in den Grenzgebieten hat uns immer mehr verbunden als getrennt. Die Obrigkeit war weit weg, und die Bande über die Grenze sind uralt. Es war näher nach Norwegen als nach Karlstad oder Falun, ganz zu schweigen von Stockholm, das eine völlig andere Welt war.

Ich hatte der weiblichen Linie meiner Abstammung ständig entkommen wollen, diesem peinlichen Rinnsal westwärts und nordwärts. Aber die Schriftstellerei hat mich dorthin zurückgezwungen. Mir wurde nicht gestattet wegzulaufen, ich durfte diesen Rucksack nicht abwerfen, durfte nicht vergessen, obwohl ich es wollte.

Ich dachte, dass Zeit vergehen müsste.

Zeit ist vergangen. Aber anstatt dass die Bilder blasser werden, treten sie immer deutlicher hervor, völlig zerschlagen wache ich nach Nächten auf, die angefüllt sind mit Schicksalen und Träumen.

Nun also soll all das aus mir heraus. Damit endlich Ruhe einkehrt.

Diese Scham, sie handelt doch in erster Linie von Sex. Der schließlich allerorten beschrieben, besungen, verleumdet wird, sofern man ihn nicht ganz verschweigt. Als sei er eine Kraft unabhängig von der Erde, aus der sie kommt. Übrigens Erde, wohl eher Wüste. Oder ständiger Permafrost.

Die meisten Schilderungen sind gänzlich verlogen, Scham und Pein dürfen nicht einmal erwähnt werden. Und auch Verlangen darf man nicht zeigen, außer man ist verliebt, und alles Animalische ist Sache der harten Kerle, also der Männer. Die hingegen dürfen nicht weich sein, dürfen auch nicht eine halbe Sekunde zögern, falls sich Chancen bieten. Unsereins soll ständig willig, aber nicht billig sein – welch verrücktes Paradox!

Kaum eine Generation ist es her, dass jede erotische Begegnung auch eine Möglichkeit der Befruchtung bedeutete. Bevor es eine Mütter- oder Geburtenberatung gab, die den Namen überhaupt verdiente, war Selbiges immer mit einer potentiellen Todesdrohung verbunden, nicht gerechnet all jene Bedrohungen, die rein gesellschaftlich auf einen warteten, falls man keinen akzeptablen Familienstand vorwies. Gewaltige Konsequenzen für einen kleinen Fehltritt, oder mit einem modernen Terminus ausgedrückt, für das Bejahen seiner Bedürfnisse.

Zu allen Zeiten hat es diese Angst gegeben. Hat die keine Spuren bei uns hinterlassen? Hat sie uns nicht geprägt bis in den letzten Winkel unserer Seele und damit auch die Erbmasse selbst?

Jene keimende Kraft, die man umgehend mit dem universellen Begriff Hureniederknüppelt. Jene unbändige Kraft, die sofort mit ihrem Auftreten unrein wird, die gelöst wird von dem Ganzen, dessen Teil sie ist, vom Gefühl. Der Schmutz, der in die Maschinerie geworfen werden muss, damit Kontrolle möglich ist. In vielerlei Hinsicht waren es obendrein die Frauen, die den Ton angaben.

Diese Kontrolle war durchaus vernünftig, besonders, wenn die wirtschaftliche Lage schwierig war. Wer sollte die Folgen der Erotik versorgen – ich nicht, na, ich ganz bestimmt auch nicht –, und ein Mensch braucht schließlich beide Eltern, wenn es um die Existenz geht. Dieses Huren-Wort stellte die wichtigste Bastion gegen das Unglück der Kinder dar.

Die Verantwortungslosigkeit war eine Hure, war eine Frau, die aus ihren Begrenzungen hinausgelassen war, man durfte nicht ohne Grenzen sein. Wo fand die Feldschlacht statt, wo schwoll es, wo schmerzte es, wo galt es das Eindringen ins Territorium abzuwehren?

Das Schlachtfeld erstreckte sich vom oberen Rand des Busens über tausendjährige Gefilde abwärts bis kurz übers Knie, dazwischen lagen die heißesten Zonen.

Es galt, sich zu verhüllen, sich zu schützen und die Grenzlinien der Bekleidung zu wahren, in jeder Lage rein strategisch zu denken, wenn man überleben wollte.

Es gab keine Herren, denen wir aus dem Nachhinein die Schuld zuschieben könnten, nein, höchstens ein paar Bauern, die etwas besser gestellt waren als andere, das war alles. Hart geurteilt wurde trotzdem.

Wo war euer Stolz, euer Aufbegehren, ihr Frauen, die ihr uns vorangegangen seid? Verstohlen das Gemurmel im grauen Tageslicht von blaugeschlagenen Erinnerungen. Wir waren doch so wenige, und natürlich war es hart, verzeiht uns, wir hatten nicht viel, auf das wir stolz sein konnten.

Ich nicke, natürlich, eher schon auf der Vaterseite, Gewerkschaftskämpfe und Krieg, die Schufterei in Wald und Fabrik – freie Samstage und Fernsehtechnik, davon ließ sich berichten!

Aber unter den geöffneten Häkchen der Nächte tritt das Frauenfleisch über alle Ufer, zischelt mir, winselt mir zu, schreit mir direkt ins Gesicht – rette uns, denn man hat uns gänzlich weggedrängt, welch furchtbares Gefühl! Und du weißt es!

Weiß ich es?

Diese Geschichte hier hat keinen Spiegel, keine Karte und keinen Boden. Etwas quillt herauf. Ich weiß nicht, was es ist, aber es hat mich geformt. Und es formt auch dich.

Es waren nur ein paar unwissende und verzagte Frauen, doch sie hatten Träume. Nur waren diese Träume ebenfalls verstohlen, verzagt und mit Scham belegt.

Meine Großmutter mütterlicherseits heiratete 1905. Das weißt du nicht. Du weißt fast gar nichts über unsere Geschichte. Sie heiratete, als man die Union zwischen Norwegen und Schweden auflöste. Für sie war es genau umgekehrt, sie ging eine lebenslange Union mit Schweden, mit Sysslebäck und Per ein – Liebe aber war es nicht, so viel steht fest.

Deine Großmutter war tot, als du geboren wurdest. Deinen Großvater hingegen hast du kennen gelernt, das ließ sich einfacher machen, und du fandest ihn nett.

Wie kam es nun zu dem, was gekommen ist?

Die Sache ist schwierig.

Früher saß man abends beisammen und wartete auf das Herannahen der Geschichten. Draußen vor dem Fenster dämmerte es, und wenn man kein Licht anzündete, war das ein Zeichen – die Geschichten waren im Anzug.

Jetzt gibt es diese Momente nicht mehr, fast nie mehr. Die Jugend versteht nicht, wird ungeduldig, schaltet irgendwelche Elektronik ein, ja doch, das über diesen Granitstein vom Trysilfjell haben wir doch schon gehört, mehrfach sogar, ist doch nichts Besonderes, können wir vielleicht vom Tisch aufstehen?

Ja, sicher. Ein einfacher Granitstein, ich sehe es jetzt. Dabei hatte ich ihn doch für magisch gehalten mit seiner Bleistiftschrift auf der Rückseite – »vom Trysilfjell, Juni 1906« – ein Erbteil der Sehnsucht.

Ein einfacher Granitstein, den Stina mit Goldfarbe bestrichen hat.

Es sind ja keine Lebenden mehr da, keine Augenzeugen, die mir auf die Finger klopfen und mich der Unrichtigkeit bezichtigen können. Dennoch bin ich beunruhigt. Ich will, dass es stimmt. Ich schreibe fürs Leben. Ich erschaffe einen Hintergrund, und es wühlt mich auf, diese Verantwortung zu spüren. Aber du verstehst ja, dass alles Dichtung ist, auch wenn es die Ereignisse selbst gegeben hat, ich schreibe über mich, das weißt du genau. Jedes Buch, das ich verfasst habe, zeigt nur verschiedene Seiten meiner selbst, und deshalb ist es mir auch nicht möglich, eins davon als das beste zu bezeichnen oder mit einem anderen unzufrieden zu sein, es geht einfach nicht. Es wäre so, als würde man seine Kinder benoten, man hat eine gemeinsame Beziehung, hat gemeinsame Erinnerungen und eine gemeinsame Geschichte, man ist abhängig, egal, wie es auch sein mag.

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