Rupert van Gerven - Die Zeit ohne uns

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Aaron, Jude, Dekorateur beim KaDeWe, und Herbert, Kommunist und Schriftsteller, lernen sich 1927 in Berlin kennen. Ab 1933 sind die beiden Repressalien ausgesetzt und für die Liebenden beginnt eine schreckliche Zeit, die sie zwar überleben werden, aber Konzentrationslager und Zuchthaus hinterlassen nicht nur auf dem Körper tiefe Narben.
Rupert van Gervens Debütroman ist eine Zeitreise von den goldenen 1920er bis zu den 1950er Jahren des Wirtschaftswunders. Gleichzeitig ist es die Geschichte der homosexuellen Liebe, die durch politische und gesellschaftliche Ideologien gefeiert, gequält und bestraft wird.

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»Ich weiß nicht, ob ich das möchte.«

Der Bus kommt, die Zeit drängt, Herbert steigt ein. Aaron steht regungslos auf dem Bürgersteig, schaut dem Bus hinterher.

Haltestelle Lietzenburger. Herbert steigt aus. Die Luft ist warm, für Verliebte geeignet, um sich an einem schönen Platz auf einer Parkbank aneinander zu kuscheln und von einer aufregenden Zukunft zu träumen, das Drumherum zu vergessen.

Seit Stunden läuft er ziellos durch die dunklen Straßen. Gaslampen säumen die Gehsteige, schenken gelbes Licht, werden zu Scheinwerfern, doch er spielt in keinem Film eine Rolle. Das Geschehene spukt in seinem Kopf, sodass er keinen klaren Gedanken fassen kann. So viel er auch hin und her überlegt, er kommt zu keinem Entschluss. Wie denn auch, er hat ja seinen Kopf verloren, an einen liebenswert-verrückten Kerl, den er vor einigen Tagen noch gar nicht kannte. Und jetzt springt er ihm in seinem blöden Hirn herum. Ich muss ihn einfach aus meinem bedepperten Kopf verstoßen, denkt er. Was ist schon groß passiert? Er ist dabei, sich zu verlieben, so heftig wie nie zuvor. Ein Gefühl wächst in ihm, das er nur vom Hörensagen kennt. Er hat in Romanen davon gelesen, doch war dort alles viel romantischer und von Prostitution war in den Büchern keine Rede. Auf dem Boot vibrierte sein verschwitzter Körper von der Fußsohle bis zur Haarspitze, sein Puls raste. Der schöne Mann reagierte auf sein Verlangen. Herbert ist sich sicher, früher oder später hätte er sich ihm hingegeben, mit Haut und Haaren. Tränen laufen über seine Wangen, er fühlt sich betrogen. Die von der Partei sprechen davon, dass Frauen gezwungen werden, sich zu prostituieren, um protzende Kapitalisten zu befriedigen, außerdem wird ihnen das wenige Geld auch noch von gewalttätigen Zuhältern abgenommen. Und Aaron macht das sogar freiwillig, ist vielleicht mit Spaß bei der Sache, ihm ist alles zuzutrauen, und das aus niederen Bewegungsgründen heraus.

Es ist drei Uhr nachts, als Herbert endlich in seinem Bett liegt. Bin ich eigentlich viel besser?, fragt er sich. Ich bin Kommunist und wohne bei meiner Tante, einer höheren Beamtenwitwe, die mich finanziell unterstützt und einkleidet, zusätzlich kommt auch noch monatlich Vatis Scheck dazu. Ein toller Kommunist bin ich. Er findet keinen Schlaf, wälzt sich hin und her. In seinem dunklen Zimmer springen ihm alte, dicke Männer ins Gesicht, machen sich über Aaron her, dieser lässt so manches über sich ergehen. Weder das Schließen der Augen noch das Anknipsen seiner Nachttischlampe können die Bilder verdrängen, er fühlt sich ausgeliefert. Der Morgen graut, die Vorstellungen der Nacht sind noch immer in Herberts Kopf, er will sie loswerden, sie weigern sich, zu verschwinden, schlimmer noch, sie scheinen ihn auszulachen, seine Augenlider erschweren sich ... Bohnenkaffeeduft weckt ihn.

Tante Klara pfeift in der Küche nach einer Melodie, die aus einem knarzenden Radio erklingt, der Dackel kläfft, gewöhnliche Töne um Herbert, der heute im Bett bleiben möchte, sich am liebsten besaufen würde. Sie ruft ihn aus seinem warmen Bett. Natürlich hat sie schon frische Schrippen gekauft, den Hund an seinem Stammbaum das große oder auch kleine Geschäft verrichten lassen. Herbert hält sich die Ohren zu. Sie kann ohne Punkt und Komma reden. Er schiebt endlich die Bettdecke beiseite, quält sich aus dem Bett, er will die Träume der Nacht vergessen. Und obgleich ihn seine Tante mit ihrer guten Laune verrückt macht, hilft sie ihm, für einen Moment nicht denken zu müssen.

»Guten Morgen, Tantchen«, grunzt er misslaunig. Schrippen sind mit Butter bestrichen und mit Marmelade bekleckst, Kaffee wird eingeschenkt, Sahne dazugetan. »Tantchen, du sollst das doch nicht machen, außerdem muss ich gleich zur Vorlesung, bin eh schon spät dran.«

Beine gehen Wege, die bekannt sind, das Herz schlägt bis zum Hals.

Seit zwei Jahren lebt er nun schon in dieser verrückten Stadt, wie lange hat er davon geträumt, jemandem so nah zu sein wie gestern, um dann alle Ängste über den Haufen werfen zu können? Blumen? Nein, das ist nun wirklich zu kitschig. Wittenbergplatz. Die Vorlesung läuft auch ohne ihn. Ich vergesse einfach, dass er sich verkauft, tue so, als hätte ich es nie gehört. Komme angelaufen wie ein räudiger kleiner Köter mit heraushängender Zunge, laufe ihm hinterher. Gedanken springen, bringen Unordnung in seinen ansonsten so geordneten Kopf, aber was macht es schon? Es ist sowieso alles durcheinander, Mitglied der DKP, er, der Sohn eines Dorfschullehrers. Landei, nie weiter als bis zum Horizont geschaut, keine Fragen gestellt. In Berlin angefangen, sich umzuschauen, staunend diese pulsierende Stadt in sich aufgenommen. Von Thälmann gehört, seinen Berlinbesuch herbeisehnend, vom Roten Sprachrohr gelesen. Kommunist mit Leib und Seele geworden. Parolen geschrien, sich nicht zu schade gewesen, in Armenküchen Suppe auszuteilen. Bei einem kommunistischen Blatt ein Volontariat gemacht.

Herbert steht vor dem KaDeWe. Hier und jetzt kann er entscheiden, wie es weitergehen soll, denn er weiß nur zu genau, dass er Aaron nicht mit seinen Moralvorstellungen ändern kann. Hin und her gezogen fühlt er sich, er hat den Kopf verloren, kann, will ohne diesen verrückten, zärtlichen, schönen Mann nicht mehr sein, auch wenn es bedeutetet, dass er sich verkauft. Er betritt den Luxusladen zum zweiten Mal und will es den Kunden gleichtun, versucht, das Flanieren zu kopieren, möchte unauffällig wirken, einfach zur Masse gehören, nimmt Rolltreppen hoch und runter. Er sehnt sich Aaron so sehr herbei, er wird sich erklären. Was soll er erklären? Aaron ist nicht im Warenhaus. Jede Abteilung hat er detektivisch durchforstet, in Umkleidekabinen gelugt, noch nicht aus der Kabine geräumte Hosen gesehen, Hemden auf Bügeln. Wo kann er sein? Hat er frei, ist er kurz rausgegangen, um etwas zu besorgen? Quatsch, hier gibt es doch alles, aber zu welchem Preis? Herbert öffnet eine Tür. »Nur für Personal« steht in großen Lettern auf einer grauen Feuerschutztür. Das Treppenhaus offenbart sich, weiße Pfeile auf grünem Hintergrund zeigen sowohl nach unten als auch nach oben. Lagerräume sind immer im Keller. Es ist kaum auszuhalten. Ich werde Aaron finden. Verraucht ist die Wut, Verzweiflung gewichen. Hochmut kommt vor dem Fall. Nicht enden wollende Gänge, einem Labyrinth ähnlichen Geflecht fühlt er sich ausgeliefert. »Dekoration« steht über einer breiten Tür. Herbert legt seine Hand auf die Klinke, die Tür lässt sich schwer öffnen, er muss sich dagegenstemmen. Der Schlager »In einer kleinen Konditorei, da saßen wir zwei bei Kuchen und Tee« ertönt vom Grammophon, dringt durch den Türspalt, kitzelt im Ohr.

Ein riesiger Tisch mitten im Raum, Regale bis zur Decke, gefüllt mit Stoffballen, Preistafeln lehnen an grober Wand. Die Schaufensterpuppen nackt, hinten links Schneemänner, Osterhasen, Weihnachtsmänner, Rehkitze hinten rechts. Ist hier also sein Reich? Ein großer, bunter Raum, gerade richtig für einen verrückten Jungen.

Schöner Po, Hände stützen auf diesem Tisch den Oberkörper ab, Kopf geneigt mit Blick auf Zeichnungen. Zigarette hinter das rechte Ohr geklemmt, hinter dem anderen Ohr steckt ein Bleistift.

»Aaron!«

Schweigen. Der Hals ist zu porös, um klare Töne wohlklingend auszusprechen. Der schlanke Körper richtet sich auf und wendet sich um. Schönheit macht das Lager zum Salon.

»Mein Herz, du? Ich dachte nicht ...«

Sie laufen aufeinander zu, Herbert hebt Aaron hoch, wirbelt mit ihm durch das Lager, lässt ihn hinunter. Küsse, so viele, dass sie nicht zu zählen sind. Aaron dreht sich aus Herberts Umarmung, um die schwere Tür abzuschließen.

»Ich hab die ganze Zeit an dich denken müssen. Vor noch nicht allzu langer Zeit konnte ich mir nicht einmal eingestehen, dass ich je einen Mann wirklich mit allen Konsequenzen lieben könnte.«

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