Julia Rothenburg - Mond über Beton

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Zwölf Etagen Stahl umarmen das Kottbusser Tor, wo das Herz aus Beton seit Anfang der Siebziger in unruhigem Takt schlägt. Gefährlich sei der Kotti, schreibt die Presse, ein sozialer Brennpunkt, Drogenumschlagplatz. Hier, im Gebäuderiegel Neues Zentrum Kreuzberg, leben Mutlu, Barış, Aylin, Stanca, Marianne und Günther. Ihre Geschichten, eine Chronik persönlicher Schicksalsschläge, sind eng verwoben mit dem Leben des Viertels. Als Stanca eines Nachts einen schrecklichen Fund macht und Mutlus Söhne ins Drogenmilieu abzurutschen drohen, bildet sich eine Bürgerwehr. Unbemerkt bleibt dabei eine ganz andere, allumfassende Gefahr, die im Verborgenen an einem eigenen Ende schreibt.
Julia Rothenburg erschafft empathische Porträts ihrer Figuren, die jede für sich um eine selbstbestimmte Existenz kämpfen. Ein Bild urbaner Vielstimmigkeit entsteht, das auf Risse hinweist, die einzelne Leben und eine ganze Gemeinschaft auseinanderbrechen lassen können.

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Total bekloppt, sagt das Mädchen. Wehe, du machst das noch mal. Dann setzt es was, kapiert.

Ja, Mam, sagt Ario. Klingt schon besser, die Stimme so. Betrunken ist er nicht.

Sie will gehen. Das Schwanken wird weniger, jetzt, wo er sitzt. Stabilere Welt, Welt aus Beton, Eisen, Engel.

Hast du ne Aspirin?

Das Mädchen zieht die Augenbrauen hoch, glaubt er zumindest, er blickt ja gegen das Licht, sieht ihr Gesicht nur als dunkle Fläche, mit den schwarzen Haaren zusammen, ein sich bewegender Schatten.

Bist du krank, sagt sie.

Glaub schon, sagt Ario.

Ich hab keine Zeit für son Scheiß, sagt sie. Wollte nur sagen: Das mit der Flasche, das ist echt assi.

Tauben nennt man auch Ratten der Lüfte, sagt Ario.

Ist mir egal, sagt das Mädchen und geht.

He, ruft er. Was ist mit der Aspirin?

Über ihm rattert die U-Bahn, und Ario versteht nicht, wieso manche das häufiger machen, unter S- oder U-Bahn-Brücken schlafen. Kann einem doch nur auf den Keks gehen dieses Geratter. Ungerührt gurren die Tauben. Heute Abend pennt er bei Wolfgang. Der schuldet ihm was.

* * *

Onkel Mutlu ist schon zu Hause. Sitzt auf dem Sofa im Wohnzimmer, die Wände viel zu eng für ihn. Aber der ist das gewohnt, sitzt immer still, seit Jahren schon. Sitzt dort, und der Fernseher plappert vor sich hin, und Onkel Mutlu spuckt Sonnenblumenkernschalen in eine Schüssel. Er nickt ihr zu, als sie hereinkommt.

Du siehst müde aus, amca, sagt Aylin.

Setz dich kurz zu mir, sagt Mutlu.

Das Essen wird kalt, sagt Aylin.

Onkel Mutlu schiebt die Schale von sich, steht auf, breitbeinig, natürlich, die Hände auf den Hüften. Im Laden, zwischen all dem Gemüse, fällt gar nicht auf, wie groß er ist.

Ich mach’s schnell fertig, sagt Aylin.

Onkel Mutlu nickt wieder.

In der Küche kann sie selbst mit geschlossenen Augen alles aus den Schränken holen. Barış, brüllt sie, und es rumpelt im Nebenzimmer. Die leise Musik verstummt. Bemerkt man erst, dieses ständige Gedudel aus seinem Zimmer, wenn das aufhört. Und dabei sind die Wände hier ja schon aus Stahlbeton. Das Beste, was so ein Haus zu bieten hat, wie Onkel Mutlu ihr mal erklärt hat, ewig her ist das. Da waren ihre Eltern noch hier, ihr Vater noch dick, ihre Mutter noch nicht so verbiestert, und Barış war noch der kleine Pups, den er jetzt mit diesem Flusenbart zu leugnen versucht.

Aylin holt die Styroporpackungen aus der Tüte, zieht sie auseinander und schaufelt alles in Schüsseln, stopft das Plastikzeug ganz weit nach unten in den Mülleimer.

Wo ist Burak?, fragt Mutlu aus dem Esszimmer, seine Stimme ist immer so laut, die dringt durch die Wände, als wären sie nicht da, als wäre das doch kein Stahlbeton.

Barış, wo ist dein Bruder, antworte mir!

Weiß ich doch nicht, sagt Barış, lässt sich auf den Stuhl fallen, nimmt den Teller, den Aylin ihm hinstellt. Wieder asiatisch. Keiner sagt was.

Barış fängt schon an zu schlingen. Etwas rote Soße spritzt auf sein weißes Muskelshirt.

Du stinkst, sagt Aylin. Benutz wenigstens nicht dieses Prolldeo.

Mhm, sagt Barış, also eigentlich sagt er es nicht, ist eher so ein Röhren, das aus ihm rauskommt, zusammen mit kleinen Stückchen Frühlingsrolle.

Barış, wir warten mit dem Essen, bis dein Bruder –, sagt Mutlu.

Burak kommt, gerade als sie auch ihm Frühlingsrollen auf den Teller gelegt hat. Lässt sich auf den Stuhl fallen, genau wie Barış vorhin, dieselbe Bewegung. Da sieht man eben doch, dass sie Brüder sind.

Und jetzt legt los, ich hab nicht viel Zeit, sagt Aylin.

Sie schaut den Jungs zu, während sie essen. Im Essen sind sie gleich. Wie sie Gabel für Gabel hineinschlingen in die großen Münder. Sie muss dringend Dilek anrufen, ob sie morgen Poğaça abholen kann. Sie hat keine Zeit, welche zu machen. Und auch keine Lust.

Ich hab jetzt Schicht, sagt sie. Onkel Mutlu nickt, die Cousins schauen wie hypnotisiert auf ihre Handys. Burak spielt Candy Crush, Barış tippt nur irgendwie herum.

Der Onkel sagt nichts dazu. Nur alle paar Tage murmelt er: Was bin ich gestraft mit diesen Kindern.

Das ist die Jugend, amca. Total verblödet.

Burak schaut auf und verdreht die Augen, und Barış hat schon wieder ein YouTube-Video laufen.

Wenn ihre Mutter das sehen würde, sagt Mutlu.

Es gibt noch mehr Frühlingsrollen, sagt Aylin. Sind im Kühlschrank, für später. Bin dann kurz oben.

Beim Hinausgehen schaut sie auf die Uhr. Zehn Minuten, bis die Schicht anfängt. Das reicht, um das Kopftuch loszuwerden, und vielleicht die Schminke.

Hast du auch die Einladung bekommen, fragt Mutlu, sie hört die Stimme, als stünde er neben ihr. Und da steht er plötzlich tatsächlich. Sie tritt einen Schritt vom Spiegel weg. Aus den Augenwinkeln sieht sie, dass ihr Kopftuch verrutscht ist.

Sie hat jetzt keine Zeit, mit ihm zu streiten. Er streitet ja eh nicht gerne. Meistens wird er gleich wütend und rennt dann aus dem Zimmer.

Du kommst doch, sagt Mutlu.

Aylin zuckt irgendwie die Schultern und gibt ihm einen Kuss auf die Wange. Bis später.

Das Klacken der Tür hallt im Treppenhaus.

Bis zu ihrer Wohnung ist es nur ein Stockwerk, und sie schaltet das Licht nicht an. Durch die Fenster blinkt der Kotti in all seinen Farben, bunte Lichter auch auf dem Gangboden.

Unten fällt die Haustür ins Schloss, und sie hört Günthers schweren Schritt, Schnaufen auf den Treppenabsätzen.

Ein Glück ist sie schon an ihrer Tür, dreht schnell den Schlüssel, nicht dass der gleich hier oben ankommt und sie wieder so blöd anglotzt.

Sie wirft den Schlüssel auf die Kommode, direkt neben die Ankündigung, die Marianne ihr heute in den Briefkasten gesteckt hat. Schon die zweite dieses Jahr. Einladung zur Bürgerversammlung. Mit schnellen Schritten geht sie ins Bad, das Licht der nackten Glühbirne flimmert. Aber für einen Lampenschirm hat sie weder Zeit noch Geld. Aylin nimmt das Kopftuch ab, schüttelt die Haare.

Selbst hier oben glaubt sie Barış’ dämliche YouTube-Musik zu hören.

Auch ich hatte Eltern. Auch ich wurde geboren in diese Welt, die einen Abdruck auf einem hinterlässt, in der Sekunde, in der man die Augen öffnet. Und auch, wenn man sie nicht öffnet.

Man muss ordentlich schneiden, sonst reißt das Zeitungspapier. Das ist ja nicht gut, immer schlechter geworden in all den Jahren, selbst die Kreuzberger Kiezzeitungen damals waren besser als die Zeitungen jetzt. Das ist zumindest ihr Eindruck, wenn sie das Blatt zwischen die Hände nimmt. Früher war das dicker, das hätte man als Klopapier benutzen können. Hat man ja auch.

Vielleicht haben sich auch einfach ihre Finger verändert. Das Gefühl für das Dicke, für das Dünne. Sie muss mal Günther fragen, was er dazu denkt. Liest doch Zeitung, seit sie ihn kennt. Oder tut zumindest so. Schon länger hat sie ihn im Verdacht, dass er nur die Werbung anschaut. Drauf reinfallen tut er ja auch. Wie er sich neulich diese goldfarbene Uhr gekauft hat. Dabei haben sie ja nun wirklich kein Geld zum Rauswerfen. Schön, wenn es ihn glücklich macht. Wenn er denkt, dass er so irgendwen beeindrucken kann, seinen Minigolfverein oder am Ende noch Birgit, diese Dampfschratel. Aber ihr kann man nicht so leicht etwas vormachen. Gab’s im Sonderangebot bei Karstadt, ja ja. Die Werbung hatte sie auch gesehen, war eine ganzseitige Anzeige.

Wenn die Zeitung so ausfranst, an den Rändern so einreißt wie jetzt, dann kann man sie nicht gut archivieren. Aber was soll man machen. Und es gibt ja jetzt auch Internet. Ein Laminiergerät, laminieren für die Nachwelt, das wäre mal eine Investition, die das Stadtteilmuseum voranbringen würde. Aber sie haben kein Geld übrig für so was, und überhaupt, wenn, dann müsste sie sich drum kümmern, sonst macht es keiner.

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