Und Frau Nina Zeni erwog eifrig alle Möglichkeiten, die für den fleissigen, einsamen Signore die sichere Gewähr ungestörter Ruhe gaben.
Endlich beschied sich Signora; denn in Nina Zenis Worten war Kraft der Überzeugung — na, und es lag doch auch nicht in der Absicht Richards, sich dem Glücke der runden Alten in den Weg zu stellen, der guten, dicken Frau, die so herzzerbrechend klagen konnte. Ja, es kam sogar eine heimliche Freude über Margheritas Seele. Wenn die Küche der Nina eine Weinschenke wurde, so wartete manchmal ein wenig Zerstreuung auf den Dichter, der wortkarg und sinnierend in den letzten Tagen oft launisch und unzufrieden gewesen war.
Während die Frauen so über den Wandel der Dinge redeten und planten, was geschehen solle, damit alles recht wohnlich und hübsch werde, erschien Beppino auf der Schwelle der Küchentür — wild, mit triefender Stirn und heissen Augen. Beppino vernahm, gröhlte sein jubelndes Einverständnis, sprang davon und holte den Maurer.
Wie ein Feuer flog die Kunde durch Santa Croce: Nina Zenis Haus wird eine Weinschenke!
Und Beppino kam wieder heim und trug einen Topf mit granatroter Ölfarbe in der Hand. Er schwang den Pinsel wie eine Siegesfackel und beschwor Signora Margherita bei der Schönheit des Heiligen von Santa Croce, mit ihm hinauszugehen unter die Feige zwischen den Mauern.
Da ging sie mit ihm und musste Zeuge sein, wie er mit der roten Farbe auf ein himmelblaues Schild schrieb: Vino buono.
Diese Inschrift hing er an einem Stab über der Türe des Hauses auf, so dass sie über der Mitte der Gasse schaukelte, legte einen Lorbeerzweig aus Giulio Margiottas Hecke darüber und versicherte mit einer Stimme, mit der er die schlafenden Heiligen des Himmels hätte wecken können: „Es ist schön, Signora! Herrliche Farben und eine schöne Schrift! Eh, Signora, hab’ ich nicht drei Jahre auf den Bänken der Schule von San Tomaso leiden müssen — und sollte das nicht einmal fertig bringen?“
Da trat auch Frau Nina Zeni in die Felsengasse und stand lange in tiefer Rührung vor dem Werk ihres klugen Beppino.
Dann ging sie zu dem Sindaco und leitete in die Wege, was geschehen musste, ehe sie einen roten Soldo von dem ersten Gaste empfangen durfte. Und sie erhob angesichts der Mühsal, die ihrer Stattlichkeit aus dem Beschreiten der steilen Gassen erwuchs, ein lautes Wehklagen und schalt die Härte der Gesetze, die selbst einer armen Witwe nicht ohne weiteres zugestanden, ihr Geld zu verdienen, wie sie mochte.
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