Rudolf Stratz - Und wenn die Welt voll Teufel wär

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Ein spannender historischer Roman, der die Zeit zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Beginn der Weimarer Republik unterhaltsam einfängt!Als Bruno Lotheisen im November 1918 aus russischer Gefangenschaft nach Berlin zurückkehrt und sich voller Freude auf den Weg zu seiner Frau und Tochter macht, erfährt er, dass er inzwischen für tot erklärt wurde. Das Leben des jungen Mannes scheint aus den Fugen, als er nach und nach das durch den Krieg vollkommen veränderte Leben seiner Frau, die aufgeheizte politische Stimmung und die Unruhen der noch jungen Weimarer Republik zu begreifen versucht. -

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„Lonny! Warum . . .?“

„Ich habe auf der Brotkommission getobt. Einen Schlüssel für die Milch haben die Esel da gehabt, nur die Milch selber hatten sie nicht. So war es ja mit allem! . . . Der Obermensch da zuckte die Achseln: Ja, gnädige Frau, Sie sind nicht die einzige Mutter, die hier jammert. In den Hinterhäusern und Kellern sterben uns die Kinder wie die Fliegen, durch die Hungerblockade!“

„Lonny! Warum bist du nicht mit Evchen weg aus Berlin . . . an einen Ort, wo es besser damit war?“

„Das hätte ich ja auch tun sollen! Ich mache mir ja so grässliche Vorwürfel. Ich hab’ es nicht so ernst genommen . . . Verzeih’ mir! Verzeih’! Verzeih’! . . . Unser alter Hausarzt hat mich darin bestärkt! Der war selbst schon vertrottelt durch Unter-Ernährung, ohne es zu merken. Er hat gesagt: ,Das Kind ist zart, aber ganz gesund! Bleiben Sie ruhig hier! Denken Sie auch an sich!“

Sie weinte hell auf, fassungslos. Wie sie von ihrem toten Kinde sprach, war ihre Stimme selbst wie die eines klagenden, bangen Kindes.

„Ich habe zuviel an meine geistige Ausbildung gedacht, hier in Berlin. Es ist mir gegangen wie so vielen daheim. Der Krieg zitterte mir in den Nerven. Ich konnte den Stumpfsinn irgendeines Krähwinkels draussen nicht ertragen. Ich musste den Krieg hier in Berlin in mir erleben, mit gleichgesinnten Menschen um mich . . . Lieber in Berlin hungern und frieren . . . Nur Menschen um einen . . . Menschen, die einen verstanden . . . Nur nicht allein! Ich war ja schon so allein ohne dich!“

Lonny Lotheisen schluchzte in sich hinein.

„Das Evchen war ja auch ganz munter, wenn auch anfällig. Gott, es war so herzig geworden, Bruno! Du hättest deine helle Freude an ihr gehabt. Du glaubst nicht, wie es gewachsen war! Und so fabelhaft gescheit! Es konnte schon so niedlich an den Opfertagen unten auf der Strasse mit seinem kleinen Büchschen sammeln. Jeden Abend hat es für dich und für den Kaiser und alle seine Soldaten gebetet und dann noch einmal extra für alle Flieger und U-Boot-Leute! Da kam die Grippe! Es hatte keine Widerstandskraft. In drei Tagen war es vorbei.“

Die junge Frau biss weinend in ihr Taschentuch und straffte es zwischen den schmalen Fingern. Sie sprach nicht mehr. Sie lag erschöpft in seinem Arm. Suchte mit der freien Linken die seine. Sie sassen stumm Hand in Hand. Die Uhr an der Wand tickte. Langsam verging die Zeit. Bruno Lotheisen fühlte sein Weib an seiner Brust. Eine Wärme wehen Glücks durchströmte ihn: Da halte ich dich in noch einmal! Noch einmal legt unser totes Kind unsere Hände ineinander. Noch einmal bist du mein, in dieser fliegenden, vergänglichen Spanne Zeit . . .

Und langsam beschlich ihn eine berauschende, ungläubige Seligkeit. Zorn und Hoffnung. Kraftgefühl des feldgrauen Kriegers: Gegen die Männer der ganzen Welt habe ich draussen gekämpft. Warum nicht gegen einen einzelnen Mann daheim? Vielleicht ist es noch nicht zu spät! Gott im Himmel, steh’ mir bei! Vielleicht bin ich immer noch stärker als mein Nebenbuhler. Verdränge, ihn aus ihrem Herzen! Nicht mit Strenge — nicht mit Vorwürfen! Nein — nur mit Liebe! . . . mit Liebe . . . mit Liebe . . .

Leise, liebevoll, mit pochendem Herzen, so wie man einen scheuen Vogel fängt, ergriff er nun auch ihre andere Hand. Legte sie zwischen die seinen. Drückte sie, erst behutsam, dann mit aller Kraft seiner suchenden Seele. Sie rührte sich nicht. Sie liess es willenlos geschehen. Sie erwiderte den Druck nicht. Ihre Hand war glatt und kühl. Ein Zucken der Enttäuschung stach durch sein Herz. Er näherte sein Haupt dem ihren. Ganz dicht. Er hoffte, dass sie sprechen würde. Ihm ins Ohr. Wie in einer Beichte dieser letzten Wochen. Bor wenigen Wochen konnte sie jenen ja erst kennengelernt haben. Er wartete auf ihre Worte. Sie kamen nicht. Er entschloss sich. Er murmelte: „Lonny! Hast du mir nichts zu sagen?“

Und da er keine Antwort erhielt als ein Schluchzen, noch einmal:

„Lonny . . . Ich weiss es . . . Ich bin darauf gesfasst . . . Sprich dich aus . . . Es ist deine Pflicht gegen mich . . . Erleichtere dein Herz.“

Ihm schien es, als hätte sie seine Worte gar nicht gehört und begriffen. Ihre Seele war noch bei ihrem toten Töchterchen. Mit einer hastigen Bewegung machte sie sich aus seiner Umschlingung frei. Sprang auf. Hob das Haupt — Mutter — Witwe — nicht liebende Frau. Hob die schlanken Arme. Hob die nassen, glühenden Augen zum Himmel.

„Seit unser Evchen tot ist — seitdem hasse ich den Krieg! . . . Seitdem hasste ich ihn aus tiefster Seele, der dich mir genommen hatte und mein Kind und mich ganz einsam und elend gemacht. Seitdem bin ich ein anderer Mensch geworden, Bruno . . . Sehe die Welt mit anderen Augen an . . . Nur kein Krieg mehr . . . Kein Krieg . . . Es ist Wahnsinn . . . Kommt heim! Kommt alle heim, die ihr noch lebt . . . denkt an die Frauen . . . an die Kinder . . . Tötet nicht länger . . . Es heisst: Du sollst nicht töten!“

Bruno Lotheisen sass und sah stumm und bang auf die fremde junge Frau vor ihm. Wie eine Rachegöttin, wie eine zürnende, blonde Furie des Friedens stand sie da, in wilder Schönheit, mit geballten Fäusten, finster flammenden Augen, stürmender Brust. Sie keuchte es leidenschaftlich irgendwohin in die Nacht und Ferne hinaus, nach Europa, nach der ganzen blutenden Welt: „Macht ein Ende! Macht ein Ende!“

Er stand auf.

„Lonny: Also weil die Engländer unser Kind umbrachten . . .“

„Unser Engel wird davon nicht wieder lebendig, dass sich noch mehr Menschen töten! . . . Die Menschen sollen sich vertragen. Die Menschen sollen Brüder sein.“

Er schwieg. Dann begann er wieder: „Lonny, du klagst das Schicksal an. Aber das Schicksal gibt dir ja die Hälste dessen, was du verloren hast, wieder zurück. Ich bin wieder da.“

Lonny Lotheisen sah ihn an. Es war etwas Scheues in ihrem Blick. Aber sie legte ihre nasse, blasse Wange ohne Widerstreben an die seine, als er ihre Leise bebende Gestalt an sich zog. Wieder fühlte er den Rausch ihrer Nähe. Noch einmal glimmte die Hoffnung auf. Ein heisses Verlangen: Ein Kuss auf ihren Mund. Sie hätte ihm ohne Widerstreben ihre Lippen geboten. Er fühlte ihre Wehrlosigkeit. Aber in ihm war eine Angst: Wenn ich sie küsse, sind ihre Lippen kalt. Kalt wie die einer Toten . . .

Plötzlich kam ihm der Wille zum Entschluss, allen Zweifeln und aller Ungewissheit ein Ende zu machen. Er liess seine Frau los. Er trat einen Schritt zurück, so dass sie frei vor ihm stand. Er sagte ruhig und fest: „Lonny, sieh mir in die Augen!“

Sie tat es.

„Lonny, kannst du mir in die Augen sehen?“

„Ja!“

Ihre Augensterne unter den langen, weichen Wimpern waren von unbestimmter Farbe. Um so bestimmter, fester war ihr Augenaufschlag zu ihm. Da war reine Ruhe. Ein leichtes Erröten wie bei einem jungen Mädchen lief über ihre Wangen. Dann wurde sie wieder blass. Noch einmal stand sein Herz vor halber Hoffnung still: Sie verschliesst sich in sich. Da hat sie noch ein Heiligtum. Da ist ein seit meinem Tode noch von keinem betretenes Land . . .

Und der Schmerz hinterher: Aber sie stand Doch mit dem anderen Arm in Arm. Sie schaute ihm in die Augen, wie nur eine Frau schaut, die mit dem Blick sich selbst und ihre Seele gibt . . .

„Lonny, kannst du wirklich mein Auge aushalten?“

Ihr schmales Antlitz wurde fühl und stolz Sie hob in einer hochmütigen Abwehr die Schultern. Sie sagte kurz, schroff, in Verachtung der Frage: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Mein Ruf ist tadellos. Wenn du es nicht glaubst — bitte: frage meine Eltern. Oder wen du sonst willst.“

„So meine ich es nicht, Lonny . . .“

Sie wurde unwillkürlich heftig. Gereizt. Sie stampfte leicht mit dem Fuss.

„Ich gehöre nicht zu einer gewissen Sorte Kriegerwitwen. Und ebensowenig zu gewissen Frauen, die es nicht wert sind, dass ihre Männer draussen kämpfen. Es wimmeln genug von der Sorte hier umher und geben Ärgernis. Aber ich nicht.“

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