Rudolf Stratz - Und wenn die Welt voll Teufel wär

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Ein spannender historischer Roman, der die Zeit zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Beginn der Weimarer Republik unterhaltsam einfängt!Als Bruno Lotheisen im November 1918 aus russischer Gefangenschaft nach Berlin zurückkehrt und sich voller Freude auf den Weg zu seiner Frau und Tochter macht, erfährt er, dass er inzwischen für tot erklärt wurde. Das Leben des jungen Mannes scheint aus den Fugen, als er nach und nach das durch den Krieg vollkommen veränderte Leben seiner Frau, die aufgeheizte politische Stimmung und die Unruhen der noch jungen Weimarer Republik zu begreifen versucht. -

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Er hob scheu, heiss die Augen zu seiner jungen Frau. Sie schien ihm verändert. Ihr schönes Gesicht war gegen früher durchgeistigt. Die Ruhe eines mündigen Menschen lag darauf. Die schmalen Züge waren noch weiblich weich und zart, aber ernster, wissender geworden.

Das Blumenhafte von früher, das Rosigträumende, das gläubige Anschmiegsame ihrer Ehe fehlten. Sie stand vor ihm auf eigenen Füssen. Sie schwieg. Wurde rot und blass. Ihr Busen hob und senkte sich rasch. In ihm wallte es blindlings, sich auf sie zu stürzen, sie an sich zu reissen, ihr Gesicht und Hände und Nacken zu küssen, sie sein zu nennen . . . sein Weib . . . Und dann wusste er plötzlich wieder: Da, wo sie jetzt steht, an eben der Stelle, stand sie heute mittag und legte ihren Arm vertraulich in den Arm eines fremden Mannes. Und mit demselben Mann stand sie vorhin dort am Fenster, und er küsste ihre Hände, und ihre Augen suchten sich . . .

Es würgte ihm in der Kehle: Sie kann ja nichts dafür! Sie hielt dich ja für tot! Sie hat Mann und Kind dem Krieg dahingegeben. Der Kugel und dem Hunger. Nun denkt sie wieder an ihr eigenes Glück. Es ist ihr Recht. Du hast es selbst gewollt beim letzten Abschied damals. Und doch . . . und doch . . .

Und doch die unsägliche Bitterkeit. Er sagte sich: Ich galt für gestorben. In dieser Stunde sterbe ich erst wirklich, an dem fremden Mann. Der hat mir vor vier Jahren mein Leben gerettet. Der hat mir heute mein Leben genommen . . . Sein Blick ruhte immer noch auf Lonnys schlanker, hoher Gestalt in dem backfischkurzen Kleid mit den Schaftstiefelchen und dem Weiss des freien Halses über dem düster schwarzen Rock, ein rasch atmender, menschgewordener, schöner Widerspruch zwischen Totentrauer und Leben, Vergangenheit und Zukunft. Es ging ihm durch den Kopf: Sie kann nicht wissen, warum ich so verändert bin. Und sie fühlt doch, dass ich etwas weiss. Ihr weiblicher Instinkt gibt es ihr ein. Ihr schlechtes Gewissen raunt es ihr zu. Nein! Sie hat kein schlechtes Gewissen! Sie hat gedacht: Lasst die Toten die Toten begraben . . . Ich darf nicht ungerecht sein . . .

Aber sie ahnt etwas. Es kämpft etwas in ihr. Sonst wäre sie nicht so scheu. Sonst stünde sie nicht so unschlüssig da und wartete, was ich tun werde, und schweigt . . .

Nur nicht dies Schweigen zwischen uns! Dies furchtbare Schweigen! In dem Schweigen wächst etwas zwischen uns aus dem Perserteppich des Parketts . . . eine Schattengestalt . . . Sie verdichtet sich zu der Gestalt des fremden Mannes . . . des neuen Herrn in meinen Räumen und im Herzen meiner Frau.

Lonny Lotheisen ging leise, leichtfüssig auf ihn zu. Sein Herz zitterte. Ihre Bewegungen waren weich. Ihre Stimme sanst, voll eines tiefen, traurigen Mitleids, wie ihn dünkte. Er spürte den Druck ihrer warmen Hand.

„O Gott . . . wie siehst du aus, Bruno . . .“ sagte sie bang. „Komm . . . komm nach hinten! Dort ist ja alles für dich bereit.“

Sie führte ihn den Flur entlang. Ihn packte die Erinnerung an die Lazarette, wenn er, von einer seiner Verwundungen wieder einmal genesen, sich auf den Arm einer Krankenschwester stützte. Im Ankleidezimmer öffnete Lonny hastig die Schränke. Er merkte, wie sie durch unruhige Geschäftigkeit die Spannung zwischen ihnen zu bannen, das Unausgesprochene zu scheuchen suchte. In den Schränken hingen säuberlich in Reih und Glied an Riegeln und Hosenstreckern seine Zivilkleider, gebürstet und vor Mottenfrass bewahrt. Lonny war immer so ordnungsliebend gewesen. Ein klarer praktischer Kopf. Er sah ganz vorn einen lichtgrauen Sommeranzug. Im August vor vier Jahren hatte er ihn abgelegt und die feldgraue Reserveoffiziers-Uniform angezogen. Hier eben in diesem Zimmer. Was war inzwischen geschehen? Die Welt war nicht mehr wahr. Hatte sich zur Fratze verzerrt. War gestorben.

Seine Frau wählte, mit einer hausmütterlichen Bewegung, einen blauen Winteranzug. Legte ihn ihm heraus. Sie beherrschte sich, ruhig zu erscheinen. Aber er sah, wie ihre Finger zitterten. Neben diesem Rock hing im Dunkel des Schranks. etwas von ihr. Ein dünner, weissleinener Schwesternanzug, mit den kleinen, roten Genfer Kreuzchen. Er staunte über die Ungeduld, mit der sie das Schwesternkleid herausriss und, ohne hinzuschauen, wie ein wertloses Bündel in den Wäschekorb warf.

„Aber Lonny . . . dein Ehrenkleid . . .“

„Ehrenkleid? . . . Wieso? . . .“

„Du hast doch redlich deine Pflicht getan . . .“

„Ach Pflicht . . .“

„Du hast doch, während ich im Felde war, draussen gepflegt . . . im Osten und Westen . . . und bis nach Serbien hinunter . . .“

„Ja . . . Ich hab’ ja auch zwei Klassen von der Rotekreuz-Medaille und das Verdienstkreuz . . . und all das so . . .“

„Nun eben! Du hast auch tapfer als Frau für unser Vaterland gekämpft . . .“

„Solange du da warst. Ich hab’ im Geist neben dir gekämpft. Wie du dann auf einmal nicht mehr da warst, habe ich es gelassen.“

„Warum?“

Nun sah er zum ersten Male etwas von Trotz in ihren klugen grossen Augen etwas von Widerspruch um ihren roten Mund. Sie sagte fast heftig: „Du da vorn vor dem Feind . . . Ihr habt immer nur die Grösse des Krieges gesehen. Das hat euch betäubt. Berauscht. Wir hinter der Front, in den Lazaretten, wir haben immer nur die Schrecken und Leiden des Krieges gesehen. Wie du nicht mehr da warst, hielt ich es nicht mehr aus . . .“

„Wo es um Deutschland ging, Lonny!“

„Ich konnte mich, in der Verzweiflung um dich, der Zeit nicht mehr anpassen. Ich fragte mich immer: Warum? Meine Nerven gingen kaputt! Da hab’ ich’s aufgegeben . . .“

Es klang hart. Gleich darauf war sie wieder liebevoll und gut. Sie zitterte dabei am ganzen Körper. Sie beherrschte sich.

„Komm! Zieh dich um“, sagte sie bittend und weich. „Ich sorge inzwischen, dass du etwas zu essen bekommst. Ein klein bisschen hab’ ich Gott sei Dank da.“

Sie schlüpfte hinaus. Ihm schien es, als sei sie froh, von ihm wegzukommen. Er wusch sich. Die Tür zum Schlafzimmer stand offen. Da drinnen stand nur noch ein einziges Bett. Da hatte sich Lonny als Witwe eingerichtet. Ihre hundert kleinen Dinge lagen umher . . . Brennschere . . . ein Spitzenpäckchen . . . Frisierbürsten . . . eine Puderquaste . . . der feine, süsse Duft eines Wohlgeruchs füllte den winterkühlen Raum. Etwas vom warmen Hauch ihres Haars . . . ihres Leibes . . . Er presste die Hände ineinander . . . eine heisse Leidenschaft wallte in ihm auf . . . eine tiefe Trauer stritt dagegen . . . senkte sich lähmend nieder . . . Plötzlich fasste ihn eine wilde, wahnsinnige Wut gegen den Dritten, der da vorn im Salon gestanden, gegen seinen Lebensretter und Nebenbuhler, den fremden Mann.

Vom Flur her hörte er Lonnys helle geschäftige Stimme: „Minna . . . sieden Sie unsere zwei Eier für meinen Mann . . . pflaumweich . . . Möchten sie doch nur frisch sein!“

Er dachte sich, mit heissem Wasser in den Augen: Sie ist noch schöner geworden, seitdem ich sie zuletzt gesehen hab’! Viel schöner! Durch Leiden und Nachdenken und Erleben gereift . . .

Schöner und fremder . . . Sie ist nicht mehr die Frau, die sie war. Meine Frau. Zweieinhalb Jahre Weltuntergang haben sie verändert . . .

„Minna . . .“

„Gnädige Frau?“

„Nehmen Sie unser Gänseschmalz! . . . Und die Kartoffeln von heute mittag . . . und alles, was noch für mich an Kriegsbrot da ist . . .“

„Aber dann hat gnädige Frau morgen nichts zum Frühstück.“

„Dann hab’ ich eben nichts! . . . Nur rasch! Rasch! Der Herr wird Hunger haben!“

Lonny Lotheisen kam aufgeregt wieder in das Zimmer. Sie zwang sich zum Lachen. Es klang künstlich. Dann erschrak sie.

„Du hast dich ja gar nicht umgezogen!“

Er machte eine müde Handbewegung.

„Ach — lass das doch“, sagte er geistesabwesend und wiederholte nach einer Weile langsam, an ihr vorbei ins Leere schauend: „Lass das doch . . .“

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