Mary-Ann Kirkby - Ich bin eine Hutterin

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Von der Außenwelt abgeschottet, ähneln die «Bruderhöfe» der Hutterer den Amischen. Sie teilen den Glauben, den alten deutschen Dialekt und ihr Hab und Gut. Eine Traum-Kindheit für Ann-Marie: kindliche Abenteuer in der kanadischen Wildnis, Romanzen und Raufereien. Doch über Nacht verlassen ihre Eltern die Gemeinschaft. Für die zehnjährige Ann-Marie bricht eine Welt zusammen. Erst als Erwachsene wagt sie sich wieder auf die aufregende Reise in ihre eigene Vergangenheit.

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Nach dem Vorbild der Urgemeinde in Jerusalem lebten sie ihren Glauben so, wie es im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte in den Versen 44 und 45 beschrieben ist: »Alle Gläubigen kamen regelmäßig zusammen und teilten alles miteinander, was sie besaßen. Sie verkauften ihren Besitz und teilten den Erlös mit allen, die bedürftig waren.« Hutters begeisterte Vision von einer Gesellschaft, in der aller Besitz geteilt wird und die Menschen zum Wohl aller zusammenarbeiten, führte zur Gründung der hutterischen Kirche und der hutterischen Lebensweise. Doch seine Lehre von einem Leben in Gemeinschaft, der Erwachsenentaufe und des Pazifismus rief den Hass und die Intoleranz des Staates und der vorherrschenden Religionen hervor, und die Hutterer mussten fast vierhundert Jahre lang in Europa von einem Land zum anderen fliehen.

1536 wurde Hutter in Innsbruck auf dem Scheiterhaufen verbrannt, weil er sich weigerte, seinem Glauben abzuschwören. Er teilte somit das Schicksal vieler unserer Vorväter. Doch einige überlebten und fanden 1770 Zuflucht in der Ukraine, bis ihre Befreiung von der Wehrpflicht widerrufen wurde und sie beschlossen, in die Vereinigten Staaten auszuwandern.

Am 5. Juli 1874 kamen die Hutterer an Bord der Hammonia aus Russland in New York an. Gebeutelt, aber nicht geschlagen waren sie fest entschlossen, ihre Mittel zusammenzulegen und von Neuem zu beginnen. Mein Urgroßvater Jakob Maendel gehörte zu ihnen. Die erste hutterische Kolonie auf nordamerikanischem Boden wurde 1874 am Ufer des Missouri in der Nähe von Yankton in South Dakota gegründet. Für alle Hutterer hat sie heute noch eine besondere geschichtliche Bedeutung und sie ist immer noch in Betrieb.

Im Verlauf des Ersten Weltkriegs zogen ganze hutterische Gemeinschaften nach Kanada, um der Verfolgung als Kriegsdienstverweigerer zu entgehen. Nach dem Krieg erkannte die amerikanische Regierung ihren Wert als Ackerbauer und Viehzüchter und lud sie zur Rückkehr in die Vereinigten Staaten ein. Ein Drittel von ihnen kam dieser Aufforderung gerne nach, doch der Rest blieb in Kanada und gründete neue Kolonien in ganz Westkanada, einschließlich meiner Heimatkolonien New Rosedale und Fairholme in Manitoba.

Mit ihrem Bekenntnis zur Gütergemeinschaft unterscheiden sich die Hutterer von den Amish und den Mennoniten und zeichnen sich als bestes und erfolgreichstes Beispiel des Gemeinschaftslebens in der Neuzeit aus. Heute gibt es ungefähr 45 000 Hutterer, die in vierhundert Kolonien im Nordwesten der Vereinigten Staaten und in den kanadischen Prärien leben.

Einleitung

Im Juli 2002 sprach mich eine Freundin, die Journalistin war, an und fragte, ob ich nicht für eine Zeitschrift einen Artikel über hutterische Gärten schreiben wollte. In Manitoba gibt es über hundert hutterische Kolonien, aber ich wusste genau, welche ich aufsuchen würde. Es war nicht leicht, der Obergärtnerin der Kolonie Fairholme die Idee schmackhaft zu machen. Judy Maendel war nicht davon überzeugt, dass ihr Garten eine Geschichte wert ist.

»Du lieber Himmel, in diesem Jahr haben wir nur einen ganz kleinen Garten.« Sie seufzt am Telefon. »Warum versuchst du es nicht in New Rosedale oder James Valley? Deren Gärten sind so groß, dass sie sogar Gemüse verkaufen.« Aber ich will unbedingt nach Fairholme gehen und lasse nicht locker.

Dicke weiße Wolken, die an die Zeichnung eines Kindes erinnern, stehen am Himmel, der sich über die weite Prärie wölbt, als ich meinen fünfjährigen Sohn Levi ins Auto setze und mich auf die Reise mache. Ich brauche keine Wegbeschreibung. Ich kenne den Weg so gut wie die Stimme meines Sohnes. Die reichen, erdigen Gerüche des Sommers von Manitoba tanzen durch das offene Autofenster, als ich auf der Fernstraße Richtung Westen fahre. Auf beiden Seiten der Autobahn erstrecken sich gelbe Rapsfelder, so weit das Auge reicht.

»Es war einmal …«, beginnt die Robin-Hood-Kassette, die Levi sich herausgesucht hat.

Ja. Es war einmal! Erinnerungen strömen auf mich ein und ich höre fast den Klang der Küchenglocke der Kolonie, die die Frauen zur Arbeit ruft. Ein Traktor mit Anhänger wartet ungeduldig neben einem sandigen Weg, der sich zu den Gärten am Ufer des Flusses Assiniboine hinunterschlängelt. Ich sehe, wie meine Mutter und die anderen Frauen auf die Pritsche des Anhängers steigen, jede mit einem Zehnlitereimer aus Edelstahl für die Ernte des Tages. Ihre charakteristische Kleidung drückt Sicherheit, Pflichtbewusstsein und Mutterschaft aus. Jede hat ein Tiechel auf dem Kopf, ein schwarzes Kopftuch mit weißen, erbsengroßen Punkten. Bei den Frauen ist auch Judys Mutter Sara, die Obergärtnerin. Mit geröteten Gesichtern und verfleckten Fingern kehren sie ein paar Stunden später zurück zum Lunschen , dem gemeinsamen Essen am Nachmittag – die Eimer voll roter Erdbeeren für die Kinderschar, die auf sie wartet. In ihren einfachen Küchen schütten sie die Früchte in Schüsseln und richten sie mit frischer Sahne und etwas Zucker an. Ihre ausgeschlafenen, hungrigen Kinder drängen sich um den Tisch und essen, bis sie fast platzen. Bald wird die Glocke wieder ertönen und die Frauen müssen zur Arbeit zurück. Der größte Teil der Erdbeeren wartet im kühlen Keller der großen Gemeinschaftsküche, bis er zu Kuchen und köstlicher Marmelade verarbeitet wird …Von Winnipeg aus ist es noch eine Stunde Fahrt bis zur Kolonie Fairholme. Eine staubige Schotterstraße, die auf beiden Seiten mit majestätischen Eichen gesäumt ist, führt uns ins Herz von Fairholme, wo bunte Blumengärten den schlichten alten Häusern ein festliches Aussehen verleihen.

Mein Sohn und ich gehen zu Judys Haus. Ihre Schwester Selma, die Oberköchin, wartet auf uns. Bald sind wir von einer Schar neugieriger barfüßiger Kinder umringt. Die Mädchen tragen schwarze Hauben, ihre sonnengebräunten Gesichter strahlen eine natürliche Gesundheit aus. »Du tust mir leid mit deinem Kleid«, begrüßt mich Selma. Ich trage ein eng anliegendes Kleid, das ich vor ein paar Wochen in einem Kaufhaus erstanden hatte. »Es ist zu eng!« Sie zeigt auf ein Haus in der Nähe. »Gehen wir zu Tamara!« Noch unter der Tür ruft Selma: »Mary-Ann braucht etwas zum Anziehen. Sie fühlt sich nicht recht wohl in ihrem Kleid.« Eine junge Frau mit Engelsgesicht erhebt sich von einer Nähmaschine und bietet mir ein Kleidungsstück aus ihrem Schrank an. Es hat ein rosenfarbiges Muster und einen weiten, gerafften Rock. Der Bund ist locker und figurtolerant, der Stoff fühlt sich weich und kühl auf der Haut an. Ein Hauch getrockneter Baumwolle und Sonnenschein entströmt dem offenen Schrank, und ich fühle mich in die Sommer meiner Kindheit zurückversetzt.

Die Kinder, die uns folgten, finden es lustig, mich in hutterischer Kleidung zu sehen. »Bin ich schön?«, scherze ich in Hutterisch, ihrer Muttersprache, einem 450 Jahre alten deutschen Dialekt aus Kärnten in Österreich. Die Kinder kichern und nicken. Ich zwinkere meinem Sohn zu, der auch kichert.

Als Judy erscheint, zwängen wir uns alle in mein kleines Auto, um zum Garten zu fahren. »Das Auto ist voller Hutterer«, berichtet Levi vom Rücksitz aus und sorgt damit für allgemeines Gelächter.

Am Ziel angekommen, ziehen wir unsere Schuhe aus und machen uns zu einem gemächlichen Rundgang auf. »Es ist ein schöner Garten«, gibt Judy zu und geht voran. Unsere kleinen Fremdenführer, mit Levi im Schlepptau, verschwinden bald im Erbsenfeld. Aufgrund des Bewässerungssystems der Gemeinschaft ist der »kleine«, fünf Hektar große Garten üppig grün. Endlose Gemüsereihen sind eingerahmt von bunten Feldblumen und hohem Präriegras. »In diesem Jahr reicht es nur für uns«, erklärt Judy und meint damit die etwa neunzig Gemeinschaftsmitglieder, die mit dem versorgt werden, was in dem Garten wächst.

Am Spätnachmittag verweile ich in der Gemeinschaftsküche, wo das Abendessen vorbereitet wird. Lachend bewegen sich die Frauen zwischen Herd, Bratpfanne und Töpfen mit kochendem Gemüse. Ich kann mich nur schwer von ihnen trennen. Ich setze Levi auf das Holzkarussell und lasse ihn ein paar Runden drehen. Er hat so wenig Lust wie ich zu gehen. Auf dem Weg zum Auto begegnen wir einer der Bewohnerinnen. »Mary-Ann!«, ruft Thelma und schließt mich in die Arme. »Wie schön du aussiehst, ohne all die Farbe auf dem Gesicht.« Ich lache über ihre Offenheit. Hier muss man keine Gedanken lesen.

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