Rudolf Stratz - Sturm des Herrn

Здесь есть возможность читать онлайн «Rudolf Stratz - Sturm des Herrn» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Sturm des Herrn: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Sturm des Herrn»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Während unter Metternichs Spitzel die deutschen Fürstentümer vor sich hin schlafen, als habe es die Französische Revolution nie gegeben, haben sich die Studenten aller Universitäten politisiert. Mitten unter ihnen der Raufdegen Ellerbrook, der auf dem Wartburgfest gegen den Spion des russischen Zaren Kotzebue seine glühenden Reden hält. Doch die Versammlung der über fünfhundert Studenten und Professoren, die gegen die reaktionäre Politik und Kleinstaaterei und für einen Nationalstaat mit eigener Verfassung demonstrieren, gerät aus dem Ruder. Die Verunglimpfung Kotzebues hat auch für Ellerbrook Folgen – er wird vom Studium ausgeschlossen. Als er trotz der Fürsprache Goethes auch in Berlin die Universität nicht betreten darf, dringt der temperamentvolle junge Mann bis vor die Haustür des Geheimrats von Römhild, der das Verdikt gegen ihn unterzeichnet hat. Dort tritt ihm die blonde Male Römhild, selbstbewusste Tochter des pommerschen Rittergutbesitzers, frech entgegen und schaut sich den bürgerlichen Draufgänger genauer an. Und der gefällt ihr, trotz des Standesunterschieds – gefällt ihr sogar sehr. Als die Ermordung Kotzebues durch Karl Sand Ellerbrooks Leben in Deutschland endgültig unmöglich macht, hat er ein ungewöhnliches Mädchen hinter sich.-

Sturm des Herrn — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Sturm des Herrn», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

„Man hat an hohem Ort schon Rapport von Eurer Ketzerverbrennung erhalten!“ Wieder blickte der Major von Laubisch besorgt nach dem Gast im Nebenzimmer. Jetzt trat jener zu den Herren und Demoisellen in das blaue Gemach. Seine mehr als mittelgrosse, steif aufgerichtete Gestalt war in einen dunkelbraunen zugeknöpften Schossrock gehüllt. Um den Hals schlang sich ein weisses, kreuzweise durch eine goldene Nadel zusammengehaltenes Seidentuch. Darüber ragte das von kurzem weissgrauem Gelöckel bedeckte majestätische Haupt eines angehenden Siebzigers mit schmalen, eingefallenen Lippen und gebieterischer Hakennase. Unter einer mächtigen Stirn brannten zwei schwarze Sonnen von Augen.

Der Gast schritt in steiler Haltung, die Hände auf dem Rücken, durch das Zimmer nach der Flurtüre. Er nickte väterlich den schönen Kindern zu, die, wie ein farbiges Blumenbeet, in einem tiefen, stummen Knicks in sich zusammenblätterten. Im Vorbeigehen ein durchdringender Sonnenblick auf den Studenten von Jena. Noch einmal, in sich hinein, dies seltsame, halb wohlwollende „Hm‘. Dann draussen seine warm klingende, tiefe Stimme zu dem Hausherrn, der ihm ehrerbietig selbst die Türen öffnete.

„Die Gelegenheit des Einblicks in die junge Torheit war nicht so übel! Wenn nur die Alten keine solchen Esel wären! Denn die verderben eigentlich das Spiel! . . . Nun — den Rest der Kupferstiche, mein Bester, durchschauen wir morgen. Die Equipage? Nein — ich gehe zu Fuss.“

Es war, als wandelte der Landesherr selber, gemessen und bedächtig, die Hände immer auf dem Rüden, durch die Gassen von Weimar. Die Bürger dienerten ehrfurchtsvoll in ihren Ladentüren. Die Marktbauern rissen die Kappen vom Kopf. Die Stadtsoldaten standen stramm. Die Beamten nahmen von weitem den Dreispiss vom Kopf. Die Damen neigten zuerst zum Gruss die Blumenschuten. Fremde standen und starrten verklärt, wie im Mekka ihrer Pilgerfahrt angelangt, dem alten Herrn nach, bis Seine Excellenz der Grossherzogliche Staatsminister Freiherr Johann Wolfgang von Goethe auf dem Weg zum Schloss ihren Blicken entschwand.

Aus dem herbstbunten Parklaub des Ilmgeländes wanderte zu gleicher Zeit ein stämmiger mittelgrosser Mann von sechzig Jahren dem hohen, mittelalterlichen Schlossturm zu. Er hatte ein gefurchtes, bartloses Antlitz mit starker Nase, hoher Stirne, eingefallenem, willensfestem Mund mit breiten Kiefern und wuchtigem Doppelkinn. Abgetragen sein kurzer grüner Rock mit der schmal geknüpften, schwarzen Halsbinde und die langen grauen Hosen. Verschossen die preussische Soldatenmüsse auf dem dichten grauen Haar. Er hatte eine Cigarre im Mund. Ein paar mächtige deutsche Rüden sprangen bellend um ihn her. Er glich einem alten Forstmann oder Soldaten. Aber seine grossen Augen schauten seltsam selbstbewusst, innenstark in die Weite und sein Tritt war derb und fest wie bei einem, der über sein eigenes Land schreitet.

Zwanzig Schritte hinter ihm gingen zwei Leibjäger, den Hirschfänger zur Seite. Am Eingangstor des Schlosses erstarrten die wachehaltenden Husaren zu grünen, goldverschnürten Statuen mit präsentiertem, blankem Säbel. Der Landesherr stieg die steinerne Treppe zum zweiten Stock in das Bernhardzimmer empor, wo von der Wand zwischen Waffen des Dreissigjährigen Kriegs das Bildnis seines grossen Vorfahren Bernhard von Weimar auf ihn niederschaute. Ein Hauch von Wald und Feld wehte mit ihm, von feuchten Herbstblättern und in ewiger Urkraft dampfender Erde. Er warf formlos seine preussische Generalsmüsse auf den Tisch.

„Du bist doch ein närrischer Kerl!“ sprach Karl August von Weimar gemütlich zu der feierlichen Verbeugung seines Ministers von Goethe, setzte sich und griff, in der Gewohnheit rastloser Tätigkeit, nach einem Blatt Papier auf dem Tisch. Die kräftige, naturnahe Sinnlichkeit, die auf seinen derben Zügen spielte, verlor sich in das immer noch halb belustigte, halb bedenkliche Kopfschütteln des Landesvaters.

„Eine neue Niederkunft Monsieurs Oken in Jena?“

„Füglich wohl nur Einer der Paten!“ sprach Goethe gemessen. Auch er hatte Platz genommen. Aber er hielt sich kerzengrade, in der Strenge des Staatsdieners aufrecht. „Hier der erste Bericht von dem Wartburgfest gestern Abend!“ Ein leises Behagen. „Die unartigen jungen Leute haben unter anderem die Schriften des Herrn von Kotzebue öffentlich verbrannt!“

„Das gönne ich Deinem Feind!“ Der Grossherzog lachte herzlich und wurde wieder ernst, während er den kurzen Bericht beiseite legte. „Aber die Folgen? Wenn uns nun der Metternich wegen dieser jungen Feuercensoren schnickt? Du hast immer vor diesem Burschenfest gewarnt!“

„Aber nun ist es geschehen, und wir werden uns nun eben wunderlich durchdrücken müssen!“ Ein Lächeln um die Lippen des Olympiers, „Im Prinzip, Revolutionären vorzubeugen, stimme ich ganz mit den Metternichen überein, nur nicht in den Mitteln dazu; die nämlich rufen die Dummheit und die Finsternis zu Hilfe, ich den Verstand und das Licht!“

„Recht, lieber Alter!“

Und plötzlich verjüngten sich Goethes Züge in einer sonnigen Heiterkeit über das Wartburgfest.

„Es ist ein allerliebstes Wesen“, sagte er, „wie die Jugend überhaupt mit allen ihren Fehlern, von denen sie sich zeitig genug verbessert! Aber wir müssen jetzt niederschlagende Pulver anrühren, damit unseren lieben Brauseköpfchen nichts geschieht!“

Drittes Kapitel

„Es ist verdriesslich, Kriegsbruder Christian, dass ich Dir nicht vor Deinem Gasthof Adieu bieten kann, wenn Du heute Morgen wieder nach Jena abreisest. Aber es ist eine Session im ersten Departement des Staatsministeriums anberaumt, und ich bin protokollierender Assessor. Kannst Dir schon denken, worum es geht. Eure Burschenfeuer ob Eisenach machen hier uns verantwortlichen Staatsdienern seit Tagen die Köpfe heiss und werden es noch Wochen und Monate lang tun!

„Frei gesprochen, Bruder, ist es Zeit, dass Du wieder die Ilm mit der Saale vertauschst. Du hast in diesen drei Tagen hier genug Embarras in der Weimarer Geruhsamkeit angerichtet. Man fand mässigen Geschmack an Deinem wilden Wesen. Man gab zu, dass in Dir Verstand und Feuer wohnt, doch dass es sich in ungehobelter Weise, nach Eurer neuen Jenaer Art, äusserte.

„Besonders hast Du die Frauenzimmer betrübt und verwirrt! Die guten Kinder bangen sich vor Deinen aufrührerischen Worten und werden sie doch nicht los! Gestern, bei einem Schälchen Tee bei meiner Schwester, stritt die schöne Welt stundenlang darüber, in wie weit ein heroischer Mann einem gesitteten vorzuziehen sei, und beklagte, dass bei Dir der Heroismus der Sitte entbehrt. Noch vorige Woche, vor Deinem Einbruch, hätte man den Heroismus zu den Tugenden der Barbaren gerechnet. So hast Du inzwischen die Geister umgemodelt!

„Lass mich von Friderique sprechen! Noch bin ich nicht in schicklicher Form mit ihr verlobt. Aber es ist an dem, und um so mehr schmerzt es mich, dass Du sie vorgestern mit Deinem rauhen Ungestüm aus ihrem sanften Dasein gerissen hast. Seitdem ist mein Mädchen, wie sie mir gestern klagte, von Trauer und Unruhe erfüllt, dass es soviel Wildheit auf der Welt giebt. Sie ist Dir gram. Sie möchte alles — nur nicht Dir noch einmal begegnen.

„Was mich anlangt, ich stehe zwischen Euch beiden — dem Freund und der Geliebten. Ich verstehe Dich. Denn wir haben zusammen die Säbel wider den Erbfeind geschwungen, und ich verstehe Friderique. Denn ich nenne Weimar — wie Bethlehem in Juda so klein und so gross — meine Heimat.

„Na — Kerl — aus Eurem Brausen wird sich schon der Wein keltern! Mit Dir muss man freiherzig reden! Also singe und raufe Du in Jena — dafür hat es Gott nach allgemeinem Urteil erschaffen —, aber halte dich künftig in politicis zurück, als sei es heisses Eisen. Im Vertrauen: der Rotzebue hat schon einen Bericht an den Zaren gesandt. Auch die Spitzel des Herrn Staatskanzlers von Metternich waren unter Euch arglosen Burschen am Werk. Gott weiss, was sich dort überall zusammenbraut. Nun — Du erhälst von mir nach Jena rechtzeitig geheimen Bescheid, wenn hier etwas gegen Dich in Gang kommt. Auf alle Fälle wird es bis dahin Monate währen. Denn der Weg der Briefe bis Petersburg und zurück ist lang, zumal jetzt bei einfallendem Winter! Gott befohlen! Karl Helmich, einst nicht so zahm, sondern im Heiligen Krieg ein Kerl wie Du!“

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Sturm des Herrn»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Sturm des Herrn» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Sturm des Herrn»

Обсуждение, отзывы о книге «Sturm des Herrn» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x