Michael Löwy - Erlösung und Utopie

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Das Verhältnis zwischen jüdischem Messianismus und anarchistischer Utopie ist trotz seiner zahlreichen Berührungspunkte durch eine spannungsreiche Verschiedenheit unterschiedlicher Positionen gekennzeichnet. Es reicht von radikaler Unvereinbarkeit wie bei Gershom Scholem und Gustav Landauer bis hin zu wechselseitiger Befruchtung und Erhellung wie im Fall von Ernst Bloch und Walter Benjamin. Eine mögliche Verbindung dieser Pole steht und fällt mit der Überwindung des traditionellen Gegensatzes zwischen Atheismus und Religion, Materialismus und Spiritualität, Nationalismus und Romantik. Michael Löwy konzentriert sich dabei auf eine Gruppe von deutsch-jüdischen Intellektuellen (u.a. Benjamin, Kafka, Rosenzweig, Buber, Scholem, Löwenthal, Landauer, Bloch, Lukács, Fromm), deren Beiträge zu diesem Thema bis heute weitgehend unabgegolten sind.

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3De Morveau: La Chymie, S. 570, und Torbern Olof Bergman: T raité des affinités chimiques ou attractions électives , Paris 1788, S. 5.

4Johann Wolfgang Goethe: Die Wahlverwandtschaften , DTV Gesamtausgabe Band 19, München 1963, S. 29, 34.

5Max Weber: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. Einleitung, Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie , Tübingen 1922, S. 257.

6Max Weber: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre , Tübingen 1922, S. 153.

7Max Weber: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus. in: Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie , Band 1, Tübingen 1920, S. 83.

8Max Weber: The Protestant Ethic and the Spirit of Capitalism , London 1957, S. 91–92.

9Karl Mannheim: Das konservative Denken (1927), Wissenssoziologie , Berlin 1964, S. 458. Der Begriff wird auch von Troeltsch verwendet: Vgl. Jean Séguy, Christianisme et Société. Introduction à la sociologie de Ernst Troeltsch , Paris 1980, S. 247–251. Werner Stark, ein Soziologe aus dem Umfeld der Schule von Weber, hat den Begriff untersucht, aber nur hinsichtlich des zweiten Typus der Wahlverwandtschaft, von dem Max Weber sprach (nämlich dem zwischen Weltanschauungen und sozialen Klassen). Vgl. Werner Stark: Die Wissenssoziologie , Stuttgart 1960, S. 215–248.

10Siehe hierzu die Untersuchung von Alfred von Martin: Kultursoziologie des Mittelalters. In: Handwörterbuch der Soziologie (Hg: Alfred Vierkandt), Stuttgart 1959, S. 370–390.

11Vgl. Charles Baudelaire: Oeuvres complètes , Paris, Seuil, 1968, S. 471, 350.

12Siehe Danièle Hervieu Léger: Apocalyptique écologique et »retour« de la religion, Archives de Sciences Sociales des Religions , Nr. 53/1, Januar–März 1982, S. 66.

13Siehe hierzu unsere Untersuchung Marx et Weber: notes sur un dialogue implicite, Dialectique et révolution. Essais de sociologie et d’histoire du marxisme , Paris 1973.

KAPITEL 2

Jüdischer Messianismus und libertäre Utopie – Von den »Korrespondenzen« zur »attractio electiva«

Was kann der jüdische Messianismus mit den libertären Utopien des 20. Jahrhunderts gemeinsam haben? Eine religiöse Tradition, politisch indifferent, Übernatürlichem und Sakralem zugewandt, und eine sozialrevolutionäre, im allgemeinen atheistische und materialistische Gedankenwelt? Es scheint eindeutig, daß die messianische, traditionelle und rituelle Religiosität der Rabbiner und Talmudisten mit den subversiven anarchistischen Ideen eines Bakunin oder Kropotkin nichts zu tun hat. Dies um so mehr, als der kulturelle Ethnozentrismus der jüdischen Religion mit dem militanten Universalismus der revolutionären Utopie nicht zu vereinbaren ist. Dennoch hat die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zunehmend aktive Rolle jüdischer Intellektueller bei der Produktion subversiver Ideen zum Versuch ermuntert, die Utopien des Sozialismus in ihrem Ursprung auf jüdische Religiosität zurückzuführen.

Max Weber gehört wahrscheinlich zu den ersten Religionssoziologen, die den Gedanken formuliert haben, das antike Judentum sei potentiell revolutionär. Für das Alte Testament stellt sich die Welt weder als ewig noch unveränderlich, sondern als Produkt der Geschichte dar, dem es bestimmt ist, von einer göttlichen Ordnung abgelöst zu werden. Die Haltung des biblischen Judentums zum Leben war, so Weber, geprägt von der Vorstellung einer künftigen, gottgeleiteten, politischen und sozialen Revolution . 1

Es handelt sich um eine äußerst fruchtbare Hypothese, die aber zu allgemein bleibt: Sie erlaubt nicht, im heterogenen Ensemble moderner Revolutionstheorien diejenigen auszumachen, die eine wirkliche Affinität zur jüdischen Tradition haben könnten. Für viele Autoren (Max Scheler, Karl Löwith, Nikolai Berdjajew usw.) – einige waren Webers Schüler – konstituiert das Denken von Marx den typischen Ausdruck des säkularisierten biblischen Messianismus. Aber es handelt sich um eine fragwürdige, ziemlich einseitige Interpretation der marxistischen Geschichtsphilosophie.

Wir glauben, daß Karl Mannheim sich auf sichererem Terrain bewegt, wenn er 1929 in Ideologie und Utopie den Gedanken äußert, der »radikale Anarchismus« sei das moderne Gesicht des chiliastischen Prinzips par excellence, die relativ reinste Ausformung utopischen, millenaristischen Bewußtseins in der Moderne. Mannheim unterscheidet nicht zwischen christlichem Millenarismus und jüdischem Messianismus, aber der jüdische Anarchist Gustav Landauer ist für ihn die ideale Verkörperung des chiliastischen Prinzips – ein Philosoph »von dämonischer Tiefe«. 2Wir kennen Landauer als einen der führenden Köpfe der (ersten) Münchner Räterepublik und verweisen in diesem Zusammenhang auf den deutschen Soziologen Paul Honigsheim (ehemaliges Mitglied des Weber-Kreises in Heidelberg und befreundet mit Lukács und Bloch), der berichtet, bestimmte Teilnehmer der Münchner und der Budapester Räterepublik seien vom Gefühl erfüllt gewesen, einem kollektiven Messias zuzugehören, der die Welt erlösen werde. 3Tatsächlich haben neben Gustav Landauer noch weitere jüdische Intellektuelle (Kurt Eisner, Eugen Leviné, Ernst Toller, Erich Mühsam usw.) eine führende Rolle in den beiden Bayerischen Räterepubliken gespielt, und Lukács und andere Mitglieder der jüdischen Intelligenz Budapests gehörten zu den Anführern der ungarischen Kommune.

Gibt es im jüdischen Messianismus also Aspekte, die mit einer revolutionären, vor allem anarchistischen Weltanschauung in Verbindung treten könnten?

In seinem Aufsatz Zum Verständnis der messianischen Idee im Judentum schreibt Gershom Scholem: »Es liegt in der Natur der messianischen Utopie ein anarchisches Element, die Auflösung alter Bindungen, die in dem neuen Zusammenhang der messianischen Freiheit ihren alten Sinn verlieren.« 4

Diese Bemerkung ist aufschlußreich, aber unsere These lautet, daß die Analogie (oder »Korrespondenz«) zwischen messianischer und libertärer Utopie über dieses Element hinausgeht und sich in mehreren anderen entscheidenden »Momenten« der beiden kulturellen Konfigurationen zeigt. Wir untersuchen diese Korrespondenz und beziehen uns dabei auf das theoretische Paradigma – den Idealtyp des jüdischen Messianismus – von Gershom Scholem und auf einige Ausführungen Karl Mannheims zum radikalen Anarchismus.

1. Im jüdischen Messianismus finden wir zwei Tendenzen, die eng miteinander verbunden und dennoch gegensätzlich sind: Eine restaurative Kraft, die auf die Wiederherstellung eines vergangenen Idealzustands, eines Goldenen Zeitalters und einer verlorenen paradiesischen Harmonie gerichtet ist, und eine utopische Kraft, die eine völlig neue Zukunft und einen Stand der Dinge erstrebt, der noch nie da war. Die Proportion zwischen diesen beiden Kräften ist variabel, aber die messianische Idee kristallisiert sich nur aus ihrer Verbindung heraus. Sie sind unauflöslich ineinander verschlungen und stehen in einem dialektischen Verhältnis, das Scholem folgendermaßen beschreibt:

»Auch das Restaurative hat utopische Momente und in der Utopie werden restaurative Momente wirksam … Das ganz Neue hat Elemente des ganz Alten, aber auch dieses Alte selber ist gar nicht das realiter Vergangene, sondern ein vom Traum Verklärtes und Verwandeltes, auf das der Strahl der Utopie gefallen ist.« 5

Sigmund Mowinckel, ein anderer großer Historiker des jüdischen Messianismus, meint denselben Sachverhalt, wenn er schreibt, in der jüdischen Tradition sei »die Eschatologie eine neue Interpretation der Mythologie der Ursprungszeit«. 6

Dieser Dualismus der messianischen Idee findet seinen Ausdruck im hebräischen Begriff Tikkun . Für die Kabbalisten, vor allem für Isaak Luria und die Schule von Safed, bedeutet Tikkun die Wiederherstellung der großen Harmonie, die durch den Bruch der Gefäße (shvirat hakelim) und später durch Adams Sündenfall zerstört worden ist. Nach Gershom Scholem ist Tikkun der »Weg zum Ende aller Dinge« und zugleich der »Weg zum Anfang«. Er beinhaltet die »Restitution des idealen Zustandes«, die »Wiederherstellung des ursprünglichen Ganzen«. Das Erscheinen des Messias schließt diesen Prozeß der Wiederherstellung ab und bringt Erlösung als »Rückkehr aller Dinge zu ihrem ursprünglichen Kontakt mit Gott«. Die »Welt des Tikkun« (olam hatikkun) ist die utopische Welt der messianischen Reform, wo der Makel an allen Dingen ausgelöscht und das Böse vertrieben sein wird. 7

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