Dulce Cardoso - Die Rückkehr

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Rui, ein portugiesischer Jugendlicher, sitzt gemeinsam mit seiner Familie in einem Haus in Luanda, der Hauptstadt von Angola, und wartet darauf, dass der Onkel kommt, um sie zum Flughafen zu bringen. Alle anderen Häuser in der Umgebung stehen entweder leer oder sind bereits von neuen, dunkelhäutigen Nachbarn besetzt worden.
Wir schreiben das Jahr 1975. Draußen sind Schüsse zu hören, der Onkel verspätet sich, und dann taucht ein Jeep der Befreiungsarmee auf und die Dinge nehmen einen katastrophalen Verlauf.
In ihrem Bestseller erzählt Dulce Maria Cardoso meisterhaft durch die Augen von Rui ihre eigene Geschichte als Flüchtling aus den verlorenen Kolonien und die Ankunft in einem von der Nelkenrevolution erschütterten Portugal. Sie zeigt uns gewöhnliche Menschen, deren Sicht auf die Welt von ebenso radikalen wie unbewussten Vorurteilen geprägt ist, und sie tut es auf eine sensible und äußerst eindringliche Weise.
Ein Buch wie ein Rausch, an dessen Ende man ein wenig erleichtert und zutiefst berührt ist. Vor allem aber hat man eine historische Epoche erlebt, die in Deutschland kaum wahrgenommen wurde.

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Die Worte von Senhor Manuel wurden nie mehr wiederholt, es lohnte sich nicht, 1961 war ein Bubenstreich gewesen, Vater schwieg, er verspürte nicht einmal Lust, Senhor Manuel anzuklagen, als herauskam, was er getan hatte, er hatte einen nagelneuen Audi 100 S ins Mutterland verfrachten lassen, obwohl er nur die erste Rate gezahlt hatte, woraufhin Onkel Zé begann, Senhor Manuel als imperialistischen Dieb zu bezeichnen. Später kam heraus, dass der imperialistische Dieb noch viel schlauer gewesen war, er hatte nämlich Diamanten gestohlen, die seine Frau in ihrem Rocksaum eingenäht mitgenommen hatte. Die Verachtung für Senhor Manuel war wohl das Einzige, was Vater und Onkel Zé gemeinsam hatten, obwohl Onkel Zé noch mehr Grund hatte, Senhor Manuel zu hassen, einem von denen traue ich nicht über den Weg, sagte Senhor Manuel, während er auf dem Mäuerchen des Tabakladens saß, das fehlte mir noch, einem von denen über den Weg zu trauen. Für alle Leute war Onkel Zé einer von denen, doch zu Beginn war er nur der kleine Bruder unserer Mutter gewesen, der eines Tages in Uniform aufgetaucht war, mit einer Tätowierung Angola 1971 und allem, was dazugehörte.

Mutter konnte nicht glauben, dass ihr kleiner Bruder in Uniform vor ihr stand, sie war so glücklich, dass sie Onkel Zé gar nicht durch das Gartentor ließ. Ich ging fort, als du ein Baby warst, und jetzt tauchst du als Soldat hier auf, komm herein, komm herein, und noch eine Umarmung und Onkel Zé machte mit, ohne das Paket, das er aus dem Mutterland mitgebracht hatte, abzulegen, meine Schwester und ich spähten vom oberen Treppenabsatz nach unten und konnten uns nicht entscheiden, ob wir herunterkommen sollten, niemals hätten wir gedacht, dass ein Verwandter aus dem Mutterland an unserer Tür erscheinen würde. Die Verwandtschaft im Mutterland – das waren die Briefe, die kamen und gingen, mit Namen, die noch komischer waren als die der Pretos, Ezequiel, Deolinda, Apolinário, nur dass sie im Mutterland wissen, wie man die Namen ausspricht, es sind schließlich keine matumbos, die Briefe der Verwandtschaft auf sehr dünnem Papier, vollgeschrieben mit schlecht gezogenen Buchstaben, die auf den Linien tanzten, eine Öllampe haben wir Santo Estêvão für den Schlaf von Manelinho gegeben, Cousine Zulmira hat sich mit Aníbal dos Goivos verlobt, die Schweine haben die Zigeunerkrankheit 14, Zé Mateus wird während des Festes der Senhora da Graça konfirmiert werden, Onkel Zeferino ist an dem Knoten, den er im Kopf hatte, gestorben, der Frost hat uns den Weizen vernichtet, Briefe mit vielen Rechtschreibfehlern, man hatte den Eindruck, dass es im Mutterland weder das Lineal noch den Rohrstock von Dona Maria José, unserer Lehrerin, gab. Die ersten Zeilen der Briefe waren immer gleich und fast fehlerfrei, ich hoffe, dieser Brief trifft euch bei guter Gesundheit an, uns geht es Gott sei Dank gut.

Die Verwandtschaft im Mutterland wurde uns von Mutter wie ein Schulfach oder wie der Katechismus beigebracht, mütterlicherseits, väterlicherseits, Onkel, Vettern ersten und Vettern zweiten Grades, Blutsverwandte und Angeheiratete, Tote und Lebende. Manchmal enthielten die Briefe Fotos, in grobe Wolle gekleidete Babys, die an einem runden Tisch mit Häkeldecke saßen, vom Fotoblitz überraschte Verlobte neben demselben Tisch und auf dem Tisch dieselbe Decke, Mädchen bei der heiligen Kommunion mit Rosenkranz und Katechismus in Heiligenposen, derselbe Tisch und dieselbe Häkeldecke, es gab weder einen anderen Tisch noch eine andere Tischdecke im Mutterland. Das Foto, bei dem Mutter am meisten weinen musste, zeigte die Großeltern, zwei Alte in schwarzen Kleidern, eine Großmutter mit Bart und Schnäuzer, was haben wir darüber gelacht, meine Schwester und ich, Großvater groß und gerade wie ein Prinz, ohne Daumen an der Hand, die den Spazierstock hielt, den hatte er beim Holzhacken verloren, in Mutters Erinnerungen taucht oft Feuerholz auf, meine Schwester und ich erfanden die Geschichte, dass Großvater im Krieg verletzt worden war und Mutter korrigierte uns nie vor den anderen Kindern, unser Großvater war im Zweiten Weltkrieg verwundet worden und war deshalb wichtiger als jeder andere Großvater. Mutter kaufte einen Rahmen für das Foto der Großeltern und stellte es auf den Gläserschrank, das erste und letzte Foto von meinen Eltern, Gott behüte sie. Mutter bringt es nicht fertig, das Foto der Großeltern hierzulassen, dafür kann sie das Album mit den getauften Babys, den Brautpaaren und den heiligen Kommunionsmädchen nicht mitnehmen. Wenn Vater nicht alles in Brand steckt, wird die Verwandtschaft aus dem Mutterland den Pretos in die Hände fallen, das Album, auf dessen Cover chinesische Mädchen mit Sonnenschirmen geprägt sind, und ein Seil auf der Rückseite, wenn man daran zieht, spielt eine Musik. Außerdem das Bündel Briefe, das ganz hinten im Kleiderschrank liegt, Mutter hat es mit einer Satinschleife gebunden, die sie in der Kurzwarenhandlung von Dona Guilhermina gekauft hatte, eine Frau mit so großen Brüsten, so groß, dass es die größten Brüste der Welt sein müssen, unmöglich, dass es größere Brüste als diese gibt, selbst in Amerika, wo alles größer und besser ist, gibt es wohl keine Frau, die gewaltigere Brüste hat als Dona Guilhermina.

Endlich gelang es Onkel Zé, mit dem Paket aus dem Mutterland das Tor zu passieren, Mutter zeigte noch auf die Rosen im Garten, als Onkel Zé bereits die Treppe hinaufstieg, Mutter rief ihm aus dem Garten nach, Vorsicht, Vorsicht mit den Vasen, die Treppe war immer voller Vasen, die Vater oft herunterstieß, was für eine schlechte Idee, die Stufen mit Vasen vollzustellen, wer wird Mutters Rosen gießen, Mutter ließ die Rosen nie sterben, an den heißeren Tagen wurden die Rosen der Nachbarinnen so welk, dass sie einem fast leidtun konnten, doch Mutters Rosen nie, auf nichts ist Mutter so stolz wie auf den Garten. Onkel Zé gab uns die Hand, sein Arm so gerade ausgestreckt, als wollte er uns auf Distanz halten, er roch nach Schweiß, schlimmer als die Catinga – der Geruch der Pretos –, vor der Senhor Manuel sich so ekelte, wir streckten die Hände aus, und Mutter, gebt eurem Onkel eine Umarmung, ich spürte einen solchen Widerwillen, wir umarmten ihn und der Schweißgeruch der Uniform blieb an uns haften. Onkel Zé sagte, das Wohnzimmer sei groß und schön, er ließ sich in den grünen Nappaledersessel fallen, der für Besucher da war, Besucher setzten sich nicht auf diese Weise, sie achteten darauf, die Aschenbecher, die Mutter mit einem Zierdeckchen auf die Sessellehnen stellte, nicht umzustoßen, die Frauen setzten sich seitlich wie in den Zeitschriften, und die Ehemänner blieben sehr aufgerichtet sitzen, selbst wenn sie die Beine übereinanderschlugen und ein Glas Ye Monks annahmen, das Mutter zusammen mit dem weinroten Plastikeimer brachte, der das Eis enthielt, Mutters Händen gelang es nicht, das Eis mit dem Greifer festzuhalten, die Tabletten erschwerten alles, was Mutter tat.

Besuch zu haben war eine Heidenarbeit, aber Besuch zu sein war noch schlimmer, wir setzten uns vorsichtig hin und blieben steif wie Schaufensterpuppen sitzen, wir aßen mit betont langsamen Bewegungen, niemand sollte denken, wir hätten Hunger, wir baten nie um Nachschlag beim Nachtisch, auf keinen Fall sollte es so aussehen, als äßen wir zum ersten Mal eine Süßigkeit. Trotz unserer Bemühungen waren wir schlechte Besucher, Vater ließ seine Asche überall fallen und beschwerte sich, wenn der Whiskey nicht Ye Monks war, Mutter stellte unangebrachte Fragen und unterbrach die Gespräche wie ein ungeduldiges Kind, wenn ihre Laune umschlug, ganz zu schweigen vom Gelächter, Mutter fand Dinge lustig, die niemand lustig fand, die Nachbarinnen hatten recht, es gab so vieles, was man Mutter übelnehmen konnte. Meine Schwester machte den Mund nicht auf, außer man fragte sie etwas, und die Schule, Milucha? Meine Schwester lernt nicht gerne, ich auch nicht, Vater sagt, wir seien Faulpelze wie die Pretos, er hat schon ein paar Mal geschworen, er werde uns die Faulheit aus dem Körper treiben und sei es mit Gürtelschlägen, denn Lernen sei die beste Hacke, um das Leben zu beackern. Manchmal wurde Vater wütend, wehe euch, wenn ihr keine guten Noten nach Hause bringt, wir brachten nie gute Noten nach Hause, wir lernten das Nötigste, um durchzukommen, mehr nicht, wir standen nie auf der Ehrentafel und erhielten nie eine Auszeichnung. Editinha stand ständig auf der Ehrentafel, und Milu bekam drei Auszeichnungen. Aber Editinha war hässlich wie irgendwas und hatte Beine so dünn wie Spieße. Milu nicht, Milu war ein Täubchen und Gegé stieg ihr ständig nach.

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