Heinrich Mann - Zwischen den Rassen

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Lola stammt von einer brasilianischen Mutter und einem deutschen Vater ab, sie steht heimatlos zwischen den Rassen, gleich wie das südliche Blut der Mutter und die vom Vater ererbte Gewissenhaftigkeit Konflikte in ihr verursachen, die sie nicht auflösen kann. Mithin hieße der Roman besser «Zwischen den Temperamenten».Thomas Mann schrieb in einem Brief, dass sein Bruder Heinrich «nie so viel Hingabe gezeigt habe» und es «das gerechteste, erfahrenste, mildeste und freieste seiner Werke sei.»Null Papier Verlag

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Sie über­leg­te:

»Soll­te al­les da­her kom­men, dass ich aus ei­nem an­de­ren Lan­de bin? Wenn im Som­mer alle stöh­nen, dann wird mir erst wohl. Na­tür­lich: ich ge­hö­re gar nicht hier­her! Oh, zu Hau­se, wie viel schö­ner war es zu Hau­se!«

Ir­gend­ein glän­zen­des Bild aus Kin­der­ta­gen war ihr un­ver­mu­tet durch den Sinn ge­schos­sen; sie hielt den Atem an: es war fort. Durch Nach­den­ken woll­te sie ihre Ge­füh­le von einst zu­rück­ban­nen: es kam nichts. Und als sie end­lich eins zu hal­ten mein­te, war es nur die Erin­ne­rung an eine An­sicht aus den Tro­pen, die sie kürz­lich in ei­ner Zeit­schrift ge­se­hen hat­te. Kla­gend trat sie ans Fens­ter, die Schul­tern hoch­ge­zo­gen, als trä­fe sie der kal­te Re­gen, der ge­gen die Schei­be schlug.

»Hier bin ich nicht hei­misch ge­wor­den; und das, was mei­ne Hei­mat war, habe ich ver­ges­sen. Wo­hin ge­hö­re ich denn? Drü­ben hat­te ich mei­ne Fa­mi­lie und mei­ne Freun­de. Drü­ben ver­stan­den mich alle. Drü­ben war ich glück­lich.«

Und bit­te­re Ge­dan­ken rich­te­ten sich ge­gen den Va­ter, der sie los­ge­ris­sen und ver­bannt hat­te.

»Wa­rum gra­de mich? Nene hat dort blei­ben dür­fen. Pai kann mich nie­mals lieb­ge­habt ha­ben!«

Lola über­dach­te sei­ne Brie­fe und fand sie kalt. Gleich­wohl schrieb Herr Ga­bri­el ihr je­den zwei­ten Mo­nat; und nur sein be­son­ne­ner kauf­män­ni­scher Stil war schuld, dass sei­ne Sät­ze kühl klan­gen. Lola war nicht ge­stimmt, die Lie­be zu füh­len, die hin­ter den Wor­ten beb­te.

»Nie­mals hat er mich be­sucht in all den Jah­ren! Und wie grau­sam ist er ge­gen Mai ge­we­sen! Mai, die wein­te und mich fest­hal­ten woll­te, als der große Schwar­ze mich fort­trug!«

Das gan­ze fan­tas­ti­sche Grau­sen je­ner Stur­m­nacht ent­stand noch ein­mal in Lola, und mit der Kin­derangst von einst wall­te Sehn­sucht auf:

»Mai!«

Die Arme aus­ge­streckt:

»Mai! Mai!«

Ein wei­ßer, glän­zen­der Ne­bel er­schi­en vor Lo­las Au­gen und, weich dar­um­ge­legt, ein Rah­men aus dunklem Haar. Lola woll­te Züge her­vor­lo­cken: der Ne­bel blieb leer; er droh­te weg­zu­flie­ßen. Sie flüs­ter­te ban­ge Ko­se­wor­te, hielt in ek­sta­ti­scher Be­schwö­rung dem Phan­tom ih­rer Mut­ter die Lip­pen hin: um­sonst. Lo­las Kraft war aus und das Bild zer­ron­nen.

Sie er­gab sich nicht; sie such­te, mit ei­nem Blick der Not, nach Hil­fe um­her, nach ei­nem An­halt – und traf auf eine alte Schreib­map­pe. »Mais Brief!« Sie wühl­te ihn her­aus, leg­te auf­schluch­zend ihre Wan­ge in das alte Pa­pier. »Das kommt von Mai!« Je­der die­ser klei­nen flüch­ti­gen Buch­sta­ben war ein Ge­schenk von Mai an Lola. Sie las dar­über hin, lan­ge Zeit. Dann ent­rät­sel­te sie, mit Hil­fe des Fran­zö­si­schen, ei­ni­ge Wor­te. Dann sprach sie sie laut, füg­te an­de­re hin­zu und horch­te je­dem nach, mit of­fe­nem Mund und seit­wärts ge­wen­de­ten Au­gen. Da­zwi­schen er­reg­tes La­chen: ja, so klang es. Ein Ju­bel­ruf: das war Mais Stim­me! So sag­te Mai dies! Oh, und dies war die schwar­ze Anna, und dies … Die Na­men ehe­ma­li­ger Freun­din­nen klan­gen mit; ein Ge­sicht sprang aus ei­ner Sil­be, eine Be­ge­ben­heit. Lola wuss­te nicht mehr, wo­hin sie lau­schen soll­te. Ihr Geist stürz­te hin­ter al­le­dem her, nach al­len Sei­ten, wie ein Kind hin­ter Schmet­ter­lin­gen. Mi­nu­ten­lang war sie glück­lich. Schließ­lich zer­flat­ter­te al­les – aber Lola war nun ge­wiss: »Ich muss hin­über! Oh, gleich, gleich an Pai schrei­ben!« Sie setz­te sich dar­an, woll­te schmei­cheln, Pai güns­tig stim­men, und fand vor fie­ber­haf­tem Drän­gen kei­ne Wor­te. »Kann ich nicht te­le­gra­fie­ren? Kann ich nicht flie­hen? So­fort? So­fort?« Sie irr­te, hoch­at­mend, durchs Zim­mer. Not­dürf­tig ge­sam­melt, schrieb sie:

»Lie­ber Pai, darf ich jetzt nicht bald zu Euch zu­rück? Du woll­test wohl, dass ich hier et­was ler­nen soll­te. Ich kann Dir ver­si­chern, ich habe schon viel ge­lernt.«

Was sag­te dies! Ge­gen­über er­blick­te sie ihr Spie­gel­bild in ei­nem frem­den Raum, in dem Raum, der sie seit sie­ben Jah­ren um­fing und nun aus­sah wie ein Zu­falls­quar­tier zum Über­nach­ten. Sie dach­te ihr Ge­sicht ne­ben de­nen drau­ßen, rings­um­her: lau­ter Ge­sich­ter mit an­de­ren We­sens­zü­gen, ge­formt von ei­nem frem­den Blut. Im Geist hör­te sie die Stim­men: an­ders fal­len­de Stim­men, Kün­de­rin­nen frem­der in­ne­rer Ge­wohn­hei­ten. Sie schrieb:

»Ich hät­te Dir noch viel zu sa­gen; aber ich kann mich nicht recht aus­drücken, da ich ja kei­ne Spra­che ganz be­herr­sche. Bit­te, er­lau­be mir, dass ich kom­men darf. Ich grü­ße Nene und Mai. Wäre es nicht mög­lich, dass ich ein Bild von Mai be­käme?«

Im Ge­fühl, sich ge­rächt zu ha­ben, ging Lola zu den an­de­ren. Sie be­nahm sich so ent­schie­den und selbst­be­wusst, dass Jen­ny mit ihr re­den muss­te und Er­nes­te sie nicht län­ger durch lei­ses Spre­chen für krank aus­ge­ben konn­te. Am Abend fing sie so­gar mit ei­ner Streit an und, ent­ge­gen ih­rer All­tags­na­tur, be­reu­te sie nichts von dem, was sie im Zorn ge­sagt hat­te.

Sie blieb hoch­ge­mut: wie konn­te Pai ihre Bit­te ab­schla­gen! – Und in­zwi­schen sam­mel­te sie An­hän­ge­rin­nen, de­nen sie den Ton an­gab, de­nen sie half, am Sonn­tag, bei den le­ben­den Bil­dern, in Ko­stü­men und Kunst der Stel­lung die an­de­ren zu be­sie­gen. Die Pen­si­on spal­te­te sich; die eine der Par­tei­en schar­te sich um Jen­ny, die an­de­re um Lola, und jede warb mit Lei­den­schaft um die drau­ßen woh­nen­den Schü­le­rin­nen. Er­bit­ter­te und wort­lo­se Kämp­fe wur­den be­stan­den. Ein­mal ward das Ziel des Ehr­gei­zes dar­in ent­deckt, als ers­te beim Früh­stück zu sein; aber moch­ten Jen­nys Freun­din­nen bei kaum grau­en­dem Tag hin­ab­schlei­chen: Lola mit den Ihren saß doch schon am Tisch. Am Abend hat­te sie von sich zu den an­de­ren, un­ter den Stu­ben­tü­ren hin­durch, einen Bind­fa­den ge­lei­tet. Jede war mit der Nächs­ten ver­bun­den; reg­te sich eine, er­wach­ten alle; und ge­schla­fen hat­te kei­ne. Da­für ge­noss man nun Tri­umph­ge­füh­le, die einen spreng­ten.

Zu Lo­las Hoch­ge­fühl wirk­te Ver­ach­tung mit. Sie übte ihre Macht als Par­tei­füh­re­rin und dach­te da­bei: »Was ihr alle mich an­geht! Wie lan­ge dau­ert dies über­haupt noch! In vier­zehn Ta­gen ist Pais Brief da!« Manch­mal sah sie Er­nes­te an, die nichts ahn­te, und konn­te ihr Frohlo­cken kaum nie­der­rin­gen. Ein­mal ver­riet sie sich. Am Sonn­tag nach­mit­tag hat­te Jen­ny ge­sun­gen, et­was pein­lich Sen­ti­men­ta­les, wo­bei sie him­mel­te und die Fin­ger­spit­zen auf die Brust setz­te. Lola rief aus tiefs­ter See­le:

»Das ist aber über alle Ma­ßen ge­schmack­los!«

Jen­nys An­hän­ge­rin­nen ga­ben dies nicht zu; nicht ein­mal un­ter ih­ren ei­ge­nen wa­ren vie­le der Mei­nung Lo­las. Die Toch­ter ei­nes Reichs­tags­ab­ge­ord­ne­ten sag­te:

»Es war so deutsch.«

»Es war ge­schmack­los!« stieß Lola her­vor. »Wenn es deutsch war, dann war es eben eine deut­sche Ge­schmack­lo­sig­keit!«

Da­rauf ward es still; und wie Lola sich bei den Ihren nach Bei­stand um­sah, wi­chen die Bli­cke ihr aus, und die Schul­tern dreh­ten sich hin und her, bis sie aus Lo­las Nähe wa­ren. Drü­ben ver­setz­te eine spitz:

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