Heinrich Mann - Zwischen den Rassen

Здесь есть возможность читать онлайн «Heinrich Mann - Zwischen den Rassen» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Zwischen den Rassen: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Zwischen den Rassen»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Lola stammt von einer brasilianischen Mutter und einem deutschen Vater ab, sie steht heimatlos zwischen den Rassen, gleich wie das südliche Blut der Mutter und die vom Vater ererbte Gewissenhaftigkeit Konflikte in ihr verursachen, die sie nicht auflösen kann. Mithin hieße der Roman besser «Zwischen den Temperamenten».Thomas Mann schrieb in einem Brief, dass sein Bruder Heinrich «nie so viel Hingabe gezeigt habe» und es «das gerechteste, erfahrenste, mildeste und freieste seiner Werke sei.»Null Papier Verlag

Zwischen den Rassen — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Zwischen den Rassen», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Lola war al­lein.

*

Am Sonn­tag ward sie wie­der zur Groß­ma­ma ge­bracht. Sie be­nahm sich scheu und ver­dros­sen; man ver­lor end­lich die Ge­duld und über­ließ sie nach dem Es­sen sich selbst. Un­zu­frie­den, weil nie­mand mehr sich um sie be­küm­mer­te, drück­te sie sich im Gar­ten um­her. Wie es kalt war in die­sem Lan­de! Ängst­lich und feind­se­lig sah sie zu den grau­en Wol­ken hin­auf, die her­ab­droh­ten. Der Pa­vil­lon, der sie am ers­ten Tage ver­steckt hat­te, da­mals, als sie schon vor­aus­ge­ahnt hat­te, Pai wer­de sie al­lein las­sen: heu­te stand er of­fen, und Lola be­trat ihn. Es wa­ren wun­der­li­che alte Mö­bel dar­in; sie be­müh­te sich, einen Wand­schrank zu öff­nen – da ge­sch­ah ein Pol­tern un­ter ihr. Sie fuhr zu­sam­men. Es pol­ter­te stär­ker, es schlug so­gar ge­gen den Bo­den, auf dem sie stand. Er­starrt, horch­te sie. Ein furcht­ba­rer Krach: nun drang es gleich zu ihr ein; und Lola schrie los, mit al­len Kräf­ten höchs­ter Not:

»Der Teu­fel! Der Teu­fel!«

So­fort hör­te das Pol­tern auf, und im nächs­ten Au­gen­blick stand in der Tür der lus­ti­ge On­kel, ganz bleich, und blick­te Lola zor­nig an. Sie schrie, zu ih­rer Recht­fer­ti­gung und aus Ei­gen­sinn, noch ein­mal: »Der Teu­fel!« Da stürz­te aber der On­kel auf sie zu und leg­te sie über sein Knie … Und nach­dem Lola dies durch­ge­macht hat­te, war es ihr viel leich­ter und sanf­ter. Der On­kel nahm sie bei der Hand und führ­te sie in das Keller­ge­wöl­be un­ter dem Gar­ten­haus. Er zeig­te ihr, wie er Holz ge­hackt habe und wie die ge­schwun­ge­ne Axt manch­mal ge­gen die nied­ri­ge De­cke ge­sto­ßen sei. Was er dazu re­de­te, hat­te einen gu­ten, tröst­li­chen Ton – und Lola ward be­trof­fen und sehr nach­denk­lich. Denn es war klar, dass dies ge­gen alle ihre bis­he­ri­gen Er­fah­run­gen ging. Wenn da­heim aus dem Ur­wald her­aus ir­gend­ei­ne un­ge­wohn­te Stim­me er­scholl, lief es bei den Schwar­zen von Mund zu Mund: »Der Teu­fel«; und blin­zel­te ir­gend­wo ein Licht, das nie­mand kann­te, ward ge­raunt: »Der Teu­fel«. Als der On­kel Holz hack­te, hät­te die schwar­ze Anna nur bei Lola sein sol­len; ganz si­cher wür­de sie ge­wim­mert ha­ben: »Der Teu­fel«. Er war es also nicht? We­nigs­tens nicht im­mer? Das war tröst­lich, und der On­kel war gut, dass er Lola dies ge­lehrt hat­te. Sie lä­chel­te ihm zu. Sie hat­te auf ein­mal alle Men­schen lie­ber, ging ins Zim­mer, um­arm­te die Groß­ma­ma und klatsch­te in die Hän­de bei dem Ge­dan­ken, dass sie auch dem Fräu­lein Er­nes­te et­was recht Lie­bes an­tun wol­le. Eif­rig ver­glich sie im In­nern die schwar­ze Anna mit Fräu­lein Er­nes­te und wun­der­te sich, wie viel nä­her ihr Er­nes­te sei. Die schwar­ze Anna war dumm, mit ih­rem Teu­fel; Lola schäm­te sich ih­rer ein we­nig. Wie sie nach Haus kam, stell­te sie sich vor Er­nes­te hin, sam­mel­te sich und sag­te zu­trau­lich:

»Ast, Boot, Reh, Er­nes­te.«

Da­bei lä­chel­te sie ent­schul­di­gend, denn für ein acht­jäh­ri­ges Mäd­chen war dies na­tür­lich kin­disch; aber was soll­te sie sa­gen? Er­nes­te ver­stand Lola; vor Rüh­rung be­kam sie ein be­küm­mer­tes Ge­sicht und Trä­nen in die Au­gen.

Ei­ni­ge Wo­chen spä­ter schlug sie Lola vor, einen Brief an Pai zu schrei­ben.

»Schrei­be in dei­ner Spra­che.«

Lola tat es; aber sie füg­te mit Ge­nug­tu­ung eine An­zahl ih­rer deut­schen Wör­ter hin­ein: alle wa­ren in ei­nem Brief schon nicht mehr un­ter­zu­brin­gen. Die Ant­wort kam. Auch Herr Ga­bri­el hat­te auf por­tu­gie­sisch ge­schrie­ben; nur am Schluss stand der Satz: »Ich habe dich lieb.« – Und die­se Wor­te, die er noch nie in sei­ner ei­ge­nen Spra­che hat­te äu­ßern dür­fen, wa­ren von ihm mit ei­ner Sü­ßig­keit er­füllt wor­den, die Lo­las schwa­che Hän­de noch nicht her­aus­pres­sen konn­ten. Er­nes­te sah die­se Zei­len lan­ge an und sag­te dann:

»Be­wah­re den Brief gut auf, Kind.«

Den nächs­ten schrieb Lola – sie war vier Mo­na­te bei Er­nes­te – ganz deutsch, und ihr Va­ter ant­wor­te­te eben­so. In­zwi­schen aber war ein Brief an­ge­kom­men; Lola wuss­te nicht gleich, wer ihn ab­ge­schickt habe. Sie war sehr ge­spannt.

»Ah!«

»Nun?« frag­te Er­nes­te.

»Von Mai!« – und sie be­trach­te­te ihn an­ge­strengt.

»Was schreibt dir dei­ne Mama?«

»Ja, ja«, mach­te Lola, und: »Gleich kom­me ich wie­der.«

Sie lief ins Schlaf­zim­mer und buch­sta­bier­te. Mais Schrift sah Lola zum ers­ten Mal; die schö­ne Mai lag im­mer nur in der Hän­ge­mat­te. Wie muss­te sie Lola lieb­ha­ben, dass sie ihr schrieb! Lola küss­te den Brief. Dann ver­such­te sie es noch­mals: nein; wirk­lich, sie ver­stand nichts, oder nur hier und da ein paar Wor­te. »Mai, Mai«, stam­mel­te sie, und plötz­lich wein­te sie. Klein­laut be­rich­te­te sie spä­ter Er­nes­te:

»Jetzt ist es sehr heiß in Rio, schreibt Mai, und hier ist es so kalt.«

Tags dar­auf wuss­te sie:

»Nene war krank und ist nun wie­der ge­sund.«

Sie las im­mer in dem Brief; er hat­te schon Ris­se, Fett­fle­cke und Trä­nen­spu­ren. Ei­nes Mor­gens beim Er­wa­chen fand Lola ihr Händ­chen hoch in der Luft. Im Traum hat­te sie’s nach ei­ner Frucht aus­ge­streckt, die Mai ihr hin­hielt – und zog es nun leer zu­rück. Noch sah sie Mais Ge­sicht: und da ver­stand sie plötz­lich ei­ni­ge von Mais Wor­ten in ih­rem Brief. Schon war Lo­las ers­te Spra­che, Wort für Wort, zu­rück­ge­drängt von ih­rer zwei­ten; neue Ge­sich­ter scho­ben sich ihr vor die al­ten, und eine neue Luft mal­te alle Din­ge an­ders. Drau­ßen schnei­te es; das ers­te Mal hat­te Lola den Schnee für Zu­cker ge­hal­ten, und Mai kann­te ihn noch im­mer nicht. Mai lag in großer Wär­me in ih­rer Hän­ge­mat­te und kann­te, ob­wohl sie Mai war, nichts von al­lem, was Lola sah. Wie rät­sel­haft das war! Lola dach­te sich dar­in fest; sie saß am Bo­den, den Blick nach in­nen, die Lip­pen lei­se ge­löst, und hielt mit al­len Kräf­ten den Ge­schmack sol­ches Ge­dan­kens fest. Manch­mal war es nur ein Wort, ein Name, den sie in sol­cher Wei­se ganz aus­zu­kos­ten such­te: Er­nes­te, wie konn­te je­mand so hei­ßen; Er–­ne–s­te, wie jede der Sil­ben plötz­lich ver­wun­der­lich und ko­misch war. Je­den Au­gen­blick wur­den sie frem­der! Im Früh­ling, auf ei­nem Aus­flug, ward Lola ver­misst und al­lein zwi­schen Wald­hü­geln bei ei­ner Quel­le ge­fun­den. Das nas­se Laub hing um sie her, es roch herb nach Kräu­tern, die Quel­le rann, Lola saß ohne Re­gung. Wor­über sie nach­ge­dacht habe. »Über die Quel­le.« Im Som­mer lag sie oft am Ran­de ei­nes He­lio­trop­bee­tes auf dem Bauch, schob den Kopf zwi­schen die Blu­men und lausch­te in die große Tie­fe die­ses Duf­tes.

Ein Ge­sicht, das sie lan­ge schon kann­te, ward ihr auf ein­mal wie durch­leuch­tet; nun fühl­te sie’s. Ein­mal, im Schul­zim­mer, sah sie, an­statt nach­zu­schrei­ben, un­ver­wandt auf ihre Lieb­lings­leh­re­rin, auf die ra­schen klei­nen Mie­nen und die flin­ken, pi­cken­den Be­we­gun­gen des Fräu­leins.

»Lola, warum siehst du mich im­mer­fort an?« frag­te Fräu­lein Mina. Lola er­klär­te:

»Du aus­siehst wie ein klein Vo­gel.«

Die fran­zö­si­sche Leh­re­rin ward ge­hasst von Lola, be­son­ders seit sie Lola ge­droht hat­te, wenn sie noch län­ger die Kirsch­ker­ne ver­schlu­cke, wer­de ihr ein Kirsch­baum aus dem Hal­se wach­sen. Lola wühl­te sich mit dem Blick in die­ses fet­te, graue, schnüf­fel­na­si­ge Ge­schöpf hin­ein, bis sie in dem Fräu­lein deut­lich eine große, di­cke Rat­te sah und bei ei­ner zu­fäl­li­gen Berüh­rung be­sin­nungs­los auf­schrie!

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Zwischen den Rassen»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Zwischen den Rassen» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Zwischen den Rassen»

Обсуждение, отзывы о книге «Zwischen den Rassen» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x