Heinrich Mann - Zwischen den Rassen

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Zwischen den Rassen: краткое содержание, описание и аннотация

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Lola stammt von einer brasilianischen Mutter und einem deutschen Vater ab, sie steht heimatlos zwischen den Rassen, gleich wie das südliche Blut der Mutter und die vom Vater ererbte Gewissenhaftigkeit Konflikte in ihr verursachen, die sie nicht auflösen kann. Mithin hieße der Roman besser «Zwischen den Temperamenten».Thomas Mann schrieb in einem Brief, dass sein Bruder Heinrich «nie so viel Hingabe gezeigt habe» und es «das gerechteste, erfahrenste, mildeste und freieste seiner Werke sei.»Null Papier Verlag

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In eine Vor­stel­lung, eine Be­gier­de konn­te sie sich ret­tungs­los festren­nen, bis zu klei­nen Ver­bre­chen. Ein­mal log sie, in dem un­ver­mit­tel­ten Dran­ge, eine Sa­che ganz für sich zu ha­ben. Nun hat­te sie’s: ein Ge­heim­nis, und kos­te­te ta­ge­lang aus, dass nie­mand wis­se, was sie wuss­te. Das war ein neu­es Le­ben, eine ei­ge­ne Welt! Et­was spä­ter stif­te­te sie, um des Aben­teu­ers wil­len, eine große Ver­schwö­rung an, ver­bun­den mit Dieb­stahl. Zwar han­del­te es sich um die »Rat­te«, die oh­ne­hin je­den Streich ver­dien­te. Mitt­ler­wei­le nann­ten alle sie so; Lola hat­te den Na­men durch­ge­setzt und in vie­len Wi­der­wil­len er­regt ge­gen die Leh­re­rin. Es war nicht schwer, die Mäd­chen zu über­zeu­gen, dass sie der Rat­te eine große, scheuß­li­che Pup­pe ins Bett le­gen müss­ten. Man brauch­te eine Mas­ke, eine Hau­be, eine Ja­cke, eine Bril­le. Das Geld? Man wuss­te doch, wo die Rat­te ih­res auf­be­wahr­te. Es war nur ge­recht, dass sie selbst sich die Pup­pe kauf­te. So ge­sch­ah es. Die Rat­te fiel zu­erst in Ohn­macht, und wie der Ver­lust des Gel­des her­aus­kam, er­litt sie einen Wein­krampf. Lola sah ihn mit an, sie sah den Schmerz des häss­li­chen und gei­zi­gen Ge­schöp­fes, ward hin­ein­ge­zo­gen und leb­te ihn mit, au­ßer sich vor Reue. Sie sah eine di­cke Rat­te sich ängs­ti­gen, die sie ver­gif­tet hat­te, und hät­te gern, wenn es noch mög­lich ge­we­sen wäre, das Gift selbst ge­ges­sen. Sie bat um Ver­zei­hung, nahm so­gar, mit lei­den­schaft­li­cher Selb­st­über­win­dung, die Hand der Rat­te. Den­sel­ben Ekel emp­fand sie auch jetzt noch; aber sie sah die­ses We­sen lei­den, sah un­end­lich mehr da­von, als die an­de­ren sa­hen, und be­griff nicht mehr, wie sie solch Lei­den hat­te zu­fü­gen mö­gen! Viel lie­ber statt an­de­rer lei­den! In man­cher Nacht kam ihr die Fra­ge: »Wenn ich mich le­ben­dig be­gra­ben las­sen soll­te, oder Er­nes­te soll­te ster­ben, oder Mai: was wür­de ich wäh­len?« Sie warf sich seuf­zend und heiß um­her: nun hieß es sich ent­schei­den, das Furcht­bars­te auf sich neh­men. Und plötz­lich war sie hin­durch, sah Licht, war sanft und süß durch­ron­nen und hat­te sich dar­ge­bracht: »Oh, lie­ber, viel lie­ber will ich le­ben­dig be­gra­ben wer­den!«

Sie war er­schüt­tert; ein Drang nach Güte, eine schmerz­li­che Wal­lung von Lie­ben­wol­len hob ihr Herz auf – und da kam recht­zei­tig der neue Ge­schichts­leh­rer, Herr Diet­rich. Er war schüch­tern und iro­nisch, und er sprach im­mer wie zu er­wach­se­nen Da­men. Alle in­ter­es­sier­ten sich für ihn, ei­ni­ge er­kun­de­ten sei­ne Le­ben­sum­stän­de. Er wohn­te mit sei­ner Mut­ter und sei­nen jun­gen Ge­schwis­tern zu­sam­men und un­ter­hielt sie. Wie Lola von sei­nem Le­ben träum­te! Lieb­reich muss­te es da­hin­flie­ßen, voll sanf­ter, gü­ti­ger, ed­ler Ge­dan­ken. Mit zwei an­de­ren, die für ihn schwärm­ten, wag­te sie es un­ter ei­nem Vor­wand, ihn auf­zu­su­chen. Kein Tep­pich lag auf den wei­ßen Die­len sei­nes Zim­mers. Herr Diet­rich stand von sei­nem Schreib­tisch auf, der da­bei ins Wan­ken kam, und deck­te ver­le­gen ein Kis­sen auf einen Riss im Le­der­so­fa. Das gan­ze Haus roch nach sau­rer Milch. Ta­ge­lang er­bit­ter­te Lola sich ge­gen Er­nes­te, die ihn nicht bes­ser be­zahl­te. Alle hät­ten hin­ge­hen sol­len und es ihr vor­hal­ten. Lola son­der­te sich ab, so­oft sie konn­te, lern­te den Leit­fa­den der Ge­schich­te aus­wen­dig, und wenn sie ihn sich wie­der­hol­te, war es ihr, als sag­te sie ihm et­was Lie­bes. Als sie an ei­nem März­tag, es lag noch Schnee, al­lein im Gar­ten ge­we­sen war, kam sie er­regt zu Er­nes­te ge­lau­fen.

»Er­nes­te, ich weiß jetzt, wie der Früh­ling aus­sieht!«

»Wie­so?«

»Wie Herr Diet­rich sieht er aus!«

Lola leuch­te­te. Die Of­fen­ba­rung, die sie so­eben emp­fan­gen hat­te, war ein­fach und tief­wahr.

Er­nes­te dach­te: »Mit zwölf Jah­ren schon? …« Sie fass­te sich und äu­ßer­te:

»Aber Kind, für ein Mäd­chen, das bald drei­zehn wird, ist das doch zu kin­disch. Herr Diet­rich ist na­tür­lich ein Mensch wie wir alle.«

Lola stutz­te. War er das? Wa­rum muss­te sie dann so viel an ihn den­ken? Im­mer hat­te sie je­nen leich­ten Ge­ruch von sau­rer Milch in der Nase, so viel dach­te sie an Herrn Diet­rich. »Ich will ihn mir ganz ge­nau an­se­hen.« Gera­de heu­te war Herrn Diet­rich sein gel­ber Strumpf über sei­nen schwar­zen Schuh ge­rutscht. Lola starr­te fins­ter und nach­denk­lich dar­auf hin. Ähn­li­ches konn­te man auch bei an­de­ren Leh­rern se­hen; aber Herr Diet­rich, der so edel war, an den Lola so viel den­ken muss­te! Nun be­merk­te sie auch, wie Herr Diet­rich sich mit Jen­ny ab­gab; wie die di­cke, fre­che Jen­ny, das Kinn auf der ge­ziert aus­ge­spreiz­ten Hand, ihn an­schmach­te­te; wie er er­rö­tend weg­sah und, nach­dem er ein we­nig an sei­nem Knei­fer ge­rückt hat­te, ihr zu­lä­chel­te. Da ward es Lola kalt und zor­nig zu Sinn; es trieb sie, Herrn Diet­rich zu zei­gen, dass er für sie durch­aus kein Ide­al sei. Er stand gra­de vor ihr; sei­ne röt­li­che, kno­chi­ge Hand lag auf ih­rem Tisch, und in sei­ner Man­schet­te konn­te sie Haa­re se­hen. Vor­sich­tig führ­te sie zwei Fin­ger hin­ein, er­fass­te ein Haar, mach­te »Kieks!« – und da hat­te sie’s. Herr Diet­rich zuck­te zu­sam­men; dann rief er mit ro­ter, ent­rüs­te­ter Mie­ne:

»So et­was tut man nicht!«

Lola, ziem­lich er­schro­cken über ihre Tat, aber trot­zig, be­trach­te­te das Haar.

»Gib’s her!« – und Herr Diet­rich nahm es ihr weg.

Als er sie spä­ter et­was frag­te, ant­wor­te­te sie nicht, ob­wohl sie’s wuss­te. Sie be­schloss, ihm brief­lich ihre Ver­ach­tung aus­zu­spre­chen. Den gan­zen Nach­mit­tag ar­bei­te­te sie dar­an. »Wenn ich einen Men­schen gern habe, ver­lan­ge ich mehr von ihm als von an­de­ren; Sie ha­ben mich sehr ent­täuscht«, woll­te sie ihm sa­gen, und: »Ich bin viel zu stolz, um je­mand noch gern zu ha­ben, der eine an­de­re liebt.« In­des fiel ihr ein, dass Herr Diet­rich von ih­rer Nei­gung nichts ge­wusst habe, und dass ihn dar­um auch ihre Ent­täu­schung nichts an­ge­he. Wahr­schein­lich wür­de er ihr mit sei­ner ent­rüs­te­ten Mie­ne den Brief zu­rück­ge­ben und dazu schrei­en: »So et­was tut man nicht!«

Sie hielt sich nun für fer­tig mit der Lie­be. Den­noch ver­lor sie den Win­ter dar­auf ihr Herz an einen ita­lie­ni­schen Lei­er­kas­ten­mann. Sie lag im Fens­ter und leb­te in sei­nen Au­gen. Bleich und trau­rig schmach­te­te er her­auf. Lola sag­te:

»Wie ist er schön! Ich habe noch nie einen so schö­nen Mann ge­se­hen.«

Die di­cke Jen­ny stör­te sie dies­mal nicht, im Ge­gen­teil, sie frag­te, ob Lola sei­ne Be­kannt­schaft ma­chen wol­le, sie be­glei­te sie gern. Lola schrak zu­rück, sie wuss­te noch nicht, wo­vor. Aber am Sonn­tag war­te­te sie mit ih­rem gan­zen Wo­chen­geld. Der Ita­lie­ner kam, nur war er be­trun­ken und kot­be­spritzt, fing Streit an und ward ver­haf­tet. Lola warf aufs Ge­ra­te­wohl ihre zehn Mark hin­un­ter und ret­te­te sich.

Die Tren­nung von die­ser Lie­be war hart. Wo­chen­lang zuck­te Lola schmerz­lich zu­sam­men, pfiff je­mand auf der Stra­ße eine von des Ita­li­e­ners Ari­en. Bei der An­kün­di­gung der Oper, aus der sie stamm­ten, ge­riet Lola in Er­re­gung und ver­lang­te hin. So­gar die Beglei­tung der Rat­te nahm sie mit in den Kauf. Auf ih­rem Bal­kon­platz be­kam sie Herz­klop­fen; aber wie sie sich den Lei­er­kas­ten­mann vor Au­gen ru­fen woll­te, be­merk­te sie, dass sein Bild un­auf­find­bar war und dass nur die Klän­ge und Ge­bär­den von dort drü­ben sie er­füll­ten und be­weg­ten. Ihr schi­en es der ers­te Thea­ter­be­such; und al­les mu­te­te sie wie ei­ge­ne tie­fe Erin­ne­run­gen an. Woran sie je­mals ah­nungs­voll ge­rührt hat­te, das war hier auf­ge­schlos­sen und ent­zau­bert. Der letz­te Duft schö­ner Blu­men, Na­men, Ge­sich­ter schi­en hier her­aus­ge­presst. Die Wor­te klan­gen alle vol­ler und sinn­rei­cher, die Din­ge hat­ten hö­he­re Far­ben, die Mie­nen er­glänz­ten in­ni­ger. Hier wie­der­hol­te sich, hät­te man mei­nen sol­len, das Le­ben Lo­las in stär­ke­rem Licht: als habe sie dort auf der Büh­ne ihr ei­ge­nes Herz, hö­her schla­gend, vor Au­gen. Al­les, wo­für man sonst kei­ne Ver­wen­dung wuss­te, konn­te hier spie­len. Man konn­te sich ganz ge­ben, wie man war; denn die Men­schen hiel­ten end­lich das, was man sich von ih­nen ver­sprach. Der Held die­ser Oper war so edel, wie Herr Diet­rich hät­te blei­ben sol­len, und so schön wie der Ita­lie­ner, ohne sich da­bei zu be­trin­ken.

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