Heinrich Mann - Zwischen den Rassen

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Lola stammt von einer brasilianischen Mutter und einem deutschen Vater ab, sie steht heimatlos zwischen den Rassen, gleich wie das südliche Blut der Mutter und die vom Vater ererbte Gewissenhaftigkeit Konflikte in ihr verursachen, die sie nicht auflösen kann. Mithin hieße der Roman besser «Zwischen den Temperamenten».Thomas Mann schrieb in einem Brief, dass sein Bruder Heinrich «nie so viel Hingabe gezeigt habe» und es «das gerechteste, erfahrenste, mildeste und freieste seiner Werke sei.»Null Papier Verlag

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Bei der Heim­kehr war es Lola, als habe sie nun ein Zau­ber­wort er­fah­ren: Schau­spie­le­rin, und sei da­durch er­löst und mit sich selbst be­kannt ge­macht.

»Wie son­der­bar!« dach­te sie im Bett und starr­te zur dunklen De­cke hin­auf; »das also bin ich!« Er­nes­te rühr­te sich, und Lola hät­te sie fast, in ra­scher Re­gung, auf­ge­weckt und ihr Schick­sal Er­nes­te of­fen­bart. Noch hielt sie zu­rück; sie hat­te sich erst selbst an sei­ne Er­kennt­nis zu ge­wöh­nen. Beim Auf­wa­chen aber er­schüt­ter­te sie so­gleich ein großer Ju­bel; sie mach­te sich schnell fer­tig und lief zu Er­nes­te, ge­ra­de so herz­haft und ohne Arg wie da­mals, als sie mit der Nach­richt kam, der Früh­ling sehe aus wie Herr Diet­rich.

»Er­nes­te!« rief Lola. »Weißt du, was ich wer­den will? Schau­spie­le­rin!«

»Auch gut«, er­wi­der­te Er­nes­te und be­fes­tig­te ge­las­sen den Pa­pier­de­ckel auf ei­nem Glas mit Ein­ge­mach­tem. Lola er­klär­te freu­dig:

»Ges­tern im Thea­ter habe ich es ge­merkt, und jetzt weiß ich es ganz ge­nau.«

»Dum­mes Kind; trin­ke lie­ber dei­nen Ka­kao.«

»Wa­rum dumm? Ich glau­be, dass ich Ta­lent habe.«

»Das glau­be ich auch: du re­zi­tierst sehr nied­lich; des­we­gen ver­fällt aber doch kein ver­stän­di­ges Mäd­chen auf sol­ches dum­me Zeug. Möch­test du wohl einen Löf­fel Gicht­bee­ren­kom­pott?«

Ver­wirrt ließ Lola sich den Löf­fel in den Mund schie­ben.

»Nun geh, Kind«, sag­te Er­nes­te, und Lola ging, den Kopf ge­senkt. Vor der Tür zum Früh­stücks­zim­mer rich­te­te sie sich auf und kehr­te nach der Spei­se­kam­mer zu­rück.

»Er­nes­te!«

Lola war blass, ihre Stim­me hat­te ge­zit­tert; Er­nes­te sah sie sprach­los an.

»Er­nes­te, du hast so ge­tan, als ob es Scherz wäre. Es ist mir aber ganz ernst.«

»Umso schlim­mer«, sag­te Er­nes­te, pol­ternd vor Schre­cken. »Geh ins Klas­sen­zim­mer und er­war­te, wel­che Straf­ar­beit ich dir auf­ge­ben wer­de!«

»Ich will alle Straf­ar­bei­ten ma­chen, die du mir auf­gibst, Er­nes­te. Aber ich bin fest ent­schlos­sen, Schau­spie­le­rin zu wer­den.«

Lola re­de­te das wie ein Dik­tat; ir­gend­ei­ne Macht weih­te sie zum Spre­chen.

»Es ist das ers­te Mal, dass ich so zu dir spre­che, Er­nes­te; dar­aus kannst du er­se­hen, wie wich­tig dies ist«, sag­te sie sanft, mit feuch­ten Au­gen; denn Er­nes­te tat ihr leid. Er­nes­te war auf einen Holz­sche­mel ge­fal­len; ihre von Frucht­saft blau­en Fin­ger la­gen wie tote klei­ne Sol­da­ten durch­ein­an­der im Schoß; ihr Ge­sicht war ganz lang und über alle Ma­ßen ver­stört.

»Was kannst du denn auch da­ge­gen ha­ben«, mein­te Lola, »wenn ich es nun ein­mal als mei­nen Be­ruf er­kannt habe.«

Da aber kam al­les wie­der zu Le­ben an Er­nes­te; sie sprang auf.

»Dein Be­ruf? Eine un­an­stän­di­ge Per­son zu wer­den, das soll dein Be­ruf sein? Dazu habe ich dich durch sie­ben Jah­re auf Got­tes We­gen er­hal­ten? Du weißt nicht, was du re­dest; das ist das ein­zi­ge, was mir noch Hoff­nung lässt. Jen­ny, mein Kind, sie weiß nicht, was sie re­det; schwei­ge um Got­tes wil­len über das, was du ge­hört hast!«

Lola wand­te sich um: in der Tür stand die di­cke Jen­ny und sah sie mit heuch­le­ri­schem Ent­set­zen an.

»Du be­greifst, Jen­ny, wenn sie da­bei blie­be, das wäre noch schlim­mer als das mit Su­san­ne, und da­von habe ich doch schon graue Haa­re. Ver­sprich mir, mein Kind, dass nie­mand et­was er­fah­ren soll!«

Jen­ny ver­sprach es ar­tig. Dann entließ Er­nes­te sie; und da sie un­be­ach­tet stand, ging auch Lola. Er­nes­tes Auf­re­gung be­griff sie nicht. Lola woll­te zur Büh­ne und mög­li­chen­falls die­sel­ben Stücke spie­len, die in der Klas­se ge­le­sen wur­den. Was hat­te das mit Su­san­ne zu tun, die weg­ge­schickt war, weil sie ir­gen­det­was, nicht recht Ver­ständ­li­ches, mit dem Gärt­ner zu tun ge­habt ha­ben soll­te? Lola saß in Rät­seln; aber schon nach der ers­ten Un­ter­richts­stun­de fing sie neu­gie­ri­ge Bli­cke auf, die so­gleich, mit künst­li­cher Fremd­heit, weg­ge­lenkt wur­den. Und auch die Leh­re­rin, die jetzt dar­an­kam, starr­te erst ein­mal Lola recht un­ver­schämt for­schend ins Ge­sicht, und dann rich­te­te sie plötz­lich das Wort an eine an­de­re. In der Pau­se be­merk­te Lola, dass man­che ihr aus­wi­chen und dass ei­nem harm­lo­sen Mäd­chen, mit dem sie sprach, von Jen­ny und meh­re­ren an­de­ren so lan­ge be­deut­sam ge­winkt ward, bis es sich ver­le­gen von Lola los­mach­te. Lola ging ge­ra­de­wegs auf Jen­ny zu: was das ei­gent­lich hei­ße. Jen­ny wen­de­te sich ge­pei­nigt hin und her, mur­mel­te, als sei sie um Lo­las wil­len in Sor­ge, dass nur kei­ne es höre: das wis­se Lola wohl selbst am bes­ten. Und rasch tauch­te sie in einen Kreis Schwat­zen­der.

Er­nes­tes Be­neh­men war noch viel auf­fal­len­der. Lola er­in­ner­te sich nicht, dass Er­nes­te je­mals län­ger als eine Nacht mit ihr böse ge­we­sen war. Am Mor­gen hat­te sie sich im­mer an­mer­ken las­sen, dass sie gern ver­söhnt wer­den wol­le. Da­bei ging sie bei­na­he bit­tend zu Wer­ke; nach je­der von Lo­las Un­ge­zo­gen­hei­ten war Er­nes­te es, die ge­wis­ser­ma­ßen Ver­ge­bung such­te und de­ren Mie­ne um ein gu­tes Wort warb. Lola bat schwer um Ver­zei­hung. Wenn sie sich dazu ent­schloss, tat sie’s aus Mit­leid mit Er­nes­te. Das jun­ge Mäd­chen dach­te dann an des Kin­des ers­te Be­geg­nung mit Er­nes­te: als Er­nes­te zu­erst streng auf sie ein­ge­drun­gen und plötz­lich, wie sie Lo­las Trä­nen sah, ganz aus der Fas­sung ge­ra­ten war. So ging es im­mer. Er­nes­te schi­en sich manch­mal viel zu dün­ken, und plötz­lich fiel sie in Schüch­tern­heit. Nach­dem sie an­fangs ihre gnä­di­ge Ge­sin­nung als Be­loh­nung hin­ge­stellt hat­te, be­müh­te sie sich schließ­lich um Lo­las Zu­nei­gung. Was sie be­kam, war eine et­was ge­ring­schät­zi­ge Freund­lich­keit.

Jetzt aber ge­bär­de­te sich Er­nes­te Tag um Tag trau­rig und be­hut­sam ge­gen Lola: wie wenn Lola schwer krank sei und man kön­ne mit ihr nur noch we­nig und lei­se re­den. Lola sah: auch die wohl­wol­len­den Mit­schü­le­rin­nen be­ka­men da­von die Emp­fin­dung, Lola sei auf­ge­ge­ben – und sie selbst ge­riet über sich ins un­kla­re. Hät­te Er­nes­te ihr Sze­nen ge­macht, Lola wür­de sich ver­steift, sich be­haup­tet ha­ben. So er­schi­en, was sie ge­wagt hat­te, all­mäh­lich ihr selbst als et­was Un­ge­heu­er­li­ches. Kei­ne an­de­re also war des­sen fä­hig! Lola fühl­te sich ab­ge­son­dert, ihre Schrit­te un­heim­lich ge­dämpft, ihr gan­zes Da­sein frag­wür­dig. »Bin ich denn an­ders als alle?«

Da er­in­ner­te sie sich ge­wis­ser Träu­me, ge­wis­ser ah­nen­der, grü­beln­der Ge­füh­le, für die sie, kam sie da­mit her­aus, nir­gends Ver­ständ­nis ge­fun­den hat­te. Be­frem­det und et­was pein­lich be­rührt, hat­te man sie ste­hen­ge­las­sen. Die bes­ten hat­ten gut­mü­tig ge­lacht. Auch das mit Herrn Diet­rich und dem Früh­ling fiel Lola wie­der ein, und nun be­deck­te sie, im ver­schlos­se­nen Schlaf­zim­mer, die Au­gen mit den Hän­den, glü­hend rot durch die­se vor Jah­ren ge­spro­che­nen Wor­te. Plötz­lich rich­te­te sie sich auf.

»Und ich bin doch so!« sag­te sie laut vor sich hin, und:

»Auch ich habe mein Recht!«

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