Heinrich Mann - Zwischen den Rassen

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Lola stammt von einer brasilianischen Mutter und einem deutschen Vater ab, sie steht heimatlos zwischen den Rassen, gleich wie das südliche Blut der Mutter und die vom Vater ererbte Gewissenhaftigkeit Konflikte in ihr verursachen, die sie nicht auflösen kann. Mithin hieße der Roman besser «Zwischen den Temperamenten».Thomas Mann schrieb in einem Brief, dass sein Bruder Heinrich «nie so viel Hingabe gezeigt habe» und es «das gerechteste, erfahrenste, mildeste und freieste seiner Werke sei.»Null Papier Verlag

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»Du bist eben eine Bra­si­lia­ne­rin!«

»Wenn sie das noch wäre«, ent­geg­ne­te die Toch­ter des Ab­ge­ord­ne­ten. »Aber sie ist nichts; sie ist –«

Mit ge­krümm­ten Lip­pen, die das Wort un­ter Selb­st­über­win­dung her­vor­brach­ten:

»In­ter­na­tio­nal!«

Der Ekel im Ge­sicht der Spre­chen­den steck­te alle üb­ri­gen Mie­nen an; und als habe man ne­ben sich eine Schan­de, wand­te man sich schwei­gend zu et­was an­de­rem. Ein Dienst­mäd­chen trat ein:

»Fräu­lein Lola, ein Brief für Sie!«

Von Pai! Lola stürz­te da­mit hin­aus, schloss sich ein. Sie zit­ter­te, und im jä­hen Ge­fühl, in ei­ner äu­ßers­ten Mi­nu­te ih­res Schick­sals zu ste­hen, mur­mel­te sie: »Mein Gott! Mein Gott!«

Dann er­fuhr sie:

»Mei­ne lie­be Toch­ter! Dei­ne Nach­rich­ten habe ich er­hal­ten und ih­nen zu mei­nem Be­dau­ern ent­nom­men, dass die dor­ti­gen Ver­hält­nis­se Dir nicht mehr so zu­zu­sa­gen schei­nen, wie ich ge­wünscht und er­war­tet hät­te. Es ist je­der­zeit für uns von Nut­zen, un­se­rer Um­ge­bung Wohl­wol­len ent­ge­gen­zu­brin­gen; umso mehr aber er­scheint dies ge­bo­ten, wenn wir, mensch­li­cher Be­rech­nung nach, einen großen Teil un­se­res Le­bens am frag­li­chen Plat­ze ver­brin­gen wer­den. Üb­ri­gens den­ke ich mich in ei­ni­ger Zeit per­sön­lich nach Dir um­zu­se­hen, und ver­spre­che ich mir von die­sem, nicht durch mei­ne Schuld so lan­ge ver­scho­be­nen Wie­der­se­hen eine be­deu­ten­de Ge­nug­tu­ung. So­mit hal­te ich ein Her­kom­men dei­ner­seits zur­zeit nicht für an­ge­zeigt. Du darfst ver­si­chert sein, dass wir nicht mehr all­zu lan­ge ge­trennt blei­ben wer­den, und dass, wenn ich einst in der Lage sein wer­de, mei­nen Wohn­sitz ganz nach dort zu ver­le­gen, auch Dei­ne Mut­ter mit hin­über­kom­men wird. Dei­ne Mut­ter grüßt Dich, kann Dir je­doch das ge­wünsch­te Bild nicht schi­cken, da sie sich neu­er­dings auf kei­ner Fo­to­gra­fie mehr ge­trof­fen fin­det.

Über das, mein lie­bes Kind, was wir im Le­ben sein wer­den, ent­schei­det das Blut, wel­ches wir bei un­se­rer Ge­burt mit­be­kom­men. Un­ter ei­nem nicht bluts­ver­wand­ten Volk wer­den wir uns nie­mals voll­kom­men wohl und hei­misch füh­len. In Dir, mei­ne Toch­ter, fließt, wie ich hof­fe und glau­be, ein vor­wie­gend deut­sches Blut, und als deut­sches Mäd­chen ge­den­ke ich Dich der­einst wie­der­zu­fin­den. Es wird Dei­ne Auf­ga­be sein, Dich dort mehr und mehr hei­misch zu ma­chen.

Nimm die­se Wor­te von Dei­nem Va­ter mit Lie­be auf. Es ist und kann ja nur mein ein­zi­ger Wunsch sein, Dich glück­lich und zu­frie­den durchs Le­ben schrei­ten zu se­hen.«

Lola war fer­tig und nahm doch das Blatt nicht von den Au­gen. Kein Bild von Mai, nicht ein­mal das! Nicht nach Hau­se, kein Bild, kein gu­tes Wort. Denn die­se alle hör­ten sich hart und ver­ständ­nis­los an. Sich hei­misch ma­chen! Hier, wo sie noch so­eben be­schimpft und ge­äch­tet war! Pai wuss­te nichts; nie­mand woll­te et­was wis­sen von Lola. Al­les aus, al­les aus.

»Was ist dir?« frag­te, als es zum Es­sen ge­läu­tet hat­te, teil­nahms­voll Er­nes­te. »Du hast doch kei­ne schlech­ten Nach­rich­ten von den Dei­nen?«

»O nein, es geht ih­nen gut; aber mir selbst ist nicht wohl.«

Sie be­kam die Er­laub­nis, sich so­gleich nie­der­zu­le­gen, und war froh, als der Arzt ein we­nig Fie­ber fest­stell­te. Im Bett blei­ben, nie­mand se­hen, nur nicht den Bli­cken der Frem­den aus­ge­setzt sein. Lola fühl­te gar kei­nen Mut, sich zu be­haup­ten. Wie sie, drei Tage spä­ter, sich wie­der zeig­te, ge­noss sie die Vor­rech­te der Ge­ne­sen­den, durf­te schwei­gen und Lau­nen nach­ge­ben. Sie saß bleich und schwach da, und an­statt ei­ner Leh­re­rin zu ant­wor­ten, mus­ter­te sie sie, als er­blick­te sie sie zum ers­ten Mal. Was für ein Ge­sicht war doch dies; wie viel Un­schö­nes ent­hielt es! Die­se im­mer ge­är­ger­ten Au­gen, die gel­ben Schlä­fen, die klein­li­chen Fal­ten, die den Mund zer­knif­fen! Vor Lo­las star­rem Blick ward es äl­ter, im­mer äl­ter und end­lich zur Mu­mie. Er­schreckt riss sie sich los. We­nig spä­ter aber sah sie sich im Ge­sicht ei­ner re­zi­tie­ren­den Mit­schü­le­rin fest, des­sen Lee­re sich Lola plötz­lich auf­tat wie ein Ab­grund.

Das ward zur Sucht. Sie las aus ei­nem der vie­len Ge­sich­ter, die ihr jetzt ab­sto­ßend schie­nen, alle in der Fa­mi­lie mög­li­chen Ab­wei­chun­gen des Ty­pus her­aus, und ward be­drängt von Frat­zen. Die Dumm­heit oder Ge­wöhn­lich­keit ge­wis­ser Züge über­wäl­tig­te sie täg­lich wie­der, wuchs ihr ent­ge­gen, wie eine Son­ne, in die man fällt. Lola at­me­te dann kür­zer und mein­te zu ver­blö­den.

Sie be­kam einen quä­lend fei­nen Sinn für das Al­ber­ne ei­nes Ton­fal­les und das Un­ter­ge­ord­ne­te ei­ner Ge­bär­de. Sie frohlock­te und litt bei je­der Ge­schmack­lo­sig­keit, die je­mand be­ging. Sie leg­te eine Lis­te der Arm­se­lig­kei­ten an, die um sie her ge­sch­a­hen und ge­re­det wur­den, und las dar­in mit bit­te­ren Ra­che­ge­füh­len. So wa­ren ihre Fein­din­nen! Denn Lola war über­zeugt, dass alle sie hass­ten, und sie er­wi­der­te es ih­nen. Aus je­der Grup­pe von Mäd­chen glaub­te sie ih­ren Na­men zu hö­ren; sie trat hin­zu: »Sprecht wei­ter, bit­te«; und ihre Stim­me, die sie aus ih­rer Ein­sam­keit un­ter die Fein­de schick­te, woll­te höh­nisch sein und war un­si­cher. Ei­nes Abends beim Tee­ma­chen ex­plo­dier­te die Spi­ri­tus­ma­schi­ne und über­schüt­te­te Lola mit blau­en Flämm­chen. Wäh­rend sie noch mit ei­ner Ser­vi­et­te ihr Kleid ab­tupf­te, rief sie schon:

»Das warst du, Ber­ta! Du wuss­test wohl, dass ich heu­te an der Rei­he war, Tee zu ma­chen; ei­gens des­we­gen hast du vor­her auf­ge­gos­sen und hast den Docht falsch ein­ge­schraubt!«

»Um des Him­mels wil­len, Lola, ich habe dich doch nicht ver­bren­nen wol­len!«

»Wer hat mir neu­lich die glü­hend hei­ße Schüs­sel in die Hand ge­ge­ben?«

»Ich wuss­te es doch nicht! Auf der an­de­ren Sei­te war sie kalt!«

Das gut­mü­ti­ge Mäd­chen wein­te fast. Er­nes­te be­merk­te kum­mer­voll:

»Du bist miss­trau­isch, Lola, das ist kei­ne schö­ne Ei­gen­schaft.«

Lola war miss­trau­isch, weil sie sich ver­ra­ten fühl­te. Sie war emp­find­lich, weil sie al­lein und im­mer auf der Wacht war. An­de­re hat­ten Stüt­zen: das An­se­hen ei­nes Va­ters, einen Na­men, je­mand, der sie be­such­te. Eine klei­ne plum­pe Per­son mit Eu­len­au­gen und Bril­len da­vor ging, so­oft sie sich ir­gend­wie bla­miert hat­te, um­her und wie­der­hol­te: »Ich habe das Wört­chen von. Du hast es nicht, ich aber habe es.« Lola such­te ver­geb­lich nach ei­ner Ra­che da­für. Da aber be­geg­ne­te ihr in der Zei­tung, dass der Reichs­tags­ab­ge­ord­ne­te, der Va­ter ih­rer ärgs­ten Fein­din, Ban­ke­rott ge­macht habe. Das Herz klopf­te ihr bis an den Hals vor Freu­de. War’s eine Schan­de, »in­ter­na­tio­nal« zu sein, war’s hof­fent­lich auch eine, Ban­ke­rott zu ma­chen! Mit dem Zei­tungs­blatt lief Lola von ei­ner zur an­de­ren, ge­folgt von der Toch­ter des Ab­ge­ord­ne­ten, die jam­mer­te: »Es ist nicht wahr« und end­lich zu Er­nes­te floh, sie möge Lola Ein­halt tun. Aber Lola war un­er­bitt­lich. Da­für konn­te sie’s, als un­er­war­tet Jen­nys rote, spie­ßi­ge Mut­ter bei Tisch saß und das Wort führ­te, vor Er­bit­te­rung und Gram nicht bis zu Ende aus­hal­ten, muss­te sich in ihr Zim­mer ret­ten und einen Wein­krampf durch­ma­chen. »Nie wird Mai kom­men! Die häss­li­chen, ge­wöhn­li­chen Men­schen sind we­nigs­tens gut mit ih­ren Kin­dern!«

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