Heinrich Mann - Zwischen den Rassen

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Lola stammt von einer brasilianischen Mutter und einem deutschen Vater ab, sie steht heimatlos zwischen den Rassen, gleich wie das südliche Blut der Mutter und die vom Vater ererbte Gewissenhaftigkeit Konflikte in ihr verursachen, die sie nicht auflösen kann. Mithin hieße der Roman besser «Zwischen den Temperamenten».Thomas Mann schrieb in einem Brief, dass sein Bruder Heinrich «nie so viel Hingabe gezeigt habe» und es «das gerechteste, erfahrenste, mildeste und freieste seiner Werke sei.»Null Papier Verlag

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»Ach ja, du warst das ers­te Jahr im­mer in Trau­er.«

Sie sah noch in die Luft, ob sie wei­ter­fra­gen müs­se. Wozu? Und sie kehr­te zum Buch zu­rück.

»Wenn man so al­lein ge­blie­ben ist, wie ich da­mals, dann ist das Herz vor­be­rei­tet. Drum ge­wann ich dich, die du auch al­lein warst, gleich sehr lieb«, sag­te Er­nes­te ein­fach. Nach ei­ner Pau­se, da Lola sich nicht reg­te:

»Nun, ganz ver­ges­sen wirst du die alte Er­nes­te wohl nie­mals.«

Ein sto­cken­des Selbst­ge­spräch.

»Soll­test du einst ein Kind zu er­zie­hen ha­ben, ja, dann denkst du ge­wiss an mich … Du musst es selbst er­zie­hen … Bei Rous­seau – hier den Emi­le wol­len wir zu­sam­men le­sen – steht fol­gen­des: ›Wenn ein Va­ter Kin­der zeugt und er­nährt, leis­tet er da­mit erst ein Drit­tel sei­ner Auf­ga­be … Wer die Va­ter­pflich­ten nicht er­fül­len kann, hat kein Recht, Va­ter zu wer­den. We­der Ar­mut noch Ar­bei­ten noch mensch­li­che Rück­sich­ten ent­he­ben ihn der Pf­licht, sei­ne Kin­der selbst zu er­näh­ren und zu er­zie­hen. Le­ser, ihr könnt mir glau­ben, je­dem, der ein Herz hat und so hei­li­ge Pf­lich­ten ver­säumt, sage ich vor­aus, dass er über sei­nen Feh­ler lan­ge Zeit bit­te­re Trä­nen ver­gie­ßen und sich nie trös­ten wird.‹«

Er­nes­te sah vom Buch auf. Lola saß blass da und sah sie durch­drin­gend an. Plötz­lich, klar, rasch und ein­tö­nig:

»Meinst du etwa mei­nen Va­ter?«

Er­nes­te öff­ne­te er­schreckt den Mund und konn­te nicht spre­chen. Sie wehr­te mit der Hand ab.

»Meinst du etwa mei­nen Va­ter?« wie­der­hol­te Lola. Ro­sig bis über die Stirn brach­te Er­nes­te her­vor:

»Um Got­tes wil­len, Kind, was fällt dir ein! Ich habe von uns ge­spro­chen, von dir und mir. Ich hal­te dich in mei­nen Ge­dan­ken ja im­mer für mein ei­gen!«

Lola prüf­te sie noch im­mer. Nein, Er­nes­te hat­te wohl nicht an Pai ge­dacht. Wie sie sich auf­reg­te! Welch selt­sa­mer Ton: ich hal­te dich für mein ei­gen. Lola stutz­te; aber dann ver­glich sie un­will­kür­lich das an Er­nes­tes ver­wach­se­nem Kör­per schlechts­it­zen­de Kleid mit ih­rem ei­ge­nen, das sie auch im­mer ver­geb­lich zu­recht­zog, und sie sah weg.

Er­nes­te beug­te sich über ihre Hä­ke­lei und sann er­schüt­tert: »Sie kann glau­ben, dass ich ihr wehe tun will? Ar­mes Kind! Ar­mes Kind!«

Et­was spä­ter stell­te sie eine Fra­ge, und als Lola nicht ver­stan­den hat­te, klopf­te Er­nes­te auf den Tisch und be­merk­te streng:

»Wenn du beim Le­sen die Fin­ger in die Ohren steckst, kannst du mich al­ler­dings nicht ver­ste­hen. Sprich üb­ri­gens fran­zö­sisch!«

Und sie führ­ten zur Übung ein lan­ges, gleich­gül­ti­ges Ge­spräch.

Nein, wahr­haft lie­bens­wer­te We­sen gab es nur auf an­de­ren Ster­nen; in ih­rer Nähe such­te Lola sie nicht. Ei­nes Ta­ges aber fand sie einen jun­gen Vo­gel, der ver­geb­lich ins Ge­büsch zu flat­tern ver­such­te, und nahm den aus dem Nest Ge­fal­le­nen mit nach Hau­se.

»Was ist das über­haupt für ein Tier?« sag­te Er­nes­te.

»Das ist ganz gleich«, er­klär­te Lola. »Ich habe ihn gern.«

»In der Stadt wol­len wir gleich im Buch nach­se­hen.«

»Nein, bit­te nicht! Von wel­cher Gat­tung er ist und al­les üb­ri­ge küm­mert mich nicht. Vi­el­leicht ist er ein klei­ner Frem­der: ich habe ihn gern.«

»Kind, du bist son­der­bar; aber wie du willst.«

Nun saß Lola hal­be Tage mit dem Vo­gel in ih­rem Zim­mer, ließ ihn über ihre Fin­ger stei­gen, auf ihre Schul­ter flat­tern und bot ihm, mit ei­nem Körn­chen zum Pi­cken, ihre Lip­pen. Als er zu flie­gen an­fing, schloss sie das Fens­ter, setz­te ihn vor sich hin auf den Tisch, be­trach­te­te ihn, den Kopf in der Hand, wie er pick­te, eckig den Kopf rück­te, sie an­sah und einen klei­nen hel­len, ein­sa­men Laut aus­stieß, und stell­te sich vor, dies sei ein Kä­fig und sie bei­de sei­en dar­in ein­ge­sperrt.

Zu­rück in der Pen­si­on, sehn­te sie sich kei­nen Au­gen­blick nach ih­rem Wal­de, nach den Ge­wit­tern und der Holz­fäl­ler­hüt­te; sie hat­te ih­ren klei­nen Ge­nos­sen, der zwi­schen den Stä­ben sei­nes Bau­ers in ih­rem Zim­mer auf sie war­te­te. Sie dach­te im­mer an ihn, ließ es sich aber nie an­mer­ken und be­kam ein har­tes, ab­wei­sen­des Ge­sicht, wenn je­mand von ihm sprach.

Nie­mand übte Kri­tik an ih­ren Selt­sam­kei­ten; man konn­te Lola nur an­stau­nen; denn in die­sem Win­ter ver­wan­del­te sie sich und ward schön. Die große Na­tur, der sie im Som­mer sich hin­ge­ge­ben hat­te, schi­en in ihr fort­zu­blü­hen und Eben­maß und Vollen­dung zu wir­ken. Lola tas­te­te nach ih­ren Schul­tern, de­ren Spit­zen nicht mehr zu spü­ren wa­ren, nach ih­ren Glie­dern, die sich form­ten und ihr nicht mehr den Ein­druck mach­ten, als sei­en sie zu lang und schlen­ker­ten lo­cker um­her; und sie frag­te sich mit ge­run­zel­ten Brau­en, was wer­den sol­le. Ihr Schick­sal war doch schon fer­tig ge­we­sen? Auf ein­mal be­fiel sie eine be­täu­ben­de Freu­de, eine neue ent­zücken­de Selbs­t­er­kennt­nis. »Das also bin ich!« Sooft sie konn­te, zog sie sich in ihr Schlaf­zim­mer zu­rück, »um nach mei­nem Vo­gel zu se­hen«; aber sie sah nicht mehr nach ihm, sie sah nur nach sich selbst; und des Abends ging sie frü­her hin­auf als die üb­ri­gen, um al­lein mit ih­rem Spie­gel zu sein. Er zeig­te ihr eine gold­blon­de große Haar­wel­le von nie ge­ahn­ter Weich­heit über ei­ner Stirn, de­ren Höhe nicht mehr auf­fiel, zeig­te ihr so ge­nau und zart hin­ge­zeich­ne­te Brau­en über so warm glän­zen­den Au­gen, so fein ge­füg­te Lip­pen, schmal und feuchtrot; die Wan­gen, die sie noch ein we­nig vol­ler wünsch­te, füll­ten sich ge­nau in der Li­nie, die sie wünsch­te, färb­ten sich, wie sie’s ver­langt hat­te; und war die­se weich ge­bo­ge­ne Nase je­mals häss­lich und zu groß ge­we­sen? Lola er­fuhr, sie kön­ne ein sehr da­men­haf­tes Ge­sicht an­neh­men, das sie fast selbst ver­le­gen mach­te, und, wenn sie das Haar auf­lös­te, ein ganz kind­li­ches. Beim Öff­nen der Blu­se freu­te sie sich auf die schlan­ke, wei­ße Bie­gung ih­res Hal­ses, beim Ab­le­gen des Mie­ders auf ihre Brust. Sie hät­te sich gern ganz ge­se­hen; aber Er­nes­te konn­te ein­tre­ten; und als Lola es den­noch ge­wagt und den Spie­gel auf den Fuß­bo­den ge­stellt hat­te, lag sie gleich dar­auf im rasch ver­dun­kel­ten Zim­mer mit Herz­klop­fen un­ter der De­cke, und ihr war zu­mut, als keh­re sie zu­rück von ei­nem heim­li­chen Aus­gan­ge, sie wuss­te nicht wo­hin.

Wer war so schön und ver­moch­te so viel? Na­tür­lich: jetzt dräng­ten alle her­an, ihre Freun­din­nen zu wer­den! Lola leg­te ih­nen Prü­fun­gen auf, ließ sich einen Ge­gen­stand schen­ken, an dem der an­de­ren viel lag: nur um ihre Macht zu füh­len. Dann gab sie das Ge­schenk zu­rück und sag­te, sie kön­ne nie­man­des Freun­din sein; die Freun­din meh­re­rer am we­nigs­ten. Freund­schaft: ihr sag­te das Wort zu viel. Nach­dem die Ihren sie ver­las­sen hat­ten, konn­te ihr Freund, wenn sie einen hat­te, nur auf ei­nem an­de­ren Ster­ne le­ben, und vie­ler Schmer­zen, ei­nes Le­bens vol­ler Schmer­zen be­durf­te es si­cher­lich, bis sie zu­sam­men­tra­fen. Die Ge­füh­le die­ser Men­schen hier wa­ren zu bil­lig. Lola horch­te nicht mehr arg­wöh­nisch, ob von ihr ge­spro­chen wur­de. Häss­lich und fremd, hat­te sie die Men­schen ge­hasst. Fremd und schön, sah sie von ih­nen weg. Freun­din­nen? Die­se Ber­ta, die­se Gre­te, die sich noch ges­tern Abend um einen Pfann­ku­chen ge­strit­ten hat­ten, bis bei­de wein­ten?

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