Heinrich Mann - Zwischen den Rassen

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Lola stammt von einer brasilianischen Mutter und einem deutschen Vater ab, sie steht heimatlos zwischen den Rassen, gleich wie das südliche Blut der Mutter und die vom Vater ererbte Gewissenhaftigkeit Konflikte in ihr verursachen, die sie nicht auflösen kann. Mithin hieße der Roman besser «Zwischen den Temperamenten».Thomas Mann schrieb in einem Brief, dass sein Bruder Heinrich «nie so viel Hingabe gezeigt habe» und es «das gerechteste, erfahrenste, mildeste und freieste seiner Werke sei.»Null Papier Verlag

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Auf ein­mal stand sie wie­der ganz am An­fang, als sie mit Er­stau­nen den Trau­er­brief er­brach. »Es ist nicht mög­lich, dass er tot ist! Vor ein paar Ta­gen leb­te er doch. Auch noch, als der Brief schon un­ter­wegs war, leb­te er doch! Hät­te ich die­sen schwarz­ge­rän­der­ten Brief nicht ge­le­sen, er leb­te noch im­mer. Es wäre al­les wie sonst. Ich habe ihn nicht le­ben ge­se­hen und sah ihn auch nicht ster­ben. Was weiß ich? Pai! Pai!«

Und da sah sie sich als Kind, wie sie auf ih­ren Irr­we­gen durch die Stadt, in­mit­ten ei­nes lee­ren Plat­zes, wo es weh­te, ste­hen­blieb und fle­hent­lich ihr »Pai!« rief. Auch da­mals hat­te er sie al­lein ge­las­sen, und sie hat­te es nicht glau­ben wol­len! Jetzt war er noch viel wei­ter fort­ge­gan­gen, und der Glau­be war noch schwe­rer. »Er woll­te doch her­kom­men!« Ja: auch da­mals hat­te er ge­ru­fen »noch einen Kuss, klei­ne Toch­ter«; und in­des sie ei­nem Schmet­ter­ling nach­lief, war er ver­schwun­den.

»Wa­rum kommt auch kein Brief mehr! Ich habe sie noch so viel zu fra­gen!«

Sie schrieb Brie­fe über Brie­fe, und in je­den woll­te sich die Bit­te hin­ein­drän­gen: »Darf ich zu euch?« »Nein, nein! Ich darf nicht. Am Ende wür­de auch Mai ster­ben. Pai ist ge­stor­ben, weil er zu mir woll­te. Auf mir ist ein Ver­häng­nis: ich soll al­lein blei­ben.« Und aus sol­chem fei­er­li­chen Schick­sal mach­te sie sich einen Halt für das Le­ben, das sie zu be­ste­hen hat­te. Gleich zu An­fang des Herbs­tes ver­trat sie den Wunsch, Kon­fir­ma­ti­ons­stun­den zu neh­men.

»Schon?« frag­te Er­nes­te be­stürzt. »Ich wuss­te wohl, Kind, dass ich dich wür­de her­ge­ben müs­sen; aber so früh!«

»Was willst du, ich bin sech­zehn«, ver­setz­te Lola, ohne Er­nes­tes Auf­re­gung zu be­ach­ten, kalt­blü­tig, wie je­mand, der sich mit al­lem Kom­men­den ab­ge­fun­den hat.

»Und was willst du dann tun, Kind? Nach Hau­se rei­sen?«

»Kei­nes­falls. Al­les muss sich fin­den.«

Wie­der be­gann Lola Plä­ne zu ma­chen; und dies­mal hielt sie sie für un­an­greif­bar, denn sie rech­ne­te auf sich selbst al­lein. »Ich wer­de von nie­mand ab­hän­gen. Nie­mand kann mich ver­las­sen, kei­nem wer­de ich mehr nach­zu­trau­ern ha­ben. Al­lein wer­de ich mei­nes We­ges zie­hen.«

An ei­nem Nach­mit­tag des nächs­ten Früh­lings saß Lola mit ei­ni­gen Al­ters­ge­nos­sin­nen beim Tee. Er­nes­te gab den Heran­ge­wach­se­nen die Er­laub­nis, sich Ka­me­ra­din­nen aus der Stadt ein­zu­la­den, und sie ließ die Mäd­chen un­ter sich. Schwarz und sehr ele­gant – denn die Schnei­de­rin der Pen­si­on be­stell­te ihr ge­gen Ver­gü­tung und ohne Er­nes­tes Wis­sen man­che Sa­chen aus Pa­ris – lag Lola im Schau­kel­stuhl und blies ih­ren Zi­ga­ret­ten­rauch, da­mit man ihn nach­her nicht rie­che, aus dem Fens­ter. Ein blü­hen­der Ap­fel­baum griff mit sei­nen Äs­ten her­ein; es war das­sel­be Zim­mer, worin einst die klei­ne Lola mit ih­rem Va­ter von Er­nes­te be­grüßt wor­den war.

»Ja ja, wer weiß, was je­der be­vor­steht. Die meis­ten von euch wer­den zwei­fel­los im Ge­lei­se blei­ben und hei­ra­ten.«

»Rede nur nicht, Lola. Als ob es bei dir nicht aufs sel­be hin­aus­käme.«

»Schwer­lich. Ich kann mir nicht gut einen Mann den­ken, zu dem ich ge­hö­ren wür­de. Ich habe ein ei­gen­tüm­li­ches Schick­sal, mei­ne Lie­ben. Vor meh­re­ren Jah­ren – Gott, wir wa­ren noch hal­be Kin­der – nann­tet ihr mich mal aus Bos­heit in­ter­na­tio­nal. In eu­rer Bos­heit hat­tet ihr aber ganz recht. Ich ge­hö­re nicht hier­her, und an­ders­wo­hin ver­mut­lich auch nicht.«

»Na, du bil­dest dir aber was ein!«

»Ich den­ke mir die Sa­che an­zu­se­hen. Wenn ich hier glück­lich her­aus bin, gehe ich, ver­mut­lich mit ei­ner Ge­sell­schaf­te­rin, auf Rei­sen. Spa­ni­en und Por­tu­gal neh­me ich mir be­son­ders vor.«

»Wie willst du als jun­ges Mäd­chen denn durch­kom­men? Schon die Spra­che!«

»Mei­ne Mut­ter­spra­che ist Por­tu­gie­sisch!«

»Du hast längst al­les ver­ges­sen.«

»Ich kann schon noch et­was.«

»Sprich mal!«

Lola blies Rauch aus dem Fens­ter. Die Tür ward ge­öff­net, und Er­nes­tes Stim­me sag­te fran­zö­sisch:

»Ein Be­such, mei­ne Da­men.«

Sü­ßes Par­füm drang her­ein, und eine schö­ne Dame, schwarz und sehr ele­gant, noch jung, mit glän­zend weißem Ge­sicht und glän­zend schwar­zen Haar­ban­de­aus, trat rasch in den Kreis der jun­gen Mäd­chen, die auf­stan­den. Sie er­hob das Lor­gnon und sah um­her.

»Da ist sie«, sag­te Er­nes­te und zeig­te auf Lola. Die Dame ließ das Lor­gnon los; vom An­blick Lo­las schi­en sie be­trof­fen.

»Die Kin­der wer­den groß«, be­merk­te Er­nes­te. Die Dame lä­chel­te. Lola, die erb­lasst war, mur­mel­te zit­ternd:

»Mai?«

Die Dame sprach, ganz schnell, et­was Un­ver­ständ­li­ches; Lola konn­te, mit sto­cken­der Stim­me, nichts er­wi­dern als »Mai, Mai«; und bei­de stan­den, die Arme un­schlüs­sig ein Stück er­ho­ben, ein­an­der ge­gen­über. Er­nes­te sag­te in ih­rem kor­rek­ten Fran­zö­sisch:

»Ist das selt­sam, gnä­di­ge Frau! Als Ihre Toch­ter ehe­mals in die­ses Haus ein­trat, konn­te sie nicht mit mir spre­chen – und jetzt nicht mit Ih­nen.«

Zweiter Teil

I

Mit glän­zend glat­ten Ban­de­aus und ei­nem roh­sei­de­nen Schlaf­rock, cre­me und pfau­en­blau, kam Frau Ga­bri­el ins Zim­mer und frag­te:

»Sind die Sa­chen da?«

Lola las, hing da­bei aus dem Fens­ter und hör­te nicht. Er­mat­tet seuf­zend lehn­te Frau Ga­bri­el sich in einen Ses­sel.

Lo­las schlan­ker, kräf­ti­ger Na­cken da­hin­ten lag pflau­mig blond im Licht. Um ihr Haar her war ein gol­di­ges Ge­f­lim­mer. Die un­ge­heu­re blaue und durch­golde­te Wei­te trug Lo­las Schat­ten­riss in sich, be­reit, ihn da­hin­zu­raf­fen, auf­zuz­eh­ren. Drei Pal­men­blät­ter nick­ten mit ih­ren Spit­zen über den Fens­ter­rah­men hin­weg. Die Ho­tel­glo­cke ging. Nun schnaub­te ein Damp­fer. Von Ge­sprä­chen, Mu­sik und Ge­läch­ter flat­ter­ten Bruch­stücke durch Wind und Son­ne her­bei.

Frau Ga­bri­el saß und po­lier­te mit dem Ta­schen­tuch ihre Nä­gel. Lola sah sich plötz­lich um und fuhr zu­sam­men.

»Sind die Sa­chen da?« frag­te Mai ge­dul­dig.

»Da ste­hen sie doch!«

Nicht ein­mal den Kopf konn­te Mai wen­den; lie­ber saß sie eine hal­be Stun­de und war­te­te. Wenn je­mand aber auch gar kei­ne Ner­ven hat­te! Lola stell­te die ge­öff­ne­ten Schach­teln dicht ne­ben Mai hin.

»Gra­de habe ich sie noch be­zah­len kön­nen. Aber es war fast das Letz­te.«

»Schrei­be doch an Nene.«

»Das sagst du im­mer. Oh! Wäre ich erst aus­ge­bil­det und selbst­stän­dig! … Weißt du, wie viel wir schon vor­aus ha­ben? Die Zin­sen ei­nes hal­b­en Jah­res.«

»Nene ver­dient aber auch; er wird mit uns tei­len.«

»Er hat schon mit uns ge­teilt. Mir ist’s son­der­bar ge­nug, dass dort drü­ben ein jun­ger Mann für mich ar­bei­tet, den ich kaum ken­ne.«

»Ver­sün­di­ge dich nicht, er ist dein Bru­der.«

»Erin­nerst du dich, wie ich an­fangs, nach­dem du her­über­ge­kom­men warst, nicht wuss­te, wer Pao­lo war? Als Kind hat­te ich nie ge­hört, dass er Pao­lo hieß und dass Nene nur Baby be­deu­tet.«

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