Heinrich Mann - Zwischen den Rassen

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Zwischen den Rassen: краткое содержание, описание и аннотация

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Lola stammt von einer brasilianischen Mutter und einem deutschen Vater ab, sie steht heimatlos zwischen den Rassen, gleich wie das südliche Blut der Mutter und die vom Vater ererbte Gewissenhaftigkeit Konflikte in ihr verursachen, die sie nicht auflösen kann. Mithin hieße der Roman besser «Zwischen den Temperamenten».Thomas Mann schrieb in einem Brief, dass sein Bruder Heinrich «nie so viel Hingabe gezeigt habe» und es «das gerechteste, erfahrenste, mildeste und freieste seiner Werke sei.»Null Papier Verlag

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Wenn Lola jetzt an einen Auf­satz ge­hen woll­te, fand sie den fer­ti­gen Ent­wurf, von ei­ner Hand, die sie nicht kann­te, schon in ih­rem Heft lie­gen. Von der­sel­ben Hand be­kam sie Brie­fe voll schmach­ten­der Freund­schaft. An­fangs warf sie sie weg; dann spür­te sie Lust, eine Pro­be zu ma­chen. Sie tat kund, sie habe et­was Merk­wür­di­ges, und ver­sam­mel­te alle Pen­sio­nä­rin­nen um sich. Un­ver­mu­tet zog sie einen der Brie­fe her­vor, hielt ihn em­por: »Wer hat das ge­schrie­ben?« und sah da­bei fest in die Ge­sich­ter. Alle reck­ten sich neu­gie­rig, nur das der lan­gen Asta sah nicht den Brief an, son­dern Lola, und blin­zel­te be­fan­gen. Lola steck­te den Brief wie­der ein. »Dan­ke«, sag­te sie und dreh­te sich um.

Am Nach­mit­tag lag zwi­schen ih­ren Schul­bü­chern ein neu­er Brief, dies­mal in Astas Schrift. Asta bat sie, um sechs in die Gar­ten­lau­be zu kom­men, sie wer­de al­les er­fah­ren. Lola war ent­schlos­sen, nicht hin­zu­ge­hen. Als es däm­mer­te, saß sie am Fens­ter ih­res Zim­mers. Dr­un­ten stapf­te Asta, lang und ge­bückt, in Gum­mi­schu­hen durch den Schnee. Lola sah nach­denk­lich zu. Plötz­lich nahm sie ih­ren Man­tel und stieg hin­ab.

»Nun?« frag­te sie und trat un­ver­se­hens hin­ter den Le­bens­bäu­men her­vor. Asta schnell­te von der Bank auf.

»Ver­zeih«, stam­mel­te sie. »Ver­zeih! Ich woll­te dich nicht be­lü­gen, aber im Bei­sein der an­de­ren konn­te ich dir’s nicht sa­gen.«

»Es tut nichts«, ent­geg­ne­te Lola. Die­ser klei­ne ma­ge­re Kopf mit dem dün­nen Haar und der Nase wie bei ei­nem To­ten­schä­del er­barm­te sie. Sie stell­te sich vor, sie hät­te ihn küs­sen sol­len, und ihr schau­der­te. Noch mehr aber fürch­te­te sie sich da­vor, die­sem We­sen weh zu tun.

»Wer hat denn für dich ge­schrie­ben?« frag­te sie sanft. Asta schlug die Au­gen nie­der.

»Ich habe mei­ne Brie­fe ei­nem der Dienst­mäd­chen mit­ge­ge­ben, und sie hat sie in der Stadt ab­schrei­ben las­sen.«

Sie at­me­te be­klom­men.

»Wie du gü­tig bist, Lola, dass du kommst. Ich ver­die­ne das nicht.«

»Wa­rum nicht?« frag­te Lola, und fand ihre Fra­ge nicht ganz ehr­lich.

»Weil du so schön bist und so rei­zend. Alle möch­ten dich zur Freun­din. Wie kom­me ge­ra­de ich dazu, mich dir auf­zu­drän­gen. Aber sieh, ich kann nicht an­ders. Ich weiß be­stimmt, dass kein an­de­rer Mensch mir je so na­he­ste­hen wird wie du. Ich habe dar­über nach­ge­dacht, ob ich mei­ne Mut­ter und mei­nen klei­nen Bru­der noch lieb­ha­be. Aber wenn ich an dich den­ke – und wann däch­te ich nicht an dich? – dann habe ich Mut­ter und Bru­der nicht mehr lieb. Hörst du? … nicht mehr lieb.«

»Was willst du denn von mir?«

»O! Lola!«

Und Lola, die nicht ab­zu­weh­ren wag­te, fühl­te sich um­schlun­gen. Sie bog den Kopf zu­rück, um aus Astas Atem zu ent­kom­men; aber ein paar Hän­de schli­chen fie­ber­haft um ih­ren Leib, un­ter ih­rer Brust hin.

»Fühlst du gar nicht, was ich mei­ne? Gar nicht?« Vor­wurfs­voll und fle­hend.

»Gar nicht!« sag­te Lola mit Nach­druck; denn Angst stieg in ihr auf. Im Be­griff, sich los­zu­ma­chen, mein­te sie ein Ki­chern zu hö­ren. Der Ge­dan­ke an Lau­scher em­pör­te sie. »Ich bin nicht ge­kom­men«, dach­te sie, »die­se hier zu ver­höh­nen. Ich habe nichts mit ihr ge­mein; aber auf Sei­ten der an­de­ren ste­he ich erst recht nicht.« Sie sag­te laut, wie für Zu­hö­rer:

»Aber dies kann ich trotz­dem tun.«

Und rasch küss­te sie Asta auf die Wan­ge. Wie sie ging, schluchz­te es hin­ter ihr auf. Oft noch hör­te sie, wenn sie al­lein war, dies Schluch­zen und spür­te wie­der die Angst, die die fie­ber­haf­ten Hän­de je­nes Mäd­chens ihr bei­ge­bracht hat­ten. Sie be­griff nicht, warum.

Jen­ny klär­te sie auf. Os­tern war nahe, und Jen­ny, die kon­fir­miert wer­den soll­te, ging im Voraus mit ei­nem fei­er­li­chen Ge­sicht um­her. Es war schon so rot und nur noch we­nig klei­ner als das ih­rer Mut­ter. Wie sie Lola einst im Gar­ten traf, fass­te sie sie un­ter den Arm und sag­te:

»Lola, du bist manch­mal recht un­vor­sich­tig; ich als die äl­te­re möch­te dich war­nen. Ja, sieh mich nur an! Du kannst von Glück sa­gen, dass ich neu­lich hin­ter den Le­bens­bäu­men stand. Wenn Asta mich nicht hät­te hus­ten hö­ren, wer weiß, was sie mit dir an­ge­stellt hät­te.«

»Du hast nicht ge­hus­tet, du hast ge­ki­chert; und Asta hat es gar nicht ge­hört.«

»Du glaubst nicht, wie schlecht man­che Mäd­chen sind. Und die Her­ren …«

Ein In­stinkt be­nach­rich­tig­te Lola, es kom­me et­was Pein­li­ches, und sie woll­te ein­fal­len. Aber Jen­ny war nicht auf­zu­hal­ten. Sie hat­te kei­ne Zeit zu ver­lie­ren: bald ver­ließ sie die Pen­si­on. Sie bot Lola nicht mehr an, sie mit ei­nem Lei­er­kas­ten­mann be­kannt zu ma­chen; sol­che Scher­ze la­gen hin­ter ihr. Aber Lo­las Nai­vi­tät war doch nicht mit an­zu­se­hen.

»Ich glau­be dir einen wirk­li­chen Dienst ge­leis­tet zu ha­ben«; so schloss sie ihre deut­li­chen Aus­füh­run­gen.

»Nun ja«, mach­te Lola und hob die Schul­tern. Ihr war be­klom­men; umso hoch­mü­ti­ger sag­te sie sich: »Ich habe mir die Men­schen ganz rich­tig vor­ge­stellt, dies setzt al­lem die Kro­ne auf.« Sie äu­ßer­te:

»Du ent­schul­digst wohl, ich muss mei­nem Vo­gel Fut­ter ge­ben.«

Aber den Vo­gel, der sie lang­weil­te, ver­gaß sie gleich wie­der und dach­te ei­ni­ge Tage an nichts so in­stän­dig wie an Jen­nys Auf­schlüs­se. Sie rie­fen fan­tas­ti­sche Bil­der her­vor; und so­oft Lola sich über die­sen Vor­stel­lun­gen er­tapp­te, ekel­ten sie sie. All­mäh­lich zo­gen sie sich zu­rück und war­fen nur manch­mal noch me­lan­cho­li­sche Schat­ten her­auf. »Ach, dass es kei­ne rei­ne Lie­be gibt.«

Ein Brief von Pai brach­te sie da­von ab. Pai schrieb aus Ar­gen­ti­ni­en, wo­hin sei­ne Ge­schäf­te ihn ge­nö­tigt hat­ten.

»Es geht al­les nach Wunsch, und ich darf hof­fen, mich bald an dem Ziel zu se­hen, das ich mir vor­ge­steckt habe: die Mei­nen si­cher­zu­stel­len und sie in mei­nem Lan­de zu ver­ei­ni­gen. Vo­rerst den­ke ich Dich, mein Kind, in nächs­ter Zu­kunft dort auf­zu­su­chen. Nur eine kur­ze Rück­kehr nach Rio ist ge­bo­ten.«

»Und dort hält dann wie­der ir­gen­det­was ihn fest«, dach­te Lola. »Das ken­nen wir doch.«

Sie glaub­te Pai nicht mehr. Vi­el­leicht hat­te er die bes­ten Ab­sich­ten; aber so vie­les war ihm wich­ti­ger als Lola und lenk­te ihn von ihr ab. Nach all den Jah­ren konn­te er sich höchs­tens sa­gen »Ich habe eine Toch­ter« und den Ge­dan­ken an sei­ne Toch­ter gern ha­ben. Lola gern ha­ben konn­te er schwer­lich: kann­te er sie doch gar nicht.

»Nicht von Be­lang«; da­mit leg­te sie den Brief zu den üb­ri­gen. Aber bei der Ar­beit er­tapp­te sie sich plötz­lich auf ei­ner freu­di­gen Un­ru­he und dar­auf, dass sie schon wäh­rend der gan­zen letz­ten Sei­te nur an Pais Kom­men ge­dacht und al­les falsch ge­macht hat­te. Ver­ge­bens er­mahn­te sie sich: »Als ich klein war, hat Pai sehr schlecht an mir ge­han­delt; nie kann ich das ver­ges­sen« – so­oft sie an Pais Be­such dach­te, be­kam sie Herz­klop­fen. Und all­mäh­lich dach­te sie nur dar­an. Un­ter al­len an­de­ren lä­chel­te die­ser eine Ge­dan­ke, und Lola selbst hat­te be­stän­dig ein Lä­cheln zu un­ter­drücken. In ihr be­gann ein Stei­gen und Fal­len von Plä­nen, wie ein Spring­brun­nen, den man auf­schließt; im­mer hö­her, im­mer zu­ver­sicht­li­cher schnellt er em­por. An­fangs wag­te sie zu hof­fen: »Wenn Pai kommt, viel­leicht kann ich mit ihm zu­sam­men woh­nen? Ein­mal doch von den Frem­den weg und bei mei­nem Va­ter woh­nen!« Dann fiel ihr ein: »Aber warum denn hier­blei­ben? Wa­rum nicht eine Rei­se ma­chen?« Vie­le Orte, die sie gern ge­se­hen hät­te, spran­gen ihr durch den Sinn. Auf ein­mal stand al­les an­de­re still, und eine klei­ne schüch­ter­ne Stim­me frag­te: »Und Rio?« Zu­erst war Lola fas­sungs­los. Plötz­lich ent­schloss sie sich: »Ja, Rio! Was ist da­bei? Wenn ich Pai bit­te, wird er mir doch er­lau­ben, Mai wie­der­zu­se­hen. Die Rei­se ist jetzt so kurz. Und für ihn ist es das be­quems­te: er bleibt dann gleich dort, wenn ich zu­rück­fah­re.« End­lich, auf dem Gip­fel des Springstrahls: »Nein! Ich fah­re nicht wie­der zu­rück. Bin ich dort, will ich’s schon durch­set­zen. Was kann denn Pai da­bei tun, wenn ich ihm um den Hals fal­le und nicht los­las­se? Münd­lich ist das al­les ganz an­ders als in die­sen dum­men Brie­fen. Und schlimms­ten­falls ste­cke ich mich hin­ter Mai oder hin­ter die Gro­ß­el­tern auf der Gro­ßen In­sel – ach nein, sie sind tot! – oder ich lau­fe da­von, lie­ber, als dass ich zu­rück­keh­re! Oh, jetzt hab’ ich’s!«

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