Heinrich Mann - Zwischen den Rassen

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Lola stammt von einer brasilianischen Mutter und einem deutschen Vater ab, sie steht heimatlos zwischen den Rassen, gleich wie das südliche Blut der Mutter und die vom Vater ererbte Gewissenhaftigkeit Konflikte in ihr verursachen, die sie nicht auflösen kann. Mithin hieße der Roman besser «Zwischen den Temperamenten».Thomas Mann schrieb in einem Brief, dass sein Bruder Heinrich «nie so viel Hingabe gezeigt habe» und es «das gerechteste, erfahrenste, mildeste und freieste seiner Werke sei.»Null Papier Verlag

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Der Dich­ter war’s, der dies ge­spro­chen hat­te. Lola er­wach­te; sie kau­er­te und bohr­te die Hand­knö­chel in ihre von Scham und Glück ro­ten Wan­gen; und sie er­beb­te von der Ah­nung je­ner lieb­rei­chen Ewig­keit, die ihr ver­hei­ßen war. Lie­ben und ge­liebt wer­den bis zur Uns­terb­lich­keit! War es zu er­mes­sen? Den­noch fühl­te sie, ihr sei’s be­stimmt; und auf­ge­ho­ben und er­starkt, ent­wand end­lich ihr sehn­süch­ti­ges Herz sich dem Men­schen­hass. Lo­las Ge­füh­le und die Ver­se, die sie tru­gen, hat­ten einen Gang, der nicht der Gang ir­di­scher Men­schen war. Men­schen, die ei­ner be­stimm­ten Na­ti­on und ei­nes Stan­des wa­ren, die Dia­lekt spra­chen, Vor­ur­tei­le hat­ten, an Erde und Me­tall kleb­ten: sol­che Men­schen hat­ten wohl nie in sol­chen Ver­sen ge­fühlt. Es muss­ten an­de­re le­ben, lus­ti­ge­re, gü­ti­ge­re und rei­ne­re, die man lie­ben konn­te. Sie wa­ren auf an­de­ren Ster­nen, ge­wiss, es gab über­ir­di­sche Le­bens­stu­fen, und Gott – oh, er war also da! – er­laub­te uns, von Stern zu Stern uns zu ver­edeln! Ih­rer häss­li­chen Hül­le le­dig, schweb­te Lola in Ge­mein­schaft ei­ner see­len­haf­ten Mensch­heit durch die Unend­lich­kei­ten der Poe­sie; und kehr­te sie nach dem Ge­wit­ter heim, war sie trun­ken von der wet­ter­leuch­ten­den Wei­te, dem Ju­bel der be­frei­ten Na­tur, von Men­schen­gü­te, Tu­gend und Al­lie­be.

Dann sag­te Er­nes­te:

»Nein aber, du triefst; du verdirbst noch alle dei­ne Klei­der!«

Und Lola muss­te her­ab­stei­gen und sich mit den We­sen be­hel­fen, zu de­nen eine mür­ri­sche Wirk­lich­keit sie ge­sellt hat­te.

Er­nes­te war vor dem Ge­wit­ter ins Zim­mer ge­flüch­tet und hat­te an ih­rem Buch kei­ne Freu­de ge­fun­den, weil sie im­mer den­ken muss­te, dass sie nun doch all­zu we­nig Gu­tes habe von ih­rem Lieb­ling, von die­ser Lola, die sie, ganz ins­ge­heim, ihr Kind nann­te. Dies Berg­ho­tel war ein teu­rer Auf­ent­halt, und wenn er für Lola ohne Schwie­rig­keit be­zahlt ward, Er­nes­te fiel’s nicht leicht. Sie wohn­te sonst den Som­mer in ei­nem Dorf nahe ih­rer Stadt, mit an­de­ren Leh­re­rin­nen und mit Lola. Um Lola zu er­freu­en, hat­te sie dies Jahr die Rei­se ge­macht, und auch, weil das Kind groß ward und es nicht mehr lan­ge dau­ern konn­te, bis man es ihr weg­nahm. Vor­her noch eine Zeit lang es ganz für sich ha­ben, noch ein­mal so ver­traut mit ihm le­ben wie einst, als es klein war: da­nach hat­te Er­nes­te sich ge­sehnt. Nun aber saß sie meist al­lein, im­mer in der Stu­be, bei dem ewi­gen Re­gen hier im Ge­bir­ge, und Lola hat­te noch nie dar­an ge­dacht, ihr Ge­sell­schaft zu leis­ten. »So jun­ge Men­schen sind zu sehr mit sich be­schäf­tigt und se­hen in an­de­re nicht hin­ein. Dass sie weg­läuft, ist kein Man­gel an Zart­ge­fühl, be­wah­re. Wa­rum kann ich ihr nicht sa­gen, wie gern ich mit ihr bei­sam­men wäre? Es ist mei­ne Schuld.« Da­bei er­rö­te­te Er­nes­te, so­gar hier im ver­schwie­ge­nen Zim­mer.

Wie viel ver­schäm­tes Leid hat­te ihr die Lie­be zu die­sem Kin­de be­rei­tet! Bis in das ers­te Jahr zu­rück wuss­te sie noch alle Stra­fen, die sie Lola hat­te er­tei­len müs­sen, so schwer wa­ren sie ihr ge­wor­den. Schmer­zens­wor­te, zor­ni­ge Aus­ru­fe der Klei­nen, die Lola selbst längst ver­ges­sen hat­te, fie­len Er­nes­te oft wie­der ein, und noch im­mer er­schrak sie dar­über. War sie nicht zart ge­nug ge­we­sen mit dem ein­sa­men Kin­de? Wohl hat­te sie es über die emp­fan­ge­nen Stra­fen zu trös­ten ge­sucht, in­dem sie ihm das Fleisch, das es nicht gern aß, wie einen Ku­chen her­rich­te­te; oder da­durch, dass der Spitz Ami, der Lola an­ge­knurrt hat­te, vor ihr schön ma­chen muss­te. Ami war nun tot – al­les war ver­än­dert. Nie mehr saß Lola wie da­mals, als sie noch nicht Deutsch konn­te, zu Er­nes­tes Fü­ßen und gab ihr die we­ni­gen Wor­te, die sie kann­te, als Schmei­chel­na­men. Nie mehr schlüpf­te sie am Mor­gen zu Er­nes­te ins Bett und weck­te sie mit ei­nem Ge­dicht, das die An­re­de »Herz­ma­ma« ent­hielt! »Wenn die Kin­der klein sind, brau­chen sie uns.« War das wirk­lich al­les in der Lie­be der Kin­der? Nein, nein! Und doch war Er­nes­te von ei­ner ver­drieß­li­chen Ah­nung er­fasst wor­den, als ei­nes Ta­ges Lola nicht mehr un­ter ih­rem waa­ge­recht aus­ge­streck­ten Arm ste­hen konn­te.

Ganz leicht mach­te nun die Heran­ge­wach­se­ne sich los: so leicht, als habe sie sich in­ner­lich nie bei Er­nes­te ge­fühlt! Zwar durf­te man nicht un­ge­recht wer­den: sie hat­te das Le­ben vor sich und wand­te sich ihm zu; und dann war wirk­lich viel Frem­des in ihr, das man nicht be­griff und das ei­nem Sor­ge ma­chen konn­te. Schon im­mer war Er­nes­te ängst­lich be­rührt, bei­na­he ein­ge­schüch­tert wor­den durch die An­zei­chen der frem­den Her­kunft bei Lola. Die auf­fal­len­den Äu­ße­run­gen des Kin­des zu­erst, sei­ne ei­gen­ar­ti­gen Ver­ge­hen und dass es ei­gent­lich nie­mals Ka­me­ra­den ge­habt hat­te. Dann sei­ne et­was frü­hen klei­nen Ver­liebt­hei­ten; nun, sie wa­ren schwär­me­risch und rein und moch­ten hin­ge­hen. End­lich aber die­se schlim­me Lust nach dem Thea­ter: oh, et­was ganz Schlim­mes war da in Lola ent­stan­den, aus Kei­men, die Er­nes­te trotz al­ler Pfle­ge die­ser See­le nicht hat­te er­sti­cken kön­nen. Wie un­heim­lich ih­r’s da­mals zu Mut ge­we­sen war, und wie kum­mer­schwer sie nun die Ent­frem­dung zwi­schen ih­nen bei­den wach­sen und die Tren­nung sich nä­hern sah!

»Wa­rum ist sie so? Was hat sie mir vor­zu­wer­fen? Denkt sie doch noch ans Thea­ter?« Auch an­de­re Mäd­chen in Lo­las Al­ter, und ge­ra­de die Bes­se­ren, wuss­te Er­nes­te, hat­ten ihre scheu­en und ei­gen­wil­li­gen Zei­ten, stan­den im­mer im Be­griff, in Ohn­macht zu fal­len – dies ge­sch­ah Lola nie – wa­ren schwach, er­reg­bar und tief. Lola aber war gar zu un­er­gründ­lich, und in ih­rer Ver­schlos­sen­heit spür­te man et­was Bit­te­res, Feind­se­li­ges. Hat­te sie zu kla­gen: warum er­öff­ne­te sie sich nicht ih­rer al­ten Freun­din? »Früh ge­nug blei­ben wir al­lein im Le­ben. Noch hat sie eine, der sie al­les ist. Aber die Ju­gend trumpft auf ihre Selbst­stän­dig­keit. Spä­ter wird sie an mich den­ken.« Ge­reizt vom ein­sa­men Grü­beln, war Er­nes­te nahe dar­an, Lola ein recht schlim­mes Spä­ter zu wün­schen, da­mit sie an sie den­ke. Dann wur­den Lo­las Schrit­te ver­nehm­lich, und noch be­vor sie in der Tür stand, hat­te Er­nes­te ihr al­les ab­ge­be­ten.

»Bist du nun ge­nug um­her­ge­lau­fen?« frag­te sie mun­ter. »Setzt du dich nun ge­müt­lich zur al­ten Er­nes­te?«

Da­bei stell­te sie sich ganz mit ih­rer Hä­ke­lei be­schäf­tigt und sprach nur in Pau­sen.

»Weißt du wohl, wor­an ich eben er­in­nert wur­de? An das sei­de­ne Kleid­chen, in dem du da­mals aus Ame­ri­ka kamst. Dies da hat eine ähn­li­che Far­be, und die Är­mel sind auch wie­der so. Was al­les zwi­schen den bei­den Klei­dern liegt, nicht?«

Lola sah mit ei­ner Fal­te zwi­schen den Au­gen vom Buch auf, war­te­te, was sie sol­le, und las wei­ter.

»Du kamst zu ei­ner Zeit, als ich sehr ein­sam und trau­rig war«, sag­te Er­nes­te nach ei­ner Wei­le.

»Be­liebt?« frag­te Lola; und Er­nes­te sprach, trotz ih­rer Scham, den Satz noch ein­mal.

»So?« mach­te Lola, un­ge­dul­dig, weil sie einen Au­gen­blick von sich selbst fort und über je­mand an­de­ren nach­den­ken muss­te.

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