Heinrich Mann - Zwischen den Rassen

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Zwischen den Rassen: краткое содержание, описание и аннотация

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Lola stammt von einer brasilianischen Mutter und einem deutschen Vater ab, sie steht heimatlos zwischen den Rassen, gleich wie das südliche Blut der Mutter und die vom Vater ererbte Gewissenhaftigkeit Konflikte in ihr verursachen, die sie nicht auflösen kann. Mithin hieße der Roman besser «Zwischen den Temperamenten».Thomas Mann schrieb in einem Brief, dass sein Bruder Heinrich «nie so viel Hingabe gezeigt habe» und es «das gerechteste, erfahrenste, mildeste und freieste seiner Werke sei.»Null Papier Verlag

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Beim Er­wa­chen in hel­ler Son­ne fiel ihr als ers­tes das Reh ein, dann der Spitz Ami. Sie be­dach­te vie­les Er­leb­te und auch, ob sie dies Zim­mer schon ken­ne. Neu­gie­rig sah sie sich dar­in um. Noch ein an­de­res Bett stand da, aber es war schon ver­las­sen. Sie ließ sich aus dem ih­ren glei­ten und trip­pel­te um­her. Da trat das Fräu­lein her­ein, hob Lola auf ih­ren Arm, zeig­te sich auf die Brust und sag­te mehr­mals:

»Er­nes­te.«

Lola hat­te in ih­rem rot­ge­schla­fe­nen Ge­sicht­chen große, auf­merk­sa­me brau­ne Au­gen, die, auf den Mund des Fräu­leins ge­rich­tet, ganz lei­se seit­wärts hin und her rück­ten; ihre blon­den Lo­cken hin­gen wirr ge­rin­gelt, die leich­ten Li­ni­en ih­rer Lip­pen füg­ten sich fein in­ein­an­der, und am Sau­me ih­res Hemd­chens strei­chel­ten sich ihre ro­si­gen klei­nen Füße. Sie äu­ßer­te nichts; aber als sie fand, das Fräu­lein habe ge­nug »Er­nes­te« ge­sagt, nick­te sie be­däch­tig, zum Zei­chen, dass sie ver­stan­den habe.

Sie be­kam ih­ren Ka­kao, grub im Gar­ten, ward, wie die Glo­cke ge­läu­tet hat­te, von den Mäd­chen in ei­nem Rin­gel­rei­hen ge­schwenkt und dann wie­der von Fräu­lein Er­nes­te in das Zim­mer des Re­hes ge­holt. Der Spitz Ami knurr­te nur, und er we­del­te da­bei. Lola soll­te auch heu­te »Affe« und »Ast« nach­spre­chen. Sie tat es zer­streut, sah da­bei im­mer das Reh an; sie hat­te kei­nen Sinn für die Din­ge, auf die Er­nes­te sie jetzt noch hin­zu­len­ken wünsch­te; und nur zu­fäl­lig be­merk­te sie, dass es sich um die zwei­te Sei­te des bun­ten Bu­ches han­del­te und dass dort je­des Bild mit ei­ner Mar­zi­pan­schei­be be­deckt war. Nahm man sie weg, ka­men dar­un­ter zum Vor­schein: ein Baum, ein Bä­cker, ein Bot­tich. Sie er­lern­te die­se Wor­te in großer Eile, um zu er­fah­ren, was auf der drit­ten Sei­te wäre.

Von die­sen Er­leb­nis­sen, die sie in­ter­es­siert hat­ten, woll­te sie bei Tisch – war nicht heu­te al­les lus­ti­ger bei Tisch? – ih­rer Nach­ba­rin er­zäh­len, ei­nem Mäd­chen, das nur we­ni­ge Jah­re äl­ter sein konn­te. Sie er­zähl­te aus­führ­lich, die an­de­re aber lach­te nur und stieß eine drit­te an. Lola, in Ei­fer, kam von dem Reh auf die Tie­re da­heim, sprach von da­heim und von Nene und Mai. Plötz­lich ward sie inne, dass alle still wa­ren, zu bei­den Sei­ten des Ti­sches, und sie an­sa­hen: die meis­ten mit Neu­gier, ei­ni­ge spöt­tisch – und kei­ne, er­in­ner­te sie sich nun, kei­ne ein­zi­ge hat­te sie ver­stan­den! Er­rö­tet, rat­los be­schämt, sah sie die Rei­hen ent­lang, konn­te, zit­tern­den Ge­sich­tes, die Trä­nen noch ge­ra­de hin­un­ter­schlu­cken und beug­te sich mit ei­nem klei­nen ein­sa­men Lä­cheln über ih­ren Tel­ler.

Nun kam eine Stun­de, in der al­les durchs Haus sprang und sang. Auch Lola soll­te sin­gen, sie tat nur so, als be­grif­fe sie nicht. Da fass­te aber Er­nes­te ihre bei­den Arme, und die Nase kraus vor Freund­lich­keit und wäh­rend alle um­her­stan­den, sag­te sie ihr meh­re­re Wor­te, de­ren je­des un­ge­fähr klang wie »sin­gen«, nur nicht ganz. Schließ­lich aber fand sie’s wirk­lich: sin­gen; und da sang Lola. Sie sang nä­selnd: »Ihr Ne­ger­kna­ben mei­nes Va­ters …«, schloss da­bei halb die Li­der und sah nun al­les, was sie sang, sah die Hei­mat … Noch wie sie schwieg, war sie aus dem Schwarm der auf sie Ein­re­den­den weit fort.

Eine Wei­le dar­auf fiel ihr ein, dass sie die­ses Lied ein­mal bei der deut­schen Groß­ma­ma ge­sun­gen hat­te. Selt­sam: an den Auf­ent­halt bei der Groß­ma­ma hat­te sie noch gar nicht wie­der ge­dacht; ihr war, als sei sie von der Gro­ßen In­sel gra­des­wegs hier­her ver­schla­gen, und al­les da­zwi­schen war ver­wor­ren wie ein Schiff­bruch. Nun kam ihr eine Frat­ze in den Sinn, die der lus­ti­ge On­kel ein­mal ge­schnit­ten hat­te, und von da aus fand sie sich in al­lem wie­der zu­recht. Ach! Das war doch Lo­las Groß­ma­ma, denn Pai war ihr Sohn, und sie hat­te ihn lieb. Eine auf­zu­cken­de Hoff­nung: Ob Pai nicht bei ihr war? Dass Lola dar­an nicht frü­her ge­dacht hat­te! Pai war nicht ab­ge­reist, er war bei sei­ner Mama! Lola ging zu Fräu­lein Er­nes­te und sag­te: »Groß­ma­ma« – nur das eine, bit­ten­de Wort; und Er­nes­te ver­stand es, sie ließ Lola hin­füh­ren.

Die Groß­ma­ma brei­te­te die Arme aus, Lola aber lief, ohne ih­rer zu ach­ten, um sie her­um: »Pai! Pai!« – in sein Zim­mer, in das Wohn­ge­mach, in den Gar­ten: »Pai! Pai!« Sie kehr­te von ih­rer ver­geb­li­chen Run­de wie­der.

»Wo ist Pai?«

Die Groß­ma­ma be­deu­te­te ihr et­was, Lola wuss­te wohl, was, aber sie glaub­te ihr nicht. Ei­ner der On­kel kam, die Magd ward ge­ru­fen, und alle wie­der­hol­ten das­sel­be. Lola schüt­tel­te nicht mehr den Kopf, aber ihre Mei­nung stand fest. Zu­letzt er­schi­en der lus­ti­ge On­kel und wünsch­te ihr Gu­ten Tag in ih­rer Spra­che. Im­mer die zwei Wor­te, die er sich einst von Pai hat­te ins Ohr sa­gen las­sen. »Dum­mer Pa­pa­gei«, dach­te sie, und sie ver­lang­te fort.

Sie späh­te in je­des Hau­stor, zerr­te ihre Beglei­te­rin in die Lä­den, die sie mit Pai be­sucht hat­te, und auf ei­nem lee­ren Platz, wo es weh­te, blieb sie ste­hen und rief fle­hent­lich »Pai!« Keins der trä­gen Fens­ter öff­ne­te sich; es fror Lola bit­ter­lich, und die Magd zog sie fort.

Aber für das bun­te Buch war sie nicht mehr zu ha­ben, nicht mehr für den Gar­ten und kaum noch für das Reh. Sie sah je­den mit Miss­trau­en an, der ein Wort zu ihr sprach: eins die­ser un­ver­ständ­li­chen Wor­te, de­ren Geräusch um sie her war. Zu Fräu­lein Er­nes­te sag­te sie: »Das ist nicht wahr«, ob­wohl sie gar nicht wuss­te, was das Fräu­lein ge­meint hat­te; bei Berüh­run­gen brach sie in Ge­schrei aus; und ihr Drang war im­mer: auf die Stra­ße, durch die Stadt, und in die Häu­ser spä­hen. Sie schrie, bis das Fräu­lein ängst­lich ward und sie hin­ausließ. Das dau­er­te meh­re­re Tage.

Dann wich Lo­las Glau­be. Sie hat­te ge­wiss in je­dem Win­kel nach­ge­se­hen und über­all ihr »Pai!« ge­ru­fen. So woll­te Pai sie wohl nicht hö­ren, oder er war wirk­lich fort. Ja, er war fort; die Leu­te hat­ten recht. Aber dann hat­te Pai selbst sie ver­ra­ten und un­ter die­sen Frem­den zu­rück­ge­las­sen. Wem also war noch zu trau­en? Scheu sah das Kind sich um. In die­sen Ta­gen brach ein Ge­wit­ter aus; und Lola – wie hat­te sie da­heim zu ur­welt­li­chen Un­wet­tern ge­jauchzt! – ward von je­dem die­ser Blit­ze in eine an­de­re Zim­me­r­e­cke ge­scheucht, bleich und mit ge­schlos­se­nen Lip­pen; denn nie­man­des Hil­fe wuss­te sie an­zu­ru­fen.

Ward Lola jetzt um ihr Lied ge­be­ten, schüt­tel­te sie, mür­risch und ver­le­gen, die Schul­tern. Auch sprach sie nicht mehr, und sie dach­te ganz Un­ge­wöhn­li­ches. »Ich wer­de viel­leicht sehr krank wer­den und kann dann nie­man­dem sa­gen, wo es weh tut, und muss im­mer so schrei­en, wie da­mals der Ne­ger schrie, der ein Loch im Ma­gen hat­te.« Wenn sie al­lein im Zim­mer war und mit sich selbst und ih­ren Pup­pen plau­der­te, muss­te sie manch­mal lau­schen: so selt­sam klein und al­lein klang ihr die ei­ge­ne Stim­me. Und sie fühl­te es plötz­lich, tief in ih­rem er­schau­ern­den Her­zen, es gäbe im Hau­se und in der gan­zen Stadt und auf al­len Stra­ßen, die hin­aus­führ­ten, kei­nen Men­schen, der, wie die da­heim, zu ihr sa­gen kön­ne: »Mei­ne klei­ne Lola, mei­ne lie­be klei­ne Lola.« Sie flüs­ter­te die er­sehn­ten Wor­te vor sich hin und sah da­bei ihre Pup­pen an. Da be­merk­te sie, dass auch die Pup­pen sie ihr nie sa­gen und, was sie ih­nen vor­plau­der­te, nie ver­ste­hen wür­den: wa­ren doch auch sie aus die­sem frem­den Lan­de. Sie schob sie weg. Und selbst das Reh! Da­heim gab es kein sol­ches Tier, und es wuss­te nichts von Lola. »Hörst du denn nicht?« bat sie, mit Trä­nen. »Reh! Reh!« Aber das Reh sah sie fremd an.

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