Heinrich Mann - Zwischen den Rassen

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Lola stammt von einer brasilianischen Mutter und einem deutschen Vater ab, sie steht heimatlos zwischen den Rassen, gleich wie das südliche Blut der Mutter und die vom Vater ererbte Gewissenhaftigkeit Konflikte in ihr verursachen, die sie nicht auflösen kann. Mithin hieße der Roman besser «Zwischen den Temperamenten».Thomas Mann schrieb in einem Brief, dass sein Bruder Heinrich «nie so viel Hingabe gezeigt habe» und es «das gerechteste, erfahrenste, mildeste und freieste seiner Werke sei.»Null Papier Verlag

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Sie hat­te eine ge­habt, eine Wahl­hei­mat, die Schritt für Schritt zu er­obern ge­we­sen war: ihre Kunst. Und auch aus der war sie ver­sto­ßen; denn die Bran­zil­la saß in der Ner­ven­heil­an­stalt.

Die Bran­zil­la war eine der al­ler­letz­ten Leh­re­rin­nen des Bel­kan­to. 1Ein be­rühm­ter Gei­ger hat­te zu­fäl­lig Lo­las Alt­stim­me ent­deckt, den Um­fang und die Stär­ke der Stim­me be­staunt, hat­te Lola eine un­er­mess­li­che Zu­kunft ver­hei­ßen und nicht ge­ruht, bis sie zur Bran­zil­la reis­te. Wie Lola ins Zim­mer trat, mach­te die Alte ge­ra­de ih­rem Mann eine Sze­ne, dem an­ge­be­te­ten Te­nor von einst, der nun fett, leer und ängst­lich um­her­schlich. Sie warf ihm sei­ne al­ten Ge­lieb­ten vor, das Un­recht, das er ihr bei dem und dem vor drei­ßig Jah­ren ge­sun­ge­nen Duo ge­tan habe, und dass er ihr zur Last lie­ge. Sooft Lola das Paar bei­sam­men traf, war’s das glei­che: der Alte flüch­te­te, die Au­gen gen Him­mel ge­rollt – und als Lola ein­mal nach Been­di­gung der Stun­de das Vor­zim­mer öff­ne­te, da hing er an der De­cke … Und nun ihre Bos­heit sich auf den Mann nicht mehr aus­lee­ren konn­te, be­spie die Alte da­mit alle Welt, ver­trieb die letz­ten Schü­le­rin­nen, brach­te Lola bis zu Trä­nen­kri­sen. Aber moch­te Mai sich em­pö­ren, Lola blieb ih­rer Ty­ran­nin treu, folg­te ihr blind­lings in alle die Haupt­städ­te, wo die Bran­zil­la ehe­mals ge­fei­ert wor­den war und wo sie nun das un­be­kann­te Da­hin­le­ben nicht er­trug, schlich­te­te die Strei­tig­kei­ten, die die Alte in den Ho­tels, den Ge­schäf­ten und über­all an­zet­tel­te, sorg­te für sie, ließ sie ihre kopf­lo­sen Un­ge­rech­tig­kei­ten her­un­ter­kei­fen und schloss den Auf­tritt mit ei­nem fes­ten und doch ge­dul­di­gen »Adieu, Ma­da­me« – wor­auf sie zur ge­nau­en Stun­de wie­der­kehr­te. Statt ei­nem Ge­setz, ei­nem Be­fehl, die ihr Le­ben nicht kann­te, un­ter­warf sie sich den Lau­nen ei­ner Hexe; und ihre Zick­zack­fahr­ten durch Eu­ro­pa wa­ren nicht plan­los, da sie hin­ter der her­führ­ten, in der, wie in ei­ner Rui­ne, der Geist ei­ner großen, fast schon ent­schwun­de­nen Kunst haus­te.

Denn das arme, täg­lich ver­wirr­te­re Ge­hirn der Bran­zil­la schi­en wun­der­bar ge­ne­sen, wenn sie den Stoff un­ter den Hän­den hat­te, aus dem sie schuf. Der Stoff war die Stim­me der Schü­le­rin. Lola war sich be­wusst, sie selbst sei nichts, sei nicht mehr als ein dump­fes Werk­zeug, und was aus ihr wer­den sol­le, sei im Geist der Leh­re­rin schon auf­ge­baut, wie ein Tem­pel aus Luft, un­fass­bar für je­den, ver­traut nur ihr, die ihn durch eine Ge­bär­de, ein Wort, durch einen der kind­lich mys­ti­schen Aus­drücke, die die Se­her fin­den, für eine Se­kun­de vor die Schü­le­rin hin­zau­bern konn­te, so­dass Lola sah: dort hin­an! Wer ver­moch­te das noch: durch ein Wort, ein ei­ge­nes, dem nichts Wirk­li­ches ent­sprach, das rich­ti­ge Spiel ei­nes Kehl­kop­fes be­wir­ken! Nie­mand wuss­te mehr von die­ser Kunst. Bei den Heu­ti­gen wa­ren Leh­re­rin­nen un­be­liebt, die zwei Jah­re brauch­ten. Und die Aus­bil­dung währ­te ehe­mals acht. Lola hät­te es, ein­mal in der Schu­le der Bran­zil­la, nicht mehr aus­ge­hal­ten, sich mit ei­nem Un­ge­fähr zu be­gnü­gen. Sie war fremd über­all, und nur mit ei­ner al­ten halb Ir­ren hielt sie Ge­mein­schaft; aber ei­nes Ta­ges woll­te sie im Be­sitz ei­ner un­er­hör­ten Kunst vor die Welt hin­tre­ten!

Und in je­des Gast­haus brach­te sie eine ei­ge­ne Luft mit, mach­te je­des flüch­ti­ge Quar­tier hei­misch, in das sie ihre Ge­sän­ge, die seit Jah­ren ge­üb­ten, schick­te. Aus der Un­ord­nung der has­tig um­her­ge­wor­fe­nen Ge­gen­stän­de, der zer­streu­ten Stun­den, der re­gel­lo­sen Ver­gnü­gun­gen und der zu­fäl­li­gen Men­schen ret­te­te sie sich in den Win­kel, wo das Kla­vier stand, wie auf ihr ei­ge­nes Stück Erde. Von hier wür­de sie al­les Land er­obern! Wür­de un­ab­hän­gig, wür­de Fürs­tin sein, der die Her­zen schla­gen. Wie hoch­ge­mut und stark sie, in­des die an­de­ren, alle zum Un­ter­gang be­stimmt, lee­re Wor­te re­de­ten, Rän­ke, Lie­be­lei­en ver­geu­de­ten, mit sich selbst um­gin­gen wie mit Wert­lo­sig­kei­ten. Wie hoch­ge­mut, stark und voll Ver­ach­tung sie an sich ar­bei­te­te! Ihre Hei­mat er­wei­ter­te! … Aber man lock­te sie dar­aus fort; die Über­flüs­si­gen um­schwärm­ten sie. Um­sonst übte sie ta­ge­lang mit ih­rem Takt­zäh­ler: der Schwarm der Fest­li­chen über­täub­te das Ti­cken der klei­nen stren­gen Ma­schi­ne. Eine Wal­lung von Leicht­sinn, und Lola war mit­ten dar­in, ging un­ter in der Jagd der nach Freu­de Fie­bern­den. Dann trat der Mann auf: ei­ner de­rer, die sie im Blut hat­te, die sie nicht ver­mei­den konn­te – und die Kunst lag un­be­greif­lich da­hin­ter … Ei­nes Ta­ges stand sie dann wie­der am Kla­vier ne­ben der Al­ten, de­ren Stim­me hart und böse war; und der Tag hat­te blei­ches, schmer­zen­des Licht, wie ei­ner nach durch­tob­ter Nacht, der reu­e­be­la­den ist und den man lie­ber ver­schlie­fe. Und oft, wenn so ihre Tage in ei­ner lu­xu­ri­ösen Land­strei­che­rei zer­flos­sen, dach­te sie mit Neid al­ler An­ge­bun­de­nen, Be­hü­te­ten, in einen en­gen Kreis von Pf­licht und Ge­mein­schaft Ge­schlos­se­nen. An ih­rer Stim­me, die so kost­bar war, trug Lola, wie je­mand an ei­nem Klum­pen Gold in ei­ner Wüs­te. An­de­re sa­ßen in heim­li­cher Werk­statt und be­ar­bei­te­ten ihn …

Und dann war die Bran­zil­la ver­schwun­den. Es war ge­sche­hen, wie Lola das letz­te Mal sie wo­chen­lang al­lein ge­las­sen hat­te. Lola hat­te es mit Zorn er­fah­ren. War denn der Rest Kraft, den die Alte ihr noch zu ge­ben hat­te, schon ver­braucht? Die Bran­zil­la moch­te ver­rückt sein, wie sie woll­te: sie blieb die ein­zi­ge, die Lo­las Stim­me be­herrsch­te, die ihre Stim­me sah. Dazu taug­te sie noch, dazu sam­mel­te sich noch ihre Ver­nunft. Lola sag­te dies den Leu­ten, die sie ihr weg­ge­nom­men hat­ten. »Lasst sie doch ver­rückt sein, es ist mei­ne Sa­che! Ich bin sie ge­wohnt, wie sie ist, und wer­de sie be­hü­ten. Gebt sie mir zu­rück!« Um­sonst: die Leh­re­rin blieb ver­lo­ren – und Lola wuss­te so­gleich, nun sei’s zu Ende. Die Metho­de der Bran­zil­la ließ einen un­selbst­stän­dig bis zu­letzt. Lola war ohn­mäch­tig ohne ihre Füh­re­rin. Der Weg zur Kunst, in die­se neue Hei­mat, war ver­lo­ren.

So, aus Rat­lo­sig­keit, Halt­lo­sig­keit ge­riet sie nach Bar­ce­lo­na, wie­der in einen Schwarm, wie­der an einen Mann, und fuhr nun ent­täuscht und zum ers­ten Mal ganz hilf­los plan­lo­se Fahr­ten.

»Wer ei­ner Hei­mat ent­ge­gen­füh­re!«

*

Vom Den­ken, vom Be­grei­fen und vom Seh­nen war sie heiß und er­regt. Auf­seuf­zend blick­te sie um sich, ohne et­was zu er­ken­nen. Der Schiffs­arzt strich in glei­chen Pau­sen an ihr vor­bei. End­lich, wie sie sich um­wand­te, blieb er ste­hen, und sie muss­te in sei­ne schwer­mü­ti­gen Au­gen se­hen. Ob auch sie die Ge­sell­schaft flie­he, frag­te er. Er war häss­lich, und wie­der nicht häss­lich ge­nug, um zu rei­zen. Das war, schloss Lola, sein gan­zes Un­glück und ver­schaff­te sei­nen Au­gen den An­schein von See­le. Sie ver­lang­te das Ho­spi­tal zu se­hen. Es sei zu trau­rig dort, er­wi­der­te er, für eine jun­ge Dame, die selbst nicht hei­te­ren Ge­mü­tes schei­ne. Ob er sie un­ter­hal­ten dür­fe. Er be­gann von sich selbst zu er­zäh­len, ein­fa­che und wah­re Din­ge, de­nen sie mit Ach­tung zu­hö­ren konn­te. Noch mehr­mals im Lauf des Abends nä­her­te er sich, tat ihr wohl durch gü­ti­ge und ge­las­se­ne Rede; und so­oft Lola ihn bat, ihr sei­ne Kran­ken zu zei­gen, wei­ger­te er sich.

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