Heinrich Mann - Zwischen den Rassen

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Zwischen den Rassen: краткое содержание, описание и аннотация

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Lola stammt von einer brasilianischen Mutter und einem deutschen Vater ab, sie steht heimatlos zwischen den Rassen, gleich wie das südliche Blut der Mutter und die vom Vater ererbte Gewissenhaftigkeit Konflikte in ihr verursachen, die sie nicht auflösen kann. Mithin hieße der Roman besser «Zwischen den Temperamenten».Thomas Mann schrieb in einem Brief, dass sein Bruder Heinrich «nie so viel Hingabe gezeigt habe» und es «das gerechteste, erfahrenste, mildeste und freieste seiner Werke sei.»Null Papier Verlag

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Gleich­wohl rausch­te der Brun­nen auf der Pla­za del Pala­cio in­mit­ten sei­nes und ih­res Schwei­gens. Hier, un­ter der grells­ten Hel­le, folg­ten sie bei­de auf ein­mal dem Zwang, ein­an­der an­zu­se­hen. Lola sah et­was düs­ter Schmach­ten­des, tie­risch Lei­den­des, das sie schreck­li­cher er­schüt­ter­te als die Sie­ger­här­te, die sie sich vor­ge­stellt hat­te. Lang­sam von ihm weg­se­hend: »Ja, das ist er. Er ist ein be­schränk­ter Ge­walt­mensch, und ich lie­be ihn mit Wi­der­wil­len, aber er ist der Ty­pus, dem ich un­ter­lie­gen soll. Die vo­ri­gen, in Pa­ris und in Rom, wa­ren vom sel­ben. Die­sel­ben zu­sam­men­tref­fen­den Brau­en, die har­te Mar­mor­far­be wie hier, wor­aus jede Wim­per, je­der Bluts­trop­fen der Lip­pen dro­hend her­vor­starrt. Wozu sich quä­len? Er liebt mich, so gut er’s ver­steht. Mit dem, was zu ihm ge­hört, lie­be auch ich ihn. Ich habe noch mehr, wo­von er nicht weiß; aber wer wird je da­von wis­sen. Wozu auf dem Un­mög­li­chen be­ste­hen, wozu so viel kämp­fen; warum nicht ein ein­zi­ges Mal ganz un­ver­nünf­tig glück­lich sein.«

Sie nahm tiefe­re Züge Meer­win­des, und in­zwi­schen stie­gen sie kaum be­leuch­te­te Gas­sen hin­an, er­reich­ten einen Gar­ten­platz und tas­te­ten sich durch das ei­nes bit­ter duf­ten­den Ge­bü­sches. »Wo ist denn der Weg?« Und statt des We­ges such­ten sie ei­ner des an­de­ren Hand. Lola zuck­te zu­sam­men, als sie die ihre ge­fan­gen fühl­te; aber sie fühl­te auch, dass er in die­sem Au­gen­blick mit Zart­heit an sie den­ke; und wäh­rend des Lä­chelns, das lang­sam über ihr Ge­sicht hin­ging, war ih­r’s, als lä­che­le das gan­ze Dun­kel. Sie dach­te un­be­stimmt an weit Ver­gan­ge­nes: an ihre Kind­heit. Wie sie eine Ba­lus­tra­de tra­fen, stütz­ten sich bei­de dar­auf; ihre Un­ter­ar­me la­gen, ohne sich zu be­rüh­ren, ein­an­der so nahe, dass je­der des an­de­ren Wär­me spür­te, und drun­ten über dem nächt­li­chen Git­ter aus Mas­ten und Schlo­ten such­ten sie das Meer: lan­ge und be­klom­men von Sehn­sucht. »Der Mond muss bald auf­ge­hen.«

Lola sag­te:

»Da­heim auf der Gro­ßen In­sel war’s das schöns­te, wenn das Meer leuch­te­te. Ach, nun weiß ich wie­der: mein Groß­va­ter zün­de­te vie­le Pa­pi­er­röll­chen an und schoss sie in wei­ten leuch­ten­den und zi­schen­den Bo­gen über das Meer.«

Der jun­ge Mann lach­te kind­lich und sprach von sei­ner Meer­fahrt, der­sel­ben, die einst auch Lola ge­macht hat­te. Ob sie sich nicht je­nes In­sel­kö­nigs er­in­ne­re, den man für zwei Fran­cs se­hen konn­te. Ab­wech­selnd rie­fen sie zu­rück, was ih­nen bei­den be­geg­net war; und bei je­dem Zu­sam­men­tref­fen ih­rer Er­leb­nis­se durch­rann Lola der Schau­er des Vor­her­be­stimm­ten.

»Gleich wird der Mond auf­ge­hen«, mur­mel­te sie mit sü­ßer Angst. Je­nes Kin­der­glück auf der Gro­ßen In­sel be­weg­te sich lei­se un­ter al­len ih­ren Ein­fäl­len; und die heim­li­che Ge­wiss­heit, nie wer­de es wie­der so gut wer­den, ließ sie, sie wuss­te nicht warum, von er­lit­te­nen Schmer­zen spre­chen, von ih­rer Ein­sam­keit, von der Mü­dig­keit, die in ihr zu­neh­me. Schwe­res Drän­gen nach Ge­mein­schaft, nach Men­schen­nä­he zit­ter­te in ih­rer Stim­me und mach­te ihre Arme flug­be­reit: be­reit um einen Na­cken zu flie­gen.

Er sah sie mehr­mals un­ru­hig von der Sei­te an.

Plötz­lich: »Woran den­ken wir?« – mit ei­ner Be­we­gung, die er so­fort zu­rück­nahm. Aber sie war nun wie­der er­in­nert, dass er sie ha­ben wol­le und nichts wei­ter, dass sie nicht sei­ne Ge­fähr­tin sei, nur eine Ge­lieb­te, dass ir­gend­ei­ne der flüch­ti­gen Be­gier­den, in de­ren Wir­beln sie da­hin­leb­te, sie an die­se Stel­le ge­weht habe und die nächs­te sie wei­ter­trei­ben wer­de – und dass al­les dies nicht mehr sei als ein hei­ßer Wind­stoß über die nack­te Haut. Das Ent­set­zen des Ver­irrt­seins pack­te sie, und sie wag­te sich nicht zu rüh­ren.

Er sag­te:

»Ich habe über Sie nach­ge­dacht; ich durch­schaue Sie voll­kom­men. Neh­men Sie ge­gen Ihre Zu­stän­de dies: nie mehr als einen Trop­fen und nur wenn Sie in Ge­sell­schaft ge­hen wol­len.«

Sei­ne Stim­me war ihr nun ver­däch­tig. Un­ter ei­nem ei­si­gen Miss­trau­en zog sie sich in­ner­lich zu­sam­men. Was hat­te die­ser Mensch mit ihr vor? »Noch nie­mand hat Gu­tes mit mir vor­ge­habt!« Er war ein Feind. »Mein Gott, in wes­sen Ge­walt bin ich ge­ra­ten!« Sie stieß zu­rück, was er ihr hin­hielt. Er be­merk­te plötz­lich ihre Ver­än­de­rung, be­reu­te un­ge­stüm, an Schwär­me­rei und Re­gun­gen der Güte eine ge­le­ge­ne Zeit ver­geu­det zu ha­ben, und tat einen har­ten Griff nach ihr. Sie wich aus, bück­te sich und ent­kam in der Fins­ter­nis der Stei­ge. Der Mond war nicht auf­ge­gan­gen.

Sie stieß auf die Trep­pe, stürz­te vor­wärts, durch das Netz der lee­ren Gas­sen, im­mer dar­auf ge­fasst, die Schul­tern un­ter sei­ner zu­fas­sen­den Hand zu du­cken. Dr­un­ten auf dem wei­ten, grel­len Platz schi­en ihr der An­blick ei­ni­ger Bumm­ler un­be­greif­lich, ein ret­ten­des Wun­der. Al­les hat­te sich doch schon auf­ge­löst, al­les war doch schon ver­lo­ren ge­we­sen. Sie sprang, noch flie­gen­den Atems, in einen vor­über­fah­ren­den Wa­gen. Wäh­rend der Fahrt er­leb­te sie im­mer aufs neue den Au­gen­blick, als er nach ihr griff. Sie wand sich vor Angst und Hass.

Wie sie in ih­rem Zim­mer das Licht auf­dreh­te, stand vor ihr im Spie­gel der ele­gan­te, selbst­si­che­re jun­ge Mann, den sie, schi­en es, hier zu­rück­ge­las­sen hat­te. »Was ist seit­her aus mir ge­wor­den! Mein Gott!« Sie ließ sich in den Ses­sel fal­len und wein­te.

Sie wach­te auf und saß noch im­mer in ih­ren Män­ner­klei­dern da. Im off­nen Fens­ter lag grau­er Halb­tag; drun­ten knirsch­ten die ers­ten Kar­ren. Lola fror es; sie fühl­te sich müde und ver­las­sen. »Wenn ich’s nun ge­tan hät­te?« dach­te sie star­ren Blicks. »Ich hät­te jetzt einen Herrn. Vi­el­leicht wäre ich glück­lich.« Dann: »Wenn er jetzt käme? Wenn er jetzt drun­ten stün­de?« Sie sah hin­ab: nein; und sie seufz­te.

Beim Aus­klei­den fand sie in der Wes­ten­ta­sche das Fläsch­chen, das sie zu­rück­ge­sto­ßen hat­te. Also war’s ihm ge­lun­gen, es ihr auf­zu­drän­gen! Sie stell­te es weit weg, wan­der­te ein paar­mal rat­los in der Run­de, zog schließ­lich ein Mor­gen­kleid an und ging hin­über in den Sa­lon. Vor der Tür zu Mais Schlaf­zim­mer kehr­te sie um, mach­te den Weg noch ein­mal und hol­te das Fläsch­chen. Es ließ sich in der hoh­len Hand ver­ste­cken, ohne dass sie die Fin­ger schloss. Dann trat sie bei Mai ein.

Mai schlief; Lola sah ihr zu, wie sie kind­lich at­me­te, wie ihr schö­nes, fal­ten­lo­ses Ge­sicht sich glück­lich aus­ruh­te. Ein­mal lä­chel­te sie, wie bei ei­nem Sie­ge. Was träum­te ihr? Ge­wiss, dass man sie an­be­te. Lola stand und sann sich fest in Mai. »Wie selt­sam, dass ich zu ihr ge­hö­re! Ich habe doch Wel­ten für mich, von de­nen die arme Mai nichts ahnt; aber dann fal­le ich, ob ich will oder nicht, wie­der auf die ihre zu­rück und spü­re in mei­nem Blut die­sen schö­nen, dum­men Män­ner­ty­pus, den ich ver­ach­te. Ist es nicht, als ob ich manch­mal das Be­wusst­sein ver­lö­re, in Mai zu­rück­kehr­te, aus der ich einst her­vor­ge­gan­gen bin, und sie für mich füh­len und han­deln lie­ße? Da geht man da­hin und ist nicht man selbst. Was kann al­les auch in dem Na­men ste­cken, den ei­nem an­de­re ge­ge­ben ha­ben. Lola: … Lo–­la … Ich höre et­was un­heim­lich Schmel­zen­des, Wil­len­lo­ses dar­in. Lola: nein, es kann auch sehr frisch und mu­tig klin­gen …«

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