Christian J. Jäggi - Säkulare und religiöse Bausteine einer universellen Friedensordnung

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Die Welt steht mehr denn je vor der Notwendigkeit, eine nachhaltige Friedensordnung zu entwickeln, in welche alle politischen, weltanschaulichen und religiösen Gemeinschaften eingebunden sind und die sie alle mittragen. Auf der Grundlage der vorangegangenen Bände, in denen säkulare Friedensvorstellungen sowie jüdische, christliche und islamische Friedenskonzepte analysiert wurden, stellt der vorliegende Band teils divergierende und teils übereinstimmende Friedensvorstellungen nebeneinander, untersucht sie auf Gemeinsamkeiten und arbeitet Prinzipien einer globalen transsäkularen und interreligiösen Friedensethik heraus.

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Bruno Latour (2018:11) hat in seinem „terrestrischen Manifest“ die These vertreten, dass die Welt spätestens mit der Wahl Trumps zum US-Präsidenten 2016 an das Ende einer auf ein angebbares Ziel ausgerichteten Politik gekommen sei: „Das ist keine ‚postfaktische‘ Politik mehr, sondern vielmehr eine postpolitische, das heisst buchstäblich gegenstandslose Politik“. Doch stimmt das tatsächlich – oder anders herum gefragt: Waren die früheren ideologischen Auseinandersetzungen zwischen „rechten“ und „linken“ Postulaten nicht häufig lediglich Spiegelfechterei, welche – oft sehr erfolgreich – einzig eine machiavellistische Politik versteckten oder wie die Politologen sagen: eine „realistische Politik“ zum Ziel hatten? Dann wäre der einzige Unterschied zu früheren Zeiten, dass heute die Politik ihre – je nach Standpunkt – weltanschaulichen bis ideologischen Feigenblätter verloren hat. Somit wäre die politische Auseinandersetzung heute einfach ein gnadenloser Macht- und Verteilungskampf aller mehr oder weniger mächtigen Gruppen und Institutionen. Die Frage ist, was das für eine globale und ethisch zu verantwortende Politik heisst.

Federico Ignacio Viola (2014:105) hat mit Blick auf Emmanuel Levinas zur Frage einer ethischen Grundordnung geschrieben: „Die Ethik bezieht sich … auf keine Ordnung, sondern sie besteht gerade darin, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, was jede Ordnung verwirrt, nämlich auf die Andersheit des Anderen. In diesem Sinne vollbringt die Ethik einen wirklichen Umsturz der ontologischen vernunftmässigen Ordnung. Aber dieser Umsturz kann nicht als Gewalt gedeutet werden. Denn er geht nicht aus einer Konfrontation von entgegengesetzten Mächten hervor, sondern kommt vielmehr gerade aus der Begegnung mit dem, was sich jedem Versuch von Beherrschung entzieht“. Viola (2014:107) spricht in diesem Zusammenhang vom „subversiven Charakter“ der Ethik, aber nicht in dem Sinne, dass es darum geht, irgendetwas zu verbieten oder sich gegen etablierte Institutionen zu wenden, sondern darum, „nach dem Menschlichen in Gestalt einer Beziehung mit dem Anderen“ zu suchen“ (Viola 2014:107). So gesehen hat die Ethik etwas „An-Archistisches“ (Viola 2014:146), also etwas „Unordentliches“ oder „Anti-Hierarchisches“ – aber nur dann, wenn sie nicht einfach die Entscheidung von Gut und Böse, Richtig oder Falsch auf eine äussere Instanz auslagert, etwa ein „göttliches Gesetz“ oder „die Vernunft“ oder ein – wie auch immer definiertes – „Gemeinwohl“. So verstandene Ethik bedeutet immer wieder, gängige Modelle, Vorstellungen und Verhaltensweisen zu hinterfragen, zu ändern, zu verbessern oder gar zu ersetzen. Aber trotzdem ist es immer wieder notwendig, ethische Erkenntnisse institutionell und normativ umzusetzen und zu standardisieren. Wenn man so will besteht darin ein eigentliches ethisches Dilemma: Ethik ist damit dynamisch und rebellisch, aber gleichzeitig auch regulativ und herrschaftsstabilisierend.

Aus theologisch-ethischer Sicht stellt sich die spannende Frage, ob eher eine demokratische Regierungsform im Sinne eines vernunftbasierten Konsensstaates oder eine – in welcher Form auch immer – von Gott geoffenbarte Heilsordnung und theokratische Regierungsform dem geistigen Fortschritt der Menschheit zuträglicher ist. Beide Regierungsformen unterliegen eigenen, spezifischen Gefahren: Auf der einen Seite ist jeder demokratische Staat von der ethischen Integrität der Politiker, vom guten Willen, dem rationalen Verhalten und von der Bildung der Wählenden abhängig. Gerade in jüngster Zeit hat sich gezeigt, dass Demagogen, Populisten oder machtbesessene Autokraten ihre Anhänger und darüber hinaus sogar Bevölkerungsmehrheiten dazu bringen können, ihre Lügen zu glauben, diskriminierenden Massnahmen gegen andere Menschen oder sogar ungerechtfertigten Kriegen zuzustimmen. Auf der anderen Seite hat die Geschichte bis in die jüngste Gegenwart gezeigt, dass „Gottesstaaten“ jeglicher Provenienz immer wieder vereinnahmt, zu Diktaturen umfunktioniert oder von Anfang an zur Legitimation von Tyrannei missbraucht wurden.

Stimmt deshalb die Aussage von Christian Felber (2015:21) in seiner Schrift über Spiritualität, Freiheit und Gemeinwohl: „Gott als politisches Argument taugt nicht und sollte zu Recht aussortiert werden“?

Beide Regierungsformen leben von ethischen Mindeststandards sowohl der Regierungen als auch der Regierten. Letztlich gilt das alte Webersche Diktum, dass sich letztlich keine Herrschaft längerfristig ohne Zustimmung der Beherrschen halten kann (vgl. Weber 1973:144ff.), immer noch. Wenn Menschen guten Willens und mit geistiger Inspiration herrschen, können beide Regierungsformen religiösen Menschen helfen, sich dem Göttlichen anzunähern – ohne deswegen Atheisten oder Agnostiker auszugrenzen oder abzulehnen. Allerdings scheint es, dass in der heutigen Zeit demokratisch-säkulare Regierungsformen eher angebracht sind, unter anderem, weil immer mehr moderne Menschen eigenverantwortlich und autonom leben und handeln. Jedoch kann die konkrete Ausgestaltung einer Demokratie sehr unterschiedlich sein. Es ist auch durchaus denkbar, dass sich in Zukunft demokratisch-theokratische Mischformen entwickeln werden.

Aus ethisch-theologischer Sicht können wir sagen, dass die aktuellen, Gewalt, Hass und Krieg rechtfertigenden sozio-kulturellen Codes (vgl. Jäggi 2009) durch neue sozio-kulturelle Codes ersetzt werden sollten, die auf folgenden Grundprinzipien beruhen:

– Bedingungslose und grundsätzliche Liebe zu allen Menschen, unabhängig von ihren weltanschaulichen, religiösen oder politischen Vorstellungen, unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit;

– Ächtung jeglicher Gewalt, besonders auch von weltanschaulich, politisch oder religiös begründeter Gewalt;

– Frieden als universelles Ziel und Beschränkung der Konfliktaustragung auf gewaltlose Mittel;

– Diversität, Heterogenität und sozio-kulturelle Partikularität als individuelles Recht und als Grundlage der Weltgesellschaft; sowie

– umfassende geistige Entwicklung der Menschheit und der einzelnen Menschen als strategisches Ziel.

Probleme

Das spezifische Thema der vorliegenden Arbeit ist die Gegenüberstellung jüdischer, christlicher und islamischer Friedenskonzepte und die spezifischen religiösen Sichtweisen politischer Ethik und deren Vergleich mit säkularen Denkmodellen. Entsprechend werden einander auf der einen Seite säkulare Konzepte religiösen Vorstellungen gegenübergestellt, und auf der anderen Seite jüdische, christliche und islamische Vorstellungen.

Dabei stellt sich die Frage nach dem Stellenwert der Heiligen Schrift sowohl für Gläubige als auch für nicht Gläubige: Für erstere insofern, als die Deutung der Schrift und ihre Auslegung auf die aktuelle Lebenssituation immer dem Verdacht einer Abweichung vom „wahren Glauben“ und damit letztlich der Apostasie unterliegt, für letztere, weil nicht Gläubige vielen Textstellen äusserst kritisch oder gar ablehnend gegenüber stehen und nicht bereit sind, einer – wie auch immer gearteten – Heiligen Schrift Autorität oder Legitimität zuzugestehen.

Wahrscheinlich vor diesem Hintergrund hat Schalom Ben-Chorin bereits 1939 mit Blick auf die Tora Folgendes festgehalten: „Für uns – und darin besteht das ‚neue Denken‘ in dieser Kernfrage des Glaubens, – ist die Thorah tatsächlich Gottes Wort, im ganzen unendlichen Ernst dieses Anspruches, ohne dass wir uns den oft überaus triftigen Argumenten der bibelkritischen Wissenschaft mit Scheuklappen verschliessen müssten. Freilich ist die Thorah nicht das ungebrochene Wort Gottes, sondern das göttliche Urwort, schon gebrochen in dem Augenblick, da es in menschliche (hebräische) Vokabel gefasst wurde, um mitteilbar zu sein …“ (Ben-Chorin 1939:25; Hervorhebung durch den Autor). Das Gleiche gilt sinngemäss auch für die christliche Bibel und für die islamischen sakralen Schriften.

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