Da der Garten auf einer Seite ein Niveauunterschied von vier Metern aufweist, musste der steile Hang abgefangen werden. Peter Berg modellierte mit seinem Team das Gelände, entwickelte eine Höhenstaffelung und befestigte den Hang mit Quadern, Brocken und Blöcken aus gelblich-warmer Grauwacke. Diese Gestaltung gefiel den Bauherren so gut, dass die Steinstruktur auf den ganzen Garten ausgedehnt wurde. So entstand ein wunderbares Zusammenspiel zwischen Stein und Pflanze. „Ich pflanze gerne in höheren Gruppen, immer sehr üppig. Die Wirkung der Steine durfte dabei aber nicht verloren gehen, daher ist die Pflanzung in der Mitte flacher und nur an den Rändern höher. Mittels Drohne konnten wir die Lage und Form der Steine so ermitteln, das wir zu einem exakten Pflanzplan kamen“, berichtet Petra Pelz. Dort, wo die Felsentreppe durch die Stauden- und Gräserpflanzung zum Baumhaus am Waldrand hinaufführt, pflanzte sie vor allem Blaugras ( Sesleria autumnalis ), mischte kleine Staudengrüppchen (u. a. Salvia nemorosa 'Serenade', 'Mainacht') darunter und verwob sie miteinander. Schönaster ( Kalimeris incisa ) und Blaue Färberhülse ( Baptisia australis ) sind ein Leitmotiv in der Pflanzung – Arten, die farblich harmonieren, langlebig sind und dauerhaft schön aussehen. Petra Pelz pflanzt sie immer in Gruppen, damit sie zusammenwachsen und den Boden bedecken.
Endpunkt der Felsentreppe bildet ein ungewöhnliches Baumhaus am Waldrand zwischen alten Eichen, von dem man einen weiten Blick in die Landschaft und bis nach Hannover hat. Es ist eine verspiegelte Stahlkonstruktion, die ebenso wie das Holzhaus vom Baumhaus-Experten Andreas Wenning stammt. In der Fassade spiegelt sich die naturnahe Gartenlandschaft aus Felsen, Gräsern und Stauden. Nichts stört dieses Bild vollkommener Harmonie zwischen Haus, Garten und Umgebung. Da ist es nur folgerichtig, dass ausschließlich natürliche Materialien wie Holz, Stein und Pflanzen verwendet wurden – bis auf die Fahrspuren an der Zufahrt wurde komplett auf Beton verzichtet. Dass das Thema Nachhaltigkeit auch für die Gestaltung ein absolutes Plus bedeutet, zeigt dieser Garten in vorbildhafter Weise.
in der Nähe von Hannover, Niedersachsen
1900 m 2
Petra Pelz Designnatuerlich und GartenLandschaft Berg & Co. GmbH
Petra Pelz Designnatuerlich und GartenLandschaft Berg & Co. GmbH
Ferdinand Graf Luckner
„Die Zusammenarbeit und gemeinsame Planung führte zu einer außergewöhnlichen Symbiose von Architektur und Garten. In der Branche sollte mehr zusammengearbeitet werden, damit sich Synergie-Effekte nutzen lassen.“
PETRA PELZ UND PETER BERG
PLAN
1Wohnhaus
2Terrasse
3Baumhaus
4Felsentreppe
5alte Eichen
Soeren von Hoerschelmann Garten- und Landschaftsarchitektur
ANERKENNUNGEN
Der feine Duft der Marianne
Frankreich ist zu erahnen – und trotzdem passt der Garten zur Villa und nach Norddeutschland.
„Der Duft Frankreichs wird von einer nordischen Brise durch den Garten geweht. Frankreich soll zu erahnen sein, der Garten aber nach Norddeutschland und zum Wohnhaus passen“, beschreibt Landschaftsarchitekt Soeren von Hoerschelmann den Auftrag. Es ist ein Stadtgarten, passend zur hübschen kleinen Altbauvilla, die mit viel Liebe hergerichtet wurde. Klare architektonische Linien geben ihm seine Struktur, die Pflanzen bieten dazu einen lebendigen Kontrast, brechen die Formalität auf.
Eine Kleinstadt östlich von Hamburg und rund 1400 Kilometer weit entfernt von der französischen Provence. Und doch – mitten in Reinbek ein Hauch Frankreich!
In einem außergewöhnlichen Garten, der nicht durch seine Größe, sondern durch seine schlichte Eleganz, seine Wohnlichkeit, aber besonders durch seine Authentizität überzeugt. Und das gleich in dreifacher Hinsicht: Er steht im Einklang mit der Gebäudearchitektur, er passt sich perfekt in das schleswig-holsteinische Umfeld ein und spiegelt gleichzeitig die Frankreichliebe der Besitzer wider. Dem Gartenarchitekten ist die perfekte Symbiose dieser drei Parameter gelungen, und er hat mit ganz viel Feingefühl einen Ort geschaffen, der in sich ruht und zugleich so lebendig ist. Für den französischen Gartenimport ist keine plumpe Ansammlung von mediterranen Pflanzen notwendig. Es ist das Zusammenspiel der konsequenten Linienführung, der gemütlichen Innenhofatmosphäre, des hellen Sandsteins, des Wasserbeckens und der Beete mit ihren natürlichen Übergängen in die Kiesflächen. Als Belag für Wege und Terrassen stehen sie in einem gesunden Verhältnis zu den üppigen Pflanzflächen, wo Geranium 'Rozanne', Allium und natürlich auch Lavendel für Vielfalt und im letzten Fall für den Duft Frankreichs sorgen. Raumaufteilung lässt den Garten größer erscheinen und erzeugt grafische Ruhe. Die künstlerisch interpretierten Stahlhalme sind eine grandiose Rankhilfe für den üppigen Blauregen und der natürliche Schattenspender für die beiden Liegestühle – mit Blick auf das Wasserbecken, das in sich ruhend den Himmel in den Garten projiziert. Es ist sicher der stille Star dieses Gartens! Im gesamten Garten ist die Liebe zum Detail spürbar, die Liebe der Handwerker zu ihren Fertigkeiten, die Liebe eines konsequent planenden Gartenarchitekten und die Liebe der Besitzer zu ihrem Frankreich und noch mehr zu ihrem grünen Zuhause. Ein Garten zum Verlieben eben … Très bien!
Bernd Franzen
Mit Glyzinen bewachsene Stahlhalme halten ihre bogig überhängenden Metallfinger wie eine schützende Hand um den intimen Sitzplatz.
Wenige Stufen führen ins Extra-Pflanzenzimmer hinauf, das die Formalität aufbricht.
Ein Highlight sind die Stahlhalme für die Raumteiler und die Muschel!
Die konsequente Verwendung des Sandsteins verleiht dem Garten seine unverwechselbare Atmosphäre – dies kreiert eine Idee von Frankreich.
Edel: die Kombination aus weißen Blüten, sehr viel Grün und Strukturpflanzen wie Zierlauch
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