Helmut Fischer - Gemeinsames Abendmahl?

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Das Abendmahl tritt uns in den biblischen Texten als ein sichtbares Zeichen der Gemeinschaft aus dem Geist der Liebe entgegen. Die gegenwärtige kirchliche Abendmahlspraxis wird hingegen als Symbol konfessioneller Trennung und als Barriere zwischen den Konfessionen wahrgenommen. Ausgehend von den biblischen Zeugnissen und ohne sich in historisch überholten Details zu verlieren, zeichnet Helmut Fischer jene entscheidenden Entwicklungsschritte und Weichenstellungen nach, die zu den konfessionellen Positionen geführt haben. So treten die Prägungen des Abendmahls in den verschiedenen Konfessionen klar hervor. Damit wird es den Leserinnen und Lesern möglich abzuschätzen, was in absehbarer Zukunft im Bereich ökumenischer Abendmahlspraxis möglich sein wird und wie sie sich in das Gespräch aktiv einschalten können.

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Aus welcher Zeit stammen diese Zeugnisse? Wir wissen, dass Jesus am Vorabend des jüdischen Passafestes des Jahres 30 getötet worden ist. Die ältesten neutestamentlichen Schriften sind die echten Briefe des Apostels Paulus |11| (1Thess, Gal, Phil, Phlm, 1/2Kor, Röm). Sie wurden zwischen 50 und 56 geschrieben, also bis zu zweieinhalb Jahrzehnte nach Jesu Tod. Das älteste Evangelium – das Markusevangelium – wurde um 70 verfasst, Matthäus und Markus schrieben zwischen 80 und 100, Johannes wohl erst nach 100. Das bedeutet, dass diese Schriften jenes Glaubensbewusstsein und jene gottesdienstliche Praxis widerspiegeln, die fünfundzwanzig oder vierzig oder siebzig Jahre nach Jesu Tod in jener Region herrschten, in der die jewielige Schrift entstanden ist. Das konnte in Palästina, Syrien, Kleinasien oder Griechenland sehr unterschiedlich sein, und es war bei Christen, die aus dem Judentum kamen, wieder anders als bei Menschen, die vor ihrer Bekehrung heidnischen Kulten anhingen.

Bei allem, was wir in der Bibel lesen, haben wir daher zu bedenken, von wem, in welchem kulturellen Umfeld, an wen und zu welcher Zeit ein Text geschrieben wurde. Wir haben es also nicht mit ewigen Wahrheiten, sondern mit Momentaufnahmen von einzelnen Gläubigen zu tun. Die protestantische und die katholische Bibelwissenschaft können uns helfen, die für unser Thema »Abendmahl« wichtigen Momentaufnahmen situationsgerecht und angemessen zu verstehen. Auf diese Hilfe werden wir immer wieder zurückgreifen, damit wir nicht der Gefahr erliegen, in die biblischen Texte jene Gedanken hineinzulesen, die uns aus unserem jeweiligen (konfessionell geprägten) Abendmahlsverständnis geläufig sind. Spätestens seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, also seit einem halben Jahrhundert, sind die protestantische und die katholische Bibelwissenschaft zu einer fruchtbaren Forschungsgemeinschaft zusammengewachsen, in der konfessionelle Unterschiede nur noch eine geringe Rolle spielen.

|13| I Die Mahlgemeinschaften Jesu als seine Botschaften

Die Botschaft von der anbrechenden Gottesherrschaft

Wenn wir vom (letzten) Abendmahl Jesu sprechen und damit die letzte Mahlgemeinschaft besonders hervorheben, so ist dem zu entnehmen, dass Mahlgemeinschaften für Jesus offenbar auch vorher eine besondere Bedeutung hatten. Das bestätigen sogar Jesu Gegner, die ihn mit dem asketischen Bußprediger Johannes dem Täufer vergleichen. Sie sagen: Johannes hat nicht gegessen und nicht getrunken. Dieser Jesus aber tut das reichlich, sogar in der Tischgemeinschaft mit Zöllnern und Sündern. Er ist ein »Fresser und Säufer« (Mt 11,19).

Das letzte Mahl Jesu, von dem sich unser gottesdienstliches Abendmahl herleitet, steht offenbar in einer langen Reihe von Mahlzeiten, die Jesus mit unterschiedlichen Menschen gefeiert oder zu denen er selbst eingeladen hat. Ein Blick auf diese Mahlzeiten wird uns verstehen helfen, in welchem Deutungshorizont das letzte Abendmahl zu sehen ist.

Da ist zunächst die Geschichte von der wunderbaren Speisung der fünftausend. Sie steht im Markusevangelium direkt hinter der Geschichte von Johannes dem Täufer, den die Bibel als strengen Asketen schildert. Der Kontrast zu Johannes wird damit auffallend deutlich betont. Die Geschichte von der wunderbaren Speisung wird in den Evangelien in sechs verschiedenen Versionen überliefert. Das zeigt, wie wichtig man ihre Botschaft nahm. So unterschiedlich diese sechs Versionen im Detail auch sein mögen, eines haben sie gemeinsam: Sie erzählen, wie Menschen, die sich |14| in einer akuten Situation des Mangels befinden, durch Jesus Nahrung erhalten. Dabei wird aber kein Schlaraffenland geschildert. Es heißt nur ganz nüchtern: »Und alle (fünftausend, bei Matthäus noch zusätzlich die Frauen und Kinder) aßen und wurden satt« (Mk 6,42). Nach der Speisung wurden noch zwölf Körbe an Brotbrocken eingesammelt. Diese Überfülle an Nahrung stand den Austeilenden zur Verfügung, obwohl jede rationale Planung und Vorsorge fehlte, denn die Jünger hatten ja nichts zu verteilen als fünf Brote und zwei Fische.

Die gleiche Überfülle begegnet uns in der Geschichte von der Hochzeit zu Kana (Joh 2,11). Hier steht nicht die unerschöpfliche Menge an der Grundnahrung Brot im Mittelpunkt, sondern der Überfluss an erlesenstem Wein, dem Symbol des Festes und der Freude.

Die jüdischen Hörer verstanden sofort, dass ihnen mit diesen Geschichten keine Zauberkunststücke Jesu vorgeführt werden sollen. Sie verstanden diese Geschichten auch nicht als Reportagen über spektakuläre Vorfälle, sondern als Zeichen und als Hinweise darauf, was sich in der Mahlgemeinschaft mit Jesus in Wahrheit ereignet. Die Geschichte von der Hochzeit zu Kana wird ausdrücklich nicht als Wunder bezeichnet. Sie schließt vielmehr mit dem bedeutungsvollen Satz: »Das tat Jesus als Anfang der Zeichen … und seine Jünger glaubten an ihn« (Joh 2,11).

Wenn die zentrale Botschaft einer Zeichenhandlung in der Sprache der darin enthaltenen Zeichen zu suchen ist, so ist in erster Linie auf die Bedeutung dieser Zeichen zu achten. Jüdische Menschen wussten aus ihrer religiösen Tradition, dass der Überfluss an Nahrung nicht nur das Kennzeichen der paradiesischen Urzeit war, sondern auch als Charakteristikum der so sehnlich erwarteten Endzeit |15| galt. So verstanden sie die Botschaft der Speisungsgeschichten recht gut. Sie lautet nämlich: In den Mahlgemeinschaften mit Jesus wird offenbar, dass die Zeit des Heils bereits angebrochen ist. In der Tischgemeinschaft, die aus dem lebt, was sie von Jesus empfängt, ist die neue Zeit als die Herrschaft Gottes schon gegenwärtig.

Diese Botschaft bestätigt auch der kurze Text zur Fastenfrage (Mk 2,18–20). Die Leute, so heißt es dort, fragten Jesus, weshalb seine Jünger nicht fasten, wie das die Jünger der Pharisäer und des Johannes tun. Jesus antwortete: »Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist?« Das können und sollen sie natürlich nicht, wenn die Zeit des Heils und damit die Zeit der Freude da ist. In der Zeichensprache des Judentums und Jesu stehen Hochzeitsmahl, Hochzeitsfreude und Wein für die Heilszeit der Gottesherrschaft.

Halten wir als Zwischenergebnis fest: Für die Mahlgemeinschaft, zu der Jesus einlädt, ist die üppige Fülle, das Gegenteil von Mangel, kennzeichnend. Diese Fülle steht für die Zeit des Heils, die mit Jesus gekommen ist. Gottesherrschaft in unserer Welt wird als heilbringende Herrschaft sichtbar und erfahrbar in der Art, in der Jesus als Mensch unter seinesgleichen lebt und wirkt. Daran wird deutlich, dass die Herrschaft Gottes, die mit Jesus anbricht, sich nicht auf die Angst erregende und zerstörerische Macht von Heeren und von Waffen gründet, sondern auf den Mut und auf die Kraft der Liebe, durch die auch unter verschiedenartigen Menschen Gemeinschaft entsteht.

|16| Die Botschaft vom Heil für die Sünder

Was ein Mensch tut oder unterlässt, das erhält seine volle Bedeutung erst in jenem kulturellen Zusammenhang, in dem es geschieht. Mahlzeiten sind in allen Kulturen weit mehr als nur gesellige Veranstaltungen, bei denen man Nahrung aufnimmt. In den meisten Kulturen sind gemeinsame Mahlzeiten auch symbolische Handlungen, mit denen eine Gemeinschaft ihr Verhältnis zu Gott und ihre Beziehungen untereinander zum Ausdruck bringt.

Im Judentum hatte jede gemeinsame Mahlzeit ihre religiöse Bedeutung. Sie galt als ein Bekenntnis zu Jahwe, dem einen Gott, der dem Land die Fruchtbarkeit gibt und den man daher auch als den Gastgeber einer jeden jüdischen Mahlzeit sah. Das drückt sich in den Tischgebeten aus, die Jahwe als den Schöpfer aller Gaben preisen. Die jüdische Mahlgemeinschaft ist deshalb stets eine Gemeinschaft, die sich zu Jahwe bekennt. Jede jüdische Tischgemeinschaft ist also eine Bekenntnisgemeinschaft. Das schließt die Tischgemeinschaft von Juden mit Heiden grundsätzlich aus.

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