(Ölgerdin Egill Skallagrimsson Reykjavik/Island)
Ehringsdorfer Urbräu(4,8%
), seit 2003 wieder in relativer Eigenregie gebraut, wirkt nahezu wie neugeboren; deutlich abgespeckt, der Pößnecker Pesthauch fehlt, und der Hopfen kommt auch nicht mehr so harzig. Die unfehlbare Probe in einem beliebigen Großraumwagen der Deutschen Bahn AG bestätigt meine positiven Eindrücke: Niemand dreht sich um, keiner hält sich die Nase zu, keine Protestgesten, statt dessen registriere ich freundliche Prostgesten. Na also.
(Brauerei Weimar-Ehringsdorf)
Beim Eibauer Premium Schwarzbier(4,5%
) handelt es sich laut Etikett um »Ein wahres Eibauer Premium« und nicht um das komplett identische → Lausitzer Schwarzes Porter . Höchste Verwechslungsgefahr, man glaubt es nicht, die mit dem »festlichen« Lausitzer Dunkel(4,2%
) und seinem enormen Süßungsmitteleintrag noch untermauert wird. Bisher waren Festlichkeiten immer beleuchtet. Eibauer Premium Pilsner(4,8%
) behauptet das mit dem Premium übrigens auch. Wie denn nun? Ebenso unglaublich wie der Helle
und Dunkle Krawallor
(je 6,4%), wie man das Bockbier dort klassifiziert.
(Münch-Bräu Eibau)
Eichbaum Pilsener(4,9%
) liefert den Beweis, daß Bier wie eines seiner vielen Abbauprodukte schmecken kann. Bei der Abmischung der Schaumfarbe des Altgold Premium(5,5%
) für ein Export entschieden zu sehr an lauwarmer Milch orientiert. Dazu kann man schwer ja sagen. Besonders krass zeigt sich der scheinheilige Drang der Brauer nach Erleuchtung im Ureich Premium Pils(4,8%
), einer urig-eichbaumfurnierten Studienausgabe des Pilseners aus dem Hornglas, selbst die Dose bewahrt die sich spinnefeinden Geschmackskomponenten in ihrem apathischen Nebeneinander, doch keinesfalls Miteinander. Die selbstgeschnitzten Hopfendolden haben ein allzu frühes, nasses Grab gefunden, umbrandet von Gerstenfruchtwasser suppenhaftigster Konsistenz. Und die drübergehobene Blume neigt zur Klümpchenbildung. Eichbaum Festbier(6,2%
) und Apostulator(7,9%
) stoßen in aufgeklärten Verkosterkreisen auf strikte Ablehnung. Nur in Räumen mit Holztäfelung und Sitzlandschaft genießbar.
(Eichbaum Brauereien Mannheim) → Freiberger, → Henninger
Eichener Gold
ist ein Export mit würzigen 5,4 Prozent, äußerst frischem Schaumvermögen, honigsüß. Wird klipp und klar als »klar, würzig, frisch« beworben. Right. (Eichener Brauerei Gebr. Schweisfurth Kreuztal-Eichern)
Einbecker Spezial(5,2%
) stammt aus dem Einbecker Brauhaus und stimmt mich mit seiner flüssig-brotigen, spritig-dunklen Erscheinung für Momente traurig. Der Rest des glorreichen Sortiments ist über jeden, ich wiederhole: jeden Zweifel erhaben. Dem Einbecker Hellen Mai-Urbock(6,5%
) mit frischer Hopfennase ist gegenüber dem Einbecker Hellen
und dem stummligen Einbecker Dunklen Ur-Bock
(je 6,5%) eindeutig der Vorzug zu geben. Warum ist Einbecker Dunkel(4,9%
) so bescheiden? Es darf ruhig sich Schwarzbier nennen mit sattgraubeigem Schaum, der Johannisbeerfarbe, den liebevollen Hopfenaufwallungen und der unbesiegbaren Röstmalzsüßigkeit. Großer Favorit bei einer Gegenstimme Einbecker Brauherren Pils(4,9%
). So soll ein Pilsener sein. Glanz in der Farbe, Glanz in allen Augen.
Einsiedler Landbier(5,2%
) lächelt einen als ländlich-erotisches Export an, das es ganz uneremitisch in die große Bierwelt zieht. Schlank, malzig-süß, fröhlich-rezent. Dem Einsiedler Weissbier(5,2%
), dem St. Peter Schwarzbier
, dem Jubiläums Pils(je 4,9%
) und dem mit schnittfestem Hopfenkäse überbackenen Privat Pils(5,0%
) wünsche ich weiterhin gutes, dem assamfarbenen (fünf Minuten gezogen) Hellen Bock
und Dunklen Bock
(je 6,5%) besseres Gelingen.
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