Heiko Werning - Schlimme Nächte

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Geplatzte Dates und geplatzte Kondome, schreiende Nachbarn und krakeelende Kinder, billiges Bier und billige Ausreden, Urängste und Selbstzweifel… Es wäre kaum zu ertragen, wenn man nicht wüsste, dass am nächsten Morgen, bei Lichte betrachtet, alles noch viel schlimmer sein wird. Heiko Werning leuchtet in seinen Geschichten die finstersten Ecken der menschlichen Existenz aus: Feten, auf denen Westernhagen gespielt wird, Massagesalons, in denen man «no sex» bestellen muss, Übernachtungen in zerstrittenen WGs oder Saufgelage mit Striptease-Einlagen. Und trifft dabei auf allerlei Nachtgestalten: Künstlerinnen, die sich Sperma in die Haare stricken, Transvestiten, die sich mit vorgehaltenem Messer auf eine Pizza einladen lassen, Lesben, die junge Männer abschleppen, und Freunde, die man gut zu kennen glaubte und die sich dann als Klaus-Hoffmann-Fans entpuppen.

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Wir trauten uns nicht. Ganz allmählich ging Gregor auf, was das bedeutete. Aus der Nummer kam er so nicht wieder heraus. Ein Rückzug in Würde war für ihn nicht mehr möglich. Alles lag auf dem Tisch: Die von ihm selbst erhobene moralische Forderung, das Tier zu töten, ebenso wie sein Verdikt, sich als Feigling zu outen, wenn man dies nicht selbst zu erledigen vermochte. Wir hatten alle etwas von unserem Gesicht verloren, aber für Gregor ging es um die ganze Fresse, von der Schmach würde er sich so schnell nicht wieder erholen. Er atmete tief durch. »Also gut«, knurrte er, und wir erschraken fast ein bisschen. Dann ließ er den Lichtkegel seiner Lampe über den Boden tanzen, bis er plötzlich auf einem großen Ast zur Ruhe kam. Nun ja, eher ein Ästchen. Wie gesagt, ein Heidegebiet, die Vegetation beschränkte sich auf einige größere und viele sehr kleine Büsche. Gregor bückte sich nach dem Stock. »Du willst doch nicht ...«, stieß Jens noch aus, da ging das brüchige Holz schon auf das Kaninchen nieder. Das Tier erschrak und taumelte zwei, drei Schritte auf Gregor zu. Der schrie entsetzt auf und machte einen gewaltigen Satz nach hinten, als sei ein gefährliches Raubtier auf ihn zugestürmt. Wir kicherten etwas, seine panische Flucht vor einem blinden, sterbenden Kaninchen wirkte dann doch nicht so richtig souverän. Ein Fehler, denn nun fühlte er sich wohl endgültig in seiner Ehre herausgefordert, hob den Ast an und ließ ihn mit aller Kraft mehrfach auf das hilflose Tierchen niedergehen. Das kauerte sich nur noch mehr zusammen, ein Schlag hinterließ eine blutende Wunde, dann brach der Ast endgültig, und das Kaninchen war unzweifelhaft noch lebendig. »Verdammt ...«, flüsterte der merklich erbleichte Gregor, »verdammt, lasst uns abhauen. Das ist vielleicht gar kein normales Kaninchen. Das ist vielleicht untot. Man kann es nicht einfach so ... Es ist gekommen, um uns zu holen. Los, schnell weg!« Mir kroch ein Schauer über den Rücken, kurz wollten wir tatsächlich schnell in Richtung des Rettung verheißenden hellen Scheins hinter den Wachholderbüschen zurücklaufen, wo die Jugendherberge sein musste, aber dann siegte eben doch die Vernunft: »Quatsch, Halt!«, rief Jens, »es gibt keine Zombiekaninchen. Und du hast das Tier jetzt erst recht verletzt, schau doch!« Anklagend richtete er den Spot auf die Fleischwunde, die Gregor dem zitternden Fellknäuel zugefügt hatte. Er war es auch, der es aussprach: »Zertreten! Du musst es zertreten! Tritt kräftig auf den Kopf.« Gregor aber begann nun selbst zu zittern, er stand vor dem erbärmlich zugerichteten Tier, er rang mühsam um Fassung.

Dann verlor er sie einfach. Tränen stiegen ihm in die Augen und kullerten seine Wangen herunter. »Ich kann nicht«, flüsterte er wimmernd, »ich kann das einfach nicht«. Diesmal lachte niemand.

»Los, lasst uns abhauen«, verlangte Fridtjof erneut, »das stirbt doch sowieso bald, was haben wir denn damit zu tun, lasst uns einfach schnell abhauen.« »Aber wir können das arme Ding doch nicht einfach so sitzen lassen«, brüllte Jens, schon zunehmend desperat, »jetzt erst recht nicht, guck doch, es blutet, es hat Schmerzen.« Tatsächlich war das Zittern deutlich stärker geworden, es war ein Bild des Jammers.

Ratlos tanzten die Lichtkegel auf dem Boden, bis meiner schließlich über einem fast großen Findling zur Ruhe kam. Er strahlte unwirklich hell wider im Schein der Lampe. Er leuchtete geradezu, als wollte er uns etwas sagen. Wir verstanden ihn.

»Wenn wir alle anfassen, könnte es klappen«, meinte Jens. Fritjof sah ihn entsetzt an: »Das meinst du doch nicht ernst, oder?« Niemand antwortete.

Tatsächlich gelang es uns mühsam, den Stein anzuheben. Mit verzweifelter Kraft wuchteten wir ihn die paar Meter zum Kaninchen herüber, jetzt noch einmal alle Kraft zusammennehmen, um wenigstens ein bisschen Fallhöhe zu erreichen, mit vor Anstrengung und Ekel verzerrten Gesichtern schafften wir es, das Ding vielleicht einen Meter über das Tier zu stemmen, dann ließen wir los – botsch. Es war merkwürdig leise, ein gedämpfter, dumpfer Aufprall, eher war die Erschütterung des Sandbodens zu spüren, als dass man etwas hörte. Aber so riesig, wie er uns schien, war der Stein dann wohl doch nicht gewesen. Das hintere Drittel des Kaninchens guckte noch darunter hervor. Das kleine Schwänzchen zuckte ein bisschen auf und ab, Gregor heulte nun hemmungslos, aber die Bewegungen des Schwanzes wurden sichtbar schwächer. Die Blume, ging es mir sinnlos durch den Kopf, in der Jägersprache heißt der Schwanz von Hasen Blume, und diese hier verblühte, ein bisschen wackelte sie noch. »Das sind nur die Reflexe«, versuchte ich uns zu beruhigen, der Sand an dieser Seite des Steins färbte sich rot. Erstaunlich unspektakulär eigentlich, dachte ich. Dann drehten wir die Taschenlampen weg.

»Gut, wir haben es geschafft«, sagte Jens, »das Tier ist erlöst! Wir haben es gerettet!« Aber Jubelstimmung kam so recht nicht auf. Betreten schlichen wir Richtung Jugendherberge. Immer wieder versicherten wir uns unterwegs gegenseitig, dass es das einzig Richtige war, das arme Tier von seinen Leiden zu erlösen, dass das verdammt noch mal eine wirklich gute Tat war, dass wir stolz auf uns sein konnten. Einzig – es fühlte sich einfach nicht so an. Wir stahlen uns zurück in das Gebäude und gelangten unentdeckt in unseren Schlafsaal, wo wir uns, jeder für sich, in unsere Betten kauerten.

Ich träumte von einem riesigen Hasen, der erst Gregor, dann Jens und Fritjof mit einem großen Felsen zermatscht hatte und der nun hinter mir hersprang und mir immer ein bisschen Vorsprung ließ, bevor er mit einem Satz wieder direkt hinter mir war. Ich fuhr mehrmals in der Nacht nassgeschwitzt hoch. Einmal hörte ich Gregor leise wimmern. Aber, soweit ich das im fahlen Licht der durch die Fenster dringenden Morgendämmerung erkennen konnte, lag er nur unter seiner Decke, nicht unter einem Felsbrocken.

Zum Frühstück setzten wir uns widerspruchslos zu den Spacken aus der 4b. Wir waren sehr schweigsam.

Meine geistig-moralische Wende

Mein Freund Ralf stammte aus einem stramm konservativen Haus, wie eigentlich fast alle meine Mitschüler und auch ich selbst. So war das eben, in den Achtzigern, in einem Vorort der schwarzen westfälischen Metropole Münster. Als 1982 die sozial-liberale Koalition zerbrach, standen wir am Beginn der Pubertät. Unser politisches Bewusstsein war noch äußerst begrenzt und beschränkte sich im Wesentlichen darauf, dass wir CDU waren, weil unsere Eltern auch CDU waren, und jeder in Münster war eigentlich CDU. Bis auf die ganz Wilden. Da waren manche auch SPD. Angeblich. Wir kannten aber niemand von diesen verruchten Typen. Es waren vermutlich dieselben, vor denen uns unsere Eltern immer eindringlich warnten, wenn sie sagten, wir dürften auf keinen Fall mit fremden Leuten mitgehen.

Erster Oktober 1982. In der Schule und in den Elternhäusern bekamen wir natürlich mit, dass sich da etwas Großes anbahnte. Die Aufregung übertrug sich auch auf uns, obwohl wir keinen blassen Schimmer von unechten Vertrauensfragen und Koalitionswechseln hatten. Aber, und noch heute bin ich etwas fassungslos, bei so etwas mitgemacht zu haben, Ralf rief anlässlich des Tags des konstruktiven Misstrauensvotums eine Party bei sich aus, denn es galt zu feiern, dass jetzt bald alles gut werde im Land und letztlich in der Welt. Die Probleme, von denen wir zwar keine sehr konkreten Vorstellungen hatten, aber von denen wir ahnten, dass es sie gab, diese Probleme jedenfalls würden jetzt alle gelöst werden.

Und so sahen wir nachmittags live, wie Helmut Schmidt aufrechten Ganges auf den in der ersten Reihe feixenden Helmut Kohl zuging, ihm die Hand gab und zur Wahl zum Bundeskanzler gratulierte, und wie kurz darauf, um 15:12 Uhr, Kohl, vor Zufriedenheit fast platzend, zur Kenntnis gab: »Herr Präsident, ich nehme die Wahl an.« Wir stießen darauf mit unseren Fanta-Gläsern an, während Ralfs Mutter zur Feier des Tages ein Tablett mit Negerküssen – die hießen damals noch so – ins Zimmer brachte. Ein rauschendes Fest also. So rauschend, dass mit zunehmendem Zuckerpegel im Blut die Hemmschwellen allmählich fielen. In Wirklichkeit, das brachte das Alter mit sich, waren die real existierenden Mädchen doch letztlich erheblich interessanter als das Duell der Helmuts im Fernsehen. Und diese Mädchen fanden wir seit kurzem nicht mehr grundsätzlich blöd wie noch vor den Sommerferien. Deren Gesellschaft war plötzlich irgendwie cool.

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