Reiner Hänsch - Rotzverdammi!

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Herrlich stinkendes Sauerland oder schnöde glitzerndes Düsseldorf? Heinz-Norbert Flottmann muss sich entscheiden. Auf der Beerdigung seiner Mutter, mitten im Sauerland, taucht plötzlich seine chaotische, fast begrabene Vergangenheit wieder auf. Das schöne, schreckliche Leben zwischen Misthaufen, Mädchen, Gitarrenverstärkern und Bierflaschen ist plötzlich wieder da. Und wie! Die Jungs seiner alten Band und auch seine Jugendliebe Henni machen ihn nochmal sehr nervös.
Heinz-Norbert, inzwischen als Hardy Fetzer eine große Nummer in der Düsseldorfer Werbeszene, spürt den verlockenden, kribbelnden Sog der tollen, alten Zeiten, als alle noch jung und so 'töfte' bekloppt waren. Als es noch eine Band gab, die die Welt, oder wenigstens das Sauerland, aus den quietschenden Angeln hebeln wollte. Der unmögliche Gedanke, diese Band wiederzubeleben, lässt Hardy trotz verzweifelten Sträubens und Windens irgendwie nicht los und bringt damit alles wunderbar durcheinander. Sein ganzes Leben «'is' auf eima' irgendwie inne Wicken».
In unmöglichen, schrägen Episoden voller Sauerländischer Sprachakrobatik läuft dann alles dramatisch auf ein herrliches Ende zu.

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Und dann passiert es. Irgendwie verliere ich zwischen Navi und Radio die Übersicht, das heißt, eigentlich habe ich sie zu diesem Zeitpunkt schon längst nicht mehr und schaue auch vor Aufregung schon längere Zeit gar nicht mehr auf das Sträßchen. Und da fühlt das Sträßchen sich wohl ziemlich vernachlässigt und schickt mir aus lauter Bosheit eine ganz gemeine Linkskurve, in der ich dann auch die Fahrbahn auf direktem Wege Richtung Straßengraben verlasse.

Panisch versuche ich noch, ein paar Korrekturen am drohenden Untergang vorzunehmen, reiße das Lenkrad noch hastig herum und trete mit voller Kraft auf die Bremse. Was man eben so macht, um vielleicht doch noch einige wichtige Körperteile retten zu können. Der erschrockene Porsche gehorcht mir zwar und macht einen mutigen Satz, rutscht dann aber doch sehr unsanft, unaufhaltsam und leise stöhnend über den Randstreifen in den Graben. Mit einem ziemlich schmerzhaften Krachen kommt er halb schräg rechts auf der Seite liegend zum Stehen. Mein Kopf prallt unerfreulich hart von innen gegen die Windschutzscheibe, weil dieser alte Wagen natürlich keine Gurte hat.

Aua. Aua. Aua.

Meine Güte. Was war das denn? Lass die Döppen (sauerländisch: Augen) ersma zu, Gunge! Wat du nich siehs’, dat gibbs auch nich.

Es dauert eine Weile, bis ich dann doch den nötigen Mut aufbringe, die Döppen wieder zu öffnen, und sich mir das Sträßchen aus der tiefergelegten Grabenperspektive erschließt. Tja, was soll man sagen? Das war jetzt wohl, egal wie lange man noch darüber nachdenkt oder versucht, es sich irgendwie schön zu denken, auf jeden Fall ein richtiger, echter Unfall. Ist ja wohl klar. So ein Mist. Für so was hab’ ich doch überhaupt keine Zeit jetzt! Oh, unerreichbares Schwattmecke!

Das Radio läuft immer noch. Der Song geht soeben zuende und ich habe wieder nicht richtig zugehört. Der Refrain „Wo die Misthaufen qualmen…“ verliert sich in der Ausblende und der Sprecher bekennt tief seufzend: „Ach, was für ein schönes Lied. Wenn man diese Band doch noch mal live erleben dürfte! Naja, ist ja schon so lange her. War aber ’ne schöne, wilde Zeit. Na, wer weiß, vielleicht kommen die Jungs ja noch mal zusammen.“

Der Typ ist ja völlig durchgedreht. Die Band noch mal live? Meine Band? Ach, halt die Schnauze, du Quatschkopp! Ärgerlich drehe ich den Kasten ab.

„In mümpfhundert Mepern haben Wie ihr Pfiel erweicht!“

Klappe halten! Alle!

Okay. Eins nach dem anderen. Quietsch. Unfall. Bumms. Graben. Kopf. Geht’s mir gut? Hat’s mich erwischt?

Ich blicke an mir herunter und kann erst mal keine Veränderung zu vorher entdecken. Alles scheint an den bisherigen Stellen geblieben zu sein. Ich kann meine Arme bewegen, was ich dadurch feststelle, dass ich sie beide in die Höhe hebe und mit den Händen wackele. Ententanz im Sitzen ginge also noch. Haha. Blödsinn. Meine Beine sind ebenfalls ohne erkennbare Funktionsstörungen, soweit ich das durch einfache Tests feststellen kann. Ich drehe den Kopf. Aah ja, der tut also weh. Mmh. Aber trotzdem, einmal rechts, einmal links gedreht. Er tut’s noch irgendwie in den Grundfunktionen. Ich kann sehen und hören. Jo. Och, dann geht’s mir doch gut. Man kann zufrieden sein.

Is’ der Kopp noch dran am Mann,

kannze mal von Glück erzählen.

Aber nächstes Mal schon, dann

könnten wicht’ge Teile fehlen.

Jetzt versuche ich also mal auszusteigen, um mir den Schaden an meinem schönen Auto anzusehen. Aber das scheint nicht mehr so einfach zu sein, wie vor diesem kleinen Zwischenfall. Die Tür klemmt und ich muss mich mehrmals von innen mit der Schulter dagegenwerfen, um sie endlich aufzubekommen. Dann rolle ich mich ächzend und schnaufend, aber doch dankbar heraus, bleibe dafür aber mit dem Ärmel meines Sakkos am Türgriff hängen. Bisken Schwund is’ ja immer. Dass ich dann mit den Füßen im braunbrackigen, nach Gülle stinkenden Wasser dieses bösartigen Grabens stehe, mir plötzlich, so im Stehen, dann doch leicht schwindelig wird, sogar ziemlich schummerig vor den Augen, und ich dann wie ein Sack auf die weiche, braune, schlammige Erde plumpse, ist mir dann auch egal. Das ist der Schock, sagt man ja. Ich hab’s jedenfalls überlebt … und ich will weiterleben, denn ich habe noch Ziele.

„Schwattmecke“, deliere ich vor mich hin und versuche mich nach einer kurzen Dunkelpause wieder aufzustellen.

Der Porsche sieht schrecklich aus. Halb im Graben versunken, mit Schlamm bis ans Dach versaut. Und die wirklichen Schäden kann ich noch gar nicht erkennen, weil er ja halb im Stinkewasser liegt. Ob man den jemals wieder hinbekommt? Ich kann gar nicht hinsehen.

„Schwattmecke.“ So langsam wird doch noch ein Schimpfwort daraus.

Ich halte mich an der Stange fest, die freundlicherweise zufällig direkt neben mir in den schlammigen Boden gerammt ist. Sie trägt das Ortsschild von Schwattmecke, wie ich erstaunt feststelle.

Ich bin also schon da. Schön.

Schweren Herzens lasse ich also mein Autowrack im Stich und schleppe mich die Straße entlang, in der Hoffnung, irgendwo den Friedhof zu finden.

Mannomann, dat is abba ’ne sskhöne Sskheiße, woll!

4

Hirn ohne Blut

Bei jedem Schritt quietschen meine nassen italienischen Edeltreter und das Schlammwasser quillt zwischen den feinen, ledernen Schnürsenkeln hervor. In meinem Kopf höre ich das Brummen eines ganz alten, leicht defekten Diesel-Generators, der allerdings auf meinem Kopf zu stehen scheint oder wenigstens direkt daneben. Ich möchte gar nicht wissen, wie der Schädel des Heinz-Norbert Flottmann jetzt aussieht. Es fühlt sich jedenfalls ganz oben an wie eine schnell wachsende Beule. Links oben kann ich sie fühlen, wenn ich ganz, ganz vorsichtig mit der Hand darüberfahre. Aahua. Kein Blut allerdings. Das ist doch schon mal gut. Immer schön optimistisch bleiben, Flottmann. Vielleicht ist es ja dann optisch doch nicht ganz so katastrophal, wie du denkst.

Ich schaue also voller frisch entkeimter Hoffnung an mir her-unter, bin dann aber doch eher enttäuscht von dem augenblicklichen Zustand der sorgfältig ausgesuchten teuren Herrenbekleidung. Es hat leider nichts mehr mit dem zu tun, was Sylvia mir für diese traurige Feierlichkeit heute Morgen dann doch noch, trotz abendlichen Streits, herausgelegt hatte. Die schwarze Anzughose ist jetzt platschnass und dreckverschmiert, das Sakko völlig versaut und außerdem knuddelig mit einem langen, schlimmen Riss am linken Ärmel, das weiße Hemd … nein, ich möchte auch gar nicht darüber reden.

Egal. Ich muss jetzt meine Mutter beerdigen und dir wäre es auch egal. Oder, Mutter? Ist doch so?

Mutter schüttelt den Kopf.

Nee?

Nee, stimmt. Das wäre es sicher nicht. Wenn die mich so sehen würde, dann müsste ich leider wieder umdrehen und mich erst mal umziehen. „So cheht dat abba nich, Gunge, du siehs’ aus wie ’ne Pottsau! So könnwe nich unter de Leute geh’n, woll. Da müssenwe dich ersma zurechtmach’n.“

Quietschenden Schrittes und eine verräterische, nässende Spur hinterlassend, nähere ich mich also der kleinen Kapelle, die ich das letzte Mal gesehen habe, als wir meinen Vater Herbert beerdigt haben. Nur Herbert, ohne Hans oder Heinz.

Da war ich aber auch nur ganz kurz hier, weil ich ja später noch in Düsseldorf dieses Meeting … jaja, keine Zeit, das sagte ich Ihnen ja schon.

Von innen höre ich Orgelmusik, Schneuzen und Gemurmel. Die übliche Trauerfeier-Soundcollage. Die Feier hat natürlich schon begonnen. Man hat nicht auf mich gewartet. Ich rücke noch mal den schwarzen Schlips gerade, mehr so pro forma allerdings, weil der Schlamm davon ja auch nicht abgeht, räuspere mich, obwohl man mich hier auch nicht als Redner erwartet, streiche mir auch eher symbolisch und ohne Erwartung eines größeren Effektes den ruinierten Anzug etwas glatt und drücke dann tief durchatmend auf die schwere eiserne Klinke der Friedhofskapelle.

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