Das, was Sie im Folgenden lesen werden, beruht auf neuen Erkenntnissen und steht für eine neue Perspektive innerhalb der Physiologie. Die Physiologie ist die Lehre von den normalen Lebensvorgängen, sie erklärt also, wie Gewebe und Organe ihre Aufgaben im Körper unter natürlichen Bedingungen erfüllen. In diesem Buch geht es um wichtige Gesundheitsprobleme, ihre Ursache und ihre natürliche Heilung. Meine Ausführungen basieren auf ausgedehnten klinischen und wissenschaftlichen Forschungen. Ich verfüge nicht nur über eine medizinische Ausbildung, die ich 1950 mit dem Eintritt in die Medical School am St. Mary’s Hospital der Londoner Universität begann, sondern ich forsche und schreibe über die in diesem Buch angesprochenen Themen auch bereits seit mehr als 22 Jahren.
Ich möchte Ihnen hier über die weitreichenden physiologischen und metabolischen Komplikationen infolge chronischer Dehydration (chronischen Wassermangels) berichten. Chronischer Wassermangel ist die Hauptursache für viele Krankheiten. Manche sagen, diese Erkenntnis sei die größte Errungenschaft der modernen Medizin.
Das Ziel dieses Buches ist es, den wissenschaftlich begründeten Umschwung in der Medizin einzuläuten. Diese „neue“ Medizin dient den Bedürfnissen der Gesellschaft, indem sie insbesondere den 15 Millionen unter Asthma leidenden Kindern Soforthilfe anbietet, deren Eltern dringend über die Ursache dieser Krankheit, über einfache, kostenlose Vorbeugungs- und lebensrettende Behandlungsmaßnahmen aufgeklärt werden müssen.
Kapitel 1
Wo die moderne Medizin sich geirrt hat
Die größte Tragödie in der Geschichte der Medizin ist meiner Meinung nach die Behauptung, dass der „trockene Mund“ das einzige Anzeichen für den Wasserbedarf des Körpers sei. Aufgrund dieses Irrtums hat die moderne Medizin drei weitere verheerende Fehler begangen, die die Gesellschaft teuer zu stehen kamen. Lassen Sie uns diese vier Irrtümer näher betrachten:
1. Die gesamte Struktur der modernen Medizin gründet sich auf die falsche Prämisse, ein trockener Mund sei das einzige Anzeichen von Wassermangel. Deshalb werden viele mit Schmerzen verbundene gesundheitliche Probleme, die bei Millionen Menschen zum vorzeitigen Tod führen, gar nicht verstanden. Diese Menschen leiden, weil sie nicht wissen, dass sie durstig sind. Die moderne, „wissenschaftlich fundierte“ Medizin basiert auf einer fehlerhaften Einschätzung des „trockenen Mundes“, die sich vor vielen Jahren etabliert hat. Der Deutsche Albrecht von Haller machte 1764 zum ersten Mal den trockenen Mund als Zeichen von Durst geltend. Der englische Arzt Walter Bradford Cannon unterstützte 1918 Hallers Ansichten, und da er einflussreich war, kamen seine Ansichten in Mode und werden bis heute in der anerkannten wissenschaftlichen Literatur vertreten. 1867 hatte der Franzose Moritz Schiff jedoch behauptet, dass Durst ein allgemeines Gefühl sei: „Durst ist eine Empfindung wie Hunger.“ Wir wissen inzwischen, dass Haller und Cannon Unrecht hatten; da ihre Ansichten aber in der medizinischen Lehrstruktur Fuß fassten, wird derselbe Fehler bis heute von Generation zu Generation an die Medizinstudenten weitergegeben. Dieser tradierte Fehler im wissenschaftlichen Verständnis der Wasserregulation des menschlichen Körpers ließ die Medizin eine andere Richtung einschlagen. Schiff hatte ein tieferes Verständnis vom menschlichen Körper gehabt. Ein trockener Mund ist eigentlich kein zuverlässiges Zeichen. Der menschliche Körper folgt einer anderen Logik: Damit man Nahrung kauen und schlucken kann und damit dieser Vorgang besser und leichter vonstatten geht, wird reichlich Speichel produziert, selbst wenn der Körper insgesamt zu wenig Wasser hat. Wasser ist zu wichtig für den Körper, als dass er einen Mangel daran lediglich durch einen trockenen Mund signalisieren würde; er verfügt über ganz andere Möglichkeiten. Er kann unter erheblicher Austrocknung leiden, ohne dass der Mund trocken wird. Wassermangel führt zu schwer wiegenden Symptomen, unter Umständen sogar zu lebensbedrohlichen Krisen. Die moderne Medizin hat diese Symptome, die innere, lokalisierbare Wassermangelzustände beschreiben, durcheinander gebracht und unter verschiedenen Krankheiten subsumiert. Folglich werden toxische Medikamente zur Behandlung von „Krankheiten“ verschrieben, anstatt etwas gegen den Wassermangel zu unternehmen. Ein trockener Mund gehört zu den allerletzten Anzeichen für eine Austrocknung des Körpers. Wenn es erst einmal so weit ist, wurden viele Körperfunktionen bereits „heruntergefahren“, und ihr Erlöschen ist absehbar. Genauso vollzieht sich der Alterungsprozess – durch den Verlust von Enzymfunktionen. Ein ausgetrockneter Körper verliert seine differenzierte und vielseitige Funktionalität. Ein Beispiel ist der juvenile Diabetes (oder Diabetes Typ I), bei dem die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse dem anhaltenden Wassermangel zum Opfer gefallen sind.
2. Der zweite schwer wiegende Fehler in der Grundlagenmedizin besteht in dem Glauben, Wasser sei lediglich eine Substanz, die verschiedene Stoffe löst und durch den Körper transportiert. Doch Wasser ist keine einfache inaktive Substanz. Es erfüllt zwei vorrangige Aufgaben im Körper. Erstens ist es lebenserhaltend. Und zweitens – das ist noch wichtiger – spendet es Leben. Die moderne Medizin erkennt nur die lebenserhaltenden Funktionen von Wasser an. Daher ist chronischer Wassermangel, wird er nicht erkannt, letztlich lebensbedrohlich. Sie müssen diesen Prozess erkennen und verstehen, damit Sie Ihre Gesundheit auf natürliche Weise retten können.
3. Der dritte schwer wiegende Irrtum in der Medizin ist die Annahme, der menschliche Körper könne die Wasserzufuhr im Laufe seines Lebens effizient regulieren. Mit zunehmendem Alter verlieren wir jedoch unser Durstgefühl und trinken zu wenig, bis die Zellen in vitalen Organen dörrpflaumenartig schrumpfen und ihre Vitalität verlieren. Sie müssen wissen, wie Wassermangel beginnt und wie er sich manifestiert, um verhindern zu können, dass dieser Prozess irreversibel wird.
4. Der vierte Sargnagel der heutigen Medizin ist die Idee, jede beliebige Flüssigkeit könne den Wasserbedarf des Körpers stillen. Diese Sichtweise stellt momentan ein großes Problem dar. Viele industriell produzierte und gern konsumierte Getränke wirken im Körper anders als natürliches Wasser. Wenn Sie zu verstehen beginnen, warum einige Pflanzen selbst Koffein oder gar Kokain herstellen, werden Sie das Problem erkennen.
Was Sie in diesem Buch lesen, gehört zu den weltweit bedeutendsten medizinischen Entdeckungen: Hier wird eine Tragödie in der Geschichte der Medizin offen gelegt – die irrige Annahme, ein trockener Mund sei das einzige Anzeichen dafür, dass der Körper Wasser braucht. Anders gesagt: Nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen kann sich die chronische Dehydration des menschlichen Körpers auf so ebenso viele Weisen manifestieren, wie in der Medizin Krankheiten erfunden wurden.
Es ist sonnenklar, dass der menschliche Körper seinen allgemeinen oder lokalen Wasserbedarf auf viele verschiedene Arten zum Ausdruck bringen kann. Bisher wurde angenommen, dass diese Manifestationen von Austrocknung Anzeichen für die eine oder andere Krankheit sei. Aufgrund dieser Unwissenheit und geschützt durch die Pharmaindustrie, hat die moderne Medizin die verschiedenen Komplikationen, die aus der Dehydration resultieren, als unterschiedliche „Krankheiten“ abgestempelt.
Wir müssen begreifen, dass ein anhaltender Wassermangel zu einem „sich kontinuierlich verändernden neuen chemischen Zustand“ im Körper führt. Wenn sich ein neuer durch Wassermangel verursachter chemischer Zustand voll etabliert, kommt es zu vielen strukturellen Veränderungen, sogar zu Veränderungen der genetischen Matrix des Körpers. Daher muss Wassermangel unbedingt verhindert werden. Ich halte deshalb bei Kindern Asthma für ein ebenso großes gesundheitliches Problem wie nicht infektiöse Ohrenschmerzen. Dehydration bis hin zu Asthma bei Kindern erzeugt schließlich einen Gendefekt und Autoimmunkrankheiten, ja kann in späteren Jahren sogar Krebs verursachen.
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