John Henry Mackay - Die Anarchisten

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Die Anarchisten" (Erstpublikation 1891) ist ein revolutionäres Buch: Es wurde in neun Sprachen übersetzt und erreichte in Deutschland schon nach einigen Jahren Bestsellerstatus. Manche sahen es als eines der radikalsten Bücher seiner Zeit an, weil es die grundlegende Ordnung in Frage stellte, dabei nichts anderes wollte als zu klären, wie der Mensch frei wird. Der Text ist in weiten Teilen biografisch eingefärbt und ein philosophisches Dokument in Romanform. Anhand zweier Charaktere mit unterschiedlichen Grundsätzen illustriert John Henry Mckay, ein schottischstämmiger Berliner, den Wert des individualistischen Anarchismus und des Kommunismus seiner Zeit. Auban, Mackays alter ego und Hauptfigur des Romans, setzt sich dabei mit den Widrigkeiten einer Bewegung auseinander, die sich zwar anarchistisch nennt, aber mit seinen individualistischen Grundsätzen nicht konform geht. In der Auseinandersetzung mit seinem Freund Trupp, der ein glühender Anhänger der kommunistischen Arbeiterbewegung ist, beschreibt Mckay sein eigenes Konzept des individualistischen Anarchismus.
Mackay war ein Künstler, Dichter und leidenschaftlicher Schriftsteller, der sich als Anarchist empfand, aber kaum in die üblichen Kategorien eines politischen Anarchisten passte. Mckays Anarchisten, wie er sie in seinen Schriften beschrieb, waren weder Chaoten noch Bombenleger. Sie sind Intellektuelle, die einen eigenen Weg aus der sozialen Misere des späten 19. Jahrhunderts finden – gewaltfrei. Freiheit ist das zentrale Motiv seines Werks. Die wird allerdings nicht durch Umstürze und Revolutionen gewonnen, auch nicht durch Demokratie und Parlamentarismus, sondern vielmehr durch die Emanzipation des Individuums, durch passiven Widerstand gegen den Staat, zivilen Ungehorsam.
Ein herausforderndes Buch, das jeden von uns nachdenken lässt, wie viel Freiheit wir wirklich haben – und erringen könnten. 100% Klassiker: vollständig, kommentiert, relevant!

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- Als was erscheinen die Vorgänge in Chicago? fragte er. Und er gab die Antwort: - Als eine Rache an Gefangenen, die gemacht sind in dem Kampf zwischen den beiden großen Klassen. Wir protestieren gegen sie als eine Grausamkeit und Ungerechtigkeit Es ist die Schuld unserer Gegner, rief er, wenn solche Verbrechen den Kampf immer furchtbarer, immer erbitterter, immer unversöhnlicher machen. Es ist das keine Angelegenheit welche nur das amerikanische Volk angeht: das Unrecht an den besitzlosen Arbeitern jenes Landes verübt trifft uns mit gleicher Wucht Die Arbeiterbewegung ist ihrem ganzen Wesen nach international; und die Arbeiter jedes Landes haben die Pflicht ihre Mitarbeiter in einem anderen aufzurufen und zu unterstützen im Widerstande gegen solche Verbrechen, welche an ihnen selbst begangen werden!

Er sprach nicht sehr lange. Aber was er sagte, erregte ihn selbst wie die Hörer gleich stark. Der unentrinnbare Ernst seiner Worte, sein blitzendes Auge, seine bebende Leidenschaftlichkeit erweckten in dem Gleichgültigen eine Ahnung von der Bedeutung einer Sache, die er nicht verstand, und stärkte in deren Bekennern den Glauben an ihre Gerechtigkeit und an ihre Größe. In demselben Moment, in dem der Redner geendet, hatte er schon den Platz verlassen, als wolle er sich dem neu ausbrechenden Beifall entziehen, und saß im nächsten wieder ernst und bleich unter den Zuhörern, gespannt mit ihnen die Worte seines Nachredners verfolgend, der - als Delegierter eines großen Londoner liberalen Klubs - darauf aufmerksam machte, daß jene Ereignisse, welche heute drüben geschehen, morgen schon hier im eigenen Lande sich ereignen könnten ...

Auban vernahm nicht mehr, was dieser und jeder der noch nachfolgenden Redner sagte. Er war in Gedanken versunken. Noch immer saß er so unbeweglich wie vor einer Stunde da, die Füße über den vorgestreckten Stock gekreuzt, die Hände auf seinen Griff gestemmt, und starrte vor sich hin. Die Stimmen der Redner, das Gemurmel wie das Beifallsrufen und -klatschen der Menge - das alles klang wie aus einer weit abliegenden Ferne zu ihm her. Er war oft in den letzten Tagen - beim Durchwandern brausender Straßen - von diesem Gefühl der Abwesenheit überwältigt worden; dann dachte er an jene Tage, in welchen die Menschheit aufatmend einmal wieder sich befreit hatte von einem ihrer Tyrannen, und an die Tage, in welchen dessen wertloses und fluchbeladenes Leben gerächt wurde an vielen unschätzbar teuren. Und er dachte an die Heldengestalten jener Märtyrer, an ihre schweigenden Opfer und an ihr nur einem Gedanken geweihtes Leben. Er dachte an sie, sooft er einen von denen sah, auf deren Stirnen noch der Schatten jener Tage zu liegen schien. Aber nicht mehr vermochte es ihm über alles groß und beneidenswert zu erscheinen, so zu leben und so zu sterben... Verflüchtigt hatte sich jene Leidenschaftsglut, welche seine ganze Jugend verzehrt hatte und welche in Asche gelegt war unter den kalten Hauchen des Verstandes, der unaufhörlich und rastlos alle unsere wirren Gefühle bekämpft, bis er uns mit dem Glauben an die Gerechtigkeit auch den letzten genommen hat, und nun selbst - als der einzig berechtigte - Leiter und Lenker unseres Lebens geworden ist. Zuviel Blut hatte er fließen sehen, als daß er nicht gewünscht hätte, die Erfolge des Friedens endlich zu erblicken. Aber wie war das möglich, wenn das Ziel immer verschwommener, die Wünsche immer unmöglicher und die Leidenschaften immer mehr entfesselt wurden?! -

Wieder sollten sich jene Tage, an welche er dachte, nun in Wirklichkeit wiederholen! Wieder das Blut der Unschuldigen in Strömen fließen, um die ungezählten Verbrechen, begangen von der Macht an der Schwachheit, der Willenlosigkeit, der Einsichtslosigkeit, zu verbergen! Was wollten doch alle diese Menschen, die hier so begeistert schienen, so überzeugende Worte der Wahrheit fanden? Protestieren? Wann hatte sich das privilegierte Unrecht, welches die Macht der Gewalt sich kaufte, je um Proteste gekümmert? -

Warum unterlagen sie? Weil sie die Schwächeren waren. Und was ist Schuld? Ist es nicht ebenso große Schuld, schwach zu sein, als stark zu sein, wenn es überhaupt eine Schuld gibt? Weshalb waren sie nicht die Stärkeren?

Mit der grausamen Härte seiner durchdringenden Logik prüfte und sezierte er weiter. Der Schmerz, der hier so beredt aus allen Mienen und allen Worten sprach: zusehen zu müssen dem Verbrechen, war er nicht doch geringer als der, den ein Versuch, es tatsächlich zu verhindern, bereitet hätte? Weshalb sonst gaben sie sich alle hier zufrieden, zu protestieren und nur zu protestieren?

Sie hätten die Stärkeren sein können. Und waren es nicht... Es war eine große Leere und Kälte in ihm nach der auflodernden Leidenschaft. Es war ihm, als schwebe er in einer eisigen Luftewigkeit ohne Raum und Grenze und Versuche, in der Angst des Todes sich an dem Haltlosen zu halten. –

Der alte Herr, welcher neben ihm saß, sah in diesem Augenblick in Aubans Gesicht. Es war aschgrau, und in seinen Augen loderte ein zusammensinkendes Feuer.

Auf der Empore trat unterdessen unermüdlich ein Redner nach dem andern auf. Die Erregung schien noch im Wachsen zu sein, obwohl gewiß in dem ganzen weiten Saale nicht einer war, der nicht von ihr bereits ergriffen war, mit Ausnahme jener Reporter vielleicht, die geschäftsmäßig ihre Blätter mit Notizen füllten.

Auban hörte nichts mehr. Einmal hatte er sich halb erhoben, als habe er sich entschlossen zu sprechen. Aber er hatte gesehen, daß die Reihe der Sprecher noch nicht erschöpft war, und er gab es auf, jenes Wort zu sagen, welches heute abend nicht gesagt werden sollte. -

Nur einmal noch in der folgenden letzten Stunde schaute er auf. Der Name eines Mannes war genannt worden, den England in die Geschichte seiner Dichtkunst des neunzehnten Jahrhunderts längst neben die glänzendsten unverwischbar eingetragen hatte; den das Kunstgewerbe einen seiner Erneuerer und tätigsten Förderer nannte; und der endlich einer der gründlichsten Kenner und hervorragendsten Vertreter des englischen Sozialismus war. Dieser merkwürdige und einzige Mann - Dichter, Maler und Sozialist in einer Person und Meister in allen - hatte trotz seiner weißen Haare die Lebendigkeit und Frische eines Jünglings. Unvergeßlich war noch immer für Auban einer seiner zahllosen Vorträge, die er heute in irgendeinem der kleinen Klubsäle der Socialist-League-Gruppen in London vor Hunderten und morgen in Edinburgh oder Glasgow auf öffentlichen Versammlungen vor Tausenden hielt, geblieben: »The Coming Society«. Und nie hatte sich vor Aubans Augen verlockender und begehrlich-täuschender das Bild der »freien Gesellschaft« hingestellt als unter dem Banne dieser Worte, denen der Dichter Zauber und Schönheit, der Künstler Plastik und Fülle, der Denker Beweiskraft und Überzeugung zu leihen suchte. Wie schön es wäre, wenn es so sein könnte; wie alles aufgelöst wäre in Harmonie und Frieden - hatte er damals gedacht.

Ein alter Barde und Patriarch und doch wieder der natürlichste, gesündeste alte Engländer - der Selfmademan - in seinem weichen blauen Hemd und bequemstem Anzuge stand er da und erzählte mehr, als er sprach, von den Tagen von Chicago. Der Beifall, mit dem sein Kommen und Abtreten begrüßt wurde, gab Zeugnis von der Popularität dieses Mannes, dessen Lebendigkeit und Tatkraft für die Sache der sozialen Bewegung keine Ermüdung zu kennen schien.

Die zehnte Stunde war lange vorüber, als der Chairman sich erhob, um mit seiner klaren lauten Stimme die Resolution zu verlesen. Die Hände flogen in die Höhe - keine erhob sich bei der Gegenfrage -: die Resolution war einstimmig angenommen. Ein Kabeltelegramm wurde nach New York gesandt, wo am folgenden Tage aus demselben Anlaß eine große Protestversammlung stattfinden sollte-: es brachte die Wünsche der hier Versammelten über das Meer ...

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