Marcel Krueger - Island

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"Dies ist ein Buch über Bücher, um einen Ort zu ehren, an dem das geschriebene Wort geschätzt wird wie nirgendwo sonst."
Wofür steht Island – für raues Klima, wilde Natur, Elfen und Trolle? Richtig, aber darüber hinaus ist Island als Insel der Literaturbegeisterten und Bücherfreunde weltbekannt! Wenn sich in den langen Wintern kaum die Sonne zeigt, ziehen sich die Bewohner in ihre Häuser zurück – und lesen: mittelalterliche Sagas, Lyrik oder zeitgenössische Krimis. Kein Wunder, dass Island den weltweit höchsten Anteil an Schriftstellern in der Bevölkerung hat und pro Kopf mehr Bücher als in den meisten anderen Ländern der Welt erscheinen.
Marcel Krueger streift durch die Geschichte und die Literatur dieses faszinierenden Landes und führt an die zentralen Orte. Vom Eismeer über Geisterfjorde bis hin zu Vulkankratern und zum nassen Grab der Götter. Denn hinter jedem Gletscher oder Wasserfall verbirgt sich auf Island eine gute Geschichte.

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Im Jahr 2011 wurde Reykjavík als erste nichtenglischsprachige Stadt zur UNESCO-Literaturstadt ernannt, als insgesamt fünfte Stadt der Welt, die diesen Ehrentitel erhielt – mittlerweile gibt es 39 solcher Literatur-Weltstädte. Um diesen Titel zu würdigen und zu fördern, hat die Stadt als Unterabteilung des Kulturamtes die Reykjavík Bókmenntaborg UNESCO & Bókmenntavefur ins Leben gerufen, die Reykjavík UNESCO Literaturstadt & Literaturnetz. Diese Institution betreibt neben ihrem Programm und ihrer Residenz die Website bokmenntaborgin.is, ein fantastisches Repositorium an Informationen, Leseproben und Bibliografien fast aller isländischen Schriftsteller der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart mit Bezug zu Reykjavík. Die englischsprachige Version der Website richtet sich gezielt an ein internationales Publikum und präsentiert auch Auszüge aus bislang noch nicht übersetzten Klassikern oder neuen Veröffentlichungen als Appetithappen. Für Autoren selbst ist der isländische Schriftstellerverband oder Rithöfundasamband Íslands (RSÍ) die wichtigste Institution. Er wurde 1974 gegründet und ging als eigenständige Organisation aus dem Schriftstellerverband des isländischen Künstlerverbands hervor. Ziel der Organisation ist es, die Interessen und Rechte der Schriftsteller zu schützen, eine allgemeine Unterstützungsstruktur für isländische Autoren zu schaffen und die Meinungsfreiheit zu verteidigen. Heute hat der Verband rund 500 Mitglieder, darunter Lyriker, Romanschriftsteller, Drehbuchautoren, Dramatiker, Akademiker und Übersetzer.

Die Freude am Lesen und Schreiben begleitet die Einwohner Islands von klein auf. Jede weiterführende Schule, auch die Fach- und Berufsschulen, hat eine Bibliothek, die neben Werken zum jeweiligen Schwerpunkt der Schule einen umfassenden Bestand an Allgemeinliteratur bereitstellt. Der jeweilige Schulbibliothekar unterbreitet den Lehrern proaktiv zu jedem Schuljahr die für die jeweiligen Stufen passenden Angebote. Die Bibliotheken sind aber auch nicht nur reine Orte der Ausbildung und des Lernens, sondern werden aktiv als Freizeit- und Rückzugsorte für die Schüler beworben. Und natürlich stehen die Klassiker der isländischen Literatur wie die Sagas oder die Werke von Halldór Laxness seit Jahrzehnten auf dem Lehrplan. Aber nicht alle isländischen Schüler werden begeisterte Literaten. 2019 hat das isländische Radio Schüler nach ihrer Leselust befragt, und ein Gymnasiallehrer gab an, vor 20 Jahren mit den Schülern drei Laxness-Romane gelesen zu haben, heute sei es aber nur noch einer.

Die Insel ist und bleibt aber dennoch ein Land der Leseratten. Isländer bezeichnen sich als bókaþjóð , als Buchnation, und der Begriff wird nicht im übertragenen Sinn verwendet: Es gibt im Isländischen dieses Wort nur in Bezug auf Island selbst und nie auf ein anderes Land. Island ist die Buchnation, und die Menschen hier lesen und schreiben wie kaum sonst jemand auf der Welt. Jeder Zehnte geht hier durch die Straßen und sammelt Eindrücke und Geschichten, um diese weiterzuspinnen und in Buchform zu erzählen, und wenn sich die auf den ersten Blick schroffen Isländer einmal warmgeredet haben, hat jeder hier eine Geschichte (oder vier) zu erzählen. Die Zahl derjenigen, die hauptberuflich als Schriftsteller arbeiten, ist allerdings mit der in Deutschland vergleichbar: In einer Umfrage des Schriftstellerverbandes RSÍ im Jahr 2017 gaben nur 34 Prozent der Mitglieder an, vom Schreiben leben zu können.

Island kann also ohne Übertreibung als eine Kultur des Wortes bezeichnet werden, besonders weil die mittelalterlichen Handschriften bis in die Gegenwart identitätsstiftend bleiben. Durch die Texte konnten die Isländer über Jahrhunderte dänischer Kolonialherrschaft ihre kulturelle Identität bewahren, denn die Sagas handeln zum großen Teil nicht von irgendwelchen fernen Königen, sondern von Bauern, Fischern und Naturgewalten. Die Themen der isländischen Literatur haben sich in den letzten 70 Jahren aber deutlich geändert, doch erst ab den 2000er Jahren konnte die neueste Generation von Autoren aus dem übermächtigen Schatten Laxness’ heraustreten und eine moderne isländische Literatur schaffen. Die zeitgenössischen Schriftsteller behandeln vor allem Themen der Gegenwart, die sie in der ganzen Welt finden, und sind nicht mehr nur auf die Insel beschränkt. Isländische Literatur ist einerseits kritisch heimatverbunden, andererseits weltoffen, kosmopolitisch. Die Wertschätzung des geschriebenen Wortes und die Betonung des kulturellen Fortschritts haben dazu geführt, dass Künstler auf Island einen sehr hohen Status in der Gesellschaft innehaben. Vertreter der kreativen Künste gelten heute nicht nur als das sprichwörtliche Gewissen des Landes, sondern werden auch mehr als in anderen Ländern zu Aktivisten und Politikern – wie zum Beispiel der Schriftsteller Andri Snær Magnason (*1973; s. Kap. 10), einer der Kandidaten bei der Präsidentenwahl 2016.

Angesagt auf der ganzen Welt sind in Island geschriebene (und stattfindende) Kriminalgeschichten, insbesondere im englisch- und deutschsprachigen Raum, und es gibt hier einen extrem hohen Anteil an Krimiautoren, deren Werke auch in anderen Medien wie geschnitten Brot verkauft werden. Kino- oder TV-Krimis, die auf den Werken internationaler Literaturstars wie Yrsa Sigurðardóttir (*1963) oder Ragnar Jónasson (*1945; s. Kap. 11), basieren, sind global so erfolgreich wie ihre Bücher. Island mag also ein Beweis dafür sein, dass eine feindliche und gnadenlose Natur, so gruselig sie auch erscheinen mag, nicht immer das Schlimmste im Menschen und seine innersten Dämonen hervorruft –, sondern stattdessen die Fantasie seiner Bewohner sprießen lässt.

Die isländische Natur spielt eine entscheidende Rolle in der Literatur und ist ebenfalls mit den Sagas verknüpft: Die Erfahrungen der kleinen und unbedeutenden Menschen im Angesicht der harten Natur der gnadenlosen Vulkaninsel bilden den Rahmen fast aller Erzählungen. Es an einem solchen gnadenlosen Ort, wo das reine Überleben schon schwierig genug war, auch noch zustande zu bringen, Bücher zu schreiben und darin Geschichten zu erzählen, die die Menschen bis heute inspirieren, ist wirklich beeindruckend. Die Geschichten der Sagas sind fiktiv, aber nie unrealistisch und immer in der Landschaft der Insel verankert. Wie die Liebe zum Spiel mit Sprache ist die Wahrnehmung der dramatischen Natur mit ihren Lavafeldern, Lawinen und Schneestürmen eine der Triebfedern für den isländischen Drang zum Geschichtenerzählen, zum Schreiben und Lesen von Büchern. In anderen Ländern gibt es römische Tempel und Amphitheater, Raubritterburgen und Kathedralen, die an die Vergangenheit erinnern. In Island gab es lange Zeit: nichts. Anstatt auf Ruinen oder auf altertümliche Bauwerke können die Isländer nur auf einen Fluss oder Gletscher zeigen und sagen: Hier haben sich diese und jene Geschichten abgespielt, und deswegen heißt der Ort jetzt soundso. Isländische Geschichte und Geschichten sind immer fest in der Natur der Vulkaninsel verankert, und viele der Künstler und Autoren sind von ihrer Heimat inspiriert. Aber niemals idealisierend oder verniedlichend und immer mit dem Blick nach außen.

Die Faszination von unbarmherziger Natur und einer 800-jährigen Tradition des Romans hat isländische Literatur immer schon für andere spannend gemacht. Spätestens seitdem Island 2011 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse war und durch neue Übersetzungen und eine breite Präsenz in den Medien viele neue Leser gefunden hat, ist die Lust auf Bücher aus dem Norden in Deutschland ungebrochen und sind isländische Autoren gern gesehene Gäste auf literarischen Veranstaltungen im ganzen Land. Deutschland ist nach Großbritannien und Frankreich der größte Absatzmarkt für Autoren und Verlage aus Island, und dieses Interesse zeigt sich auch in den Veröffentlichungen: Alleine seit 2017 wurden mehr als 50 Bücher aus dem Isländischen ins Deutsche übersetzt und in Deutschland, Österreich und der Schweiz veröffentlicht. Diese Verbindung wirkt natürlich auch andersherum, und deutschsprachige Künstler reisen gerne nach Island, um sich vom Land inspirieren zu lassen (s. Kap. 7). Ein Teil dieser Faszination ist sicherlich eine kindliche, eskapistische Begeisterung für Geschichten über magische Schwerter, Thors Hammer und den Blutadler; ein anderer Teil jedoch ist ein beständiges Interesse an Menschen, Landschaften und Literatur am Rand; an Kulturen, die sich der Zerbrechlichkeit der irdischen Existenz bewusst sind und deren plötzliches und gewalttätiges Ende an dunklen und kalten Orten nicht nur in den Nachrichten vorkommt, sondern Teil des täglichen Lebens ist. Das harsche Vulkaneiland der Wikinger, so unwirtlich es auch war, hat immer wieder Fremde angesprochen, und die dramatische Landschaft und einzigartige Kultur haben ein beeindruckendes Nordland-Œuvre von Autoren aus der ganzen Welt beeinflusst. Von Jules Verne (1828–1905), der 1864 den Eingang zur Reise zum Mittelpunkt der Erde im Snæfellsjökull-Krater verortete, über die Sagen und Volksmärchen über Elfen, die Wilhelm Grimm (1786–1859) schon 1811 in seinen Altdänischen Heldenliedern, Balladen und Märchen übersetzte und die J. R. R. Tolkiens (1892–1973) Der Hobbit (1937) und Der Herr der Ringe (1954) bis hin zu den Thor -Comics aus dem Marvel-Verlag und Neil Gaimans (*1960) Nordische Mythen und Sagen (2017): Island und seine Literatur inspirieren Künstler auf der ganzen Welt schon lange.

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