Marcel Krueger - Island

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"Dies ist ein Buch über Bücher, um einen Ort zu ehren, an dem das geschriebene Wort geschätzt wird wie nirgendwo sonst."
Wofür steht Island – für raues Klima, wilde Natur, Elfen und Trolle? Richtig, aber darüber hinaus ist Island als Insel der Literaturbegeisterten und Bücherfreunde weltbekannt! Wenn sich in den langen Wintern kaum die Sonne zeigt, ziehen sich die Bewohner in ihre Häuser zurück – und lesen: mittelalterliche Sagas, Lyrik oder zeitgenössische Krimis. Kein Wunder, dass Island den weltweit höchsten Anteil an Schriftstellern in der Bevölkerung hat und pro Kopf mehr Bücher als in den meisten anderen Ländern der Welt erscheinen.
Marcel Krueger streift durch die Geschichte und die Literatur dieses faszinierenden Landes und führt an die zentralen Orte. Vom Eismeer über Geisterfjorde bis hin zu Vulkankratern und zum nassen Grab der Götter. Denn hinter jedem Gletscher oder Wasserfall verbirgt sich auf Island eine gute Geschichte.

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Das Land weist eine außergewöhnlich hohe Alphabetisierungsrate auf (rund 99 Prozent). Ungefähr jeder zehnte Isländer veröffentlicht ein Buch, das ist der weltweit höchste Anteil an Schriftstellern in der Gesamtbevölkerung. Das führt zu mitunter kuriosen Konstellationen, wie die Schriftstellerin Kristín Eiríksdóttir (*1981) in einem BBC-Interview von 2013 verdeutlicht: »Stehen wir miteinander in Konkurrenz? Ja, zumal ich mit meiner Mutter und meinem Partner zusammenlebe, die ebenfalls beide Vollzeit-Autoren sind. Aber wir versuchen, in abwechselnden Jahren zu veröffentlichen, damit wir nicht zu sehr miteinander konkurrieren.« Das zeigt, dass die Isländer einen wesentlich direkteren und demokratischeren Zugang zum Prozess des Schreibens, dem Medium Buch und dem Verlagswesen haben, als dies in vielen anderen Gesellschaften der Fall ist. Autoren hier kommen nicht von Homer und Cervantes und wohnen im Elfenbeinturm, sondern häufig nur drei Häuser weiter. Die Gegenwartsautoren kennen sich fast alle untereinander, weil die meisten in Reykjavík wohnen und man sich ständig über den Weg läuft. Der isländische Literaturbetrieb ist von gemeinsamen Lesungen, Kollektiven und genereller Zusammenarbeit geprägt – der Austausch unter den Schriftstellern läuft wesentlich einfacher als in anderen Ländern. Schriftsteller arbeiten viel mit Musikern und Filmemachern zusammen, einfach weil man sich untereinander persönlich bereits kennt sowie die Arbeit und Spezialgebiete des anderen schätzt. Die isländischen Künstler sind »Macher« im weitesten Sinne und oft impulsiv in ihrer Zusammenarbeit: Viele Kollektive, Dichtergruppen oder Projekträume finden ihren Ursprung nicht in Förderanträgen oder den Planungen des Kulturamts, sondern auf Partys, in der Eckkneipe oder in koffeinhaltigen Diskussionen im örtlichen Buchladen. Und grundsätzlich ist die Chance hoch, dass begeisterte Krimileser ihre Lieblingsautorin morgens beim Bäcker oder abends in der Kneipe treffen.

Die meisten zeitgenössischen Autoren leben heute wie erwähnt in Reykjavík, und nicht nur deswegen ist die isländische Hauptstadt ein Literaturparadies. Reykjavík ist das Zentrum des größten urbanen Raums auf Island mit 200 000 Einwohnern und von herausragender Bedeutung für das gesamte kulturelle Leben des Landes. Die nördlichste Hauptstadt der Welt beherbergt alle wichtigen Kulturinstitutionen, verfügt über eine blühende Kunstszene und ist als kreative Stadt mit vielen Festivals und Events global bekannt. Vor allem seit dem Finanzcrash von 2008 haben sich Island und seine Hauptstadt als eines der wichtigsten Touristenziele weltweit neu erfunden, dementsprechend gibt es hier ein breites Angebot für Buchfans.

Buchhandlungen haben in Island einen großen Stellenwert im öffentlichen Leben. Während die meisten Geschäfte um 19 Uhr schließen, haben die Buchhandlungen hier eine Ausnahmegenehmigung und sind unter der Woche stets bis 22 Uhr geöffnet. Buchhandlungen auf Island waren, wie die Tante-Emma-Läden in Deutschland, immer schon Orte der Begegnung und des gesellschaftlichen Lebens, an denen man in Ruhe einen Schwatz halten und die Nachbarn treffen konnte. Und schon lange bevor Hybridläden in New York und Berlin en vogue waren, konnte man in isländischen Buchhandlungen einen Kaffee trinken und ein Stück Kuchen essen. Stellvertretend für diese gemütliche Atmosphäre ist die in einem alten Holzhaus aus dem 19. Jahrhundert untergebrachte Buchhandlung IÐA Zimsen in Downtown Reykjavík. Gerade im Winter ein perfekter Ort, um eine Stunde mit einem Kaffee und einem Buch zwischen Lichterketten und Kerzen zu sitzen, wenn draußen der Schnee gegen die Scheiben klatscht. Oder auch mit einem geistreichen Getränk – Zimsen verkauft sogar Bier und Wein. In fast allen Buchhandlungen Islands aber gibt es kleine Cafés mit Wohnzimmeratmosphäre, und der Duft von frischem Kaffee und Kuchen passt perfekt zu den Büchern und lädt zum Verweilen und Lesen ein. Auf der Haupteinkaufsstraße Laugavegur befand sich bis Ende 2020 Mál og Menning, die bekannteste Buchhandlung von Reykjavík, die nach 80 Jahren im Geschäft leider der Coronapandemie zum Opfer fiel. 1937 wurde in diesem Haus auch der gleichnamige unabhängige Verlag gegründet, der die Erstausgaben vieler berühmter isländischer Schriftsteller veröffentlichte, zum Beispiel Þórbergur Þórðarson, Svava Jakobsdóttir (1930–2004), Þórarinn Eldjárn (*1949) und Einar Kárason (*1955). Nach dem Finanzcrash 2008 wurde der Verlag zu einer Tochtergesellschaft von Forlagið, dem heute größten Verlag Islands. Noch älter (und größer) als Mál og Menning ist die Filiale der einzigen isländischen Buchhandelskette Eymundsson an der Skólavörðustígur, der Straße, die in Richtung Hallgrímskirkja führt, Islands größter Kirche. Die Buchhandlung wurde 1872 von Sigfús Eymundsson (1837–1911), einem Fotografen und Buchbinder, gegründet. Sigfús war der erste isländische Geschäftsmann, der Schreibmaschinen und Safes importierte, und auch der erste Fotograf, der Postkarten mit seinen eigenen Fotos veröffentlichte und in seinem Geschäft verkaufte. Heute gibt es 15 Filialen mit fast 200 Angestellten in ganz Island, selbst in abgelegenen Orten wie der Hauptstadt der Westfjorde Ísafjörður mit ihren 3000 Einwohnern oder dem kleinen Ort Húsavík an der Nordküste. Die Läden bleiben selbst im Winter bei minus zehn Grad Celsius und zwei Meter Schnee vor der Eingangstür geöffnet und versorgen die Bewohner weiter mit Büchern. Die Lieferungen neuer Bücher erfolgen im Winter übrigens häufig mit dem Flugzeug oder sogar dem Schiff von Reykjavík aus – auf den neuesten Krimi muss man als Leser also manchmal durchaus länger warten. In Reykjavík gibt es insgesamt acht Filialen von Eymundsson, und die in einem Neubau an der Skólavörðustígur hat natürlich auch ein kleines Café. Isländische Buchhändler sehen sich übrigens nicht in erster Linie als Gastronomen, die neben Speisen und Getränken auch Bücher verkaufen, vielmehr gibt es in Island schon länger ein erweitertes Verständnis von Buchhandlungen als wichtigem Treffpunkt ohne Konsumzwang – kein Wunder in einem Land, in dem selbst die abgelegenste Tankstelle schon seit den Anfangstagen des Kalten Kriegs kostenlosen Kaffee anbietet. Es gibt aber auch Buchläden ohne Kaffee wie das Antiquariat Bókavarðan, kurz Bókin genannt, wo sich Tausende alte Bücher und vergilbte Zeitungen bis fast an die Decke stapeln und das der Lieblingsort des amerikanischen Schachweltmeisters Bobby Fischer (1943–2008) war, der auf Island im Exil lebte.

Aufgrund des kleinen Marktes gibt es auf Island noch relativ viele unabhängige kleine, vorwiegend inhabergeführte Buchhandlungen, wo es sich z. B. für Eymundsson nicht lohnt, eine Filiale zu eröffnen, oder es gibt Cafés, die auch Bücher anbieten, oder an Museen angeschlossene Shops, die häufig ein größeres Sortiment an Allgemeinliteratur führen als in Deutschland und bei denen auch die Nachbarn einkaufen. Die Wertschätzung der Literatur sorgt für ein großes Bewusstsein für die Bedeutung des lokalen Buchhandels, auch weil der Onlinehandel in Island über die Buchläden selbst abgewickelt wird. Amazon liefert wie erwähnt nur gegen Extrakosten nach Island, und trotz einer reduzierten Mehrwertsteuer von elf Prozent auf Bücher (normalerweise 24 Prozent) sind Bücher hier im Schnitt immer noch teurer als anderswo. Die Menschen kaufen also die Bücher lieber gezielt bei ihrem Nachbarn. Dabei schwören die Isländer übrigens weiter auf Printware. In Island werden E-Books erst seit 2011 veröffentlicht, und im Jahr 2014 zum Beispiel machte der Verkauf von E-Books weniger als ein Prozent des Gesamtumsatzes auf dem isländischen Buchmarkt aus, vielleicht weil Bücher hier so oft zu Weihnachten verschenkt werden. Aber auch das ändert sich: 2017 hatten die Verkäufe von E-Books schon um über 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen.

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