Roy Palmer - Seewölfe Paket 20

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Seewölfe Paket 20: краткое содержание, описание и аннотация

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Fünf Hunde hatten Caligula umzingelt und schnappten nach seinen Beinen – es waren Bluthunde. Einer versuchte, an ihm hochzuspringen und seine Kehle zu packen. Caligula setze sich mit der Kette zur Wehr, mit der er immer noch gefesselt war und die er seit seiner Flucht noch nicht hatte sprengen können. Womit auch! Er hielt sie mit beiden Händen und ließ sie wirbeln. Der erste Hund brach blutend zusammen. Caligula schöpfte Hoffnung und drosch wie ein verrückter mit der Kette auf die anderen Tiere ein – auf Köpfe, Nacken, Rückrat, gegen Kiefer und Beine. Winselnd gingen wieder zwei Bluthunde zu Boden. Jetzt hatte er nur noch zwei dieser Bestien gegen sich. Sie sprangen um ihn herum, knurrend, gereizt und wild darauf, zuschnappen zu können........

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Niemand wagte, auch nur einen Ton von sich zu geben.

Old Donegal Daniel O’Flynn kriegte den Mund nicht wieder zu. Bevor er erneut zur Gegenrede ansetzen konnte, folgten ihre Anweisungen Schlag auf Schlag.

„Die Kneipe wird sofort geschlossen. Solange Gotlinde in den Wehen liegt, gibt es keine Sauferei und keinen Lärm mehr. Das ist das Mindeste, was man an Rücksicht erwarten muß. Mister O’Flynn, du besorgst saubere Leinentücher und hältst ständig kochendes Wasser bereit. Außerdem brauchen wir Seife, saubere Schüsseln und Eimer. Laß dir meinetwegen von deinem Fachmann Mac dabei helfen.“

Mary O’Flynn wandte sich ab, ohne auf eine Antwort zu warten. Sie zog Araua mit sich, und nichts als staunende Blicke folgten der resoluten Frau, die ohne langes Fackeln die Befehlsgewalt an sich gerissen hatte. So blieb es auch während der darauffolgenden Stunden. Folgsam hatten sich die Besucher von „Old Donegals Rutsche“ in ihre Kojen zurückgezogen, während der alte O’Flynn und seine Helfer kein Auge zukriegten. Laufend gab es neue Anweisungen von Mary O’Flynn, die meist durch Araua übermittelt wurden. Kochendes Wasser mußte geschleppt werden, und immer wieder wurden neue Leinentücher angefordert.

Das Geschehen konzentrierte sich auf einen der kühlen Kavernenräume der Schlangenkriegerinnen. Dort war Gotlinde untergebracht worden, und die Frauen umsorgten sie voller Tatkraft. Außer Mary O’Flynn waren Siri-Tong, Arkana, Araua und Gunnhild, Smokys Ehefrau, dabei. Auch die Schlangenkriegerinnen hielten sich für Hilfsdienste bereit.

Die männlichen Bewohner der Schlangen-Insel hatten indessen das Gefühl, von jeglichem Geschehen ausgeschlossen zu sein. Das begann schon bei Old Donegal und seinen Helfern. Das kochende Wasser und die sonstigen Utensilien hatten sie am Kaverneneingang abzustellen. Dort wurden die Sachen von den Frauen übernommen. Keiner der Männer erhielt Zutritt zu der Kaverne. Wenn sie allzu nahe beim Eingang lauerten, und auf Geräusche horchten, schien Mary O’Flynn dies regelrecht zu wittern. Denn dann tauchte sie auf wie ein zorniger Racheengel und verscheuchte die Lauscher mit Donnerstimme.

Der Morgen graute, und die Stunden schleppten sich weiter in quälender Spannung dahin. Die Gedanken der Männer waren voller Mitgefühl bei Thorfin Njal, der seiner Gotlinde in ihrer schwersten Stunde keinen Beistand leisten konnte. Ausgerechnet jetzt versah der Wikinger mit seinem Schwarzen Segler den Patrouillendienst rund um die Caicos- und Turk-Inseln. Allerdings wagten Old Donegal und etliche andere zu bezweifeln, daß die resolute Mary, geborene Snugglemouse, den nordischen Poltermann überhaupt bis an das Kindbett vorgelassen hätte.

Der Himmel über der Karibik strahlte in wolkenlosem Blau. Die Sonne stieg höher und höher und näherte sich bereits dem Zenit.

Old O’Flynn, Mac Pellew und Jack Finnegan warteten in respektvoller Entfernung von der Kaverne auf neue Anweisungen.

„Verdammt“, knurrte Old Donegal, „das ist ja nicht zum Aushalten. Diese Ungewißheit macht einen ganz rappelig.“

„Muß wohl an der Geburtshelferin liegen“, sagte Mac Pellew dumpf. „Wenn ich die Sache in die Hand genommen hätte, wäre Thorfins Nachwuchs längst zur Stelle. Aber bei diesem Weiberregiment …“

Er verstummte jäh. Old Donegal und Jack Finnegan ruckten herum.

Was da aus der Kaverne tönte, war so eindeutig und unmißverständlich, daß es eigentlich keiner weiteren Erklärungen bedurfte.

Wie ein Krähen klang es, hell und langgezogen.

Die Männer sprangen auf und näherten sich vorsichtig und erwartungsvoll der Kaverne.

„Hört sich an wie Protest“, murmelte Mac Pellew. „Ich würde mich auch sträuben, wenn ich noch mal in dieses Jammertal Erde entlassen werden sollte.“ Im nächsten Moment erschien eine ungewöhnlich freundliche Mary O’Flynn im Eingang der Kaverne. In den Armen hielt sie ein Bündel mit leuchtend rotem Haarschopf.

„Ein Mädchen“, verkündete sie strahlend. „Aber das ist noch nicht alles.“ Die Männer starrten sie an. „Das ist noch nicht alles?“ wiederholte Old Donegal entgeistert. „Was, in aller Welt, soll das heißen?“

„Geduld, Geduld“, sagte Mary geheimnisvoll. „Ich denke, wir werden es sehr bald wissen.“ Ohne eine weitere Erklärung wandte sie sich ab und verschwand wieder in dem Felsenraum, der für die Männerwelt versperrt war.

Dann, eine halbe Stunde später, war es mit der Spannung endgültig vorbei.

Nach dem rothaarigen Baby weiblichen Geschlechts wurde Gotlinde von einem ebenso rothaarigen Baby männlichen Geschlechts entbunden. Vor der Kaverne hatte sich nach dem ersten freudigen Ereignis bereits eine stattliche Zahl von neugierigem Mannsvolk versammelt. Allesamt starrten sie stumm und entgeistert zum Eingang der Felsenbehausung, als Mary O’Flynn mit dem rotschopfigen Pärchen erschien.

Old O’Flynn schüttelte die Überraschung als erster ab.

„Zwillinge!“ brüllte er begeistert. „Ja, ist es denn zu fassen? Unser Wikinger hat Zwillinge gekriegt!“

Seine Worte waren wie ein Signal für die anderen. Schlagartig brach begeistertes Gejohle aus. Die Männer hieben sich gegenseitig auf die Schultern, und in ihrem lautstarken Freudenausbruch merkten sie nicht einmal, daß der Wikingernachwuchs vor Schreck dag Krähen einstellte.

Siri-Tong, Gunnhild, Arkana und Araua hatten sich zu Mary O’Flynn gesellt und beobachteten den Trubel vor der Felsenkaverne. Die Frauen sahen erschöpft aus. Sie lächelten nur nachsichtig über die Kerle, die samt und sonders verrückt spielten, als wären sie selbst zu Vaterwürden gelangt.

Mary O’Flynn, geborene Snugglemouse, verzichtete sogar auf eine Zurechtweisung Old Donegals. So blieb sein Ausruf unwidersprochen, daß der Wikinger Zwillinge gekriegt habe. Bei passender Gelegenheit jedoch, so beschloß Mary, würde sie ihm verklaren, daß es immer noch die Frauen waren, die die Kinder kriegten. Wahrscheinlich hatte er das in seiner Begeisterung völlig vergessen.

„Dafür lege ich ein Faß auf!“ rief Old Donegal kurz entschlossen. Wohlweislich fügte er hinzu, daß das Begießen des Wikingernachwuchses an der Innenbucht und nicht etwa in der „Rutsche“ stattzufinden habe, weil eine übermäßige Lärmbelästigung des besagten Nachwuchses zu vermeiden sei.

Seine gestelzten Worte fanden das Wohlwollen von Miß Snugglemouse, und so gab es wegen Old Donegals Spendierfreudigkeit keinen Widerspruch. Während er mit Jack Finnegan und Paddy Rogers zum Faßtransport loszog, bewegte sich die gesamte übrige Meute in Richtung Innenbucht, um die freudige Nachricht auch auf den vor Anker liegenden Schiffen zu verbreiten. In Minutenschnelle machte die Neuigkeit die Runde.

Eine halbe Stunde nach der Geburt des Pärchens gab es auf der Schlangen-Insel niemanden mehr, der nicht den Grund der ausgelassenen Stimmung gekannt hätte. Sämtliche Schiffsbesatzungen hatten sich am Strand versammelt, wo inzwischen das Bier aus dem Zapfhahn rauschte. Old Donegal selbst hielt sich mit dem Gerstensaftgenuß zurück, da er mittlerweile einen Entschluß gefaßt hatte. Im allgemeinen Trubel stelzte er auf Ben Brighton zu und nahm ihn beiseite.

Bedauert wurde, daß die Männer, die auf der „Pommern“ unterwegs waren, an dem nachmittäglichen Freudenfest nicht teilhaben konnten. Der Seewolf hatte die Schlangen-Insel mit Teilen der Crews der „Isabella“ und der „Wappen von Kolberg“ verlassen, um gegen die Black Queen vorzugehen. Bei der „Pommern“ handelte es sich um die ehemalige spanische Perlengaleone „Santa Clara“, die allerdings so gründlich umgerüstet worden war, daß kein Spanier sie jemals wiedererkennen würde.

„Ben“, sagte Old Donegal, „ich meine, wir dürfen den Wikinger nicht im Ungewissen lassen. Er hat ein Recht darauf, so schnell wie möglich benachrichtigt zu werden.“

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