Amanda Lasker-Berlin - Elijas Lied

Здесь есть возможность читать онлайн «Amanda Lasker-Berlin - Elijas Lied» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Elijas Lied: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Elijas Lied»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Nominiert für den Debütpreis der lit.COLOGNE 2020. Elija ist die älteste der Schwestern, ihre Augen, von einer großen Lidfalte beschützt, blicken auf das Schöne in der Welt. Sie liebt das Theater, wenn sie die Hagar spielt, die in die Wüste geschickt wird, allein mit einem Kind im Bauch. Auf der Bühne kann Elija Mutter sein, in echt kann sie das nicht. Noa jobbt in einer Kantine. Jeden Tag hofft sie auf Akim, der hoch oben in dem Glasturm mit Elbblick arbeitet. Sie können über vieles sprechen, die Exmatrikulation, ihre Ostasienreisen, nur nicht darüber, wohin sie geht, wenn ihre Schicht in der Kantine vorbei ist. Loth, die Jüngste, ist schön wie eine Statue. Und sie ist wütend. Bei Demos wird sie als Nazi beschimpft, sie selbst hält die Linken für Meinungsfaschisten. Sie ist in die patriotische Hausgemeinschaft in Halle gezogen, um zu kämpfen. Die Wanderung war Loths Idee. Die Idee, noch einmal Schwestern zu sein. Das Moor zu durchqueren und auf dem Berg das Lied zu singen, das ihr Vater für sie gedichtet hat. Doch wie die Schwestern ist auch das Moor nicht mehr dasselbe. Einen Tag verbringen sie zusammen, allein mit sich und den Erinnerungen, die selbst das Moor nicht schlucken kann, mit all dem Morast und Torf, und es gibt nichts, was Halt verspricht. Amanda Lasker-Berlin beherrscht die Kunst der Verdichtung, das Spurenlegen, das Erzeugen von stärker werdenden Schwingungen bis hin zum Paukenschlag. Ihre fließende, konzentrierte Sprache, ihr Vertrauen auf die Kraft ihrer Figuren sowie die Empathie und Unaufgeregtheit, mit der sie brisante gesellschaftliche Themen mit individuellen Schicksalen engführt, zeugen von dem großen Talent der Debütautorin.

Elijas Lied — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Elijas Lied», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Loth wird schwindelig, sie streckt die Arme nach hinten, stützt sich auf der Spülmaschine ab. Die ruckelt, gibt keinen Halt.

Einsam?, Hanno lehnt im Türrahmen, schaut zu Loth. Sie zuckt zusammen.

Nein, sagt sie matt.

Ich bin aber einsam. Hanno kommt auf sie zu, lehnt sich an den Küchentisch.

Hast du nichts zu tun?, fragt Loth.

Hannos helle Augen mustern sie. Im hartgeschnittenen Gesicht leuchten sie hervor. An den Wangen wächst ihm ein kontrollierter Bart. Die Haare sind gescheitelt, gegelt. Werden sich den ganzen Tag kein bisschen bewegen. Erst wenn er unter der Dusche steht, können sie sich befreien, ausatmen und locker herunterhängen.

Doch, schon, sagt er kess. Der Aktionismus steht an erster Stelle, nicht wahr?

Loth sieht sich im Raum um, sucht etwas, womit sie ihn ablenken kann. Aber seine Augen bleiben starr auf ihrem Körper. Die angedeuteten Brüste, der flache Bauch, die Knochen, die an fast jeder Stelle hervorstehen. Das Piercing. Hanno will es in den Mund nehmen, erkennt Loth an seinen Augen. Sie stellt sich vor, wie er vor ihr niederkniet, ihre Oberschenkel berührt, den Nabel küsst und mit der Zunge über den Bauch fährt. Sie stellt sich vor, wie er sie anbetet und seine Augen sie bitten, ihn auszuhalten.

Hanno bleibt stehen.

Und wie sieht es mit deinem Aktionismus heute aus?, fragt sie.

Ach, ich habe gerade ganz private Ziele. Er beugt sich zu ihr vor.

Loth lehnt sich zurück. Drückt sich gegen die Spülmaschine.

Hanno hebt seine Hand und streicht eine ihrer Haarsträhnen zurück.

Loth, murmelt er verträumt. Schön, dass du eingezogen bist.

Sie lächelt, ihr Körper entspannt sich nicht. Sie mustert ihn. Der hellblaue Hemdkragen, der unter dem Pullover hervorlugt, die braune Stoffhose. Daran findet sie keine Information über ihn. Auch nicht in seinem Gesicht, nicht in der Art, wie er sie berührt.

Eine Weile hält Hanno inne. Seine Hand an ihrem Gesicht. Ihre kalten Wangenknochen und seine fleischigen Finger.

Dann weicht er zurück.

Der Aktionismus, du verstehst, sagt er flapsig, dreht sich weg, nimmt eine Flasche Mineralwasser aus dem Kühlschrank. Er geht.

Und Loth atmet aus. Die Küche ist enger geworden, der Atem hat gerade noch genug Platz, um aus der Lunge zu kommen. Es wird heiß, schnell schnappt Loth nach der letzten Luft. Aber es ist nur verbrauchter Atem. Sie legt die Hand auf ihren Hals. Das hat sie gelernt, schon vor Jahren, und das soll sie beruhigen. Funktioniert nicht. Räume werden nicht davon größer, dass Hände auf Körperstellen liegen. Das ist doch klar. Loth macht die Augen zu. Die Spülmaschine fiept. Der Raum dreht sich. Loth hört, wie das saubere Geschirr nach ihr schreit, schrill und scheppernd. Das zieht durch den ganzen Kopf. Erschüttert das Gehirn.

Loth reißt die Augen wieder auf. Wütend öffnet sie die Maschine. Das Geschirr dampft noch. Ignorierend, dass es heiß ist, reißt sie Teller für Teller heraus, stellt sie in die Schränke. Als die Spülmaschine leer ist, flieht sie aus dem Zimmer. Sie braucht Luft.

Neun. Vierundzwanzig

Noa steht neben Elija. Mitten im Moor. Die Füße tief im Schlamm. Bis unter ihnen fester Grund kommt, sind es viele Meter. Eine Torfschicht über der anderen, und nichts, was Halt verspricht. Noa stellt sich vor, wie sie übereinanderliegen, die Brauntöne. Wie sie fest schlummern, durch nichts gestört werden. Außer durch sickerndes Wasser, bei der Schneeschmelze. Der Wind wischt leicht an Noa und Elija vorbei. Sie haben ihre Hände ineinandergelegt. Elija kichert. Sie schaut zum Berg. Er hebt sich über das Moor, ist aus tiefstem Grün. Tannenwald. Ab einer bestimmten Stelle die abgestorbenen Bäume. Grau stechen sie hervor. Als Kind weinte Elija, als sie das erste Mal so viele Tote sah. Die Mutter tröstete sie und sagte: Die wachsen wieder neu. Und Elija glaubte das. Bis sie das erste Mal auf einem Friedhof steht, da sagt die Mutter nicht: Die wachsen wieder neu. Sondern: Die haben Platz für uns auf der Erde gemacht. Da weint Elija nicht, nimmt nur die Hand der Mutter. So wie sie jetzt die von Noa nimmt.

Noa spürt Elijas Finger. Die schmiegen sich so schön in ihre.

Das erinnert Noa daran, wie sie mit Elija im Schwimmbad steht. Alle denken: Da ist Noa mit ihrer kleinen Schwester. Obwohl Elija die Ältere ist. In der kleinen Stadt kennen alle die Familie vom Waldrand. Die Familie mit dem behinderten Kind. Die Familie, die einmal im Monat in den Kindergottesdienst geht und mit dem vollgepackten Auto zum Zelten nach Italien fährt.

Elija finden alle süß. Wenn sie mit dem Fahrrad hinfällt, heben die Erwachsenen sie hoch. Wenn Noa fällt, rappelt sie sich selbst auf. Noa kommt alleine zurecht. Außer wenn sie mit Elija ins Schwimmbad geht und Elija zum Schwimmflügelanziehen überreden muss. Wenn Elija einfach so ins Schwimmerbecken springt. Und Noa hinterhermuss, um sie über Wasser zu halten.

Das Rauschen in der Schwimmbadhalle, der Chlorgeruch, der enge Anzug um den Körper. Noa steht alleine da mit Elija. Im Nichtschwimmerbecken. Muss alleine mit Elija üben. Aber die lernt es ja doch nicht, denkt Noa und zeigt ihr wieder und wieder, wie sie die Arme halten soll. Wie der Beinschlag geht. Wie sie sich aufs Wasser legen kann, ohne unterzugehen.

Elija guckt skeptisch. Versucht es, geht fast unter, strampelt wie ein Hund. Noa legt ihre Hand unter Elijas Bauch. Elija hält den Kopf über Wasser. Macht den Beinschlag falsch und die Arme irgendwie.

Nein, Elija, sagt Noa und versucht, geduldig zu klingen. Betet wie ein Mantra: anziehen, breit und strecken, herunter.

Das wirkt nicht. Elija strampelt weiter. Spritzt Noa dabei Wasser ins Gesicht und zieht die Aufmerksamkeit des ganzen Schwimmbads auf sich. Noa dreht den Kopf zur Seite. Das Chlor soll nicht in ihre Augen kommen.

Elija kann nicht mehr. Noa hilft ihr, sich auf den Boden zu stellen.

Ich mach nicht weiter!, ruft Elija. Schlägt mit der Hand aufs Wasser, schaut böse auf die blauen Fliesen.

Noa ist nicht überrascht. Verspricht Elija ein Eis, wenn sie jetzt gut mitmacht, schärft ihr ein, wie wichtig schwimmen ist. Lobt sie, obwohl es nichts zu loben gibt. Elija verschränkt die Arme. Schaut patzig. Lässt sich nicht umstimmen.

Ich bleibe hier stehen, für immer, verkündet Elija.

Na gut, sagt Noa wütend. Dann geh ich kurz ins Schwimmerbecken, und wenn ich wieder da bin, üben wir weiter.

Noa flutscht ins Schwimmerbecken, krault dort gehetzt eine Bahn und schaut am Rand zum Nichtschwimmerbecken. Elija ist nicht da. Noas Blick durchforstet das Stadtbad. Keine Elija. Nicht bei den Schwimmnudeln, nicht am Einmeterbrett, nicht an der Fußpilzdusche. Sie reflektiert sich in keiner der großen Scheiben. Noa schwimmt zur Leiter, klettert heraus. Die nasse Haut friert in der Luft. Sie rennt tapsig durch das Bad, fragt jeden: Haben Sie meine Schwester gesehen? Aber alle zucken die Schulter, bemühen sich weiter um ihre Rentnerkondition. Der Bademeister weiß nichts, die Schwimmlehrerin nicht, die Omas, die nur Wasser treten, auch nicht. In der Umkleide ist sie nicht. Unter den Föhnen nicht. Elija ist weg. Vielleicht ein kleiner Fisch geworden und in die Reinigungsanlage geschwemmt. Noa heult nicht. Noa rennt nur weiter und ruft und mischt alle auf, die dann auch mitsuchen, und als keiner mehr weiterweiß, werden die Eltern angerufen.

Noas Badeanzug klebt, sie zittert, sie weint dann irgendwann doch. Damit sie nicht so viel Ärger bekommt. Damit alle sehen können, dass es ihr leidtut, dass sie weiß, dass sie einen Fehler gemacht hat.

In der Halle ist es laut. Es rauscht: Elija. Elija.

Dann, einfach so, torkelt Elija aus der Herrenumkleide. Sie kichert. Sagt: Habe mich versteckt.

Elija legt ihre Hand in Noas.

Nackte Männer sehen lustig aus, flüstert Elija in Noas Ohr.

Loth döst auf der Bank. Noa schaut nicht zu ihr, schaut nur auf Elijas Kopf. Dann streicht sie darüber.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Elijas Lied»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Elijas Lied» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Elijas Lied»

Обсуждение, отзывы о книге «Elijas Lied» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x