Michael Meyen - Das Elend der Medien

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Wie in Pierre Bourdieus Klassiker «Das Elend der Welt» analysieren Medienpraktiker, Medienpolitiker, professionelle Medienbeobachter und Laien in 40 Gesprächen die Medienkrise der Gegenwart: Welche Probleme gibt es, welche Ursachen lassen sich benennen und wie können wir die Situation verbessern? Die stilistischen Mittel reichen von Interviews über Monologe und Reportagen bis hin zu Gruppenporträts. Antworten geben Heiko Hilker (MDR-Rundfunkrat), Michael Seidel (Schweriner Volkszeitung), Jens Wernicke (Rubikon), Hans Söllner (Liedermacher) und «ganz normale» Bürger aus Oberbayern, Sachsen oder Südthüringen. Sie alle zeigen: Die Medienkrise ist keine Folge von Desinformation, sondern hat ihren Ursprung in der Organisation des Mediensystems selbst.

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Es gibt Medienkritik in der deutschsprachigen Kommunikationswissenschaft. Punktuell etwa beim ersten Corona-Lockdown im April 2020. So lautstark, dass Werner d’Inka, von 2005 bis Ende März 2020 FAZ-Herausgeber, die Medienforscher Ottfried Jarren, Klaus Meier, Claus Eurich, Stephan Ruß-Mohl und Vinzenz Wyss der Lächerlichkeit preisgab. Zitat: Ihre Rügen »spotten jeder Beschreibung«. 97 Auch unabhängig vom Thema Corona finden sich Forscher, die den Glaubwürdigkeitsverlust der Medien nicht mit Wladimir Putin oder ungebildeten Bürgern erklären, sondern es für »nachvollziehbar« halten, »warum sich der Unmut des Publikums über die Massenmedien allmählich aufgebaut hat«: Siegfried Weischenberg zum Beispiel, Vertreter einer systemtheoretisch geprägten Journalismusforschung, 98 oder Uwe Krüger, 99 einer der Köpfe des Netzwerks Kritische Kommunikationswissenschaft. 100 Als hätten sie Bourdieu im Ohr, gehen Weischenberg und Krüger ausführlich auf ökonomische und soziale Bedingungen des Journalismus ein. Weischenberg, von 1999 bis 2001 Vorsitzender des Deutschen Journalistenverbandes, ordne ich dem Kommerzialisierungs-Frame zu, und Krügers Deutung nenne ich Mainstream-Frame. Beide dienen als Protagonisten, um heterodoxe und häretische Deutungen über das Elend der Medien zu skizzieren. Abschließend folgt die Deutung von Bourdieu.

Der Kommerzialisierungs-Frame

Bei Weischenberg »leiden« die Medien an der »amerikanischen Krankheit«. 101 Damit ist die Kommerzialisierung des Mediensystems gemeint, die seit Einführung des Privatrundfunks in den 1980er Jahren in der politischen Kommunikationsforschung bis zum Aufkommen des Desinformations-Frames das dominierende Thema war. 102 Als Folgen der ›Amerikanisierung‹ gelten Phänomene wie ›Horse-Race‹-Journalismus, Boulevardisierung, Sachthemenverlust, Personalisierung von Wahlkämpfen, die Demontage der Politik 103 oder Politainment. 104 Zu den Problemen, die mit der Kommerzialisierung des Mediensystems verknüpft werden, zählen auch die »langfristige Machtverschiebung zwischen Journalismus und Public Relations«, 105 »stetig wachsende Lobby-Einflüsse«, »verstärkte staatliche Einflussnahme«, die »Verknappung des journalistischen Personals« und generell »schlechtere Arbeitsbedingungen« in den Redaktionen. 106

Das ist das Thema von Siegfried Weischenberg, der ja einst eine Gewerkschaft leitete: Wie wirken sich die »entfesselten Medienmärkte« auf die Arbeit von Journalisten aus? Weischenberg beobachtet zum Beispiel »sinkendende Wahrhaftigkeitsansprüche« einer Journalisten-Generation, die »schnell was raushauen will.« Die Folgen: »fehlende Transparenz«, »inkompetente Berichterstattung«, »fehlendende Selbstreflexion«, »keine kritische Distanz zur Politik« sowie eine »Tendenz zur Pädagogisierung«. Statt das Verhältnis zu den Lesern zu überdenken, werde in den »Newsrooms« nur das aufgesaugt, was das Publikum auf digitalen Plattformen und den Forumsseiten der Medien »absondert«. Das Wenigste davon sei Journalismus – bei Weischenberg verstanden als »Kommunikation, die informiert und orientiert in unübersichtlichen Zeiten.« 107

Dass Kommerzialisierung ein weltweites Medienphänomen ist, haben Daniel Hallin und Paolo Mancini 2004 in ihrem Buch Comparing Media Systems gezeigt. 108 Und dass die Digitalisierung diesen Trend noch einmal verstärkt hat, habe ich selbst untersucht – in meiner Dissertation über Online-Journalisten in Argentinien, China, Deutschland und die USA. Selbst im Kommunismus made in Peking gehen Journalisten im Netz auf Jagd nach Klicks. 109 Florian Rötzer, den wir für dieses Buch interviewt haben, hat Online-Journalisten schon kurz vor meiner Veröffentlichung als »epidemische Verstärker kollektiver Trends« beschrieben und befürchtet, dass die Vielfalt freien Marktes durch eine neue Form der sozialistischen Planwirtschaft ersetzt wird. Unsere Aufmerksamkeit, so Rötzer, werde in der schönen neuen Onlinewelt nur auf das gelenkt, was bereits Aufmerksamkeit gefunden hat«. 110 Michael Meyen denkt dieses Phänomen noch einen Schritt weiter und sagt, dass die (kommerzielle) Medienlogik nicht nur Nachrichteninhalte verändert, sondern sich auch in unsere Lebensstile einschreibt. In seiner Lesart folgen wir auch in Kneipe, Religion, Museum, Universität, Militär, Familie oder beim Fußball dem Imperativ der Aufmerksamkeit. 111

Bei Ruß-Mohl wird aus der Aufmerksamkeitsökonomie 112 eine »Desinformationsökonomie«, angetrieben von der »pubertären Hybris weltumspannender Internet-Konzerne«. 113 Auch Bundespräsident Steinmeier hat 2020 die »Logik der Plattformökonomie« verurteilt: Ihr treibendes Element seien die »größtmögliche Erregung« und der »größtmögliche Lärm«. Wenn es in der öffentlichen Kommunikation nur noch um Klicks, Likes und Shares gehe, so Steinmeier, dann sei eine Grundvoraussetzung der Demokratie bedroht. 114 Weischenberg, Ruß-Mohl und Steinmeier, so lässt sich das zusammenfassen, werben für die traditionellen journalistischen Normen. Relevanz, Ausgewogenheit, Neutralität – am besten umsetzbar in einem starken öffentlichrechtlichen Rundfunk. 115 Das ist die Handlungsempfehlung im Kommerzialisierungs-Frame. Und die Moral der Geschichte lautet: Böse ist die Quote, gut sind die Ideale des Journalismus. Mit ihrer Kritik an den ökonomischen Bedingungen des Journalismus befinden sich Medienforscher wie Weischenberg oder Ruß-Mohl im legitimen öffentlichen Bereich. Sonst hätte der Bundespräsident diesen Frame nicht benutzt. Uwe Krüger dagegen kommt der Rolle des Bösewichts, des Häretikers, der an Machtverhältnissen rüttelt, schon näher.

Soziale Bedingungen: Mainstream-Frame

Krügers Dissertation Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten wurde 2014 in der ZDF-Sendung Die Anstalt vor einem Millionenpublikum diskutiert. Durch eine Netzwerkanalyse zeigt Krüger, dass die Verbindungen zwischen leitenden Redakteuren der Leitmedien ( SZ , FAZ , Zeit , Welt ) und einem US- und Nato-affinen Elitenmilieu Effekte auf die außenpolitische Berichterstattung haben. 116 Josef Joffe, Herausgeber der Zeit , verklagte das ZDF auf Unterlassung. Christoph Neuberger, einer der führenden Medienforscher, warf der Studie »mangelnde Wissenschaftlichkeit« vor. 117 Das ZDF gewann allerdings den Prozess gegen Joffe vor dem Bundesgerichtshof und Krüger auch dadurch an Renommee. 118

Uwe Krüger interessiert sich für die sozialen Bedingungen des Journalismus. Er zeigt zum Beispiel anhand der Ukraine-Krise von 2014, dass der deutsche »Meinungsmainstream« eine »Reihe an Falschinformationen« und »Schwarz-Weiß-Bilder« lieferte, »Putin-Versteher« als Verschwörungstheoretiker diffamierte, einen »frappierenden Gleichklang« bei bestimmten Themen aufwies und überhaupt nur ein »sehr enges Meinungsspektrum« spiegelte. Dabei kann er sich ebenfalls auf Frank-Walter Steinmeier berufen, 119 der 2014 (noch als Außenminister) feststellte:

»Wenn ich morgens manchmal durch den Pressespiegel meines Hauses blättere, habe ich das Gefühl: Der Meinungskorridor war schon mal breiter. Es gibt eine erstaunliche Homogenität in deutschen Redaktionen, wenn sie Informationen gewichten und einordnen. Der Konformitätsdruck in den Köpfen der Journalisten scheint mir ziemlich hoch.« 120

Das führt direkt zum Indexing – zu einer Hypothese des US-Politologen Lance Bennett, auf die sich Krüger stützt. Bennett beobachtete in den 1980er Jahren, dass die großen Medien in der Regel nur das abbilden, was gewissermaßen offiziell im politisch-parlamentarischen Raum diskutiert wird. Das heißt: Wenn die Opposition zu einem Thema oder einer Position schweigt, kommt keine Kritik in die Medien. Kein Bericht, kein Kommentar. Obwohl Journalisten ›frei‹ sind, binden sie sich nach Bennett an den Diskurs in Parlament und Regierung, da sie auf diese Weise Ärger vermeiden und ihre Berichterstattung legitimieren können – sowie Ressourcen sparen. 121

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