Heinrich Thies - Das Mädchen im Moor

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Der Gymnasiallehrer Mathias Mahnke wird für den Mord an seiner Schülerin Annika zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Als Mahnke nach 17 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird, setzt er alles daran, seine Unschuld zu beweisen – vor allem mit Blick auf seinen Sohn Sören. Mit Hilfe einer Journalistin müht sich der frühere Lehrer, Licht in den mysteriösen Mordfall in einem Moorgebiet in der Lüneburger Heide zu bringen. Wer tötete Annika? Was geschah am Ufer des Grundlosen Sees? Was verschweigen Annikas frühere Mitschüler? Die Ermittlungen wühlen die Kleinstadt Walsrode auf und ziehen weitere Verbrechen nach sich. Der Mord an Annika verfolgt die Beteiligten von der beschaulichen Löns-Landschaft in der Heide bis zum Timmendorfer Strand.

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»Sören, bitte.«

»Lass mich. Lass mich bloß in Ruhe, du Lügnerin.«

Und dann hatte er seine Mutter aus seinem Zimmer gedrängt und die Tür von innen abgeschlossen.

Seither hatte Sibylle Häcking praktisch kein Wort mehr mit ihrem Sohn gesprochen. Sie fürchtete, dass er sich etwas antun könnte in seinem Zimmer; immer wieder an die Tür geklopft hatte sie, gebettelt: »Lass uns reden, Sören, bitte, bitte lass uns reden, ich kann doch auch nichts dafür.« Doch er antwortete nicht, hatte irgendwann nur die Anlage eingeschaltet und seine harten, lauten Rap-Gesänge laufen lassen. Immerhin ein Lebenszeichen.

Auch mit seinem Stiefvater sprach er nicht. Das Verhältnis der beiden war nie gut gewesen. Schon als Kind hatte Sören das Gefühl gehabt, dass Gerd, so nannte er seinen Stiefvater, ihn ablehnte. Ein Gefühl, dass noch stärker wurde, als Tobias zur Welt gekommen war, Sörens kleiner Bruder Tobi. Nein, es war kein Wunder, dass er sich jetzt weigerte, mit Gerd zu sprechen.

Als stundenlang nur diese Musik in seinem Zimmer zu hören war, drohte seine Mutter, die Polizei zu rufen, falls er nicht endlich antworte. Das wirkte schließlich. »Lass mich in Ruhe!«, rief Sören. »Hör endlich auf mit der dämlichen Nerverei, verdammt noch mal.«

Seine Mutter atmete auf. »Ich will dich ja in Ruhe lassen«, sagte sie. »Aber du musst mir versprechen, dass du keine Dummheiten machst. Versprichst du mir das? Bitte, Sören! Ich hab doch solche Angst.«

»Lass mich!«

Dann war Gerd gekommen, der als Anästhesist in der Medizinischen Hochschule Hannover tätig war und mal wieder einen anstrengenden Nachtdienst hinter sich hatte. Der etwas untersetzte Mann in den abgewetzten Jeans legte fürsorglich den Arm um sie und führte sie ins Wohnzimmer wie eine Patientin, der er eine schlimme Nachricht zu übermitteln hatte.

»Hat doch keinen Sinn, dass du hier die ganze Nacht vor seiner Tür rumstehst«, sagte er. »Vielleicht muss er wirklich erst mal zur Ruhe kommen. Morgen rufen wir den sozialpsychiatrischen Dienst an, vielleicht können die ja helfen. Aber du musst auch an dich denken – und an Tobi. Der macht sich bestimmt auch Sorgen.«

Sibylle Häcking verstand die Bemerkung als Befehl. Leise öffnete sie die Zimmertür ihres Jüngsten. Als sie sah, dass Tobias sie mit großen Augen anstarrte, beschloss sie, ihm eine Erklärung für die verworrene Situation zu geben. Es musste einfach sein. Sie teilte dem Jungen mit, dass Sörens Vater aus Amerika zurückgekehrt sei und schon bald wieder fortwolle … Eine neue Lüge. Aber was hätte sie sonst sagen sollen? Etwa die Wahrheit? Zum Glück war Tobias zu müde und verwirrt, um Fragen zu stellen.

Sibylle Häcking machte kein Auge zu in dieser Nacht, stand immer wieder vor Sörens Tür, horchte darauf, dass sein Bett knarrte, dass Schlafgeräusche herausdrangen. Irgendwas.

Sören blieb der Schule nur einen Tag fern. Am Dienstag stand er plötzlich auf, aß, ohne ein Wort zu sagen, zwei Toast, packte Apfel, Banane und Müsliriegel ein und huschte schweigend aus dem Haus.

Wie ihr Mann ihr geraten hatte, rief Sibylle Häcking gleich am Montagmorgen bei der Beratungsstelle an. Dort empfahl man ihr einen Psychologen. Doch Sören weigerte sich, mit einem »Seelendoktor« zu reden, und so legte sie den Plan zunächst auf Eis.

Sie kam auf die Idee, bei dem empfohlenen Psychologen anzurufen, um sich wegen des Briefs den Rat eines Profis zu holen. Erleichtert, endlich eine Entscheidung getroffen zu haben, wählte sie die Nummer. Nach beharrlichem Drängen bekam sie die erhoffte Empfehlung: »Ich denke, es hat jetzt keinen Sinn mehr, die Wirklichkeit länger von Sören fernzuhalten«, sagte der freundliche Mann am anderen Ende der Leitung. »Sören sollte die Gelegenheit erhalten, sich Stück für Stück an seinen Vater heranzuarbeiten. Es ist besser, dass er seinen Vater kennenlernt, als wenn er weiter mit einem Phantomvater leben muss – und dem Gefühl, ein Mörderkind zu sein.«

Damit war die Sache für Sibylle Häcking klar. Schweren Herzens legte sie den Brief auf Sörens Schreibtisch.

Bis kurz nach drei hatte Sören Unterricht. »Also dann bis heute Abend«, rief ihm sein Mitschüler und Fußballkumpel Simon zu, als er auf sein Fahrrad zustrebte. »Du kommst doch heut zum Training, oder?«

»Eher nicht. Geht mir noch nicht so gut.«

Er spürte, dass Simon ihm argwöhnisch nachblickte. Die Erklärung mit der Magen-Darm-Verstimmung war offenbar nicht besonders überzeugend. Doch schon gleich, als er aufs Rad stieg, krampfte sich sein Magen tatsächlich zusammen und dieses Gefühl der Ausweglosigkeit kam wieder über ihn. Wie sollte es weitergehen? Wie sollte er mit dem Kerl umgehen, der plötzlich als sein Vater in sein Leben getreten war? Wie würde man ihn anstarren, wenn sich erst herumgesprochen hatte, dass er der Sohn eines Verbrechers, eines Mörders war? Wie sollte er sich gegenüber seiner Mutter verhalten?

Je näher er seinem Elternhaus kam, desto unüberwindlicher erschienen ihm die Probleme. In der Schule war alles noch leichter gewesen. Da war einigermaßen klar, was er zu tun hatte, da wurden ihm keine großen Entscheidungen abverlangt. Aber zu Hause: Alles Scheiße!

»Möchtest du noch was essen?«, fragte seine Mutter, als er zur Tür hereinkam.

»Hab ich schon.«

»Ich, äh, hab dir einen Brief auf deinen Schreibtisch gelegt. Wenn du willst, können wir gern darüber reden.«

Er spürte die Unsicherheit, die sich in der brüchigen Stimme ausdrückte, fragte sich, was es wohl mit dem Brief auf sich hatte, sah aber keinen Grund, auf den Vorschlag einzugehen.

Schweigend ging er in sein Zimmer und schloss die Tür hinter sich zu. Dann sah er auch schon den Brief. Er riss ihn auf und las:

»Lieber Sören,

ich kann mir vorstellen, dass zurzeit viel auf Dich einstürmt, das Dir Sorgen macht und Dein bisheriges Leben durcheinanderwirbelt. Ich hoffe, dass ich Deine Lage mit meinem Brief nicht noch komplizierter mache, sondern Dir helfen kann. Aber bevor ich zu den Einzelheiten komme, will ich mich erst einmal kurz vorstellen. Denn wir haben uns ja bisher noch gar nicht kennengelernt.

Also, ich bin Sabine, die Schwester Deines Vaters, und ich lebe immer noch in Walsrode. Gern hätte ich Dich einmal eingeladen oder in Langenhagen besucht, aber Deine Mutter wollte nicht, dass Du mit der Familie Deines Papas zu tun hast. Ich habe das bedauert, aber schließlich akzeptiert. Natürlich habe ich Verständnis für Deine Mutter. Es muss furchtbar für sie gewesen sein – wie für uns alle.

Aber ich glaube, dass sich Deine Mutter in einem entscheidenden Punkt irrt, und dies ist der eigentliche Grund, warum ich Dir schreibe: Aus meiner Sicht ist Dein Vater damals zu Unrecht verurteilt worden. Ich glaube ihm, wenn er sagt, dass er Annika nicht getötet hat. Und es gibt manche Ungereimtheiten in diesem Fall, die seine Sicht der Dinge stützen.

Es ist natürlich unmöglich, Dir in einem Brief all die Dinge zu schildern, die so lange zurückliegen. Zu Deinem Verständnis aber in aller Kürze die damalige Situation: Dein Vater, der mit mir zusammen in Walsrode aufgewachsen ist, war seit fünf Jahren am Gymnasium Walsrode Lehrer für Deutsch und Politik – ein sehr beliebter Lehrer, was auch nach diesem, entschuldige das blasse Wort, ›Fall‹, von niemandem bestritten wurde. Vielleicht war er bei manchen Schülerinnen allzu beliebt und wahrscheinlich ist ihm das letztlich sogar zum Verhängnis geworden. Denn fest steht, dass Dein Vater mit Annika ein ›Verhältnis‹ hatte, wie man so sagt. Das hat er auch nie bestritten. Er hat es von vornherein bereut und alle Schuld auf sich genommen. Dabei hat eine Mitschülerin Annikas vor Gericht ausgesagt, dass auch Annika nicht ganz unschuldig war. Sie hat für Deinen Vater geschwärmt, wie man nur für einen Lehrer schwärmen kann, sie hat ihm schöne Augen gemacht und ihn vielleicht sogar verführt. Trotzdem hat Dein Vater nie den Versuch unternommen, die Schuld auf Annika abzuwälzen. ›Ich habe mich total vergessen, total versagt, das hätte ich nie tun dürfen‹, hat er mir immer wieder gesagt. ›Ich verstehe, dass ich damit auch Sibylle etwas Schlimmes angetan habe und dass es ihr schwerfällt, mir zu verzeihen. Ich akzeptiere es, dass ich dafür büßen muss, aber ich kann es nicht akzeptieren, dass mir ein Mord angehängt wird.‹

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