Axel Bethke - Altsein ist auch nur ein Teil vom Ganzen

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„Wer sich entschlossen hat, alt zu werden, sollte frühzeitig vorsorgen. Geld reicht da nicht.“ (Axel Bethke) Zwölfeinhalb Jahre ist Grassy, als der Autor ihn im Internet entdeckt. Dieser – auf Menschenjahre umgerechnet etwa genauso alt wie Grassy – beschließt sofort, dem Hund das zu geben, was er auch hat: einen erträglichen, geruhsamen Lebensabend. Natürlich kommen da Zweifel vom Kopf her. Aber der Bauch ist eindeutig. Und der hat wieder recht. Die „spätpubertäre Risikobereitschaft“, wie der Autor sein Verhalten nennt, wird reich belohnt. Grassy dreht den Spieß schnell um und schenkt Freude ohne Ende. Hunde und Menschen verbindet im Alter besonders viel: Lebenserfahrung, manchmal sogar Weisheit, ein geringer gewordener Bewegungsdrang, den geduldigen Genuss des Nichtstuns, das Bedürfnis regelmäßiger Handlungsabläufe. Es geht nicht mehr um das große Ziel; eher ums Wachsen, ums gemeinsame Erleben und Entdecken dessen, was noch möglich ist. Ein heiteres Buch voller Klugheit. Es zeigt, wie man zufrieden älter wird und warum Hunde und Menschen im Herbst des Lebens erst recht zusammengehören.

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Wäre das Dunkle nicht vom Hellen umgeben, könntest du’s gar nicht sehen.

Beobachtungen bringen Gedanken,

Gedanken schenken Bilder

und Bilder zeigen Ereignisse, die mal waren,

also Erinnerungen.

Berta

Unerwartet lag sie in der Scheune. Presste sich ins Heu. Zeigte die Zähne. Das stumpfe, graue Fell war oberhalb der Schwanzwurzel dunkel, fast schwarz und verkrustet. Das war angetrocknetes Blut, wie ich später feststellte. Ich ging langsam und ruhig redend auf sie zu. Ihre Nackenhaare sträubten sich, sie zog die Oberlippe noch höher, ließ leises, nachdrückliches Knurren vernehmen. Warum sie gerade in meiner Scheune lag, wer sie hier hineingeworfen oder gescheucht hatte, war mir egal. Sie lag hier und das war gut.

Ich ging zum Haus, holte Wasser und etwas Futter, stellte es in ihre Nähe. Als ich ein paar Stunden später nach ihr sah, waren die Schüsseln leer. Ich setzte mich auf einen Holzklotz und wusste nichts zu sagen. Wenn man immer alleine ist, verliert das Reden an Bedeutung. Also sang ich dem Hund etwas vor. Das sollte beruhigend wirken.

Berta, wie ich sie taufte, schien tolerant zu sein. Zumindest hatte sich ihre Angst durch meinen Gesang nicht vergrößert. Ich füllte nochmals ihre Schüsseln und ging ins Haus.

Sie wurde von niemandem vermisst, aber dass sie ein böser Hund sei, wussten alle. Jousas, mein Nachbar sagte: »Der Hund ist gefährlich, geh mit ihm zum Förster. Lass ihn erschießen.« Ich antwortete: »Ja, mein Geld ist bald zu Ende, dann muss ich vielleicht hier weg, hab kein Zuhause mehr. Gehst du dann mit mir zum Förster und lässt mich erschießen?« Er lachte mit einem Gesicht, als müsse er Magensäure runterschlucken. Abends schlief ich mit dem Gedanken ein: Hoffentlich ist Berta morgen noch da.

Sie war da und die nächsten zehn Jahre blieben wir unzertrennlich. Fuhren tausende Kilometer mit dem Auto. War ich irgendwo eingeladen und durfte Berta nicht mitbringen, fiel der Besuch aus. Sie war immer bei mir, hat mir in der Einsamkeit gezeigt, dass ich nicht allein bin. Was Beständigkeit, Treue und Zuverlässigkeit ohne Bedingungen ist, zeige sie täglich. Doch ob ihr Verhalten so ganz bedingungslos war? Wahrscheinlich erfüllte ich ihre Bedingungen genauso wie sie meine. Das bedurfte keiner Worte.

Ich hatte wenig Zukunftspläne, aber wenn einmal einer auftauchte, kam Berta immer darin vor. Drückte das Jetzt beängstigende Dunkelheit in Kopf und Bauch, konnte Berta Gefühle lesen. Sie schob ihren schlanken, grauen Kopf unter meine Hand, das half.

Ich glaube nicht, dass ich sie vermenschlicht habe, eher hat sie mich »verhundlicht«. Sie traf Entscheidungen, schlichtete Streit auf ihre Art, verhielt sich manchmal aggressiv, bedrohlich, und ich erkannte meist erst später die Sinnhaftigkeit. Besonders ablehnend verhielt sie sich gegenüber den Auswirkungen des Alkohols. Das kam mir als abstinent lebender Alkoholiker sehr entgegen. Denn was bindet stärker als ein gemeinsamer Feind? Selbst heute, nach so vielen Jahren, wenn ich intensiv an sie denke, zieht sich zuweilen Wasser in den Augenwinkeln zusammen.

Berta hatte fünf Tage nicht gefressen. Die vielen Spritzen der Tierärztin erschienen im Nachhinein nur die Rechtfertigung für das stolze Honorar zu sein. »Der Hund hat Gelbsucht«, sagte sie. Am letzten Nachmittag saß Berta, während ich die anderen Tiere versorgte, an den Zaun gelehnt und blickte zum Wald. Dann kam sie sehr langsam, fast schleppend mit ins Haus. Sie legte sich neben mich aufs Sofa. Meine Hand lag auf ihrem Kopf. Ich spürte die krankhafte Hitze an den Lefzen.

Es war dunkel geworden. Eine sternlose Nacht. Berta stand auf, trank, ging zur Tür. Sie sah mich an. Ihr Blick sagte: Du warst mir genau so wichtig wie ich dir! Dann sah sie auf die Türklinke. Ich öffnete. Berta ging in die Nacht, sie wollte beim Sterben allein sein.

Ich erinnere mich an so viele Fahrten, Ausflüge und Ereignisse mit Berta. Eigenartig ist allerdings, dass mir nur Besonderheiten – Bertas Verhalten in besonderen Situationen oder das Verhalten fremder Menschen auf ihr Erscheinen – im Gedächtnis geblieben sind. Dazugehörige Alltäglichkeiten sind völlig gelöscht, als wären sie gar nicht passiert.

Vielleicht liegt das daran, dass Berta und ich im Alltag unzertrennlich waren, eine Einheit. Uns konnte niemand etwas vom Anderen wegnehmen. Wir waren uns gegenseitig sicher. Deshalb reduziert sich die Erinnerung aufs Wesentliche, auf echtes Erleben. Unwichtige Normalität ist Oberfläche, die muss der Kopf nur zurate ziehen, wenn’s innerlich nicht stimmen würde.

Aber zwischen uns war alles klar. Der Tag war verlässlich und gefahrlos, wenn wir zusammen waren, die ganzen zehn Jahre lang.

Einer schlechten Erinnerung kann ich durch Betrachten und Bedenken das Grauen nehmen. Eine schöne Erinnerung kann ich, wenn ich sie betrachte, am Leben erhalten.

Mein Hund nascht gerne Kaffeebohnen,

die regen auf und an.

Er meint, es müsste sich doch lohnen,

im Ziegenstall mit einzuwohnen,

dann käm er ständig dran.

Anne

Sand, Kiefern, Wacholder, größere Moos- und Flechteninseln. Weit und breit kein Mensch. Die Sonne gestattete Schlangen und Eidechsen vitales Gehusche.

Meine Hunde und ich waren an der weißrussischen Grenze. Rotweiße Pfähle wiesen uns darauf hin, dass wir schon einige Male den illegalen Grenzübertritt begangen hatten. Aber weißrussische Pfifferlinge sind genau so schmackhaft wie litauische.

Die Hunde verschwanden in einem Wacholderdickicht. Dann ein schriller, durchdringender Schrei, als hätte man jemandem den Fingernagel ohne Betäubung herausgerissen. Ich brüllte die Hunde zurück. Bei irgendeinem Wildtier hätten Berta und Pico gebellt. Aber sie kamen erregt und schwanzwedelnd auf mich zu.

Im Dickicht sah ich eine Senke, mit Müll gefüllt. Ich hielt die Hunde am Halsband. Die zerrten zum Müll. Zwischen Flaschen, Gläsern, Bauschutt und stinkenden Schlachtabfällen bewegte sich etwas. Es war ein zierlicher Hund, braun, mit langem Fell. Als ich ihn aufheben wollte, schmiss er sich auf den Rücken und schrie. Es war wieder dieser Angstschrei von vorhin. Ich zog mein Hemd aus, wickelte ihn ein und verschnürte das Bündel mit Ärmeln und Zipfeln. Am See wusch ich das Hemd mit dem Hund und den Hund mit dem Hemd. Der Gestank nahm eine andere Geruchsnote an, das war’s. Nachdem mir das Hündchen mehrmals in die Finger gezwickt hatte, ergab es sich seiner Vorsehung.

Die Kleine brauchte nicht lange, um sich bei uns heimisch zu fühlen, genauso wie ich es mit Berta erlebt hatte. Ich nannte sie Anne, nach einem Lied von Hermann van Veen, den ich so gerne hörte. Da hieß es: »Anne, die Welt ist nicht so schön. Doch du kannst sie ein bisschen schöner färben …« Und das hat sie dann auch gemacht.

Ihre Ängstlichkeit entsprach der zarten Statur. Aber sie ging weder Auseinandersetzungen mit Hühnern, Küken noch mit Wachteln aus dem Weg und konnte recht bedrohlich bellen, wenn sie hinter Berta stand.

Wovon sie sich einmal ernährt haben musste, war tief in ihrer Erinnerung verwurzelt, allerdings nicht negativ. Ihr ganz besonderer Leckerbissen wurden die Hinterlassenschaften der Ziegen.

Ganz besonders klar erinnern wir uns an Ereignisse, die Gefühlsspurenhinterlassen haben.

Hundeerfahrung bedeutet,

dass Hunde aus Erfahrung wissen,

wie sie mit uns

umzugehen haben.

Bergsteiger

Ich habe eine zehnstufige Steintreppe zur Veranda. Die erklimmt Grassy in der unnachahmlich, graziös-souveränen Fortbewegungsart einer dicken Raupe. Oben angekommen, ist er von sich so begeistert, dass er mit dem ganzen Körper wedelt. Der Schwanz reicht ihm nicht zum Freuen.

Sein Ja zum Leben und diese Fröhlichkeit sind einfach beispielhaft. Je näher du dem Ende kommst, sagt mir der kleine Hund, um so ausgiebiger solltest du dich freuen, wenn es dein Inneres anbietet.

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