Theo Beck - Die Verlängerung

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Ein ganzes erfülltes Menschenleben passt in eine absichtsvolle Verlängerung. Wer dieses Buch liest, erlebt die aktuelle Geschichte eines Menschen, in der er, gleich den Hoffmannschen Erzählungen, dreimal auftritt und, wie dort auch, viele andere ihm begegnen. Und das, obwohl er nach medizinischer Definition tot ist. Wie das sein kann? »Die Wirklichkeit ist ein zufälliges Gemisch aus Sichtbarem und Unsichtbarem«, sagt Gerhard Roth, weltbekannter Neurologe und Hirnforscher. Vergleichbar mit den spezifischen Mikrobenwolken in und um uns, die sich ohne unser Zutun mit denen der Umgebung austauschen, ist es hier das Bewusstsein des Protagonisten, das den Leser Anteil nehmen lässt, so lange, bis seine Seele zu Licht wird. Hans, der Held dieses Romans, darf nicht aufhören zu sein. Man lässt ihn nicht. Auch wenn ihm im Leben oft das Glück zur Seite stand, ähnelt er letztlich eher dem Hans im Glück, dem in der Verlängerung nur das Füllhorn der Erinnerung bleibt. Es präsentiert dem Leser ein buntes, bewegendes Erlebnis mit den Freuden des Alterns.

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Er hat nicht gewagt, das Angebot abzulehnen, auch wenn er ein ungutes Gefühl hatte.

Wie sie am nächsten Tag in der Schule während des Unterrichts zwischen den Reihen auf und ab ging, blieb sie neben dem dicken Kirchner stehen. „Mach mal den Mund auf!“, befahl sie ihm.

Er tat es und war ertappt.

„Komm nach vorn“, schnarrte sie ihn an und dem Jungen, der vorn an der Tür saß, befahl sie, ins Lehrerzimmer zu gehen und den Stock zu holen.

Der Kirchner, blass, mit weit aufgerissenen Augen und verkniffenem Mund, stand vor der Klasse. Es waren Zweierreihen, drei nebeneinander. Jedes Gestühl bestand aus einer Holzbank für zwei Sitze, die fest mit der Schreibbank verbunden waren und die man zur Hälfte umklappen konnte, wenn man aufstehen wollte, ähnlich wie in der Kirche. Aber besonders christlich war der Klasse nicht zumute. Alle stierten auf den Kirchner, der immer noch auf den Stock warten musste.

Als der dann endlich da war, sagte Frau Zimken zu den beiden Jungen in der mittleren Bank der ersten Reihe: „Setzt ihr euch mal mit auf die Seitenbänke.“ Damit hatte sie für ihr Handwerk den nötigen Platz in der Mittelreihe geschaffen. Die Tischplatte klappte sie zurück. „Leg dich da rüber“, wies sie Kirchner scharf an. „Kannst dich an der Sitzbank festhalten“, womit seine Hände unter den Tisch verbannt waren.

Sie stand rechts seitlich neben der Doppelbank. Die linke Hand packte den Nacken des Jungen und drückte diesen so weit wie möglich nach unten. Seine Achselhöhlen wurden gegen die Tischplatte gequetscht. Dann holte sie mit dem Rohrstock aus und schlug zu.

Jeder hatte einen Aufschrei des Jungen erwartet. Aber er schwieg. Man hörte nur das Singen des Rohrstocks, bevor er wieder das Gesäß des Jungen traf. Wieder und wieder sang der Stock sein Lied. Und Kirchner schwieg.

Als sie ihn schließlich freiließ und zu seinem Platz schickte, sahen die Schüler, dass er vor Schmerz und Anstrengung, diesen zu unterdrücken, ein krebsrotes Gesicht hatte.

Frau Zimken legte den Stock auf den Schrank an der Tür. Dann ging sie zum Kirchner und sagte: „So, und nun leg dein Brot weg oder willst noch mal welche haben?“

Kirchner konnte nicht sprechen, aber er schüttelte heftig seinen Kopf.

Hans sah ihn noch in der Pause ganz hinten alleine am Rand des Schulhofes von ein paar Tannen versteckt am Zaun stehen, wo er heftig weinte. Aber Hans hatte nicht den Mut, den Jungen anzusprechen. Alle ließen ihn allein, nicht nur mit der brennenden Haut, sondern auch mit der ihm von der Pädagogin eingebläuten Überzeugung, ein Übeltäter zu sein.

Abends, als sie im Phönixsaal waren, der gleich gegenüber dem Bahnhof Hamburg-Harburg lag, mochte Hans nicht gerne neben Frau Zimken sitzen, sich auch nicht mit ihr unterhalten. Auf ihre Fragen antwortete er nur kurz und knapp. Die Angst vor der Frau saß ihm im Hals, machte ihn einsilbig. Schon vor der Pause stand er auf und ging nach Hause.

Ich weiß, dass sie ihn am nächsten Tag in der Schule fragte, warum er gegangen sei. Ihm sei übel geworden, hat er gesagt, und so ganz verkehrt war das auch nicht. Dieses Erlebnis ist ihm fest im Gedächtnis verankert, es macht ihm überhaupt keine Mühe, sich zu erinnern. Es genügt schon, sich die Backsteinfront eines Schulgebäudes vorzustellen.

Es blieb auch nicht das einzige Mal dort in der Schule Benningsenstraße, dass der Rohrstock geholt wurde. Bei einer anderen Bestrafung verzichtete Frau Zimken auf die Bank. Eigentlich hatte sie verlangt, dass der Delinquent die Hose runterlasse. Seine war aus so etwas wie Sackleinen genäht, also einem sehr derben, dicken Stoff. Es war Nachkriegszeit. Als der sagte, er möge das nicht, überprüfte sie mit einem festen, entschlossenen Griff in den Bund der Hose und einem Blick in sie hinein, was unter dem Kleidungsstück verborgen war, und stellte fest, dass er keine Unterhose trug. Er durfte die Hose anbehalten. Das war dann wie auf dem Dom, erinnere ich mich. Das Karussell hatte auch eine Kutscherfigur, die die Peitsche schwingend ein Pferd antrieb, das Hans bei jeder Karusselldrehung bedauerte. Der Junge, der sich zu bücken hatte, schrie laut und wollte vor den Schlägen immer weglaufen, konnte aber nicht, weil die Lehrerin ihn im Nacken gepackt hatte und nach unten drückte. Und so fuhren er und Frau Zimken vor der Klasse Karussell. Hans hat das noch gut vor Augen. Aber das sind die einzigen Erinnerungen an seine Zeit in der Schule Benningsenstraße, die sich ihm dauerhaft eingeprägt haben.

Außer – war da nicht die Sache mit der Vertretung? Ja, einmal fehlte eine Lehrerin, vielleicht erkrankt oder so. Deshalb stand der Biologielehrer vor der Klasse, als Vertreter. Herr Meiners war ein magerer, kleiner Mann, nicht sehr eindrucksvoll. Seine strähnigen Haare hatte er durch einen Mittelscheitel geordnet und straff nach hinten gekämmt. Und seine Stimme war so dünn wie er selbst. Die Klasse war unruhig. Es wurde geschwatzt. Herrn Meiners gefiel das wohl nicht.

„Hört bitte mal zu. Ich mag es nicht so gerne, wenn ihr schwatzt, während ich euch was erzähle. Ruhe jetzt! Der Nächste, den ich beim Schwatzen erwische, kommt mit mir nach nebenan in den Biologieraum.“

In das Gesicht von Herrn Meiners schlich sich ein Lächeln, so als würde ihm gerade eine süße Nachspeise serviert. Die Jungs sahen ihn interessiert an.

„Da steht ein kleiner, schmaler Tisch in der Mitte. Vielleicht erinnert ihr euch. Und einen kleinen, dünnen Stock habe ich auch, mit dem ich immer auf etwas hinweise.“

Jetzt wurde seine Stimme etwas lauter, wohl weil einige wieder zu tuscheln anfingen: „Dann wird sich auf den Tisch gelegt! Aber nicht einfach so. Vorher werden die Hosen runtergezogen.“

Jetzt tuschelte keiner mehr. Herr Meiners grinste wieder.

„Ganz! Alle Hosen! Und dann zeigt der Stock, wie gut er es meint.“

Herr Meiners machte eine Pause und lächelte. Die Jungen sahen ihn mit großen Augen an. Es war mucksmäuschenstill.

„Während der Stock spricht, schreien die meisten nach ihrer Mutter. Selbst die Stärksten.“

Er machte wieder eine Pause, so lange, als müsste er sich erst noch einmal einer Vision hingeben. Dann fragte er leise, fast vorsichtig in die Klasse hinein: „Möchte das vielleicht einmal jemand probieren?“

Ein eisiges Schweigen begegnete seinem Angebot und das Lächeln auf dem Gesicht von Herrn Meiners gefror. Danach hatte er keine Schwierigkeiten mehr mit Schwätzern während der Vertretungsstunde in der Benningsenstraße.

Und in den anderen Schulen? Ja, ich weiß, auch in der Schule, in der er vorher gewesen ist, in Neugraben, gab es den Rohrstock. Aber Hans erinnerte sich später nur noch an einen einzigen Fall. Eigentlich hat er seine Zeit dort in guter Erinnerung behalten. Besonders die mit Monika.

Das war in der dritten oder vierten Klasse und rückblickend bin ich mir gar nicht ganz sicher, in welchem Jahr Herr Ebeling damals nach der Pause mit dem Stock in die Klasse kam. Herrn Ebeling mochten sie eigentlich alle. Er war ernst, aber freundlich, schrie nie rum und alle hatten Respekt vor ihm.

Es war direkt nach Kriegsende. Die Tommys, die englischen Besatzer, hatten in der Nähe der Schule die Fischbeker Kaserne besetzt. Die Militärlaster fuhren immer die Buxtehuder Straße rauf und runter und der Schulhof lag direkt zwischen dem Schulgebäude und der Straße. Laut waren sie, die Laster. Und der Schulweg war lang, gute zwei Kilometer immer an der Straße entlang von Fischbek nach Neugraben.

Gut zu erkennen sind die Baracken, in denen Hans damals wohnte, direkt am Bahnhof, vier Stück, außen grün angestrichen, in zwei Reihen hintereinander an der Bahnhofstraße. Eigenartig, jetzt, da man sie sieht, kommt es mir so vor, als wenn genau dort, an der Straße zum Bahnhof, das Mädchen mit den Schwefelhölzern kauert und friert und versucht diese zu verkaufen. Gefroren haben alle damals, auch dort in der Baracke, in der sein Vater sie einquartiert hatte, weil es nichts anderes an Wohnungen gab, und er als Bankbeamter zwei Haltestellen davor, nahe der Station Unterelbe, in der Landeszentralbank seinen Arbeitsplatz hatte. Zum Heizen gab es wenig und noch weniger zu essen. Dem Mädchen mit den Schwefelhölzern ist Hans dort, glaube ich, nie begegnet. Aber ich weiß, dass seine Mutter häufig mit dem Zug in das Alte Land fahren musste, zum Hamstern, und er dann an der Bahnstation stand und wartete, dass sie wiederkam. Manchmal fuhren dort dann auch die Waggons mit der Kohle für die Kaserne durch. Die verloren bei dem Wechseln der Gleise immer mal ein paar Stücke. Manchmal mussten sie auch halten und warten. Dann kletterten die größeren Jungen rauf und warfen schnell welche runter. Wenn Hans dann ein Stück ergriff, musste er die Beine in die Hand nehmen und wegrennen. Vielleicht hatte er da das Laufen gelernt. Wenn die Größeren ihn zu fassen gekriegt hätten, hätten sie ihn verdroschen.

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