Manfred Koch - Kaltfront

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Eine junge Frau liegt nach einem Selbstmordversuch im künstlichen Tiefschlaf. Ihr Mann, ein erfolgloser Maler, glaubt den Grund für diese Verzweiflungstat zu kennen: eine viele Jahre zurückliegende Vergewaltigung. Jetzt bedrängt er seinen Bruder, ihm zu helfen, den unbekannten Täter zu finden, um sich an ihm zu rächen. Es ist nicht die erste Verschwörungstheorie, in der er sich verheddert … Doch der Bruder weigert sich. Er hat genug andere Probleme am Hals: In der Ehe mit seiner Frau läuft einiges ebenso schief wie in der Kunstgalerie, die er mit ihr gemeinsam (und vom Geld ihres Vaters) betreibt. Eine frühere, totgeglaubte Freundin taucht auf rätselhafte Weise wieder auf, ein seltsamer Mann mischt sich in sein Leben ein. Doch sein Bruder lässt nicht locker, allmählich verflechten sich die dramatischen Handlungen und ein Plan wird sichtbar. Aber wer ist der Mastermind? Ein Drama um Liebe, Obsessionen, Gier, Schuld, Hass, Vergeltung, Intrigen, Lügen und Tod, das vor der Kulisse einer österreichischen Stadt mit ihrer sogenannten besseren Gesellschaft, der Kunst- und Festspielschickeria spielt und direkt in die eiskalten Abgründe der menschlichen Seele führt.

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Wie ich mich fühlte, als ich wieder zu mir kam, dafür gibt es eigentlich nur ein Wort: wie ausgekotzt.

Ich lag flach ausgestreckt auf dem Rücken und bewegte mich trotzdem vorwärts, mit den Beinen voraus. Auf meiner Stirn türmte sich etwas Weißes, Weiches, Wattiges, das auch meine Augen fast zur Gänze bedeckte, so dass ich die Lichtflecken, die weit über mir wie eine endlose Kette kleiner Sonnen dahinzogen, nur durch einen milchig trüben Schleier wahrnehmen konnte. Es dauerte eine Weile, bis ich begriff: Ich wurde auf einer Transportliege durch einen Krankenhausgang geschoben und schließlich irgendwo abgestellt. Und dann sagte jemand, dass alles in Ordnung sei und dass sich gleich ein Arzt um mich kümmern werde, aber dass ich mich ein wenig gedulden müsse.

Es brannte und pochte ein bisschen unter dem weißen, flauschigen Berg auf meiner Stirn, doch es war auszuhalten. Wenn ich meinen Kopf bewegte, wurden die Schmerzen stärker, also blieb ich lieber ganz ruhig liegen, hielt die Augen geschlossen und versuchte, mich auf die Geräusche rund um mich herum zu konzentrieren.

Aus dem gedämpft auf- und abschwellenden Stimmengewirr schloss ich, dass ich mich mit ziemlich vielen Menschen gemeinsam in einem Raum befinden musste. Türen wurden aufgestoßen, Schritte kamen näher und entfernten sich wieder, immer häufiger hörte ich die leise quietschenden Räder von Liegen, die an mir vorbeigeschoben wurden, jemand hüstelte und stöhnte, ein Kind weinte und rief nach seiner Mama.

All das hörte ich und hörte es gleichzeitig auch nicht. Alles war ganz weit weg. Unwirklich. Als hätte ich einen Radiosender falsch eingestellt gehabt, so dass nur noch verzerrte Tonfetzen und verstümmelte Sätze zu vernehmen waren, überlagert von lautem Rauschen.

Vielleicht war es mein Kreislauf, oder man hatte mir irgendeine Spritze gegeben zur Beruhigung oder gegen die Schmerzen, was weiß ich, jedenfalls war da dauernd dieses Rauschen in meinen Ohren, wie ein akustisches Sperrfeuer. Außerdem war mir kalt, eiskalt, obwohl man eine Decke über mich gebreitet hatte. Aber vor allem war ich müde. Unendlich müde.

Wenn bloß das Kind aufhören würde zu weinen und nach seiner Mama zu rufen, dann könnte ich schlafen, dachte ich. Bitte sagt diesem Kind doch, dass es endlich still sein soll.

Jemand hob kurz den Berg von meiner Stirn und sagte: „Muss genäht werden.“ Jemand anderer sagte: „Eispatient. Unter Schock selber hierher gefahren.“ Jemand berührte mich an der Schulter und sagte: „Dauert nicht mehr lang.“ Das Kind weinte. Mama Mama Mama.

Ich wusste jetzt, wo ich mich befand. Ich wusste, dass ich verletzt war. Aber wie es dazu gekommen war, wusste ich nicht. Ich versuchte, mich durch das Rauschen rückwärts zu bewegen, irgendeine Spur zu finden. Woher kam diese Kälte? Warum wollte ich nur schlafen, einfach nichts als schlafen? Und wieso lag ich nicht zuhause in meinem Bett?

Mama Mama Mama. Am liebsten hätte ich dieses Kind umgebracht. Immer heulten Kinder. Immer riefen sie nach Mama, wenn sie nicht mehr weiterwussten. Oder nach Papa. Oder nach dem großen Bruder.

Nicht einmal hier ließen sie einen in Ruhe. Nicht einmal, wenn man halb tot war, nahmen sie Rücksicht. Es reichte gerade einmal für ein: „Scheiße, Markus, was ist denn mit dir passiert?“

Die Stimme meines Bruders. Ganz nah an meinem Ohr. Diese hohe, schrille Stimme, die immer viel zu laut war.

Verzieh dich, Thomas, dachte ich. Lass mich in Frieden.

Aber wenn ich meinte, die Stimme meines Bruders würde ebenso plötzlich wieder verschwinden, wie sie aufgetaucht war, irrte ich mich gewaltig.

„Tanja liegt jetzt im ersten Stock in der Intensiv“, sagte er, und das Rauschen wurde lauter und lauter, aber nicht laut genug, um die Worte zu übertönen.

„Man weiß nicht, ob sie durchkommt.“

Mama Mama Mama.

„Vielleicht stirbt sie.“

Mama Mama Mama.

„Alles nur wegen diesem Scheißtyp, der ihr das angetan hat.“

Mama Mama Mama.

„Ich finde ihn, hörst du, ich finde dieses Dreckschwein, das sie damals vergewaltigt hat. Und dann muss er dafür bezahlen. Aber du musst mir dabei helfen, Markus. Du hilfst mir, ja? Bitte hilf mir, Markus.“

Mama Mama Mama.

Haltet endlich das Maul, dachte ich. Haltet endlich ein für alle Mal eure verdammten Fressen, alle beide. Ich will das alles nicht hören, versteht ihr? Lasst mich in Ruhe, lasst mich endlich schlafen.

Und in diesem Moment erinnerte ich mich, dass mich mein Bruder doch erst kürzlich schon einmal am Schlafen gehindert hatte mit seiner Tanjageschichte, die mich nicht im Geringsten interessierte: Mitten in der Nacht hatte er mich wegen ihr geweckt, und ich war beinahe sicher, dass ich nur deshalb hier gelandet war, und ich war stinksauer auf ihn.

Doch dann kam Gott sei Dank jemand und sagte, jetzt sei gleich alles überstanden, und ich wurde in einen anderen Raum geschoben und spürte einen Stich in den Unterarm, und dann wurde mir endlich ein bisschen warm und das Rauschen hörte auf, und jemand sagte, ich solle von zehn rückwärts zählen, aber ich glaube, bei acht war ich schon eingeschlafen.

2 Eines will ich gleich einmal klarstellen Ich erzähle diese Geschichte - фото 6

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Eines will ich gleich einmal klarstellen: Ich erzähle diese Geschichte nicht, um mein Gewissen zu erleichtern oder damit man mir vergibt. Wer könnte mir schon vergeben, wer hätte das Recht, über Schuld oder Unschuld ein Urteil zu fällen? Ganz bestimmt nicht die junge Psychotherapeutin, die jeden Tag eine Stunde lang an meinem Bett sitzt, mir aufmerksam zuhört und sich gewissenhaft in ein kleines Buch Notizen macht, während ich rede und rede und rede.

Frau Doktor Freud – so nenne ich sie für mich, weil ich mir ihren richtigen Namen einfach nicht merken kann – wird vom Krankenhaus bezahlt, sie gehört sozusagen zum All-inclusive-Angebot für Krebspatienten, die in der Sonderklasse liegen. Aber was ich zu sagen habe, scheint sie wirklich zu interessieren, denn seit einiger Zeit besucht sie mich öfter, als sie müsste, manchmal am Wochenende, manchmal spätabends nach ihrem Dienstschluss. Ich finde das gut, weil es mir einfach leichterfällt, über all das nachzudenken, was vor ein paar Jahren geschehen ist, wenn ich es jemandem erzählen kann.

Es ist dann jedes Mal so, als würde ich das Ende des Fadens in die Finger bekommen, der mich aus meinem Labyrinth herausführt. Und hinterher, wenn sie wieder gegangen ist, tippe ich alles in meinen Laptop. Alles, was ich erzählt habe, alles, was mir noch dazu einfällt, und manches, was ich vielleicht lieber nicht erzählen möchte und deshalb vermutlich irgendwann wieder löschen werde. Spule den Gedankenfaden weiter auf, immer weiter, ohne zu wissen, wohin er mich bringen wird. Es ist schließlich das Einzige, was ich noch tun kann.

So denke und rede und schreibe ich, um nicht ständig die Infusionsflaschen und Plastikbeutel anstarren zu müssen, aus denen beinahe rund um die Uhr dieser Giftcocktail durch dünne Schläuche in meine Venen rinnt, diese wohldosierte Chemiemixtur, die endlich meine Krebszellen umbringen soll. Denke, rede und schreibe gegen die Übelkeit an, die mich in regelmäßig wiederkehrenden Wellen überfällt, gegen den Gestank, den ich auszudünsten vermeine, gegen den Drang, ständig erbrechen zu müssen, und vor allem gegen die unerklärliche Kälte, die durch meine Adern strömt, als hätten sich meine Blutkörperchen in Eiskristalle verwandelt. Sogar die Ärzte wissen nicht, was diese Kälte verursacht. Mein Blutdruck sei völlig in Ordnung, sagen sie, und die Anzahl meiner Leukozyten ebenso. Doch ich bilde mir das nicht bloß ein, ich friere wirklich.

Statistisch betrachtet ist mein Krebs nicht lebensgefährlich. Ein typisches, häufig vorkommendes Leiden von Männern im fortgeschrittenen Alter, mit einer Heilungschance von fünfundneunzig Prozent. Ich habe mir deshalb auch keine allzu großen Sorgen gemacht. Bis ich vor einer Woche aus dem Zimmer neben dem meinen die halbe Nacht hindurch leises Jammern und Stöhnen vernahm. Aber nachdem ich meine Schlaftablette genommen hatte, schlief ich schließlich doch ein, und am nächsten Morgen war von nebenan nichts mehr zu hören. Ich wusste, dass mein Zimmernachbar den gleichen Krebs hatte wie ich und sich auch im selben Behandlungsstadium befand, und dachte, es ginge ihm wieder besser. Doch als ich mich bei der Nachtschwester nach ihm erkundigte, erklärte sie mir – gleich darauf verlegen und erschrocken, denn sie hätte es mir eigentlich gar nicht sagen dürfen –, dass er in den Morgenstunden gestorben sei. Seither weiß ich, niemand kann mir garantieren, dass nicht auch ich zu den restlichen fünf Prozent gehöre, die es trifft.

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