Manfred Koch - Kaltfront

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Eine junge Frau liegt nach einem Selbstmordversuch im künstlichen Tiefschlaf. Ihr Mann, ein erfolgloser Maler, glaubt den Grund für diese Verzweiflungstat zu kennen: eine viele Jahre zurückliegende Vergewaltigung. Jetzt bedrängt er seinen Bruder, ihm zu helfen, den unbekannten Täter zu finden, um sich an ihm zu rächen. Es ist nicht die erste Verschwörungstheorie, in der er sich verheddert … Doch der Bruder weigert sich. Er hat genug andere Probleme am Hals: In der Ehe mit seiner Frau läuft einiges ebenso schief wie in der Kunstgalerie, die er mit ihr gemeinsam (und vom Geld ihres Vaters) betreibt. Eine frühere, totgeglaubte Freundin taucht auf rätselhafte Weise wieder auf, ein seltsamer Mann mischt sich in sein Leben ein. Doch sein Bruder lässt nicht locker, allmählich verflechten sich die dramatischen Handlungen und ein Plan wird sichtbar. Aber wer ist der Mastermind? Ein Drama um Liebe, Obsessionen, Gier, Schuld, Hass, Vergeltung, Intrigen, Lügen und Tod, das vor der Kulisse einer österreichischen Stadt mit ihrer sogenannten besseren Gesellschaft, der Kunst- und Festspielschickeria spielt und direkt in die eiskalten Abgründe der menschlichen Seele führt.

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Wie klug es doch von mir gewesen war, den alten VW-Käfer zu nehmen, dachte ich. Wie unglaublich überlegt ich gehandelt hatte, als ich mich für den Käfer entschied, das weiße Cabrio mit dem Stoffdach und den chromglänzenden Stoßstangen, das mir mein Vater hinterlassen hatte und mit dem ich sonst nur an heißen Sommertagen zu irgendeinem See fuhr. Das Spaßauto aus den Sechzigerjahren, in dem es noch keine Airbags gab und keine Warnanlage, die einen mit nervtötenden Signalen zwang, Sicherheitsgurte anzulegen. Und bei dem ich ein paar Blechbeulen oder Kratzer im Lack problemlos selber reparieren konnte. Beim Lexus hingegen hätte mich das ein Vermögen gekostet. Wirklich gut, dass ich nicht den Lexus genommen habe.

Ich war richtiggehend stolz auf mich. Als hätte ich bereits beim Einsteigen gewusst, dass es zu diesem Unfall kommen würde. Als hätte ich einen Plan gehabt, der exakt so aufgegangen war, wie ich es mir vorgenommen hatte. Und auf einmal fühlte ich mich unglaublich stark. Mir konnte nichts passieren. Ich war überlegen, hatte alles im Griff. Ich war unverwundbar.

Der Motor tuckerte immer noch vor sich hin. Ich legte den Rückwärtsgang ein und manövrierte den Wagen vorsichtig retour auf die Straße. Zwei Mülltonen waren umgekippt, ihr Inhalt war über die halbe Fahrbahn verstreut, und die aufgeplatzten Plastiksäcke, halbleeren Verpackungen und verfaulenden Speisereste waren jetzt eine ideale, griffige Unterlage für die Reifen und verhinderten, dass die Räder auf dem Eis durchdrehten. Es knirschte und schmatzte und rumpelte, während ich langsam zurücksetzte. Vom linken Vorderrad kam ein schleifendes, kreischendes Geräusch, vermutlich war der Kotflügel eingedrückt, auch der Kofferraumdeckel war irgendwie verzogen, aber davon abgesehen war der Käfer offensichtlich fahrtüchtig. Ein Grund mehr für meinen Adrenalinspiegel, noch ein bisschen höher zu steigen.

Jetzt wäre die beste Gelegenheit gewesen, doch noch umzukehren und den Wagen zurück in die Garage zu stellen. Niemand hätte mir einen Vorwurf machen können, wenn ich mich wieder ins Bett gelegt hätte. Aber das kam mir überhaupt nicht in den Sinn. Es fiel mir ja nicht einmal ein, auszusteigen und nachzuschauen, wie groß der Schaden tatsächlich war, den ich angerichtet hatte. In meinem Gefühl von Allmacht scherte ich mich um nichts, verließ einfach die Unfallstelle und setzte meine Fahrt fort.

Ich fuhr im Schritttempo. Nicht, weil mich eine plötzliche Anwandlung von Vernunft und Vorsicht übermannt hätte, sondern weil irgendwas mit der Gangschaltung nicht stimmte. Außer dem Rückwärtsgang konnte ich nur noch den ersten Gang einlegen. Und so schlich ich durch die Stadt, mit einem jammernden Vorderrad, das ans eingebeulte Blech schlug, mit nur einem Scheinwerfer, in dessen Lichtkegel die Eisschicht auf dem schwarzen Asphalt aufblitzte, beide Hände ums Lenkrad geklammert, weil der Wagen beharrlich nach links zog, aber mit einer beinahe festlichen Hochstimmung im Kopf, leicht und perlend wie Champagner.

Im Gegensatz zu den meisten Menschen, mit denen ich damals zu tun hatte, war ich nie an irgendwelchen Drogen interessiert. Abgesehen von ein paar Joints, die ich in meiner Jugend geraucht hatte und von denen mir nur übel geworden war. Dabei hätte ich oft genug Gelegenheit gehabt, problemlos an die wirklich harten Sachen heranzukommen. Im Hinterzimmer der Galerie, die meine Frau und ich im Kaiviertel betrieben, wurde manchmal gekokst, dass es nur so eine Freude war. Das scheint in der Kunstszene so üblich zu sein, bei den Künstlern und noch viel mehr bei der reichen Kulturschickeria, für die das offenbar zum Lifestyle gehört. Mir war schon immer ein guter, alter Rotwein lieber. Oder ein edler Calvados. Aber ich vermute, so, wie ich mich fühlte, während ich im Schneckentempo durch die Stadt fuhr, genau so muss es sein, wenn man high ist.

Ich fand alles großartig. Die weiße Festung vor dem tiefschwarzen Nachthimmel und zu ihren Füßen die Altstadthäuser und Kirchtürme und Kuppeln, die sich an den Mönchsberg drängen wie die Ferkel an die Muttersau, diese weltberühmte Kulisse, deren Anblick mich sonst schon seit Jahrzehnten nur noch langweilte, entlockte mir plötzlich Begeisterungsschreie. Wow! Oh, wow! Ein alter Mann, der sich an einer Hauswand abstützte, ängstlich einen Fuß vor den anderen setzte und schließlich doch ausglitt und rücklings hart auf dem Eis aufschlug, war einfach nur zum Brüllen komisch. Die zwei ineinander verkeilten Taxis und die aufgeregt gestikulierenden Fahrer waren der Witz des Jahrhunderts. Und als das Folgetonhorngeplärr der Rettungsfahrzeuge immer öfter zu hören war, plärrte und jaulte ich jedes Mal voll Vergnügen mit.

Alles war wunderbar. Ich war wunderbar. Das ganze Leben war wunderbar. Völlig unverständlich, dass irgendwer irgendwelche Probleme haben konnte. Kein Problem, dass die letzte Ausstellung in unserer Galerie ein Flop war, es war doch nicht der erste. Kein Problem, dass Claudia und ich uns deswegen vor zwei Tagen heftig gestritten hatten und sie es vorzog, im Gästezimmer zu schlafen, das kommt schließlich in den besten Ehen vor. Probleme existieren nicht, und wenn jemand meint, sich trotzdem unbedingt umbringen zu müssen, bitte schön, nur zu.

Es war, als befände ich mich in einer riesigen, bunt schillernden Blase. Wohlbehagen, nichts als Wohlbehagen. Daran änderte sich auch nichts, als ich irgendwann bemerkte, dass mir etwas Warmes von der Stirn über die Nase rann. Es fühlte sich klebrig an und schmeckte nach Blut.

Und da musste ich erst recht lachen, weil mir einfiel, wie ich meinen Bruder einmal fast zu Tode erschreckt hatte. Er muss damals vier gewesen sein, höchstens fünf, und ich hatte mir im Garten ein paar Himbeeren auf meiner Stirn zerquetscht, so dass es ausgesehen hatte wie eine große, klaffende Wunde, und dann hatte ich mich auf die Wiese gelegt und gestöhnt und geflüstert, ich würde verbluten, und Thomas war prompt darauf hereingefallen, hatte mich zuerst entsetzt angesehen und war dann erbärmlich heulend zu unserer Mutter gerannt. Mammi! Mammi! Mammiiii!

Und jetzt würde ich ihn wieder erschrecken, weil er mich aus dem Schlaf gerissen hatte, Strafe muss sein. Und hinterher auf ein Bier, ein Bier unter Brüdern, oder zwei oder drei, und dann würde alles prima sein zwischen uns, alles wieder bestens, alles paletti, und keine Probleme, weit und breit keine Probleme, und scheiß auf Tanja. Shit happens.

Heute weiß ich, in einem Punkt, aber auch nur einem einzigen, war es sogar die Realität, die mir von der bunten Blase vorgegaukelt wurde: Meine wirklichen Probleme hatten noch gar nicht begonnen.

Unter normalen Umständen benötigt man für die Fahrt zum Krankenhaus nicht mehr als zwanzig Minuten, ich musste mindestens zwei Stunden unterwegs gewesen sein. Jedenfalls begann der Himmel schon hell zu werden, als ich meinen Wagen einfach vor dem Schranken an der Einfahrt ins Krankenhausgelände abstellte und ausstieg. Der Mann, der mich durch die Scheibe der Portierloge giftig anstarrte und brüllte, mein Wagen würde die Zufahrt behindern und ich solle mit diesem Schrotthaufen gefälligst woandershin fahren, und zwar augenblicklich, sonst würde er die Polizei rufen, kümmerte mich nicht im Geringsten. Ich fand ihn sogar amüsant und wollte noch zu ihm sagen: „Ein bisschen viel Stress heute, wie? Jede Menge Kundschaft!“ Ich wollte ihn freundlich anlächeln, ihm aufmunternd zuwinken, wollte ihm –

In dieser Sekunde fiel die Blase in sich zusammen. Platzte nicht, zerriss nicht mit einem Knall in tausend Teilchen, sondern fiel einfach in sich zusammen. Kraftlos und mit einem leisen, klagenden Ton, einem erstickten, kaum hörbaren Seufzen. Schrumpfte, presste sich an meinen Körper, klebte wie feuchter Latex auf meiner Haut, verlor ihre bunt schillernden Farben und wurde hart, schwarz und eiskalt.

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