Pfad am Südufer zwischen Marzling und Oberhummel
Um dieses kleine Idyll an der Mittleren Isar zu genießen, hat man zwei Optionen. Entweder wandert man von Hangenham entlang der Nordseite des Flusses auf einem breiten Waldweg (der auch von Radfahrern genutzt wird) die zwölf Kilometer nach Moosburg nach Osten und wieder zurück. Oder man beginnt die Tour westlich des offiziellen Naturschutzgebiets im Süden der Isarbrücke bei Marzling und folgt dem Isarufer flussabwärts. Dabei wird der Weg nach der Überquerung des Angerbachs schmaler und führt als attraktiver Pfad bis zur Isarbrücke südlich von Oberhummel. Auf der anderen Flussseite geht es erst 500 Meter Richtung Ortschaft, bevor man nach zwei Abzweigungen nach links und über die Moosach wieder ans nördliche Isarufer gelangt und die insgesamt 17 Kilometer lange Runde in Marzling abschließen kann.
INFO
Lage:zehn Kilometer östlich von Freising
Anfahrt:Von München aus folgt man der Autobahn A92 nach Norden am Flughafen vorbei. An der Ausfahrt Freising-Ost verlässt man sie und biegt nach rechts auf die Bundesstraße B301 nach Marzling ab. Mitten im Ort geht es bei der Gaststätte „Zur Schmied'n“ auf die Isarstraße nach Süden und bis zum Parkplatz auf der linken Seite vor der Isarbrücke. Für den Wanderbeginn bei Hangenham fährt man durch Marzling hindurch und nimmt am Ortsausgang im Kreisverkehr die erste Ausfahrt nach rechts. In Hangenham kann man an der Kirche parken und 100 Meter östlich von dort die Wanderung hinunter zur Moosach und Isar starten.
Öffnungszeiten:immer
Eintritt:nichts
Aktivitäten:Wandern, Tierbeobachtungen, Baden
Unterkünfte:
Brandmayerhof: familiengeführtes Haus mit modern eingerichteten Zimmern; Doppelzimmer ab 95 EUR; Herrnstraße 10, 85445 Niederding, Tel.: 08122 9575490, brandmayerhof.de
Hotel zum Erdinger Weißbräu: traditionsreiche Unterkunft mit Gaststätte und Biergarten inmitten der Altstadt von Erding; Doppelzimmer ab 126 EUR und Suite ab 179 EUR; Lange Zeile 1-3, 85435 Erding, Tel.: 08122 880010, hotels-erdinger-erding.de
Hinweis:Nach Starkregen kann es im Bereich der Mittleren Isar zu einer reduzierten Wasserqualität kommen.
9. AMPERAUEN: NATUR PUR VOR DEN TOREN FÜRSTENFELDBRUCKS
Urige Auwaldreste, dichte Schilfgürtel und reiche Laubwälder – das idyllische Naturschutzgebiet Amperauen mit Leitenwälder zwischen Fürstenfeldbruck und Schöngeising bietet eine beeindruckende Wildflusslandschaft. Auf einem interessanten Rundweg entlang beider Flussseiten lässt es sich in diesen reichen Mikrokosmos eintauchen.
Zusammen mit der Ammer bildet die Amper ein zusammenhängendes, 185 Kilometer langes Flusssystem. Dabei wird der Oberlauf bis zum Ammersee als Ammer bezeichnet und der zweite Teil vom Seeauslauf bis zur Mündung in die Isar bei Moosburg als Amper. Das seit 1986 ausgewiesene Naturschutzgebiet Amperauen mit Leitenwälder umfasst einen 185 Hektar großen und circa vier Kilometer lange Abschnitt. Hier windet sich der Fluss durch eine herrliche Landschaft mit teilweise kiesigen Flachufern. Altwasserarme formen kleine Inseln und großflächige Schilfbestände säumen das Ufer.
Die Amper mit dem ehemaligen Zisterzienserkloster Fürstenfeld im Hintergrund
Die urigen Amperauen sind ein wahres Vogelparadies, und zahlreiche gefiederte Arten haben hier einen geschützten Lebensraum gefunden. Zu den eher seltenen Vertretern zählen zum Beispiel die Wasseramsel, der Eisvogel, die Waldohreule und der Große Brachvogel. Mit etwas Glück kann man sogar Schwarzstörche entdecken. Doch nicht nur in den Bäumen und in der Luft ist für den aufmerksamen Beobachter etwas geboten. Auf den Kiesbänken haben sich Erdkröten, Zauneidechsen und Blindschleichen angesiedelt. Und neben Kreuzottern und Schlingnattern gibt es ein bemerkenswertes Vorkommen an Ringelnattern. Außerdem sind hier in den letzten Jahren Biber wieder heimisch geworden. Die scheuen Nager sind zwar nachtaktiv und lassen sich eher selten tagsüber blicken, doch die von ihnen gefällten Bäume und errichteten Dämme sind allgegenwärtig.
Herbststimmung in den Auen
Den zwölf Kilometer langen Rundweg durch diese einmalige Landschaft beginnt man beispielsweise am ehemaligen Zisterzienserkloster Fürstenfeld im Süden von Fürstenfeldbruck. Dabei lohnt sich ein Abstecher in die Klosterkirche St. Maria, die als ein Hauptwerk des süddeutschen Spätbarocks gilt und mit Deckenfresken und Altären der Gebrüder Asam verziert ist. Über die Klosterstraße gelangt man entlang eines Seitenarms der Amper zum Hauptfluss und über eine Brücke auf die andere Seite, wo man dem Uferweg stromaufwärts folgt.
Bereits nach wenigen Metern verbreitert sich der Fluss. Ein Holzsteg führt auf den kleinen Stausee hinaus und bietet einen perfekten Aussichtspunkt für Vogelbeobachtungen. An Kleingärten vorbei geht es weiter, die Amper wird wieder schmaler, und man passiert eine öffentliche Badewiese am Flussufer. Nach zwei Kilometern trifft man kurz auf die Hauptstraße, bevor man wieder nach links zum Ufer hin abbiegt und in einer lang geschwungenen Rechtskurve entlang einer großen Wiese wandert.
Die Amperauen lassen sich auch mit dem Boot erkunden.
Erneut nähert man sich der Schöngeisinger Straße, biegt jedoch kurz vor dem Zusammentreffen nach links auf einen Trampelpfad ab, der einen durch einen zauberhaften Schilfgürtel der Amper führt. Hält man sich weiterhin immer nach links, erreicht man in einem weiten Bogen Schöngeising. Dort führen unweit der Kirche zwei Holzstege an einer Stelle über die Amperarme, wo bereits die alten Römer querten.
Auf der anderen Flussseite biegt man sofort nach links ab und wandert anfangs noch entlang des Ufers zum historischen Gut Zellhof. Ein Feldweg bringt einen an den Rand eines Gehölzes, in das es sich lohnt einen kleinen Abstecher über einen Stichweg zum sogenannten Eisenhutwald mit seinen auf feuchtem Moorboden wachsenden Eschen, Ahornen, Erlen und Hainbuchen zu unternehmen. Zurück auf dem Hauptweg erreicht man wenig später die sogenannten Leitenwälder, wo sich im Schutz des Hanges ein artenreicher Laubwald angesiedelt hat. Unter den Bahngleisen hindurch geht es zurück zum Klostergelände.
INFO
Lage:direkt südwestlich von Fürstenfeldbruck
Anfahrt:Vom Zentrum Fürstenfeldbrucks aus folgt man der Hauptstraße/Bundesstraße B2 nach Süden über die Amper. Nach der St.-Leonhard-Kirche biegt man nach rechts ab auf die Fürstenfelder Straße, nimmt an der Straßengabelung die Bahnhofstraße nach links und fährt an der nächsten Kreuzung auf die Oskar-von-Miller-Straße nach rechts. Von hier ist es nur noch ein knapper Kilometer bis zum großen Parkplatz beim Kloster. Der vorgeschlagene Beginn der Wanderung beim Klosterweg findet sich 100 Meter weiter westlich nach einer Brücke über einen kleinen Seitenarm der Amper.
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