Unterkünfte:
Hotel Haimerlhof: historisches und gemütliches Hotel im Zentrum von Wolnzach; Doppelzimmer ab 115 EUR; Preysingstr. 7, 85283 Wolnzach, Tel.: 08442 956910, haimerlhof.de
Moosburger Hof: Hotel mit angeschlossenem Restaurant im Herzen Pfaffenhofens; Doppelzimmer ab 110 EUR; Moosburger Straße 3, 85276 Pfaffenhofen an der Ilm, Tel.: 08441 2770080, moosburgerhof.de
6. SCHEYRER KELTENWEG: SPAZIERGANG IN DIE VERGANGENHEIT
Berühmt ist der kleine Ort Scheyern heute für seine Benediktinerabtei und als Ursprung der jahrhundertelang in Bayern regierenden Wittelsbacher. Dabei hatte er selbst davor schon große Bedeutung: vor über 2000 Jahren siedelten sich hier nämlich Kelten an und hinterließen Denkmäler, welche die Landschaft bis heute verändert haben.
Hügelgräber und eine Viereckschanze sind die sichtbaren Hinterlassenschaften dieses alten Volkes, welche sich auf einem Spaziergang auf dem ausgeschriebenen Keltenweg im Scheyrer Forst entdecken lassen. Der gut zehn Kilometer lange Rundweg beginnt an der Westseite des Klosters, von wo aus man bei der Klosterbrauerei die Schottertraße zum ausgeschilderten Tennisplatz nimmt. Hierbei geht es unter mächtigen Linden, Buchen und Kastanien von der Anhöhe hinab. Am Ende des kleinen Wäldchens lugt zwischen den Obstbäumen der Prielhof hervor, ein Vierseithof aus dem 18. Jahrhundert, der zum Kloster gehört und biologisch bewirtschaftet wird. Wer genau hinschaut, entdeckt zwischen den Apfel- und Zwetschgenbäumen außerdem eine ständige Wechselausstellung von Holz-, Stein- und Metallbildhauern aus der Region.
Der Prielhof
Basilika im Kloster Scheyern
Linker Hand erstreckt sich eine Reihe von Weihern, die es sich lohnt ein wenig genauer in Augenschein zu nehmen, während man an ihnen entlang weiterwandert. In einem findet sich nämlich die seltene Wassernuss, eine Pflanze, die es in ganz Bayern nur hier wild gibt. Kurz vor dem letzten Weiher biegt man auf den Weg nach rechts ab und geht die Anhöhe in den Wald hinauf. Dabei sollte man besonders am frühen Morgen oder Abend seinen Blick über die Felder dieser eiszeitlichen Hügellandschaft schweifen lassen, um eventuell Fasane und Hasen zu entdecken.
Nach einem Kilometer durch den Mischwald erreicht man eine T-Kreuzung, an der man sich nach rechts wendet. Kurz bevor man auf die Wiese mit Blick auf das kleine Dorf Winden kommt, verstecken sich rechter Hand zwei keltische Hügelgräber. Die ungefähr 2300 Jahre alten Grabstätten sind zwar kaum mehr als leichte Erhebungen im Forst, die von Bäumen bewachsen sind, und fallen außer ihrer Höhe fast nicht mehr auf. Doch es beflügelt die Fantasie von Jung und Alt, sich vorzustellen, dass sich im Inneren ein uraltes Grab befindet, vielleicht sogar mit Grabbeilagen. Um sie vor Grabräubern und Tieren zu schützen, sind solche Grabkammern aus Holz in der Regel mit Unmengen an Steinen beschwert, welche durch darüber angehäufte Erde fast unsichtbar gemacht wurden.
Der offizielle Weg führt weiter auf die Wiesen bei Winden entlang, durch ein kleines Waldstück nach Süden und anschließend quer durch den Forst nach Osten. Kommt man dort kurz aus dem Wald heraus, befindet man sich plötzlich auf einem Zubringerweg zur Hauptroute der weltberühmten Wallfahrt nach Santiago de Compostela. Um zur Keltenschanze zu gelangen, wandert man allerdings nicht Richtung Spanien weiter, sondern nimmt den Weg links, nach Nordosten. Dieser bringt einen letztendlich an Fernhag vorbei die restlichen drei Kilometer zurück nach Scheyern. Doch zuvor passiert man nach wenigen Hundert Metern rechter Hand das zweite Ziel dieses Spaziergangs, die Keltenschanze.
Das Kloster Scheyern
Das Alter der viereckigen Schanze wird auf 2500 Jahre geschätzt. Ihr Grundriss ist aufgrund des Bewuchses nicht leicht zu erkennen, doch bei genauer Suche und mit etwas Vorstellungskraft lassen sich die 120 beziehungsweise 75 Meter langen Randwälle erahnen. Archäologische Ausgrabungen fanden hier noch nicht statt, doch weiß man heute, dass solche Schanzen meist nicht nur kultische Bedeutung hatten, sondern auch eine zentrale Rolle im alltäglichen Leben einer keltischen Siedlung einnahmen.
INFO
Lage:fünf Kilometer südwestlich von Pfaffenhofen an der Ilm
Anfahrt:Vom Bahnhof in Pfaffenhofen folgt man der Schrobenhausener Straße nach Westen, bis man nach knappen zwei Kilometern auf die Niederscheyerer Straße nach links abbiegt. Nach weiteren zwei Kilometern trifft man im Ort Mitterscheyern auf die Scheyerer Straße, der man noch einmal so weit nach links folgt, um in den Ort Scheyern selbst zu gelangen. Hat man das Kloster passiert, nimmt man die erste Straße nach rechts, entlang derer sich links ein öffentlicher Parkplatz befindet.
Öffnungszeiten:immer
Eintritt:nichts
Aktivitäten:Wandern
Unterkünfte:
Hotel Schyrenhof: kleines, einfaches Hotel in der Klosteranlage, das an die Klosterschenke angeschlossen ist; Doppelzimmer ab 75 EUR; Schyrenplatz 1, 85298 Scheyern, Tel.: 08441 27890, klosterschenke-scheyern.de
Moosburger Hof: Hotel mit angeschlossenem Restaurant im Herzen Pfaffenhofens; Doppelzimmer ab 110 EUR; Moosburger Straße 3, 83376 Pfaffenhofen an der Ilm, Tel.: 08441 2770080, moosburgerhof.de
Auf dem Weg zur Maisinger Schlucht
7.Weltwald Freising: Globetrotten im Kranzberger Forst
8.Isarauen: Grünes Idyll entlang der Mittleren Isar
9.Amperauen: Natur pur vor den Toren Fürstenfeldbrucks
10.Ebersberger Forst: Wo sich Wildschwein und Hirsch„Gute Nacht“ sagen
11.Maisinger Schlucht: Wasserwanderung abseits vom Starnberger Trubel
12.Leutstettener Moos: Auf Erkundungstour im verlandeten Würmsee
7. WELTWALD FREISING: GLOBETROTTEN IM KRANZBERGER FORST
Auf einer Fläche von rund 100 Hektar findet man bei Freising das Bayerische Landesarboretum. Seit 1987 wurden hier Bäume und Sträucher aus der ganzen Welt angepflanzt, und stetig wird die Kollektion vergrößert. Wer Lust auf einen kleinen Weltenbummel hat, braucht das Land also gar nicht zu verlassen.
Nordamerika, Asien oder Europa – wer den Weltwald betritt, hat erst einmal die Qual der Wahl sich zu entscheiden, welchen Kontinent er als erstes besuchen möchte. Je nachdem wie flott und ausdauernd man unterwegs ist, kann man zu Fuß oder mit dem Fahrrad losziehen. Zutritt verschaffen sechs verschiedene Eingänge, die rund um den Weltwald herum verteilt sind. Einmal drin, kann man dann frei aus dem dichten Wegenetz wählen, oder man folgt den vier Themenwegen, die teils sogar über Trampelpfade ins Bestandsinnere führen.
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