Kürzer, doch nicht weniger interessant geht es bei dem Themenweg „Wittelsbacher Kulturland“ zu, welcher über das landschaftliche Kulturerbe des Wittelsbacher Königshauses informiert, zu dem Schloss Grünau gehörte. „Mit allen Sinnen“ bietet eine einmalige Kombination von Kunst- und Erlebniselementen, doch der wohl spannendste von allen Wegen ist der namens „Die Aue lebt“. Hier darf der Besucher nur mithilfe eines Flyers, aber ohne Wegweiser und Informationstafeln, die Dynamisierungsmaßnahmen in den Auen selbst finden und erleben. Dieses Projekt schafft auf technische Art und Weise wieder ursprüngliche Verhältnisse. So wurde der naturnah gestaltete Ottheinrichbach geschaffen, und künstlich gesteuerte, ökologische Flutungen simulieren historische Auenbedingungen. Diese formen extreme Lebensräume, die starken Grundwasserschwankungen und regelmäßigen Hochwassern ausgesetzt sind, und lassen nur speziell angepasste Pflanzen und Tiere überleben.
Um dieses Juwel Donau-Auen für zukünftige Generationen zu erhalten, hat sich sogar eine Stiftung geformt, deren langfristiges Anliegen es ist, den Naturschutz der Auwälder voranzutreiben. Sie setzt sich dafür ein, alle Staatswälder im Bereich des von der bayerischen Staatsregierung verworfenen „Nationalpark Donau-Auen“ als Naturschutzgebiet auszuweisen. Wer weiß … vielleicht deklariert man hier bei so viel Engagement doch noch einmal einen weiteren bayerischen Nationalpark.
INFO
Lage:entlang der Donau zwischen Neuburg an der Donau und Ingolstadt
Anfahrt:Von der Autobahn A9 fährt man südlich von Ingolstadt bei der Ausfahrt Manching ab und folgt der Bundesstraße B16 Richtung Neuburg. Nach 18 Kilometern erreicht man die Kreuzung Bruck, an der man nach rechts fährt und der Straße bis zum Kreisverkehr folgt, an dem man die zweite Ausfahrt nimmt. Am darauffolgenden Kreisverkehr nimmt man die erste Ausfahrt, um den Parkplatz des Auenzentrums zu erreichen. Von dort aus sind es fünf Minuten zu Fuß zum Schloss Grünau.
Öffnungszeiten:immer
Eintritt:nichts
Aktivitäten:Wandern, Radfahren, Tierbeobachtungen
Unterkünfte:
Aussicht: modernes Bio-Hotel in altem Gemäuer direkt an der Donau in der Stadt Neuburg; Doppelzimmer ab 135 EUR; Amalienstr. 27, 86633 Neuburg an der Donau, Tel.: 08431 431220, die-aussicht.de
Block Hotel & Living: stylisches Boutique-Hotel im Nordosten von Ingolstadt; Doppelzimmer ab 82 EUR; Hermann-Paul-Müller-Str. 15, 85055 Ingolstadt, Tel.: 0841 953450, hotel-block.de
5. HOPFENLEHRPFAD WOLNZACH: AUF DEN SPUREN DES BIER-AROMAS
Was wäre Bayern bloß ohne sein Bier. Einer der nur drei erlaubten Inhaltsstoffe laut Bayerischem Reinheitsgebot von 1516 ist Hopfen, und dieser wird vor allem in der Hallertau angebaut. Welch wichtige Rolle er im Brauprozess spielt und vieles Weitere lernt man auf dem Hopfenlehrpfad bei Wolnzach, der sich durch das Anbaugebiet schlängelt.
Im größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt wird heute circa ein Drittel der globalen Hopfenernte und über 80 Prozent der deutschen produziert. Seit dem 8. Jahrhundert wird Hopfen hier angebaut, und mittlerweile erstreckt sich die Fläche auf über 2400 Quadratkilometer. Um einen Einblick in seinen Anbau und seine Verwendung zu bekommen, bietet sich der lehrreiche Hopfen- und Naturlehrpfad im Herzen der Holledau (der lokale Begriff für Hallertau) bei Wolnzach an. Dabei lernt man nicht nur Wissenswertes über das „grüne Gold“, sondern auch viel Interessantes zu dieser Kulturlandschaft. Außerdem werden typische Wild-, Wald- und Kulturpflanzen beschrieben und ökologische Zusammenhänge erklärt.
Der Lehrpfad lässt sich auch per Rad erkunden.
Hopfenreben in ihrer vollen Pracht
Der Beginn des vier Kilometer langen Rundwanderwegs ist der Parkplatz am westlichen Rand des Ortes Wolnzach. Von dort aus führt die Straße Edenthal auf die Felder hinaus, wobei man am besten an der ersten Weggabelung auf den rechten Zweig abbiegt. Hier kommt man schon bald zu den Hopfenfeldern, welche kurz vor der Ernte von Mitte August bis Mitte September besonders beeindruckend sind. Bis zu sieben Meter recken sich dann die Ranken an Drahtgeflechten entlang in die Höhe, und üppig hängende Dolden zieren das satte Laub. Sie sind reif für die Trocknung und Weiterverarbeitung, wenn die pulverförmigen, gelben Hopfenharze herausrieseln und ihren aromatischen Duft verbreiten.
Am Waldrand entlang geht es bis kurz vor die Staatsstraße und anschließend in einem scharfen Haken in das Waldstück linker Hand. Nach wenigen Hundert Metern kommt man wieder hervor, und ein weiteres Hopfenmeer breitet sich vor einem aus. Für den Fall, dass man in Versuchung gerät nachzuzählen: 2000 Einzelpflanzen werden pro Hektar gepflanzt. Glücklicherweise müssen sie nicht jedes Jahr neu eingesetzt werden, da Hopfen eine Dauerkultur wie Wein ist. Das heißt, dass er jedes Jahr im Frühjahr wieder aus dem Stock heraus treibt und neu wächst. Dabei werden die meisten Sorten ungefähr 15 Jahre alt, manche sogar 70.
Infotafel entlang des Weges
Lehrreich und informativ sind die zahlreichen Schilder am Wegesrand.
Immer den insgesamt 26 Lehrtafeln folgend schlägt der idyllische Weg noch ein paar mehr Haken, und man erfährt unter anderem, dass der Hopfen nicht nur im Bier schmeckt. So hat schon Hildegard von Bingen festgestellt, dass er auch medizinische Zwecke hat. Kein Wunder also, dass er auch heute noch in der Pharmazie als Arzneipflanze verwendet wird.
Wer trotz all der liebevoll aufbereiteten Informationen nach dem Rundweg noch unbeantwortete Fragen hat, kann anschließend noch im Deutschen Hopfenmuseum in Wolnzach vorbeischauen. Hier werden außerdem regelmäßig Bierseminare und -verkostungen angeboten.
INFO
Lage:zehn Kilometer nordöstlich von Pfaffenhofen an der Ilm
Anfahrt:Von der Autobahn A9 fährt man am Dreieck Holledau ab und folgt den Schildern nach Wolnzach auf der A93. Die Ausfahrt Wolnzach nehmend biegt man beim Feuerwehrhaus nach rechts auf die Preysingstraße ab und folgt dem Straßenverlauf, der nach der Tankstelle einen Knick erst stark nach links und dann nach rechts macht. Weitere 500 Meter später fährt man von der Auenstraße nach links auf die Schloßstraße und folgt dem Straßenverlauf nach rechts auf die Wendenstraße bis zu den letzten Häusern auf der linken Straßenseite. Dort fährt man auf die Straße Edenthal ab, entlang deren Beginn sich der offizielle Parkplatz für den Hopfenlehrpfad befindet.
Öffnungszeiten:immer
Eintritt:nichts
Aktivitäten:Wandern
Deutsches Hopfenmuseum: alles rund ums Thema Hopfen, vom Anbau über Handel bis hin zur Verwendung und Info; Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet; 5/1 EUR Erwachsener/Kind (6 bis 18 J.); Elsenheimerstraße 2, 85283 Wolnzach, Tel.: 08442 7574, hopfenmuseum.de
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