Unterkünfte:
Offizielle Bootsrastplätze: einfache, wildromantische Zeltplätze mit Toilette und Feuerstelle und teilweise auch Wasser und Unterstellhütte direkt an der Altmühl; vom 1. Mai bis 30. September geöffnet; keine Reservierung für Einzelreisende und Kleingruppen unter zehn Personen notwendig; Zeltplatz 3 EUR pro Nacht (max. zwei Nächte); naturpark-altmuehltal.de/bootsrastplaetze
Hinweise:Vor Beginn der Tour sollte man unbedingt Infos zu möglichem Hoch- oder Niedrigwasser einholen. Es darf nur an ausgewiesenen Stellen gezeltet, Feuer gemacht und das Boot zu Wasser gelassen werden. Auf die sensible Tier und Pflanzenwelt ist Rücksicht zu nehmen, in dem man z. B. nicht auf Kiesbänken anlandet und Abstand zu Schilf- und Uferzonen hält. Auf dem Wasser sind Schwimmwesten zu tragen.
2. KIPFENBERG: AM LIMES ENTLANG DER GRENZE DES RÖMISCHEN REICHES
Mitten durch das Altmühltal verläuft das UNESCO-Welterbe Obergermanisch-Raetischer Limes, welcher die einstige Grenze im Norden des römischen Imperiums bildete. Auf den Spuren der alten Römer führt der Limesrundweg bei Kipfenberg entlang des einstigen Walls und zu einer beeindruckenden Wachtturmreplika, mit Blick über ein ehemaliges Kastell. Ein Ausflug für alle, die Geschichte gerne hautnah erleben.
Blick zur Burg in Kipfenberg
Ein idealer Ausgangspunkt für eine Limes-Wanderung ist der geografische Mittelpunkt Bayerns, genauer gesagt Kipfenberg. In der gleichnamigen Burg dort ist das Römer und Bajuwaren Museum untergebracht, welches ein perfekter Einstieg für alle Geschichtsinteressierten ist. Hier wird Wissen spannend vermittelt und anschaulich erlebbar gemacht. Außerdem ist dort der regionale Infopoint Limes untergebracht, der Besucher mit Informationen zu den zahlreichen Limes-Sehenswürdigkeiten im Altmühltal versorgt.
Der Limes ist das größte archäologische Denkmal Europas und diente zur Sicherung der Nordgrenze des Römischen Reiches. Um das Jahr 15 v. Chr. hatte Rom begonnen sein Imperium nördlich der Alpen auszudehnen, und um sich vor Überfällen der wilden, germanischen Stämme zu schützen, errichtete man einzelne Wachttürme. Diese wurden im Laufe der Zeit miteinander verbunden, und der Limes (lateinisch für Grenze) war geboren. Anfangs aus Holzpalisaden, wurde er in späteren Stadien aus Steinmauern gebaut. Der Obergermanisch-Raetische Limes war nur ein Teil der gigantischen Außengrenze des Römischen Reiches und erstreckte sich 550 Kilometer zwischen Rheinbrohl am Rhein und Kastell Eining an der Donau. Er bestand bis etwa 260 n. Chr., dem Ende der römischen Herrschaft in Raetien nördlich der Donau, und sein Verlauf ist auch heute noch vielerorts erkennbar.
Replika eines römischen Wachtturms bei Kipfenberg
Von Kipfenberg aus folgt man dem offiziellen, 18 Kilometer langen Limesrundwanderweg, welcher als Wanderweg 10 gut ausgeschildert ist. Im ersten Teil bis Hirnstetten hält er sich weitgehend an den Originalverlauf der einstigen römischen Nordgrenze, wobei der Schuttwall hier teilweise noch besonders gut erhalten ist. Über die Altmühlbrücke gelangt man vom Kipfenberger Marktplatz auf dem Weg nach Westen bereits nach kurzer Zeit zum bewaldeten Geländesporn des Pfahlbucks, der von hoch aufragenden, steilen Felswänden getragen wird. Seit den ersten Ausgrabungen hier Ende des 19. Jahrhunderts wurde unter anderem das steinerne Fundament eines ehemaligen Wachtturms entdeckt.
Reste der ehemaligen Bebauung
Um Besuchern einen Eindruck geben zu können, wie solch ein Bauwerk aussah, hat man eine hölzerne Vorgängerversion inklusive Balustrade und einem Teilstück Palisadenzaun so originalgetreu wie möglich rekonstruiert. Aus einer luftigen Höhe von acht Metern bietet sie Besuchern einen perfekten Blick links und rechts entlang der Limesmauer bis ins Tal zum ehemaligen Kastell Böhming, dessen überwachsener, viereckiger Grundriss heute nur noch schemenhaft zu erkennen ist. Innerhalb der markanten, eineinhalb Meter hohen Wallkanten findet sich nun allerdings eine Kirche mit Friedhof und Nebengebäude. Durch diesen direkten Blickkontakt und einer Sicht über das gesamt Altmühltal von Böhming bis Ilbling abwärts war dieser wiederaufgebaute Turm strategisch besonders wichtig. Nachrichten anderer Türme liefen hier zusammen, und im Notfall konnten die im Kastell stationierten Truppen schnell mobilisiert werden, um einzugreifen.
Rekonstruierter Palisadenzaun
Im Dorf Hirnstetten verlässt man den ursprünglichen Limesverlauf, biegt nach Süden ab und geht im Wald nach links Richtung Pfahldorf weiter. Von hier aus wandert man Richtung Altmühl, im Norden an Böhming vorbei und anschließend wieder nach Kipfenberg zurück.
INFO
Lage:15 Kilometer nordöstlich von Eichstätt
Anfahrt:Verlässt man das Eichstätter Zentrum Richtung Osten über anfangs die Römerstraße und anschließend die Kipfenberger Straße, so gelangt man mehr oder weniger entlang der Altmühl nach circa 23 Kilometern nach Kipfenberg. Am Marktplatz biegt man nach rechts auf die Haderstraße ab, verlässt diese allerdings schon nach wenigen Metern um nach links auf die Burgstraße zu gelangen, die einen nach einem Kilometer zum Römer und Bajuwaren Museum bringt.
Öffnungszeiten:immer
Eintritt:nichts
Römer und Bajuwaren Museum: archäologisches, volkskundliches und heimatkundliches Museum, das Geschichte anschaulich erleben lässt; Öffnungszeiten von Montag bis Samstag von Juni bis August von 10 bis 18 Uhr sowie im April, Mai, September und Oktober von 10 bis 16 Uhr, außerdem immer sonntags und feiertags von 10 bis 16 Uhr (November bis März) bzw. von 10 bis 18 Uhr (April bis Oktober); 5/2,50 EUR Erwachsener/Kind (bis 17 J.); Burg Kipfenberg, Burg 1, 85110 Kipfenberg, Tel.: 08465 905707, bajuwaren-kipfenberg.de
Aktivitäten:Wandern
Unterkünfte:
Hotel & Gasthof Zur Linde: einfaches Hotel in idyllischer Lage mit Naturschwimmteich; Doppelzimmer ab 100 EUR; Bachweg 2, 85110 Kipfenberg/Schambach, Tel.: 08465 94150, linde-altmuehltal.de
Zum Blauen Hecht: familiengeführtes Gasthaus im traditionellen Altmühl-Fischerdorf Grösdorf; Doppelzimmer ab 70 EUR; Irlahüller Weg 2, 85110 Kipfenberg/Grösdorf, Tel.: 08465 1066, zumblauenhecht.de
3. FOSSILIENSTEINBRUCH SCHAMHAUPTEN: ARCHÄOLOGE FÜR EINEN TAG
In einem privaten Steinbruch im Schambachtal werden Kindheitsträume wahr. Wie ein waschechter Archäologe darf man hier im östlichen Altmühljura selbst nach versteinerten Fossilien suchen und den Tag in der Hoffnung auf den großen Fund verbringen – ein Heidenspaß für Jung und Alt.
Der Schamhauptener Steinbruch der Familie Gerstner liegt in einer Talsohle im Jura des Altmühltals und besteht aus Plattenkalk und Schiefer. Heute ist der öffentlich zugängliche Teil kleiner als noch vor ein paar Jahren, da sich die Besitzer leider genötigt sahen ihn einzugrenzen. Ein unehrlicher Finder hatte hier im Jahr 2010 nämlich doch tatsächlich die versteinerten Überreste eines 150 Millionen Jahre alten Archaeopteryx entdeckt. Von diesem Tier, das halb Reptil, halb Vogel war, gibt es weltweit nur zwölf bekannte Exemplare, die dementsprechend wertvoll sind. Doch statt wie vorgeschrieben den Eigentümern des Steinbruchs den wertvollen Fund zu melden, um ihn gerecht zu teilen, machte er sich aus dem Staub, und es dauerte bis 2014, dass dies bekannt wurde.
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